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Teresa Toth- Carmen Mörwald
Karolin Schaefer
Moritz Bletzinger
Sturzfluten, Erdrutsche und Überschwemmungen. Unwetter toben vor Ostern in Italien. Besonders kritisch ist die Lage im Alpenraum. Alle aktuellen Infos.
Update vom 19. April, 18.40 Uhr: Die Wetterlage am Samstag (19. April) ist wieder etwas ruhiger. Nach den heftigen Unwettern in den vergangenen Tagen konnten in Italien heute vielerorts die Aufräumarbeiten beginnen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, belaufen sich die Schäden ersten Schätzungen zufolge auf Millionenhöhe. Bäume wurden entwurzelt, Autos beschädigt und in einigen Gebieten gibt es nach wie vor Überschwemmungen.
Durch die Unwetter kam es auch zu erheblichem Schneefall in den Alpen. Unter anderem der Nobel-Skiort Zermatt wurde dadurch von der Außenwelt abgeschnitten. Auch zu Stromausfällen kam es. Die Stromversorgung konnte heute immerhin weitestgehend wiederhergestellt werden. Der Ort bleibt jedoch weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten, wie ein Sprecher von Zermatt Tourismus bestätigte. Die Zufahrtsstraße ist nach wie vor wegen Lawinengefahr gesperrt.
Seit 14.30 Uhr verkehrt immerhin der Shuttle-Zug wieder, wie handelszeitung.ch berichtete. In Erwartung dessen bildete sich vor dem Bahnhof in Zermatt eine „mehrere hundert Meter lange“ Schlange von Reisenden, wie ein Reporter von IPPEN.MEDIA von vor Ort berichtete. Der Zivilschutz gab Essen aus und es gab Auftritte von Musikern. „Die Einheimischen geben alles, beeindruckende Solidarität.“
Heftige Unwetter in Italien: Weiterhin Alarmstufe rot in zwei Regionen
Update vom 19. April, 9.05 Uhr: In Italien wird auch am Samstag (19. April) vor heftigen Unwettern gewarnt. Der Katastrophenschutz des Landes teilte auf X mit, dass in den Regionen Emilia Romagna und Lombardei die Alarmstufe Rot ausgerufen wurde.
Die Unwetter haben bereits viele Unfälle verursacht. In der Provinz Vicenza fiel ein Auto durch ein großes Loch in einer Straßenbrücke in den darunterliegenden Bach Agno. Der Po, der größte Fluss Italiens, ist aufgrund der starken Regenfälle über die Ufer getreten.
🔴🔔#allertaROSSA per rischio idraulico oggi e domani, sabato #19aprile, in Lombardia ed Emilia-Romagna. 🟠🔔 Domani prevista #allertaARANCIONE in 3 regioni e 🟡🔔 #allertaGIALLA in 4 regioni. Consulta il bollettino meteo-idro👉 https://t.co/mE6sFKOFBq pic.twitter.com/4LEksVAXPv
— Dipartimento Protezione Civile (@DPCgov) April 18, 2025
Ein Toter wegen Unwettern in Frankreich
Update vom 18. April, 18.55 Uhr: Nachdem Italien heute und gestern von schweren Unwettern heimgesucht wurden, entspannt sich die Wetterlage inzwischen wieder. Informationen des Wetter-Frühwarnsystems Meteoalarm gibt es in Italien derzeit nur noch eine Sturmwarnung für Kalabrien. In mehreren Regionen Frankreichs gibt es im Nachgang der Unwetter indes Lawinen- und Flutwarnungen. Betroffen sind:
- Haute-Savoie
- Savoie
- Isère
- Hautes Alpes
- Drôme
- Vaucluse
- Alpes-de-Haute-Provence
- Alpes-Maritimes
- Bouches-du-Rhône
In der Region Savoyen (Savoie) kam es aufgrund einer Lawine bereits am Donnerstag zu einem Todesfall. Ein 27-jähriger Brite wurde am Steuer seines Autos von einer Lawine erfasst und starb.
