80 Personen an Bord

Unglück in Toronto: Wieso landet ein Flugzeug auf dem Kopf? Experte sieht Detail in Video

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Dramatische Szenen in Toronto. Ein Flugzeug landet auf dem Rücken. Aber was kann die Ursache für so einen Überschlag sein? Experte sehen erste Indizien.

Toronto – Mit 80 Personen an Bord landete das Delta-Airlines-Flugzeug auf dem Kopf. Es waren dramatische Bilder vom Unglück in Toronto am Montag (17. Februar). Wenig später die gute Nachricht: Es gab keine Todesopfer. Der Flughafen meldet insgesamt 18 Verletzte, laut Angaben niemand davon schwer.

Unglück in Toronto: Flugzeug landet auf dem Kopf – „Ein Wunder, dass es keine Todesopfer gab“

„Es ist ein Wunder, dass es keine Todesopfer gab“, sagt Luftfahrtexperte Phyl Durdey bei CTV News. Zumindest im Inneren des Flugzeugs müsse der Crash seiner Meinung nach „ziemlich heftig“ ausgefallen sein.

Flugzeugunglück in Toronto: Bei der Landung überschlug sich ein Flugzeug von Delta Airlines.

Wieso hat sich Flugzeug in Toronto überschlagen? Detail in Video gibt Experten Hinweis auf mögliche Ursache

Aber wie kann es sein, dass ein Flugzeug auf dem Kopf landet? Bei Vorfällen wie jüngst in Scottsdale hing die Ursache meist mit Problemen am Fahrwerk zusammen. In Toronto laufen derzeit die Ermittlungen, aber am Fahrwerk der Bombardier-Maschine (Typ CJR-900) lag es wohl nicht.

Die Vermutung drängt sich auf, dass die Wetterbedingungen eine Rolle beim Unglück in Toronto gespielt haben. In einem Video vom Vorfall hat Durdey einen Windsack ausgemacht, der auf „ziemlich starken Seitenwind“ hindeute. Daten des kanadischen Wetterdiensts zeigen zum Zeitpunkt des Vorfalls Böen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 65 km/h.

Bei Newsweek denkt Luftfahrtexperte Scott Hamilton in dieselbe Richtung. Auch er sagt: „Wenn man sich die Videos ansieht, sieht es so aus, als ob da draußen auch viel Wind war.“

Flugzeug landet auf dem Kopf: Wetterphänomen verantwortlich? „Werden prüfen, ob es eine Windschere gab“

„Die Ermittler werden prüfen, ob es eine Windschere gab. Das bezeichnet eine plötzliche Änderung der Windgeschwindigkeit und/oder Richtung“, erklärt Hamilton. Eine Böe könnte den Flügel erfasst und die Maschine angehoben haben.

Auch andere Faktoren könnten einen Überschlag auslösen, besonders aber starke Winde oder die vereiste Landebahn. Außerdem spielen Anfluggeschwindigkeit und das Triebwerk eine Rolle.

Und, obwohl auf Bildern aus Toronto nicht ersichtlich, ist eine Störung des Fahrwerks ebenfalls nicht ausgeschlossen. Sollten die Bremsen nicht wie normal funktioniert haben, könnte auch das laut Hamilton zumindest ein Teil der Ursache gewesen sein. Start und Landung, wenn sich ein Flugzeug in Bodennähe befindet, seien die gefährlichsten Phasen, merkt auch Durdey an. Vorfälle in der Luft, wie der verheerende Absturz in Washington, sind seltener. Dass sich ein Flugzeug komplett überschlägt, sei ebenfalls „selten, aber nicht unbekannt“.

Ermittlungen nach Flugzeugunglück in Toronto: Landebahn im Fokus – war Schneewand im Weg?

Die Ermittlungen in Toronto konzentrieren sich laut Hamilton jetzt auf die Bedingungen auf der Landebahn. Es werde geprüft, „ob das Flugzeug über die Landebahn rutschte und sich überschlug.“ Darüber hinaus werden nach möglichen Hindernissen gesucht, gegen die die Maschine geprallt sein könnte. Beispielsweise eine Schneewand am Rand oder Ende der Landebahn.

Zahlreiche Theorien, aber die Fragezeichen bleiben vorerst. „Wir müssen abwarten, was die Black Boxes sagen“, sagt Durdey. (moe)

Rubriklistenbild: © Xinhua/Imago/Screenshot/X

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