Unwetter fluten Ferienregion: Vermisste und Todesopfer in Spanien – Städte evakuiert
VonMartina Lippl
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Schwere Regenfälle überschwemmen Urlaubsgebiete in Spanien. Sturm „Laurence“ forderte mindestens ein Todesopfer. Die Suche nach Vermissten läuft.
Sevilla – Unwetter fegten über Teile Spaniens hinweg. Heftige Regenfälle verwandelten Bäche in reißende Fluten. Straßen waren wegen Überschwemmungen gesperrt. Einsatzkräfte mussten Menschen aus ihren Fahrzeugen retten. Mindestens zwei Menschen kostete Sturm „Laurence“ das Leben.
Unwetter in Spanien – Überschwemmungen fordern Todesopfer in Ferienregion Andalusien
In der Provinz Sevilla rissen Wassermassen eines Baches einen Geländewagen eines Ehepaares mit. Der Wagen sei an einer Straße in der Gemeinde La Puebla de los Infantes rund 85 Kilometer nordöstlich von Sevilla auf dem Dach liegend gefunden worden, erklärte eine Behördensprecherin der Nachrichtenagentur afp. Später wurde dann die Leiche der Frau entdeckt. Die Leiche des vermissten Mannes wurde am Mittwochmorgen gefunden, berichtet die spanische Zeitung El Pais.
In der Gegend sei bei der Suche nach einem vermissten Radfahrer zudem eine weitere Leiche eines Mannes gefunden worden. Ob es sich dabei um den vermissten 70-Jährigen aus Córdoba handle, sei noch unklar. Eine Obduktion soll die genau Todesursache klären.
La @guardiacivil ha rescatado a una veintena de personas y sus mascotas tras el desalojo de sus viviendas por las inundaciones en Cártama (Málaga). pic.twitter.com/zF6bP4oLjD
Überflutungen: Hunderte Menschen müssen Häuser in Málaga verlassen
In der Provinz Málaga stiegen die Pegel vieler Flüsse bedrohlich an. Die Flüsse Guadalhorce und Campanillas traten über die Ufer. Hunderte Menschen auch in Stadtvierteln der Touristenhochburg Málaga wurden vorsorglich evakuiert. An zehn Schulen fiel der Unterricht in den betroffenen Gebieten aus.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Besonders große Sorge bereitet aktuell der übervolle Stausee Casasola, berichten lokale Medien. Der Damm lässt derzeit große Wassermengen ab, die in den Fluss Campanillas strömen. Die meisten Flüsse in Andalusien erreichen ihren Höchststand voraussichtlich am Samstag (22. März).
Unwetter-Serie in Spanien hält an: Nach Sturm „Laurence“ warnt Wetterdienst vor „Martinho“
Nach einer kurzen Atempause am Mittwoch (19. März) droht schon ein neues Sturmtief mit Regenfällen und starkem Wind: „Martinho“ zieht am Donnerstag und Freitag. Keine gute Nachricht. „Vier Sturmtiefs in zwölf Tagen“, teilt der spanische Wetterdienst AEMET auf der Plattform X mit. Auch im Süden und Westen Andalusiens wurde wieder eine gelbe Unwetterwarnung herausgegeben. Alarmstufe orange gilt dagegen für Asturien, Galicien und Kantabrien.
Doch auch nach dem astronomischen Frühlingsanfang am 20. März, wird auf der iberischen Halbinsel weiter regnen. Davon gehen Experten aus.
Die Niederschläge der vergangenen Wochen sind im Begriff, der starken Trockenheit in Spanien in den Jahren 2021 bis 2024 ein Ende zu setzen. Die Wasserreserven stiegen auf knapp 65,8 Prozent an, während sie vor einem Jahr bei 56,8 Prozent lagen. In den vergangenen zehn Jahren betrugen sie um diese Jahreszeit im Schnitt 59,1 Prozent.
Allerdings wecken die heftigen Regenfälle in Spanien Erinnerungen an die tödlichen Überschwemmungen im Oktober 2024. In der Region Valencia starben hunderte Menschen. (ml)