Hunderttausende betroffen

Russland warnt Bewohner in Großstädten vor Tsunami: Erste Insel nach Erdbeben evakuiert

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Auch Russland und Südkorea sind vom Erdbeben vor Japan betroffen. Tsunami-Warnungen in Großstädten wie Wladiwostok.

Update vom 2. Januar 2024: Die russischen Behörden erklärten mittlerweile, dass die Welle an der südöstlichen Küste des Landes nicht als lebensbedrohlich eingestuft werde, wie von der staatlichen Agentur Tass berichtet wurde. Dennoch wurden Schiffe, die sich in der Region befanden, dringend dazu aufgefordert, „rasch ans Ufer zurückzukehren“, wie es von den Behörden der Hafenstadt Wladiwostok laut Medienberichten hieß.

Erstmeldung vom 1. Januar 2024: Wladiwostok – Ein massives Erdbeben im sogenannten Japan-Meer hat massive Auswirkungen auf Japan selbst – aber auch auf die Küstenregionen anderer Länder wie Russland und Südkorea. Das Erdbeben ereignete sich am Neujahrstag um 16:10 Uhr Ortszeit (8:10 Uhr MEZ) in sehr geringer Tiefe und erreichte eine Stärke von 7,6. Das Epizentrum befand sich in der Region Noto an der Küste des Japan-Meeres, und es traten auch Nachbeben auf. Nach den Tsunami-Warnungen in Japan zeigen Videos erste Wellen.

Russland und Südkorea warnen Bewohner nach Erdbeben vor Tsunami – Was ist mit Nordkorea?

In Wladiwostok leben circa 600.000 Einwohner. Russland hat nach einem Erdbeben vor Japan für die Stadt eine Tsunami-Warnung veröffentlicht. (Archivbild)

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtet, soll nun auch Russland erste Tsunami-Warnungen veröffentlicht haben. Diese gelten für die Städte Wladiwostok und Nachodka. In beiden Städten leben zusammen knapp 750.000 Menschen. Demnach soll eine Warnung auch für die Westküste der russischen Insel Sachalin gelten. Hier sollen sogar erste Bewohner bereits evakuiert worden sein. Weitere Infos zu den Auswirkungen in Russland liegen noch nicht vor.

Starkes Erdbeben und Tsunami-Warnung in Japan: Rettungskräfte suchen nach Überlebenden

