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„Fluten haben alles zerstört”: Valencia-Anwohnerin aus Deutschland berichtet aus Katastrophengebiet

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Extreme Wetterbedingungen haben in Spanien, insbesondere in Valencia, erhebliche Schäden angerichtet. Eine Münchnerin beschreibt die schlimmen Folgen für die Region.

Valencia – Die Folgen der heftigen Unwetter sind in Spanien deutlich sichtbar. Besonders betroffen ist die Region um Valencia. Innerhalb kürzester Zeit fielen am späten Dienstagabend (29. Oktober) dort etwa 400 Liter pro Quadratmeter Regen. In der Nacht durchzogen Sturzfluten die Vororte der Mittelmeer-Metropole, wie Videoaufnahmen zeigen.

Die Anwohnerinnen und Anwohner können die Situation nur schwer begreifen. Eine 62-jährige Spanierin aus München, die aber mehrere Monate im Jahr in Valencia verbringt, sagt gegenüber IPPEN.MEDIA: „Das ist wirklich brutal, was passiert ist.”

Heftige Unwetter in Spanien – Münchnerin schildert Szenen aus Valencia

Obwohl die Situation im Stadtzentrum „nicht so dramatisch” sei, ist das Leben dort weitgehend zum Erliegen gekommen. Der U-Bahn-Verkehr ist eingestellt und viele Geschäfte sind geschlossen. „Die Zugstrecke zwischen Madrid und Valencia, die sehr wichtig ist, kollabiert – es gibt keine Züge”, berichtet die gebürtige Spanierin, die zudem Verwandte in der Region hat.

Eine junge Italienerin, die in Valencia lebt und arbeitet, berichtet uns, dass die Menschen in die wenigen geöffneten Supermärkte strömen, um Wasser zu kaufen. „Die Regale sind fast leer“, so die 26-Jährige am Mittwochnachmittag zu IPPEN.MEDIA.

Die Regale in Supermärkten vor Ort in Valencia werden immer leerer. Zahlreiche Menschen decken sich mit Wasser ein.

In den umliegenden Vororten und Dörfern herrschen derweil apokalyptische Zustände. Die 62-jährige Münchnerin berichtet: „Wenige Minuten vor Valencia, also in Richtung Flughafen oder im Industriegebiet, ist alles komplett zerstört”, sagt sie. „Die Leute hocken immer noch auf den Dächern von Bussen und von Autos. Man kann die Leute mittlerweile nur mit Hubschraubern retten, aber es gibt nicht so viele Hubschrauber für so viele Menschen.“

Einheimische konnten sich dank eines Alarms der Generalitat Valenciana, der am Dienstagabend auf ihren Handys einging, rechtzeitig in Sicherheit bringen. „Er kam ungefähr zwischen sieben und acht Uhr abends, mit der Nachricht: Die Leute sollen nicht vor die Tür gehen.”

Die Anwohnerinnen und Anwohner haben mit den schlimmen Folgen des Unwetters in Valencia zu kämpfen.

Unwetter zog am Abend über Valencia – „Es war wie ein Feuerwerk“

Trotz vorheriger Unwetter-Warnungen für die betroffenen Regionen in Spanien sei man vor Ort nicht auf das Ausmaß der Katastrophe vorbereitet gewesen. Nachdem das Unwetter zuvor auf Mallorca gewütet hatte, zog die Gewitterzelle weiter in Richtung Festland. „Wir waren in der Stadt am Fenster, um acht Uhr abends und haben zum Himmel geschaut. Es war wie ein Feuerwerk in der Nähe, doch das waren die Blitze. Ganz viele Blitze. Das Gewitter kurz vor Valencia war so brutal. Der ganze Himmel war gelb”, schildert die 62-Jährige die Ereignisse des Dienstagabends.

