Papst Franziskus ist tot: Sedisvakanz, Beerdigung und Konklave – Zeitplan für die kommenden Tage
VonMichelle Brey
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Papst Franziskus ist am Ostermontag gestorben.. Dies initiiert ein Verfahren, das auf jahrhundertealten Traditionen beruht. So geht es nun im Vatikan weiter.
Update vom 22. April, 12.40 Uhr: Einen Tag nach dem Tod von Papst Franziskus hat der Vatikan den Begräbnistermin bekanntgegeben. Zuvor hatte der Vatikan erste Bilder des Pontifex im offenen Sarg veröffentlicht. Folgender Ablauf ist bekannt:
Mittwoch, 23. April: Um 9 Uhr soll der Sarg mit dem Leichnam des Papstes aus der Kapelle seiner Residenz Santa Marta in den Petersdom überführt werden. Gläubige können dort Abschied vom Oberhaupt der Katholiken nehmen.
Samstag, 26. April: Ab 10 Uhr wird die Beisetzungszeremonie von Franziskus auf dem Petersplatz stattfinden. Anschließend sollen seine sterblichen Überreste - wie von ihm testamentarisch veranlasst - in die päpstliche Basilika Santa Maria Maggiore im Stadtzentrum Roms überführt und dort beerdigt werden.
Papst Franziskus ist tot – Vatikan veröffentlicht die ersten Bilder vom offenen Sarg
Papst Franziskus ist tot: Beerdigung und Konklave – Zeitplan und Termine für die kommenden Tage
Unsere Erstmeldung vom 21. April: Rom – Er galt als Papst für die Armen – nun ist er tot. Am Ostermontag starb Franziskus im Alter von 88 Jahren. „Heute Morgen um 7.35 Uhr ist der Bischof von Rom, Franziskus, ins Haus des Vaters zurückgekehrt“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Vatikans.
Aufgrund einer beidseitigen Lungenentzündung war er im Februar und März im Krankenhaus. Angaben seiner Ärzte zufolge entging er in dieser Zeit nur knapp dem Tod. Am Sonntag (20. April) hatte er noch bei der Ostermesse im Vatikan persönlich kurz vor den Gläubigen gesprochen – es war sein letzter öffentlicher Auftritt. Der Tod von Franziskus nun bringt ein Verfahren nach jahrhundertealten Traditionen in Gang. Es gipfelt in der Einberufung eines Konklaves der Kardinäle zur Wahl eines Nachfolgers.
Papst Franziskus‘ letzter öffentlicher Auftritt: Die Bilder vom Ostersegen auf dem Petersdom
Der Zeitplan nach dem Tod von Papst Franziskus: „Sedisvakanz“, Trauerfeiern, Bestattung
Der Tod des Papstes setzt die sogenannte Sedisvakanz in Gang. In der lateinischen Sprache bedeutet das: die Zeit des „leeren Stuhls“. Der Begriff bezeichnet die Zeitspanne bis zur Wahl des neuen Papstes. Eine genaue Dauer lässt sich nicht vorhersagen. Am Ablauf wurde über die Jahrhunderte immer wieder etwas geändert, aber die großen Linien stehen fest. Der Tod wird vom Kardinalkämmerer gemeinsam mit den Ärzten festgestellt.
Früher war es so, dass der Kämmerer dem leblosen Papst mit einem kleinen silbernen Hämmerchen dreimal sachte an die Stirn klopfte und seinen Taufnamen rief. Mangels Antwort wurde er dann für tot erklärt. Nach seinem Tod wird dem Papst der Siegelring von der Hand gezogen und zerstört. Privatgemächer von Franziskus wie auch dessen Arbeitszimmer werden versiegelt.
Es liegt in der Hand des Kardinalskollegiums, zu welchem Zeitpunkt und wie der Leichnam in den Petersdom zu überführen ist. Dort wird er aufgebahrt, damit Gläubige von ihm Abschied nehmen können. Der Ablauf im Überblick:
Tod des Papstes: die Sedisvakanz beginnt.
Die Trauerfeiern dauern neun Tage.
Die Bestattung ist normalerweise vier bis sechs Tage nach dem Tod.
Der Papst ist gestorben – Das ist über Zeitplan und Terminfindung bis zur Beerdigung bekannt
Papst Franziskus hatte bereits vorgesorgt. Für den Fall seines Todes hatte der Pontifex sogar mit einer Vatikan-Tradition gebrochen. Im April 2024 hatte der Pontifex einige Änderungen veranlasst: Die Beisetzung von Päpsten sollte vereinfacht werden: weniger Pomp und vereinfachte Riten. Bestattungen außerhalb der Mauern des Vatikans sollten möglich sein. Franziskus betonte, dass die Änderungen unterstreichen sollten, dass die Beerdigung eines Papstes die eines „Hirten und Jüngers Christi ist und nicht die eines mächtigen Mannes dieser Welt“.
