„Gebäude brennt komplett durch“

Löscharbeiten nach Großbrand bei Ukraine-Waffenhersteller dauern an – immer wieder neue Feuer

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In Berlin-Lichterfelde ist es zu einem Brand bei einem Waffenhersteller gekommen.
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    Alina Schröder
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In Berlin steht eine Metall-Fabrik in Flammen. Die Bevölkerung wird zur Vorsicht aufgerufen. Ein Teil des Gebäudes ist bereits eingestürzt.

Update vom 4. Mai, 15.27 Uhr: Nach dem verheerenden Großbrand in einem Metalltechnikunternehmen im Berliner Stadtteil Lichterfelde hat die Feuerwehr Entwarnung für die umliegende Gegend gegeben. Ein Sprecher der Feuerwehr betonte am Samstag, dass keine Gefahr mehr durch schädliche Brandgase bestehe. Die entsprechende Warnung wurde aus der Nina-Warnapp gelöscht.

Obwohl die Hauptbrandbekämpfung abgeschlossen war, mussten am Samstagnachmittag noch vereinzelte Feuer in den Trümmern des Gebäudes gelöscht werden. Der Brand hatte drei Stockwerke des Gebäudes zum Einsturz gebracht.

Ein Vertreter des betroffenen Unternehmens, Diehl Metall, teilte mit, dass das Feuer auf eine Halle begrenzt war. Er würdigte die Arbeit der Feuerwehr, die eine weitere Ausbreitung des Feuers erfolgreich verhindert hatte. Er kündigte zudem an, dass die Untersuchungen zur Brandursache am Samstag eingeleitet werden sollten.

Löscharbeiten nach einem Großbrand in Berlin dauern an

Update vom 4. Mai, 9.03 Uhr: Ein Tag nach dem verheerenden Brand in einem Metalltechnikunternehmen in Berlin-Lichterfelde sind die Nachlöscharbeiten noch immer nicht abgeschlossen. Ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte am Samstag (4. Mai): „Es laufen weiterhin Nachlöscharbeiten“. In den Trümmern des Gebäudes flammen immer wieder Feuer auf. Um diese Brandherde effektiv zu bekämpfen, müssen die Einsatzkräfte Teile des Gebäudes entfernen.

Am Samstagmorgen waren noch etwa 50 Feuerwehrleute im Einsatz, so der Sprecher. Er erwartet, dass die Löscharbeiten den ganzen Samstag über andauern werden. Die Bevölkerung wird dazu angehalten, ihre Fenster geschlossen zu halten. Am Freitag haben das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DRLG) Luftschadstoffe gemessen.

Seit Freitagabend sind Einheiten des Technischen Hilfswerks im Einsatz. Ihre Aufgabe ist es, zu verhindern, dass kontaminiertes Löschwasser und Löschschaum in die Kanalisation oder den nahegelegenen Teltowkanal gelangen. Eine Entsorgungsfirma hat große Behälter bereitgestellt, in denen das kontaminierte Löschwasser gesammelt wird.

Erstmeldung vom 3. Mai, 19.45 Uhr: Berlin – Am Freitag (3. Mai) ist in einem Unternehmen in Berlin-Lichterfelde ein Brand ausgebrochen. Ein Raum für technische Ausrüstung im ersten Stock eines Fabrikgebäudes stand „in voller Ausdehnung“ in Flammen, wie ein Sprecher der Feuerwehr am Vormittag mitteilte. In dem metallverarbeitenden Betrieb wurden Chemikalien aufbewahrt.

Brand in Berlin: Stadt gibt eine Gefahrenmeldung heraus

Ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte gegenüber der Bild: „Wir können bestätigen, dass auch Chemikalien in dem Gebäude brennen. Schwefelsäure und Kupfercyanid waren dort gelagert. Es besteht die Gefahr, dass sich Blausäure bildet, die mit dem Rauch in die Luft steigt.“ Aufgrund dieser Situation wurde eine Gefahrenmeldung ausgegeben. Die Bewohner der Umgebung wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Schüler und Lehrer aus nahegelegenen Schulen wurden angewiesen, unverzüglich nach Hause zu gehen.

Die Fabrik gehört laut Informationen der Bild zu „Diehl Metal Applications“. Dieses Unternehmen ist in der Metallindustrie tätig und produziert unter anderem Waffensysteme. So berichtet die Zeitung, dass auch das Luftverteidigungssystem IRIS-T, welches aktuell im Krieg in der Ukraine zum Einsatz kommt, von diesem Unternehmen hergestellt wird. Ein Sprecher von „Diehl Metall Applications“ teilte mit, dass nach seinen Informationen keine gesundheitsschädigende Belastung festgestellt wurde. Die betreffenden Chemikalien seien lediglich in minimalen Mengen im Betrieb gelagert worden.

Bilder und Videos auf X zeigen eine große schwarze Rauchwolke über Berlin

Dennoch wurden Bewohner über die Warn-App NINA über giftigen Rauch informiert. Auf der Social-Media-Plattform X (früher Twitter) wurden Bilder und Videos des Brandes geteilt. Es wird angenommen, dass die Rauchwolke über die Berliner Bezirke Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau, Tegel und auch den westlichen Teil von Reinickendorf hinwegziehen wird, so rbb24. In Brandenburg zieht die Wolke vermutlich in Richtung Velten, Schönwalde, Falkensee und Teile der Döberitzer Heide, sowie südwärts in Richtung Teltow und Stahnsdorf.

Die Feuerwehr ist mit einem Großaufgebot vor Ort. Rund 180 Einsatzkräfte befinden sich am Einsatzort. „Das Gebäude brennt jetzt komplett durch auf vier Etagen. Ein Teil des Gebäudes ist bereits eingestürzt. Wir löschen nur von außen. Von innen ist der Brand nicht mehr unter Kontrolle zu bringen“, erklärte der Sprecher laut Bild.

Es gibt keine Verletzten, so der Sprecher. Alle Anwesenden konnten das Gebäude selbstständig verlassen. Das Gebäude konnte zunächst nicht betreten werden. Die genaue Ursache des Brandes ist noch unklar. Vor kurzem gab es auch einen Brand und Explosionen in einer Chemiefabrik in Niedersachsen. (asc/dpa)

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