Krieg in Israel

Zwei kleine Töchter in Israel entführt - Vater fleht: „Ich bitte Hamas: Tut ihnen nicht weh“

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Frau, Töchter und Schwiegermutter von Yoni Asher wurden von der Hamas bei ihrem Angriff auf Israel entführt. Der verzweifelte Vater wendet sich an die Öffentlichkeit.

Tel Aviv – Mehr als 100 Menschen hat die islamistische Hamas bei ihrem Großangriff aus Israel entführt. Bei ihrem Angriff drangen die Milizen am Samstag (7. Oktober) in mehreren israelischen Ortschaften im Grenzgebiet ein und verschleppten von dort Menschen in den Gazastreifen. Schätzungen, die von israelischen Medien transportiert werden, gehen über die offizielle Zahl der Entführten hinaus: Demnach sollen sich rund 170 Israelis in Gefangenschaft im Gazastreifen befinden. Unter den aus Israel Entführten sind nach Einschätzung der Bundesregierung wohl auch deutsche Staatsbürger.

Seine Frau, seine zwei Töchter und ihre Großmutter, die allesamt die deutsche Staatsbürgerschaft haben, seien verschwunden, sagte der Israeli Yoni Asher dem Sender Channel 12 News. Seine Frau und die Kinder im Alter von drei und fünf Jahren hätten die Oma in einem Kibbuz nahe des Gazastreifens besucht, als die Hamas ihren Angriff startete.

Krieg in Israel: Deutsche von Hamas entführt - „Ich weiß nicht, was mit ihnen passiert ist“

Er habe zu diesem Zeitpunkt mit seiner Frau Doron telefoniert. „Sie sagte mir, die Terroristen seien im Haus“, sagte Asher der Nachrichtenagentur Reuters. Dann wurde der Anruf abgebrochen. Später ortete er das Mobiltelefon über das Google-Konto seiner Frau. Es befand sich in Khan Younis, einer Stadt in Gaza. Auf einem Video, das in den sozialen Medien verbreitet wurde, habe er seine Familie erkannt.

„Ich habe mit Sicherheit meine Frau, meine beiden Töchter und meine Schwiegermutter auf einer Art Karren erkannt, und um sie herum Terroristen der Hamas“, sagt Yoni Asher gegenüber Reuters. „Meine beiden kleinen Mädchen sind noch Babys, sie sind noch nicht einmal 5 und 3 Jahre alt ... Ich weiß nicht, unter welchen Bedingungen sie gefangen sind. Ich weiß nicht, was mit ihnen passiert ist.“ Für Eltern sei das der grausamste Gedanke, erzählt er gegenüber MSNBC.

„Ich bitte Hamas: Tut ihnen nicht weh. Tut kleinen Kindern und Frauen nicht weh. Wenn ihr mich an ihrer Stelle haben wollt, dann werde ich kommen“, fleht Asher in einem Interview mit dem Sender RTL.

Auch die Mutter der 22-jährigen Deutschen Shani Louk will ihre Tochter auf einem Geisel-Video der Hamas erkannt haben. Sie hat sich ebenfalls mit einem emotionalen Video an die Öffentlichkeit gewandt hat.

Entführte Deutsche haben laut Auswärtigem Amt alle auch israelische Staatsbürgerschaft

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es am Sonntag, nach Erkenntnissen des Außenministeriums handele es sich bei den entführten Deutschen um Menschen, die alle neben der deutschen auch die israelische Staatsangehörigkeit hätten. Am Sonntag hatte im Auswärtigen Amt erneut der Krisenstab der Bundesregierung getagt.

Man stimme sich gemeinsam mit der deutschen Botschaft in Tel Aviv sehr eng mit den israelischen Behörden ab, hieß es weiter aus dem Auswärtigen Amt. Zudem bitte man um Verständnis, dass man sich zum Schutz der betroffenen Personen weder zur Anzahl noch zu Einzelfällen öffentlich äußern könne. Schon zuvor hieß es, zu konsularischen Einzelfällen und Geiselnahmen deutscher Staatsangehöriger äußere sich die Bundesregierung grundsätzlich nicht. (sne/dpa/AFP)

Rubriklistenbild: © Fotomontage: Screenshot Facebook/Yuval Cohen, dpa

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