Unwetter in Italien im Video: Lawine wird zu reißendem Strom – „Wie beängstigend“
VonMichelle Brey
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Flüsse treten über die Ufer, Straßen sind blockiert, Züge kommen zum Stillstand: Heftige Unwetter treffen Italien kurz vor Ostern.
Frankfurt – Heftige Regenfälle stellen Italien vor große Herausforderungen. Und die schwerste Unwetterphase steht dem Wetterportal Il Meteo zufolge erst noch bevor (Stand: 17. April, 9.30 Uhr). In etlichen Provinzen verdeutlicht sich allerdings schon jetzt das heftige Ausmaß – so auch in Vercelli in Piemont. In dieser Region gilt ohnehin aktuell Warnstufe Rot. Eine Gerölllawine isolierte ein ganzes Tal. Und auch Valsesia, ebenfalls ein Alpental der Region, bleibt nicht verschont.
Lawine wird zu reißenden Strömen – Video zeigt Ausmaß der Unwetter in Italien
Meteorologe Andrea Vuolo von Meteo in Piemonte berichtet von der dortigen Lage. Videos zeigen überflutete Flächen oder von Schnee bedeckte Autos. Besonders heftig erscheint aber ein Video, das Szenen im Alpental Valsesia einfängt. Wassermengen strömen nur so in das Tal hinab – ähnlich mehrerer Wasserfälle. Die reißenden Ströme scheinen sich unaufhaltsam ihren Weg nach unten zu bahnen. Sie erzeugen ein dumpfes, lautes Geräusch.
Meteo & Radar Italia ordnet ein, dass sich hier vermutlich eine Lawine aus höheren Lagen mit Wasser- und Schlammströmen vermischte. Mit den Worten „Wie beängstigend“, „Mamma mia, wie viel Wasser“ oder „Oh Gott“ reagieren User auf das Video. Andere erwähnen den Klimawandel als Ursache.
In anderen Gebieten zeigt sich die Wetterlage von ihrer ebenso verheerenden Seite. So steigt in der Stadt Turin der Fluss Po aufgrund des Niederschlags weiter und weiter. Mehrere Gebiete in Flussnähe wurden sicherheitshalber gesperrt, ebenso wie zahlreiche Straßen. In einigen Gemeinden wurde an die Bevölkerung appelliert, Häuser und Wohnungen nicht zu verlassen.
Sturzfluten, Erdrutsche und jetzt noch Schnee – Bilder zeigen heftiges Ausmaß des Italien-Unwetters
Wegen überschwemmter Gleise kommt es nach Angaben der italienischen Eisenbahn im Zugverkehr zwischen Italien und der Schweiz zu erheblichen Behinderungen. Mehrere Züge sind auf der Strecke blockiert. In mehr als hundert Gemeinden wurde Alarmstufe Rot ausgelöst. Betroffen sind auch Gegenden, in denen sich über die Ostertage normalerweise viele Urlauberinnen und Urlauber aufhalten wie Südtirol, die Lombardei und die Toskana. Meteorologe Dominik Jung hatte im Vorfeld empfohlen, den Urlaub in Italien lieber abzusagen. Er prognostizierte enorme Regenmengen, die „katastrophale Folgen haben können.“(mbr/dpa)