VonAlina Schröderschließen
Miami – An der Westküste der USA herrscht derzeit eine erhöhte Hurrikan-Warnung: Tropensturm „Debby“ hat am Montagmorgen (5. August) den Bundesstaat Florida erreicht. Der Sturm traf in der Region Big Bend auf Land. Fachleute warnen vor katastrophalen Überschwemmungen und historischen Regenmengen in den kommenden Tagen.
„Debby“ bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 21 Kilometern pro Stunde. Der Hurrikan wird voraussichtlich auch über Georgia und South Carolina ziehen, in allen drei betroffenen Bundesstaaten drohen schwere Regenfälle. Erst kürzlich tobte Hurrikan „Beryl“ an der US-Küste und in der Karibik, zwei Menschen starben.
Hurrikan „Debby“ nimmt Kurs auf Florida: „Wir rechnen mit sehr, sehr starken Überschwemmungen“
Floridas Gouverneur Ron DeSantis warnte eindringlich vor dem neuen Tropensturm: „Wir rechnen mit sehr, sehr starken Überschwemmungen, insbesondere im Norden und Zentrum Floridas.“ Meteorologen erwarten Niederschlagsmengen von bis zu 76 Zentimetern. Diese könnten bis zum Wochenende anhalten. DeSantis hat laut BBC für 61 der 67 Bezirke Floridas den Notstand ausgerufen. Auch die Gouverneure von Georgia und South Carolina haben vorsorglich den Notstand erklärt. In einigen Regionen des Citrus County wurden bereits Zwangsevakuierungen angeordnet. Anwohner in den betroffenen Gebieten bereiten sich auf mögliche Evakuierungen vor.
Besonders gefährdet ist das Gebiet zwischen den Flüssen Ochlockonee und Suwannee. Bereits jetzt spüren viele Einheimische Floridas die Auswirkungen des Hurrikans. Rund 204.000 Haushalte und Unternehmen sind BBC zufolge bereits ohne Strom (Stand: 5. August). Erste Ausläufer von „Debby“ haben Straßen überflutet. Die Behörden rufen die Bevölkerung zur Vorsicht auf. In einigen Gebieten wurden die Einwohnerinnen und Einwohner angehalten, letzte Vorbereitungen zu treffen.
„Katastrophale Überschwemmungen“ in den USA erwartet
Jamie Rhome, stellvertretender Direktor des Hurrikanzentrums, betonte die Gefahr. „Sie sprechen hier von katastrophalen Überschwemmungen“, sagte er BBC. Die langsame Bewegung des Sturms verstärke das Risiko, es sei mit Sturmfluten und Stromausfällen zu rechnen, vor allem an der Golfküste Floridas. Diese könnten stellenweise eine Höhe von drei Metern erreichen.
Meteorologen vergleichen inzwischen „Debby“ mit Hurrikan „Idalia“ aus 2023, damals gab es sogar Todesopfer. „Debby“ könnte allerdings noch heftiger werden: Fachleute warnen vor deutlich mehr Regen.
Florida oft Opfer von schweren Stürmen – Anwohner berichtet von Schicksal
Florida wurde in den letzten Jahren wiederholt von schweren Hurrikans heimgesucht. Ein Anwohner aus Keaton Beach sagte BBC: „Mann, ich habe das schon so oft gemacht. Man geht einfach zurück und sieht, was man tun muss.“ Sein Haus sei erst vor zwei Wochen nach Schäden durch Hurrikan „Idalia“ repariert worden.
Expertinnen und Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und langsam ziehenden Hurrikans wie „Debby“. Die ungleichmäßige Erwärmung der Erde könnte die atmosphärischen Strömungen verändern, die Stürme steuern.
„Debby“ ist bereits der vierte benannte Sturm der atlantischen Hurrikansaison 2024. Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) rechnet mit einer besonders aktiven Saison. Bis zu 25 benannte Stürme könnten sich 2024 bilden. Acht bis dreizehn dieser Stürme könnten sich zu Hurrikans entwickeln, so die NOAA. Die Hurrikansaison läuft offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November. (asc/ap/afp)
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