Wer wird Papst, wenn Franziskus stirbt? So handhabt der Vatikan die Nachfolge
VonRobin Dittrich
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Papst Franziskus ist seit einigen Tagen wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Doch was passiert eigentlich, wenn ein Papst stirbt?
Frankfurt – Seit 2013 ist Papst Franziskus mittlerweile im Amt. Er ist der zweitälteste Papst der Geschichte, doch seit Längerem macht ihm sein Gesundheitszustand zu schaffen. Stirbt ein Papst, so muss der Vatikan die Nachfolge regeln – so läuft das ab.
Papst Franziskus im Krankenhaus – Nachfolge wäre geregelt
Seit dem 14. Februar 2025 befindet sich Papst Franziskus in der Gemelli-Klinik in Rom. In den Tagen seit seiner Einlieferung soll sich sein Gesundheitszustand verschlechtert haben. Durch eine Computertomografie im Krankenhaus sei der „Beginn einer bilateralen Lungenentzündung“ festgestellt worden, gab der Heilige Stuhl bekannt. Alle zeitnahen Termine wurden nach der Diagnose abgesagt. Problematisch sei, dass Papst Franziskus im jungen Alter ein Teil seines rechten Lungenflügels entfernt worden war, zudem schonte er sich in den letzten Wochen nicht.
Sollte es zum Äußersten kommen und Papst Franziskus seine Erkrankung nicht überleben, stehen für den Vatikan einige Änderungen an. Der Tod oder Rücktritt eines Papstes oder Bischofs wird als Sedisvakantismus bezeichnet, schreibt unter anderem katholisch.de. Dies sei nichts Ungewöhnliches, wird dort geschrieben. „Im Falle des Papstes wählen die wahlberechtigten Kardinäle innerhalb einer bestimmten Frist einen neuen Pontifex.“ Papst Franziskus äußerte sich im letzten Jahr über Skrupellosigkeit im Vatikan.
Zeitplan für Tod eines Papstes steht – Millionen nehmen Abschied
Die Frist soll insgesamt neun Tage betragen, in denen getrauert wird. Diese neuntägige Trauerzeit wird auch als Novemdiale bezeichnet. Die Kardinäle müssen daraufhin einen neuen Papst wählen. Das Konklave, die Papstwahl, findet hinter verschlossenen Türen statt, informiert planet-wissen.de von WDR und SWR. Wird eine Zweidrittelmehrheit erreicht, steht der neue Papst fest. Es gibt maximal 30 Wahlgänge. Sind sich die Kardinäle danach immer noch uneinig, wird das Kirchenoberhaupt mit einer absoluten Mehrheit bestimmt.
Chemietechniker, Türsteher, Hausmeister: Eine Krankheit brachte Papst Franziskus zur Kirche
Papst Benedikt XVI. war 2013 der erste Papst seit sechs Jahrhunderten, der zurückgetreten war – Franzismus wurde vor dessen Ableben gewählt. Nach dem Tod von Benedikt XVI. wurde sein Leichnam im Petersdom öffentlich aufgebahrt, damit alle gläubigen Menschen Abschied nehmen konnten. Als Letztes wurde der eigens für ihn angefertigte Ring zerstört, der als Zeichen seiner Macht hergestellt wurde.
Gleiches würde auch bei einem Tod von Papst Franziskus bevorstehen. Die im Vatikan geltenden Regeln besagen, dass ein verstorbener Papst vier bis sechs Tage nach dem Tod beigesetzt werden muss. Die Kardinäle planen den Zeitplan für die Trauerzeremonie, sie reisen aus allen Ländern dieser Welt an. An der Trauerfeier für den beliebten Papst Johannes Paul II. im Jahr 2005 hatten rund eine Million Menschen auf dem Petersdom teilgenommen. (rd)