Verheerende Unwetter in Spanien mit zahlreichen Toten: Fotos zeigen Ausmaß von Überschwemmungen und Sturzfluten

Unwetter Spanien: In der Stadt Letur, Albacete, riss die Sturzflut ein Gebäude ein. Eine Kommode mit Spiegel steht noch an der Wand.
Bei der Jahrhundertflut in Spanien sind nach offiziellen Angaben mindestens 155 Menschen ums Leben gekommen (Stand: 31. Oktober 2024). Dutzende werden noch vermisst.  © Claudio Alvarez/imago
Unwetter in Spanien: Ein Mann reinigt in Utiel sein von den Überschwemmungen betroffenes Haus.
Der braune Schlamm ist am Donnerstag (31. Oktober) überall. Aufräumarbeiten, wie hier in der Stadt Utiel, haben begonnen.  © Manu Fernandez/dpa
Unwetter Spanien: Nach Überschwemmungen und Flut liegen Autos in Utiel übereinander.
Es sind katastrophale Bilder aus verschiedenen Regionen Spaniens. Auch in Utiel liegen Autos nach dem Unwetter übereinander. © Manu Fernandez/dpa
Nach der schrecklichen Sturzflut in Alfara (Valencia) versuchen Bewohner ihre Häuser am Donnerstag (31. Oktober) zu reinigen.
Nach der schrecklichen Sturzflut in Alfara (Valencia) versuchen Bewohner ihre Häuser am Donnerstag (31. Oktober) zu reinigen.  © Jose Jordan/afp
Auf einer Straße in Valencia fahren einige Autos, während andere von dem Sturm zerstört die Wege blockieren
Infolge der schweren Schäden in Valencia ist vielerorts der Verkehr eingeschränkt. Zahlreiche Straßen, darunter auch Autobahnen, sind blockiert und müssen zunächst freigeräumt werden. © Rober Solsona/Imago
Eine Rettungskraft pausiert während eines Einsatzes in Kastilien-La Mancha in Spanien
Auch Kastilien-La Mancha wurde schwer von dem Unwetter getroffen. Eine Rettungskraft braucht eine kurze Pause während eines Einsatzes.  © Víctor Fernández/Imago
Einige Bilder erinnern fast an Kriegsszenen: Betroffene des Unwetters in Valencia decken sich unter anderem mit Wasser ein.
imago776956854.jpg © Rober Solsona/IMAGO
Überschwemmungen nach Unwettern in Spanien
Nach den ersten Wetterdaten fielen am 29. Oktober 2024 in einigen Gebieten in Spanien über 43 Liter Regen pro Quadratmeter in vier Stunden.  © Screenshot X/ aemet_CValencua
Unwetter Spanien: Überschwemmungen in Valencia
Überschwemmungen nach schweren Unwetter in Spanien: Einsatzkräfte versuchen Menschen aus überfluteten Gebieten in Sicherheit zu bringen.  © Alberto Saiz/dpa
Autos stapeln sich in Picuana in der Nähe von Valencia, Ostspanien am 30. Oktober 2024.
Chaos nach Überschwemmungen in Spanien: Autos stapeln sich in Picuana in der Nähe von Valencia, Ostspanien am 30. Oktober 2024.  © JOSE JORDAN/afp
Unwetter-Katastrophe in Spanien: Autos stapeln sich in den Straßen
Einen Tag nach dem Unwetter in Spanien zeigt sich nach und nach das Ausmaß der Katastrophe.  © Screenshot X/meteop
Erschreckende Bilder aus Valencia: Wassermassen fluten komplette Straßen. Unwetter tobten in gleich mehreren Provinzen Spaniens.
Erschreckende Bilder aus Valencia: Wassermassen fluten komplette Straßen. Unwetter tobten in gleich mehreren Provinzen Spaniens.  © Montage: ALBERTOJOSEGAR4/Pain_Bsc/X
Extrem Wetter in Spanien: Wassermassen und Schlamm wälzen sich durch die Provinz Valencia.
Extrem Wetter in Spanien: Wassermassen und Schlamm wälzen sich durch die Provinz Valencia, wie Fotos in den sozialen Netzwerken zeigen.  © Screenshot X/RoseryMum
Rettungskräfte nach Überschwemmungen in Spanien im Einsatz.
Rettungskräfte sind unermüdlich im Einsatz. Mindestens 51 Menschen sind bei den Überschwemmungen im Osten Spaniens ums Leben gekommen, heißt es am Mittwoch (30. Oktober).  © Alberto Saiz/dpa