Ein Gebäude in Wajima ist nach dem schweren Erdbeben in Japan kollabiert.
Nach dem schweren Erdbeben in Japan zeigt sich nach und nach das Ausmaß der Schäden. In Wajima sind Gebäude einfach kollabiert.  © IMAGO
Schweres Erdbeben in Japan: Rettungskräfte suchen am 2. Januar 2024 in eingestürzten Häusern in Wajima nach Überlebenden.
Schweres Erdbeben in Japan: Rettungskräfte suchen am 2. Januar 2024 in eingestürzten Häusern in Wajima nach Überlebenden.  © KAZUHIRO NOGI/Afp
Nach dem schweren Erdbeben in Japan mit zahlreichen Todesopfern, zeigt sich nach und nach das Ausmaß der Schäden, wie hier ein Gebäude in Wajima.
Mindestens 48 Menschen sind bei dem schweren Erdbeben in Japan am Neujahrstag ums Leben gekommen. Besonders die Halbinsel Noto wurde von dem Beben der Stärke 7,6 getroffen.  © IMAGO
Menschen stehen neben großen Rissen im Bürgersteig in der Stadt Wajima in der Präfektur Ishikawa. Tausende Menschen wurden von dort evakuiert wurden, nachdem ein schweres Erdbeben die Region erschüttert hatte.
Menschen stehen neben großen Rissen im Bürgersteig in der Stadt Wajima in der Präfektur Ishikawa in Japan. Tausende Menschen wurden von dort evakuiert, nachdem ein schweres Erdbeben das Zentrum Japans am Neujahrstag erschüttert hat. Wie japanische Fernsehsender am Montag berichteten, stürzten mehrere Häuser in den betroffenen Regionen an der Küste des Japan-Meeres ein. Die nationale Wetterbehörde gab eine Tsunami-Warnung aus.  © Yusuke Fukuhara/AFP
Ein Mitglied der südkoreanischen Küstenwache patrouilliert am 1. Januar 2024 an einem Strand in Gangneung. Südkorea hat nach einem schweren Erdbeben in Japan eine Tsunami-Warnung veröffentlicht.
Ein Mitglied der südkoreanischen Küstenwache patrouilliert am 1. Januar 2024 an einem Strand in Gangneung. Südkorea hat nach einem schweren Erdbeben in Japan eine Tsunami-Warnung veröffentlicht.  © Yonhap/AFP
Das Videostandbild zeigt einen Brand nach einem Erdbeben in Wajima, Präfektur Ishikawa. Japan hat am Montag nach einer Reihe starker Beben im Japanischen Meer eine Tsunami-Warnung herausgegeben.
Das Videostandbild zeigt einen Brand nach einem Erdbeben in Wajima, Präfektur Ishikawa. Japan hat am Montag nach einer Reihe starker Beben im Japanischen Meer eine Tsunami-Warnung herausgegeben.  © dpa
Ein schwer beschädigtes Gebäude in der Stadt Wajima, Präfektur Ishikawa, nachdem ein schweres Erdbeben die Region Noto erschüttert hat.
Ein durch das Erdbeben schwer beschädigtes Gebäude in der Stadt Wajima in Japan. © Yusuke Fukuhara/AFP
Ein Teil eines Geschäftsgebäudes ist eingestürzt. Japan hat am Montag nach einer Reihe starker Beben im Japanischen Meer eine Tsunami-Warnung herausgegeben.
Ein Teil eines Geschäftsgebäudes ist eingestürzt. Japan hat am Montag nach einer Reihe starker Beben im Japanischen Meer eine Tsunami-Warnung herausgegeben.  © dpa
Das Zentrum Japans ist am Neujahrstag von einer heftigen Erdbeben-Serie erschüttert worden. Wie japanische Fernsehsender am Montag berichteten, stürzten mehrere Häuser in den betroffenen Regionen an der Küste des Japan-Meeres ein. Die nationale Wetterbehörde gab eine Tsunami-Warnung aus. Das Foto zeigt ein eingestürztes Gebäude in Wajima in der zentraljapanischen Präfektur Ishikawa.
Das Foto zeigt ein eingestürztes Gebäude in Wajima in der zentraljapanischen Präfektur Ishikawa. © Imago
In Wajima, Präfektur Ishikawa sind nach einem Erdbeben Risse im Boden zu sehen (bestmögliche Qualität). Ein starkes Erdbeben hat Teile Japans erschüttert. Die nationale meteorologische Behörde gab am Montag eine Warnung vor einem drei Meter hohen Tsunami entlang der Küste am Japan-Meer aus.
In Wajima, Präfektur Ishikawa sind nach einem Erdbeben Risse im Boden zu sehen (bestmögliche Qualität). © Kyodo News/dpa
Ein starkes Erdbeben hat in Japan Schäden verursacht. Das Foto zeigt Risse in einer Straße in Kanazawa in der zentraljapanischen Präfektur Ishikawa.
Ein starkes Erdbeben hat in Japan Schäden verursacht. Das Foto zeigt Risse in einer Straße in Kanazawa in der zentraljapanischen Präfektur Ishikawa. © Imago
Ein Torii-Tor ist nach einem Erdbeben an einem Schrein in Kanazawa, Präfektur Ishikawa beschädigt. Japan hat am Montag nach einer Reihe starker Beben im Japanischen Meer eine Tsunami-Warnung herausgegeben.
Ein Torii-Tor ist nach einem Erdbeben an einem Schrein in Kanazawa, Präfektur Ishikawa beschädigt.  © dpa
Japans Premierminister Fumio Kishida spricht am 1. Januar 2024 über die Situation nach einem schweren Erdbeben und der darauf folgenden Tsunami-Warnung für die Westküste Japans.
Japans Premierminister Fumio Kishida spricht am 1. Januar 2024 über die Situation nach einem schweren Erdbeben und der darauf folgenden Tsunami-Warnung für die Westküste Japans.  © AFP
In einer Live-Übertragung des japanischen Senders NHK World werden Menschen aufgefordert, das Gebiet in Zentraljapan nach einer Reihe schwerer Erdbeben zu evakuieren. Das Bild wurde am 1. Januar 2024 in Hongkong aufgenommen und zeigt eine Warnmeldung auf einem Bildschirm.
In einer Live-Übertragung des japanischen Senders NHK World werden Menschen aufgefordert, das Gebiet in Zentraljapan nach einer Reihe schwerer Erdbeben zu evakuieren. Das Bild wurde am 1. Januar 2024 in Hongkong aufgenommen und zeigt eine Warnmeldung auf einem Bildschirm.  © Mladen Antonov/AFP

