VonCefina Gomezschließen
Viele deutsche Senioren auf Mallorca sind von Einsamkeit und Wohnungsnot betroffen. Die Stiftung Herztat engagiert sich für Auswanderer im Ruhestand.
Palma – Palmen, Strand und tolles Wetter: Das alles verspricht Mallorca. Mittlerweile hat es auch einige Rentner:innen nach Mallorca verschlagen, um den Lebensabend angenehmer zu gestalten. Doch für einige Auswanderer erfüllen sich die Hoffnungen für den Ruhestand am Mittelmeer nicht. Die Stiftung Herztat im Pfarrhaus der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde an der Playa de Palma, hilft Betroffenen im Alter.
Die spanische Baleareninsel ist dabei nicht nur bei den Deutschen besonders beliebt. Zuletzt haben ausländische Immobilienfirmen im großen Stil Häuser gekauft, um mehr Raum für Urlaubsunterkünfte zu schaffen, zum Leid der Bewohner:innen.
Wenn der Traum vom Auswandern zum Albtraum wird: Viele Probleme stauen sich plötzlich an
Laut einem Artikel der Mallorca Zeitung war das Projekt Herztat von Unternehmer Roland Werner und der evangelischen Gemeinde Mallorca ursprünglich dazu konzipiert, einsamen Senioren und Seniorinnen soziale Kontakte zu vermitteln. Doch mittlerweile stehen die Ausgewanderten ganz anderen Problemen gegenüber. „Wohnungsnot ist ein besonders drängendes Problem. Alleine vor Weihnachten hatten wir drei Fälle davon“, so Pfarrerin Martje Mechels. Die Mieten würden demnach rasant steigen, wenn die Eigentümer:innen sterben und ein Familienmitglied die Miete anpasst.
Deshalb würden sich zunehmen einfache Anfragen als echte Härtefälle herausstellen, da viele Auswander:innen von einer geringen Rente leben und keine finanziellen Puffer haben. Die Wohnungssuche gestaltet sich auch oft schwierig, wenn Haustiere und altersbedingte Einschränkungen ins Spiel kommen. Mallorca hat erst Anfang des Jahres wieder zu alt bewährten Pandemie-Regeln gegriffen, um gegen die starke Welle der Atemwegserkrankungen vorzugehen. Wodurch die Maskenpflicht trotz viel Widerstand der Balearen wieder eingeführt wurde.
Auswandern nach Mallorca: Mit welchen Lebensstandard Menschen rechnen sollten
In einem Interview mit der Zeitung Stern teilt Doris Kirch, die seit 20 Jahren Deutsche beim Auswandern auf der beliebten Urlaubsinsel berät, worauf Menschen achten müssen, bevor sie ihre Pläne in die Tat umsetzen. Besonders wichtig sei es, der spanischen Sprache mächtig zu sein und genügen Rücklagen zu bilden.
Zudem rät die Expertin, die monatliche Summe auf anderthalb bis zwei Jahre hochzurechnen. „Ansonsten ist das Risiko zu hoch, dass man pleite geht und nur noch Geld für das Rückflugticket hat“, so Kirch. Zudem warnt die Beraterin auch davor, zu naiv in die Selbstständigkeit zu gehen.
„In den ersten Jahren auf Mallorca müssen Selbstständige oft härter arbeiten, um weniger zu verdienen als bei ihren Jobs in Deutschland“, warnt Kirch. Immer mehr Menschen zieht es regelmäßig ins Ausland. Die Bedingungen nach Australien auszuwandern sollen derzeit allerdings besonders günstig sein. (cg)
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