Unwetter in Valencia (Spanien) sind die meisten Straßen laut den Rettungskräften gesperrt oder überflutet.
Nachdem verheerenden Unwetter in Valencia sind die meisten Straßen laut den Rettungskräften am Mittwoch (30. Oktober) gesperrt oder überflutet.  © Alberto Saiz/dpa
Die Wassermassen ziehen sich langsam zurück. Doch viele Straßen in Valencia sind noch immer überflutet.
Die Wassermassen ziehen sich langsam zurück. Doch viele Straßen in Valencia sind noch immer überflutet.  © Alberto Saiz/dpa
Hubschrauber-Rettung nach Überschwemmungen in Spanien.
Hubschrauber-Teams sind im Einsatz, um Menschen aus völlig überfluteten Gebieten, wie hier in Alcira, zu retten.  © Screenshot X/112rmurcia
Unwetter Valencia - Tornado wütete in einem Industriegebiet
In einem Industriegebiet hat ein Tornado seine Spuren hinterlassen. Der spanische Wetterdienst Aemet spricht von einem „historischen Unwetter“ in Valencia.  © privat
Der Sturm namens Dana hat in der Region Valencia mindestens 51 Todesopfer gefordert. Viele Menschen warten laut Medienberichten noch auf Rettung.
Der Sturm namens Dana hat in der Region Valencia mindestens 51 Todesopfer gefordert. Viele Menschen warten laut Medienberichten noch auf Rettung.  © IMAGO/Rober Solsona
Supermarkt Valencia: Leere Regale nach Unwetter in Spanien
Leere Regale in einem Supermarkt in Valencia. Die Menschen decken sich laut dem Bericht einer Augenzeugin vor allem mit Wasser ein.  © privat
Unwetter Spanien: Ortschaft Mira in der Provinz Cuenca von Wassermassen zerstört
Die Schäden nach dem Unwetter in Spanien sind enorm. In der Provinz Cuenca wurde die Ortschaft Mira schwer getroffen, wie ein Screenshot aus einem Video der Rettungskräfte zeigt.  © Screenshot X/112clm
Letur Albacete in the search for missing persons and debris removal work
Auch in der Region Kastilia-La Mancha suchen in der Stadt Letur Einsatzkräfte nach Vermissten.  © IMAGO/Víctor Fernández
Trümmer liegen auf einer Bahnstrecke in Picanya in der Nähe von Valencia.
Trümmer liegen auf einer Bahnstrecke in Picanya in der Nähe von Valencia. Der Hochgeschwindigkeitszugverkehr zwischen Madrid und Valencia wurde zeitweise eingestellt.  © Jose Jordan/afp
Sedavi, südlich von Valencia, Ostspanien, stehen Menschen neben aufgestapelten Autos
In Sedavi südlich von Valencia stehen Menschen neben aufgestapelten Autos.  © JOSE JORDAN/afp

Die aktuelle Situation wecke böse Erinnerungen in Spanien: „Es gab in den 50er Jahren eine schlimme Überschwemmung in Valencia, da sind viele Leute gestorben. Das Ausmaß ist vergleichbar.“ Die Flüsse seien so voll, dass die Brücken einfach einstürzen, „das können sie nicht aushalten“, sagte sie. Der Wetterdienst Aemet spricht unterdessen von einem „historischen Unwetter“.

„Es ist die absolute Zerstörung“ – Aufräumarbeiten und Rettungen in vollem Gange

Die gebürtige Spanierin steht in engem Kontakt mit den Menschen vor Ort. „Manche haben ein Häuschen da draußen oder die Mutter wohnt außerhalb. Es ist die absolute Zerstörung. Diese kleinen Häuser sind einfach nicht gebaut, um sowas auszuhalten.“

Am Mittwoch sind die Rettungs- und Aufräumarbeiten in und um Valencia in vollem Gange. Die Zahl der Todesopfer ist auf mindestens 72 gestiegen (Stand: 30. Oktober, 17 Uhr), und viele Menschen werden noch vermisst. (asc)

Rubriklistenbild: © Alberto Saiz/dpa/Jorge Gil/Europapress

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