Südkorea hat ebenfalls Küstenbewohner vor potenziellen Tsunamis gewarnt. In der Provinz Gangwon wurden bereits Wellen von 45 Zentimeter Höhe registriert, und es besteht die Möglichkeit, dass die Wellen weiter ansteigen und bis zu 24 Stunden anhalten könnten. Die Anwohner wurden dringend aufgefordert, höhergelegene Gebiete aufzusuchen. Auch Nordkorea liegt in der betroffenen Erdbeben-Region. Erfahrungsgemäß dringt aus dem Land von Diktator Kim-Jong Un wenig an die Öffentlichkeit. Es bleibt abzuwarten, ob das so bleibt.

Erdbeben Ende Dezember vor Kupang in Indonesien und der Adria-Küste in Europa

Erst kürzlich war ein Erdbeben vor Indonesien und Osttimor aufgetreten. Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von 5,0 lag vor der indonesischen Stadt Kupang. Bereits vor fast genau einem Jahr hatte ein heftiges Erdbeben Indonesien erschüttert. Das Beben am 9. Januar 2023 hatte laut Wissenschaftlern eine Stärke von 7,6. Dem Katastrophenschutz des Inselstaates zufolge waren keine Todesopfer zu verzeichnen.

Auch Europa war erst vor wenigen Tagen von einem Erdbeben vor der Adria-Küste betroffen. Die dalmatinische Region in Kroatien verzeichnete ein mittelschweres Erdbeben mit der Stärke von 3,0. Um 6:31 Uhr morgens registrierte der seismologische Dienst das Ereignis. Das Epizentrum befand sich in der Nähe der Insel Čiovo an der Adria-Küste, drei Kilometer südlich der Stadt Trogir.

Schäden in Japan: Mehrere Häuser nach Erdbeben eingestürzt, Flutwellen treffen Festland

Unterdessen sind die Folgen des Erdbebens in Japan erheblich. Nach Berichten japanischer Fernsehsender stürzten in den betroffenen Küstenregionen entlang des Japan-Meeres mehrere Häuser ein. Es wurden einzelne Straßen und Parkplätze aufgerissen, und in einer Fabrik brach ein Feuer aus. Die nationale Wetterbehörde gab eine Tsunami-Warnung heraus, und kurz nach der Erschütterung wurden in einigen Gebieten bereits Flutwellen von mehr als einem Meter Höhe registriert. Die Bevölkerung wurde dringend aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

In der besonders betroffenen Präfektur Ishikawa und anderen Präfekturen waren etwa 36.000 Haushalte von Stromausfällen betroffen. Es gab Berichte über geplatzte Wasserleitungen. Die Wetterbehörde warnte vor möglichen weiteren starken Beben in der kommenden Woche.

Rubriklistenbild: © Khitrov Aleksander / Imago

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