Papst Franziskus plante außergewöhnliche Beerdigung – dabei bricht er mit uralter Vatikan-Tradition
VonBenjamin Bauer
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Bei der Bestattung des verstorbenen Pontifex wird es einige Änderungen geben. Die hatte Papst Franziskus noch selbst veranlasst.
Rom – Papst Franziskus ist am Ostermontag im Alter von 88 Jahren gestorben. Was beim Tod eines Pontifex passiert, folgt einem genauen Protokoll. Und auch der Papst selbst hatte einige Regelungen schon vor seinem Tod getroffen – und damit sogar mit der Tradition der Kirche gebrochen.
Traditionell wurde das Oberhaupt der katholischen Kirche auf einem als Katafalk bezeichneten Gestell im Petersdom zur Schau gestellt. Papst Franziskus hingegen veranlasste, dass er im Gegensatz zu seinen Vorgängern in einem offenen Sarg im Petersdom aufgebahrt wird.
Papst Franziskus wird nicht innerhalb der Mauern des Vatikans ruhen
Auch für die Beisetzung hatte Papst Franziskus andere Vorstellungen: Statt im Petersdom im Vatikan beigesetzt zu werden, wie seine Vorgänger, wünschte Papst Franziskus sich eine Beisetzung außerhalb der Mauern des Vatikans. Das geht aus seinem Testament hervor. Sein Leichnam wird also in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom zur letzten Ruhe gebettet. Der Argentinier Franziskus hat die Kirche mehr als 100 Mal besucht, unter anderem am Morgen nach seiner Wahl sowie vor und nach seinen internationalen Reisen. Er betete dort vor dem Marienbildnis „Salus Populi Romani“ (Beschützerin des Römischen Volkes).
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Bereits im April 2024 kündigte Papst Franziskus außerdem an, er wolle die Rituale zur Beerdigung eines Pontifex insgesamt vereinfachen lassen. Alles solle „mit Würde“ ablaufen, er wolle aber behandelt werden „wie jeder Christ“, so Franziskus laut der Nachrichtenagentur dpa.
Diese Änderungen finden bei der Beerdigung von Papst Franziskus Anwendung:
Die offizielle Feststellung des Todes des Papstes findet nicht mehr im Zimmer des Verstorbenen, sondern in der Kapelle statt
Der Leichnam des Verstorbenen wird sofort im Sarg aufgebahrt. Gläubige können am offenen Sarg vom verstorbenen Papst im Petersdom Abschied nehmen
Der päpstliche Bischofsstab wird dabei nicht mehr neben den Sarg gelegt
Am Vorabend der Beerdigungsmesse wird der Sarg geschlossen
Päpste dürfen Anweisungen für ihre Bestattung für einen anderen Ort als dem Petersdom hinterlassen
Beerdigung von Papst Franziskus: Straffung und Vereinfachung des Ritus
Die im November 2024 neu erschienene „Ordo Exsequiarum Romani Pontificis“ (zu Deutsch: Begräbnisverordnung für römische Päpste) regelt außerdem, dass es keine drei Särge aus Zypresse, Blei und dann Eiche geben wird, sondern der Pontifex direkt in einen Metallsarg gebettet wird, welcher anschließend von einem Holzsarg umschlossen wird. Das sei eine Straffung und Vereinfachung des Ritus, so der Vatikan laut dpa.
Mit dem Tod des Papstes laufen die Spekulationen um seine Nachfolge bereits auf Hochtouren: Wer wird der nächste Pontifex? (BeBau/dpa)