VonMichelle Breyschließen
Der Kölner Zoo ist seit Montag geschlossen. Hintergrund ist ein positiver Geflügelgrippe-Befund. Wie lange ein Besuch nicht möglich ist, bleibt unklar.
Update vom 13. Februar, 16 Uhr: Nach zwei Vogelgrippe-Fällen wurde der Kölner Zoo am Montag geschlossen. Wie das Kölner Veterinäramt auf Anfrage von IPPEN.MEDIA mitteilte, sei der Ausbruch von hochpathogener Geflügelpest Subtyp H5N1 amtlich festgestellt worden. „Die betroffene Teichanlage wird abgelassen und alle Vögel auf der Anlage aufgestallt und beprobt“, heißt es in dem Statement weiter. Zu den weiteren Maßnahmen zählen verstärkte Desinfektions- und Hygienemaßnahmen.
„Von der Einrichtung von Schutzzone und der Tötung von nicht ansteckungsverdächtigen Tieren wurde bislang abgesehen, da es sich um einen geschlossenen Betrieb mit artgeschützten Tieren von hohem genetischen Wert handelt.“ Der Kölner Zoo habe in Abstimmung mit dem Umwelt- und Verbraucherschutzamt seine Tierseuchenalarmpläne überarbeitet und die Vorsorgemaßnahmen erweitert.
Vogelgrippe im Kölner Zoo: Nach zwei toten Wildputen sind drei weitere Vögel gestorben – Testergebnisse ausstehend
Wie der Kölner Zoo am Dienstagnachmittag auf Anfrage von IPPEN.MEDIA mitteilte, waren am Montag drei weitere Vögel – nämlich Enten – gestorben. Sie hätten sich auf derselben Anlagen befunden, wie die zuvor gestorbenen Wildputen. Auch bei den Enten seien nun Proben entnommen worden. Die Ergebnisse stünden aber noch aus, hieß es weiter. Wann der Kölner Zoo wieder öffnen dürfe, hänge auch von diesen Ergebnissen ab – und ist somit weiterhin vorerst unklar.
Der Direktor des Kölner Zoos, Prof. Theo B. Pagel, sprach seinem Team indes seinen Dank aus. „Mein Dank gilt insbesondere dem Team des Kölner Zoos, das die Vögel besonnen und fachmännisch in kürzester Zeit aufgestallt hat und damit auch schützt, sowie dem zuständigen Veterinäramt für die hervorragende Kooperation“, sagte er.
Vogelgrippe-Fälle im Kölner Zoo – Tierpark bleibt vorerst geschlossen
Unsere Erstmeldung vom 13. Februar 2024, 12.44 Uhr: Köln – „Zoo derzeit geschlossen, aufgrund von positivem Geflügelgrippe-Befund“, steht auf der Website des Kölner Zoos. Zwei Wildputen waren an Vogelgrippe gestorben, wie der WDR berichtete. Die Untersuchung der Kadaver habe den Befund geliefert.
| Lateinischer Name der Vogelgrippe | Aviäre Influenza |
| Viren | Influenza A |
| Erkrankung | Bei Vögeln; Übertragung auf den Mensch möglich |
Kölner Zoo wegen Vogelgrippe-Fällen vorübergehend geschlossen – aber wie lange?
Unklar bleibt zunächst, wie lange der Kölner Zoo genau geschlossen bleibt. Auf der Website wurde lediglich eine kurze Information online gestellt. Dort steht: „Regelung gilt ab sofort, wir informieren, sobald wir nähere Informationen zur Wiedereröffnung haben.“ Bestätigt wurde außerdem ein positiver Geflügelgrippe-Befund.
Der Zoo steht in Austausch mit dem Kölner Veterinäramt. Die Schließung sei in enger Absprache mit diesem erfolgt, zitiert der WDR einen Mitarbeiter. Am Montagnachmittag sollen Pflegerinnen und Pfleger Tiere, die sich anstecken könnten, in Sicherheit gebracht haben. Um wie viele potenziell gefährdete Tiere es sich dabei handelte, ist vorerst nicht bekannt. Eine Anfrage von IPPEN.MEDIA an den Kölner Zoo blieb zunächst unbeantwortet.
2023 hatte ein Massensterben durch die Vogelgrippe für Aufsehen gesorgt. Über 600 Seelöwen infizierten sich in Peru.
Geflügelgrippe im Kölner Zoo: Was genau ist die Vogelgrippe?
Wie das Robert-Koch-Insitut (RKI) informiert, ist die Vogelgrippe „in erster Linie eine Erkrankung durch Influenza A-Viren bei Vögeln“. Es handelt sich um eine „Infektionskrankheit, die ihren natürlichen Reservoirwirt im wilden Wasservogel hat“, so das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI; Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit). Als Geflügelpest wird die Vogelgrippe dann bezeichnet, wenn die Viren zu einer hochpathogenen Form mutieren.
FLI und RKI informieren weiter:
- Es gibt zwei Varianten, in denen die Viren auftreten: gering- und hochpathogen. Gering pathogen bedeutet, dass die Viren kaum oder nur milde Krankheitssymptome verursachen.
- Es gibt verschiedene Subtypen: H1 bis H16 in Kombination mit N1 bis N9.
- H steht für Hämagglutinin. N steht für Neuraminidase. Beides sind Eiweiße, die auf der Hülle des Influenzavirus sitzen.
Wie gefährlich ist die Vogelgrippe für den Menschen?
Wenngleich es sich also vorrangig um eine Erkrankung bei Vögeln handelt, könnten die Viren unter Umständen auch Erkrankungen bei Menschen hervorrufen, so das RKI weiter. Finde eine solche Infektion statt, könne die Krankheit sehr schwer verlaufen. In Deutschland sei zunächst noch kein Vogelgrippe-Fall bei einem Menschen bekannt geworden.
Im Oktober war die Vogelgrippe erstmals in Alaska nachgewiesen worden. Es wurde der erste Todesfall eines Eisbären vermeldet. (mbr)
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