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Papst Franziskus mobilisierte trotz ernster Erkrankung seine verbleibenden Kräfte, um den Ostersegen zu spenden. Ein Blick auf seinen wirklichen Gesundheitszustand.
Rom – Dass Papst Franziskus (†88) so kurz nach seinem letzten öffentlichen Auftritt am Ostersonntag (20. April) starb, verwunderte etliche Zuschauer live vor Ort und vor den Bildschirmen. Tausende Gläubige hatten sich wohl Hoffnung auf eine Genesung gemacht. Nur Stunden später aber kam die Schocknachricht über seinen Tod. Ein Mediziner erklärt, wie das möglich ist.
Papst Franziskus: Unerwarteter Auftritt zur Osterpredigt sorgte für Diskussionen
Der Petersplatz war gefüllt mit zehntausenden Gläubigen, als Papst Franziskus am Sonntag vor seinem Tod noch einmal einen letzten öffentlichen Auftritt hatte. Seit Monaten durch eine schwere Lungenerkrankung geschwächt, hatte der Papst viele bedeutende Veranstaltungen ausgelassen, um seine Kräfte zu wahren. Doch am Ostersonntag wurde er im Rollstuhl auf die Mittelloggia des Petersdoms geschoben, um den Ostersegen zu spenden. Mit brüchiger Stimme, aber voller Entschlossenheit, sprach er zu den Gläubigen, die ihn mit Sprechchören feierten. Wenige Stunden später starb er. Wie ist das möglich?
Papst Franziskus ist tot – die ersten Bilder vom offenen Sarg




Das Phänomen, dass Sterbende kurz vor ihrem Tod noch einmal eine Phase der Klarheit oder Aktivität erleben, ist medizinisch bekannt. Dr. Michael Denkinger, Internist und Palliativmediziner, beschreibt es bei t-online.de als nicht ungewöhnlich, dass Menschen kurz vor ihrem Tod letzte Kräfte mobilisieren können. Diese Phase kann durch eine plötzliche Verbesserung der Symptome oder durch eine verstärkte kognitive Klarheit gekennzeichnet sein. Denkinger erklärt, dass es verschiedene medizinische Hintergründe für dieses Phänomen gibt, darunter hormonelle oder neurologische Reaktionen des Körpers.
Papst Franziskus: Todesursache Schlaganfall – Eine Obduktion wird es aber nicht geben
Als offizielle Todesursache von Papst Franziskus wird ein Schlaganfall angegeben, der den Pontifex am Ostermontag ereilte. Gegen 6 Uhr sei er noch erwacht, danach verschlechterte sich sein Zustand und er fiel ins Koma, so italienische Medien. Sergio Alfieri, der das medizinische Team des Papstes leitet, erklärte in einem Interview mit dem Sender Tg1: „Als ich in Santa Marta ankam, war er noch am Leben. Seine Augen waren offen, er bekam Sauerstoff und eine Infusion, aber er war nicht bei Bewusstsein. Ich hörte beide Lungenfelder ab, es gab kein Atemproblem: Er war am Leben, aber im Koma.“
Dr. Denkinger weist darauf hin, dass es bei älteren Menschen mit multiplen Vorerkrankungen oft schwierig sei, eine genaue Todesursache zu bestimmen. Eine Obduktion, die Klarheit bringen könnte, ist bei Päpsten nicht üblich, sofern von einer natürlichen Todesursache ausgegangen wird. Dies liegt an den traditionellen Praktiken des Vatikans. Papst Franziskus‘ letzter Wunsch im Testament sorgt nun für Aufsehen.
Papst Franziskus starb friedlich – Zustand hätte nicht mehr stabilisiert werden können
Der Ausdruck „friedlich eingeschlafen“, den italienische Medien verwendeten, beschreibt einen Tod ohne offensichtliche Schmerzen oder Unruhe. Dr. Denkinger erklärt, dass dieser Zustand oft mit einer Bewusstlosigkeit einhergeht, wie sie bei einer schweren Sepsis oder einem Schlaganfall auftreten kann. In solchen Fällen wirkt der Tod ruhig und ohne sichtbare Anzeichen von Leiden. Die Symptome, die dafür sprechen, könnte allerdings nur eine Obduktion zeigen.
Auch die Lungenerkrankung und das irreversible Nierenleiden sind für Palliativmediziner Denkinger Anzeichen dafür, dass der Gesundheitszustand von Papst Franziskus nicht mehr hätte stabilisiert werden können. Das zeigt auch die Mitteilung der Ansa. Demnach sollte Papst Franziskus noch in das Gemelli-Krankenhaus verlegt werden. Der Vatikan habe bereits einen Begleitdienst angefordert. Dieser sei zwar noch vor 7.30 eingetroffen, die Verlegung aber innerhalb der nächsten Minuten noch storniert worden. Um 7.35 wurde der Tod des Pontifex festgestellt. Die Wahl zum Papst-Nachfolger zeigt bereits jetzt, welche Kardinäle Einfluss im Vatikan haben. (diase)
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