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Tropensturm Francine verstärkte sich zunächst zum Hurrikan, schwächte sich dann jedoch wieder zum Tropensturm herab. Die erste Großstadt kämpft mit Starkregen und Sturmböen.
Update vom 12. September, 6.40 Uhr: Tropensturm „Francine“ hat die Großstadt New Orleans mit Starkregen und Sturmböen überzogen. Der US-Wetterdienst warnte vor gefährlichen Sturzfluten im Großraum der Südstaatenmetropole und der weiteren Umgebung im Süden des Bundesstaats.
Nach seinem Auftreffen auf Land in der deutschen Nacht schwächte sich der vormalige Hurrikan laut dem US-Hurrikanzentrum (NHC) etwas ab und gilt nur noch als Tropensturm. Schon vor „Francines“ Ankunft an der Südküste Louisianas hatte es Warnungen vor schweren Sturmfluten gegeben. Der Gouverneur des Bundesstaats hatte bereits am Montag den Notstand ausgerufen. Viele Schulen waren geschlossen, in mehreren Bezirken gab es Anweisungen zur Evakuierung.
Tropische Wirbelstürme entstehen über warmem Ozeanwasser. Die zunehmende Erderwärmung erhöht laut Experten die Wahrscheinlichkeit starker Stürme.
Ursprungsmeldung vom 11. September 2024: Lousiana/Texas – Der Tropensturm Francine, der sich am Dienstagabend zum Hurrikan der Kategorie 1 entwickelte, wird in Kürze die Küste von Louisiana erreichen. Laut dem National Hurricane Center (NHC) wird Francine am Mittwochnachmittag oder -abend (11. September) auf die Südküste treffen und könnte sich bis dahin sogar zu einem Hurrikan der Kategorie 2 verstärken. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 145 km/h wird erwartet, dass der Sturm verheerende Auswirkungen auf die Golfküste haben wird.
Hurrikan Francine nähert sich der Küste: Evakuierungsaufrufe und Notstandserklärungen
Die Gouverneure von Louisiana und Mississippi haben bereits The New York Times den Notstand ausgerufen, um Ressourcen für die Bevölkerung bereitstellen zu können. In vielen Küstengebieten wurden Evakuierungsbefehle erlassen, insbesondere in den tiefer gelegenen Regionen, die besonders anfällig für Sturmfluten sind. „Wir stehen vor einem gefährlichen Sturm. Die Bevölkerung sollte ihre Häuser in den betroffenen Gebieten verlassen und sichere Unterkünfte aufsuchen“, mahnte Louisianas Gouverneur Jeff Landry in einer Pressekonferenz. Auch texanische Gemeinden wurden zur Vorsicht aufgerufen, da sich der Kurs des Sturms noch ändern könnte.
Besondere Besorgnis gilt den möglichen Sturmfluten, die laut Expertinnen und Experten des NHC in einigen Küstengebieten bis zu drei Meter hoch werden könnten. Michael Brennan, Direktor des NHC, warnte, BBC-Berichten zufolge: „Die Bevölkerung muss sich auf die Auswirkungen bis in das Landesinnere vorbereiten. Besonders in den tiefer liegenden Gebieten drohen katastrophale Überflutungen.“ Auch die Städte Baton Rouge, Lafayette und New Orleans könnten von den heftigen Regenfällen betroffen sein, die zu Überschwemmungen führen können. Laut Prognosen werden Niederschlagsmengen von bis zu 30 cm in einigen Regionen erwartet, was die Gefahr von Sturzfluten weiter erhöht.
Vorbereitungen in Louisiana und Texas: Gefahr von Sturmfluten und Überschwemmungen
Die Vorbereitungen laufen in den betroffenen Gebieten auf Hochtouren. Geschäftsinhaberinnen und -inhaber sowie Anwohnende in Städten wie Morgan City verbarrikadieren ihre Gebäude und stocken ihre Vorräte auf, wie CBS berichtet. Tankstellen verzeichnen lange Schlangen, da viele Menschen die Stadt verlassen oder sich mit Treibstoff eindecken. Besonders besorgt sind die Menschen in der Region um New Orleans, die noch immer die Folgen von Hurrikan Ida vor drei Jahren spüren. „Wir haben unsere Lehren aus der Vergangenheit gezogen. Die Menschen nehmen die Evakuierungsaufrufe ernst“, sagte Randy Smith, Sheriff des St. Tammany Parishs, bei einer Pressekonferenz.
Auch Texas ergreift Vorsichtsmaßnahmen. Der Gouverneur des Bundesstaates, Greg Abbott, erklärte, laut CBS, dass auch Texas sich auf mögliche Auswirkungen des Sturms vorbereiten müsse. „Stürme dieser Art können unvorhersehbar sein, und wir müssen auf jede mögliche Kursänderung vorbereitet sein“, sagte Abbott. Teams für Wasserrettung wurden bereits mobilisiert, und die Nationalgarde steht bereit, falls zusätzliche Unterstützung erforderlich ist.
Öl-Raffinerien drosseln Produktion: Gefährdete Infrastruktur und mögliche Stromausfälle
Neben der Bedrohung durch Sturmfluten und starke Winde bereitet sich die Region auch auf mögliche Stromausfälle vor. Mehr als 2,3 Millionen Menschen entlang der Golfküste stehen unter Hurrikanwarnungen. Die US-amerikanischen Öl- und Gasunternehmen haben damit begonnen, ihre Offshore-Plattformen zu evakuieren und den Betrieb einzustellen, wie Trading View berichtet. ExxonMobil und Shell kündigten an, ihre Förderanlagen im Golf von Mexiko vorsichtshalber zu schließen.
Die diesjährige Hurrikansaison war, laut BBC, bisher ungewöhnlich ruhig. Francine ist erst der sechste benannte Sturm, obwohl Meteorologinnen und Meteorologen eine besonders aktive Saison vorausgesagt hatten. Die atlantische Hurrikansaison dauert offiziell noch bis Ende November, sodass die Region weiterhin mit starken Stürmen rechnen muss. Abschließend bleibt zu hoffen, dass die Vorbereitungen der Behörden und die Evakuierungsaufrufe dazu beitragen, die Bevölkerung zu schützen und die Schäden zu minimieren, wenn Hurrikan Francine aufs Land trifft. Die nächsten Stunden werden entscheidend sein. (ls)
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