Nach Unwetter-Nacht in Deutschland: Neue Überschwemmungen am Wochenende?
VonNico Reiter
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Karolin Schaefer
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Nach Überschwemmungen im Norden zog erneut eine Gewitterfront über Deutschland. In der Nacht auf Dienstag traf es vor allem Bayern.
Update vom 28. Mai, 20.17 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst spricht eine Warnung für das kommende Wochenende aus: Es besteht die Gefahr von heftigen Regenschauern und Überschwemmungen. Bereits am Donnerstag und Freitag könnten einige Gebiete von wechselhaftem Wetter mit Regenschauern, sporadischen Gewittern und lokal intensiven Regenfällen betroffen sein. Adrian Leyser, ein Wetterexperte beim DWD, unterstreicht: „Doch das ist noch gar nichts, da kommt noch sehr viel mehr Regen!“
Die genauen Regionen, die am stärksten von den Regenfällen betroffen sein werden, sind laut Leyser noch nicht klar definiert. Allerdings sind die vorhergesagten Regenmengen erstaunlich. Er erwartet in einigen Gebieten Mengen zwischen 60 und 100 Liter pro Quadratmeter. In extremen Fällen könnten sogar bis zu 150 Liter pro Quadratmeter fallen. „Das entspricht in vielen Regionen in etwa dem ein- bis zweifachen des Monatsniederschlages für Mai innerhalb von zwei Tagen“, erklärt der Meteorologe.
Diese gewaltigen Wassermassen könnten zu Überschwemmungen führen, da sie in Bäche und Flüsse fließen und dadurch die Wasserpegel erheblich ansteigen lassen.
Update vom 28. Mai, 6.28 Uhr: Den Osten und den Süden Bayerns hat es in der Nacht auf Dienstag getroffen. Schwere Gewitter und Starkregen haben mehrere Feuerwehr- und Polizeieinsätze ausgelöst. Insgesamt entwickelte sich die Lage jedoch moderat, es gab keine Verletzten.
Blitze erhellen den Nachthimmel im Landkreis Straubing: Schwere Gewitter mit Starkregen hatten in der Nacht auf Dienstag mehrere Polizei- und Feuerwehreinsätze ausgelöst.
Vor allem in der Gegend um Straubing in Niederbayern führten die Niederschläge zu überfluteten Straßen und Kellern. Überschwemmungen gab es auch in Oberbayern, sagt ein Polizeisprecher. Hier traf es vor allem Weilheim und Rosenheim.
Feueralarm hingegen in Gars am Inn. Hier brannte am späten Montagabend ein Sägewerk, Auslöser war vermutlich ein Blitzeinschlag.
Etwa eine Stunde lang war die Stadt Augsburg am Montag ohne Strom. Der Blitz habe laut Stadtwerke zwei Umspannwerke getroffen und vorübergehend lahmgelegt.
Unwetter-Warnung des DWD für mehrere Regionen: Starkregen und Hagel möglich
Update vom 27. Mai, 17.08 Uhr: Einige Teile Deutschlands müssen sich auch am Montag wieder auf Regen und Gewitter einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet vor allem Gewitter in Baden-Württemberg, wie ein Sprecher am Mittag der Deutschen Presseagentur mitteilte. Der Südwesten sei diesmal „nur am Rande betroffen“, sagte er. „Das ist nicht vergleichbar mit der Lage, die wir letzte Woche hatten.“
Beginnen soll es zunächst im Südschwarzwald, auf der Alb und später am Tag am Bodensee mit zunehmenden Regenschauer und Gewittern. In Oberschwaben könnte dann Starkregen mit 30 und 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit fallen. Lokal seien bis zu 70 Liter pro Quadratmeter in wenigen Stunden ebenso wie größerer Hagel von bis zu zwei Zentimetern nicht ausgeschlossen. Der Nordosten Deutschlands sei anschließend am frühen Abend betroffen. Die Prognosen würden laut dem Sprecher zeigen, dass „wir schnell nichts mehr davon abbekommen“.
Mit einem Blick auf die Unwetterkarte des DWD ist zu sehen, dass der Süden und Teile des Südwesten größtenteils mit orange markiert sind, was einer Warnung vor markantem Wetter entspricht. Konkret vor Unwetter (Stufe drei) wird nur in der Region um Stuttgart und in Teilen Bayerns gewarnt.
Erstmeldung vom 27. Mai: Keller und Straßen überflutet: „Deutet sich schon an“ – DWD warnt erneut vor Unwetter
Frankfurt – Nach dem Hochwasser im Saarland und in Rheinland-Pfalz haben erneut kräftige Regenschauer für Überschwemmungen gesorgt. Diesmal waren vor allem im Norden Deutschlands Keller vollgelaufen und Straße gesperrt worden.
Unwetter in Deutschland: Zahlreiche Menschen aus Häusern gerettet
In Lasbbek-Gut östlich von Hamburg trat ein Fluss über die Ufer und überschwemmte eine Straße. 15 bis 20 Menschen seien deshalb aus ihren Häusern gerettet worden, schilderte Wehrführer Sven Oberkofler der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 75 Zentimeter hoch habe das Wasser gestanden. Auch Boote der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG) kamen zum Einsatz.
In Buchholz, südlich von Hamburg, gab es ebenfalls Überflutungen. Hier waren vor allem Keller überschwemmt und Gullydeckel hochgedrückt worden. Wie der NDR berichtete, gab es im Osten Schleswig-Holsteins am Sonntagnachmittag (26. Mai) mehr als 300 Einsätze. Nach Angaben der Feuerwehr wurden allein in Lübeck 105 Einsätze gemeldet. Es sei hauptsächlich Wasser abgepumpt worden, verletzt wurde niemand. Dagegen kam es in Mecklenburg-Vorpommern angesichts der Unwetter zu mehreren Verkehrsunfällen auf den Autobahnen 19 und 20. Eine Person wurde leicht verletzt.
„Nassen Tage gehen weiter“: Erneut ziehen Gewitter mit Starkregen über Deutschland
Doch die Gewitter- und Regenfront reißt nicht ab. Auch in der neuen Woche müssen sich Menschen auf Regen einstellen. „Es deutet sich schon an, die nassen Tage gehen weiter“, sagte Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Es ziehen am Montag (27. Mai) Gewitter mit Starkregen mit bis zu 25 Liter pro Quadratmeter von Süden bis zur Mitte in den Norden und Osten auf, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) voraus. Auch kleinkörniger Hagel und stürmische Böen seien möglich.
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Zudem besteht in einigen Regionen Unwettergefahr, etwa in Baden-Württemberg. Gewitter und Starkregen steuern auch auf Bayern zu. Einzelne Gewitter könnte es am Nachmittag auch im Westen geben. Die Höchstwerte zum Wochenstart liegen bei 19 bis 24 Grad, in der Lausitz und in Niederbayern sogar bei bis zu 26 Grad.
Auch am Abend und in der Nacht zum Dienstag (28. Mai) sollen es laut DWD in einem Streifen von Nordwesten bis in den Südosten Gewitter, teilweise auch länger andauernde, ergiebige Regenfälle, geben. Mögliche Temperaturen liegen zwischen 17 und 21 Grad. Gewitter drohen stellenweise auch am Dienstag, besonders in der Osthälfte. Im Tagesverlauf sollen sie dann abziehen. Für Mittwoch melden die Wetterexperten den ganzen Tag kräftigen Regen und Gewitter bei Höchsttemperaturen zwischen 18 und 21 Grad. Mehrere Tote gab es zuletzt nach heftigen Stürmen in den USA. (kas/dpa)