Heftiges Infektionsgeschehen

Beispiellose Corona-Welle in Österreich – neue Omikron-Variante treibt Infektionen auf Rekordniveau

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Pirola ist derzeit für steigende Corona-Infektionszahlen verantwortlich. Ein Experte spricht von einer Welle, die seit Pandemiebeginn nie so hoch war.

Wien – In Deutschland steigen derzeit wieder die Infektionen durch Atemwegsinfekte. Vor allem auch der Corona-Virus sei laut dem Virologen Ulf Dittmer mit einer neuen Variante für „extrem hohe Infektionszahlen“ verantwortlich. Abwasseranalysen bescheinigen auch in Österreich eine seit Pandemiebeginn beispielloses Infektionsgeschehen.

Im Juli 2023 fiel in Österreich die Meldepflicht und Verkehrsbeschränkungen bei SARS-CoV-2-Infektionen. Seither weisen die Daten des Abwassermonitorings, ähnlich wie in Deutschland, auf einen stetigen Zuwachs der Krankheitsfälle hin. Demnach erreicht die Zahl der Corona-Infektionen in Österreich Mitte Dezember einen neuen Höchststand seit dem Ausbruch der Krankheit Ende 2019. „Das ist eine Welle, die in der Form vielleicht noch gar nicht in der Pandemie zu sehen war“, sagte Andreas Bergthaler von der Medizinischen Universität Wien im Ö1-Morgenjournal.

Wie Analysen des Abwassers in Österreich zeigen, waren die Corona-Infektionszahlen wohl noch nie so hoch.

Corona-Rekordwelle könnte noch anhalten – Schuld ist Subvariante

Und noch ist laut dem Virologen und Immunologen Bergthaler kein Ende des Anstiegs in Sicht. Dies ist hauptsächlich auf Subvarianten des Virus zurückzuführen, insbesondere Pirola, eine besonders ansteckende Variante von Omikron. „Man kann annehmen, dass sich diese Varianten vermehrt verbreiten. Daraus könnte man schließen, dass die Infektionswelle unter Umständen noch etwas länger anhält“, so Bergthaler. Er spricht sich für einen Virus-Wetterbericht aus, in dem alle epidemiologischen Daten analysiert und auch andere Atemwegserkrankungen berücksichtigt werden.

Wien ist aktuell ein Brennpunkt für Infektionen in Österreich, wie das Abwasserscreening zeigt. Anfang Dezember verzeichnete die Wirtschaftskammer allein in der Hauptstadt über 80.000 Krankmeldungen, wie der ORF berichtete. Doch nicht nur Corona ist dafür verantwortlich. Auch die Grippe-Infektionen sind angestiegen, wie die Daten des SARI-Dashboards über stationäre Aufnahmen wegen Atemwegsinfektionen belegen. Seit 13. November sind allerdings mehr als die Hälfte der gemeldeten stationären Aufnahmen aufgrund von Atemwegsinfektionen auf Covid-19 zurückzuführen.

Corona-Infektionszahlen zeigen sich erst verzögert in Bettenbelegung

Der Lungenfacharzt Arschang Valipour äußerte sich gegenüber Puls24 mit den Worten: „Wir rechnen damit, dass es in den nächsten Wochen zu vermehrter Spitalsbelegung kommt“. Er wies darauf hin, dass sich die Infektionszahlen erst verzögert in der Belegung von Krankenhausbetten widerspiegeln würden. Zwar gäbe es mehr milde Verläufe als bei früheren Varianten, so der Facharzt, aber das mache eine Infektion nicht weniger gefährlich: „Es ist erwiesen, dass das Virus nach wie vor viele Organschäden verursachen kann“, sagte der Experte. Zudem sei die Anzahl der Autoimmunerkrankungen seit Beginn der Pandemie stark angestiegen.

Trotz steigender Infektionszahlen gibt es in Österreich zurzeit keine allgemeinen Corona-Einschränkungen, wie noch 2021. (Symbolbild)

Eine erneute Einführung allgemeiner Corona-Maßnahmen ist momentan nicht in Aussicht, lediglich lokal gibt es beispielsweise eine Test- oder Maskenpflicht, etwa in Gesundheitsbetrieben. Angesichts der hohen Infektionszahlen empfiehlt der Virologe Bergthaler das Tragen von Masken und fordert mehr Testmöglichkeiten sowie einen leichteren Zugang zu Impfungen. Auch Valipour spricht sich für die Immunisierung aus. Insbesondere Risikogruppen und Personen, deren Infektion oder Impfung schon länger zurückliegt, sollten sich die angepassten Impfstoffe verabreichen lassen.

Die Redakteurin oder der Redakteur hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

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