Folgende Änderungen hatte er außerdem veranlasst:
Die Überführung des Leichnams in den Apostolischen Palast entfällt.
Im Petersdom wird der tote Papst dann auch nicht mehr offen auf einem Katafalk, einer hohen Bahre, ausgestellt. Genutzt wird ein einfacher Holzsarg.
Der päpstliche Bischofsstab als Herrschaftssymbol liegt nicht mehr neben dem Sarg.
Nur noch zwei statt vier Särge werden verwendet: Wie bisher wird der Leichnam nach Feststellung des Todes in einen Holzsarg gelegt, der innen auch noch einen Zinksarg hat. Es gibt keine zusätzlichen Särge aus Blei und Eichenholz.
Papst Franziskus ist tot: Er machte vieles anders als seine Vorgänger – bis zur letzten Ruhe hin
Bereits zu Lebzeiten sprach Franziskus mehrfach davon, nicht in den vatikanischen Grotten unter dem Petersdom bestattet werden zu wollen. Auf seinen Tod gibt es emotionale Reaktionen aus der ganzen Welt. Auf eigenen Wunsch wird der Pontifex nun in der Basilika Santa Maria Maggiore seine letzte Ruhe finden, einem seiner Lieblingsorte in Rom, nicht weit entfernt vom Hauptbahnhof. Die heutige Basilika ist die wichtigste der mehr als 40 Marienkirchen Roms.
Franziskus ist gestorben: Der Zeitplan zur Papst-Nachfolge
Franziskus‘ am 13. März 2013 begonnenes Pontifikat dauerte etwas länger als zwölf Jahre, er folgte damals auf den deutschen Papst Benedikt XVI. Nach dem Tod von Franziskus wird es zur Wahl seines Nachfolgers kommen. Denn: Einen Stellvertreter hat der „Stellvertreter Christi“ nicht.
Spätestens 20 Tage nach dem Tod sollen die Kardinäle aus aller Welt, die das 80. Lebensjahr bislang nicht überschritten haben, im Vatikan zum sogenannten Konklave erscheinen. Das Wort stammt aus dem Lateinischen: „cum clave“. Es bedeutet „mit dem Schlüssel“. Es meint sowohl die Wahlversammlung als auch den von der Außenwelt abgeriegelten Bereich im Vatikan, in dem die Kardinäle ihre Entscheidung treffen.
Ort: Sixtinischen Kapelle statt, unter den berühmten Deckenfresken Michelangelos
Dauer: Es kann wenige Stunden dauern, aber auch Wochen, Monate oder Jahre. Ein Zeitlimit gibt es nicht.
Der neue Papst benötigt zur Wahl eine Zweidrittelmehrheit.
Wahlberechtigt sind 136 Kardinäle.
Nachfolge von Papst Franziskus: Weißer oder schwarzer Rauch – Konklave erklärt
Am ersten Tag des Konklaves halten die Kardinäle eine erste Wahlrunde. In den Folgetagen gibt es morgens und nachmittags jeweils zwei Wahlrunden. Die Kardinäle stimmen in geheimer Wahl ab. Eine Enthaltung ist nicht erlaubt. Nach einer vom deutschen Papst Benedikt XVI. erlassenen Änderung ist eine Zweidrittelmehrheit zur Wahl eines Papstes zwingend – egal, wie viele Wahlgänge angesetzt werden müssen. Nach 33 Wahlgängen können die Kardinäle sich für einen anderen Wahlmodus entscheiden, der auch die Wahl eines Kandidaten mit einfacher Mehrheit ermöglicht.
Solange sich die Kardinäle nicht auf einen Papst einigen können, werden die Stimmzettel aus jedem Wahlgang mit einem chemischen Zusatz verbrannt, so dass schwarzer Rauch aus einem Rohr auf der Kapelle emporsteigt. Ist ein neuer Papst gewählt, steigt weißer Rauch auf, zudem läuten die Glocken der Peterskirche.
Nach erfolgreicher Wahl fragt üblicherweise der Kardinaldekan oder ein Stellvertreter den Gewählten, ob er das Amt annimmt und welchen Namen er als Papst tragen möchte. Im sogenannten Raum der Tränen legt sich der neue Papst nach der Wahl allein die päpstlichen Gewänder an. (mbr/dpa/AFP)