Unwetter in Italien fordern mehrere Todesopfer – unter anderem einen Vater und seinen Sohn
Update vom 18. April, 15.26 Uhr: Bei den jüngsten Unwettern im Norden Italiens kamen mindestens drei Menschen ums Leben. In der Nähe von Valdagno, zwischen Venedig und dem Gardasee, wurden zwei Männer in ihrem Auto von den Fluten mitgerissen. Die Rettungskräfte konnten nicht mehr eingreifen. Die Behörden gaben an, dass es sich bei den Verstorbenen um Vater und Sohn handelte. Bereits am Donnerstag wurde ein 92-jähriger Mann in seinem Haus nahe Turin tot aufgefunden, nachdem er ertrunken war.
Am Freitag entspannte sich die Lage etwas. Dennoch traten viele Flüsse über die Ufer, und in zahlreichen Gemeinden standen die Straßen unter Wasser. Rettungskräfte brachten mehrere Dutzend Menschen in Sicherheit. In vielen Regionen war die Stromversorgung weiterhin unterbrochen. Die besonders stark betroffene Region Piemont stellte fünf Millionen Euro für Soforthilfen bereit.
Wichtige Verkehrsverbindungen wie der Simplonpass und der Tunnel am Großen St. Bernhard blieben gesperrt, informierten die Behörden. Die Lawinengefahr in allen Höhenlagen sowie die Gefahr umstürzender Bäume sei sehr hoch. Am Donnerstag war in der Region mehr als ein halber Meter Neuschnee gefallen. In vielen Teilen des Wintersportortes Zermatt fiel der Strom noch immer aus, wie eine Sprecherin von Zermatt Tourismus erklärte. Ein Hotel berichtete, dass etwa 30 der 200 Unterkünfte vor Ort Strom hätten und als Anlaufstelle für Touristen dienten, die ihre Handys aufladen wollten.
Die Feuerwehr ist in vielen Regionen in Italien nach den schweren Unwettern im Einsatz
Update vom 18. April, 12.24 Uhr: Im Zeitraum von Donnerstag 18.00 Uhr bis heute 6.30 Uhr gingen bei der Feuerwehr im Raum Turin 1521 Anrufe aufgrund der Unwetter in Italien ein. Diese Anrufe bezogen sich auf Überschwemmungen, Einstürze, Erdrutsche, Brände und Notfälle. La Repubblica berichtet, dass allein in der Provinz Turin 80 Personen gerettet wurden.
Die Feuerwehr ist ununterbrochen in den betroffenen Regionen im Einsatz, insbesondere in den Gebieten von Chivassese, wie Monteu da Po, Lauriano und San Sebastiano da Po, sowie im unteren Val di Susa.
Obwohl sich die Situation allmählich stabilisiert, gilt in den Provinzen Parma und Piacenza von heute Mitternacht bis morgen Mitternacht Alarmstufe Rot wegen drohender Flussüberschwemmungen. In den Regionen Reggio Emilia, Modena, Bologna, Ferrara und Ravenna herrscht Alarmstufe Gelb.
Sturzfluten, Erdrutsche und jetzt noch Schnee – Bilder zeigen heftiges Ausmaß des Italien-Unwetters




Update vom 18. April, 9.08 Uhr: In Italien ist die Wetter-Lage weiter angespannt. Die Feuerwehr sucht in der Region Vicenza nach zwei vermissten Personen. Das italienische Nachrichtenportal ansa.it berichtet, dass diese vom Hochwasser eines Wildbachs mitgerissen worden sein sollen. Den ersten Informationen zufolge handelt es sich vermutlich um einen Vater und seinen Sohn.
Auch am Freitag (18. Februar) bleibt Italien von Regen und Gewittern nicht verschont. Das italienische Wetterportal Il Meteo prognostiziert vor allem für den Abend weitere Niederschläge. Besonders betroffen seien die nordöstlichen Regionen, wobei in der östlichen Lombardei, der Emilia-Romagna und weiten Teilen des Triveneto mit Regen und lokalen Gewittern zu rechnen sei.
Auch an Ostern sollen weitere Unwetter über Italien ziehen
Update vom 18. April, 6.55 Uhr: Zwischen Karfreitag und Karsamstag (19. April) wird sich der Zyklon voraussichtlich weiter nach Osteuropa verlagern. Laut Rai News könnte dies zumindest vorübergehend für eine Entspannung der Wetterlage sorgen. Allerdings darf Italien nur kurz durchatmen: Bereits am Ostersonntag (20. April) werden erneut Unwetter erwartet. Diese sollen zunächst abgeschwächt den Nordwesten sowie Sardinien treffen, bevor sie später auch das Landeszentrum erreichen.
Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, hat am Morgen eine außerordentliche Sitzung einberufen. Ziel war es, sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen und eine erste Schadensbilanz zu ziehen. In San Sebastiano am Po kam es infolge des Unwetters zu Überschwemmungen. Mehrere Erdrutsche schnitten Ortsteile von der Außenwelt ab, ein weiterer Erdrutsch beschädigte die Wasserversorgung.
Auch in anderen Gemeinden war die Lage kritisch: In Castagneto Po blockierte ein Erdrutsch die Zufahrtsstraße nach Chivasso. In Lauriano wurde die Staatsstraße 590 im Valcerrina durch eine Hangrutschung unpassierbar. In Casale Monferrato richtete man in der Turnhalle der Leardi-Schule eine Notunterkunft für 50 evakuierte Bewohnerinnen und Bewohner des Ortsteils Terranova ein. Zudem mussten in Castellamonte 15 Personen aus den Ortsteilen Case Ponzetti und Preparetto in Sicherheit gebracht werden.
Die Umwelt- und Zivilschutzbehörde der Region hat für die nordwestlichen Berggebiete eine Lawinenwarnung der zweithöchsten Stufe (orange) ausgesprochen. Für das Gebiet um Turin, die nördliche Tiefebene sowie die Täler Tanaro, Belbo und Bormida gilt eine gelbe Warnstufe. Keine Warnungen wurden hingegen für die Tiefebene bei Cuneo und das Scrivia-Tal ausgegeben.
Wie der alpine Rettungsdienst des Piemont mitteilt, sind in vielen Gebieten oberhalb von 2000 Metern mehr als ein Meter Neuschnee gefallen. In den Lepontinischen Alpen wurden auf über 2500 Metern sogar Schneehöhen von bis zu 170 Zentimetern gemessen.
In der Gemeinde Tavernerio bei Como musste indes eine 22-köpfige Pfadfindergruppe, darunter mehrere Minderjährige, vom Berg Monte Bolletto gerettet werden. Sie waren vom Unwetter überrascht worden und konnten das Gebiet nicht mehr selbstständig verlassen. Feuerwehr-Spezialeinheiten sowie Freiwillige des alpinen Rettungsdienstes mussten anrücken. Zwei Jugendliche wurden laut Rai News zur medizinischen Versorgung per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.
Update vom 17. April, 20.55 Uhr: Die Unwetter-Lage in Italien reißt nicht ab. Noch immer drohen lebensbedrohliche Bedingungen. Nun steigt der Pegel des Flusses Po „rapide“, meldete Meteorologe Andrea Vuolo bei Facebook. Zudem gab es einen Erdrutsch zwischen den Gemeinden Chivasso und Castagneto Po. Aktuell gilt die Lage in Chivasso ohnehin als besonders heikel, berichtete die Zeitung La Stampa. Rund 150 Einsatzkräfte, darunter auch elf Taucher, sind hier im Einsatz. Einige Bewohner mussten bereits evakuiert werden.
Zudem wurde eine weitere Ortschaft bei den Unwettern in Italien von der Außenwelt abgeschnitten. In Pramollo seien etwa 150 Menschen isoliert, weil ein Stützpfeiler einer Straße eingestürzt war. Im Aostatal sind dutzende Gemeinden ohne Strom, berichtete Rai News. Infolge des Unwetters hatte es einen Defekt an einer Hochspannungsleitung gegeben. Hier gilt inzwischen auch die höchste Lawinen-Warnstufe 5. Im Piemont und in Venetien gilt Warnstufe 4.
Update vom 17. April, 19.34 Uhr: Mittlerweile ist die Zahl der Toten nach dem Seilbahn-Unglück in Castellammare di Stabia auf vier gestiegen. Die zuvor vermisste Person ist tot, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Eine fünfte Person wurde mit schweren Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert.
„Das Zugseil ist gerissen, die Notbremse im Tal hat funktioniert, aber offensichtlich nicht die der Kabine, die in die Station auf dem Gipfel des Faito einfuhr“, schilderte Bürgermeister Luigi Vicinanza bei einer Pressekonferenz. Die Seilbahn war nach ihrer Winterpause erst vor etwa einer Woche wieder in Betrieb genommen worden.
Mehrere Tote nach Seilbahn-Unglück in Italien
Update vom 17. April, 18.40 Uhr: In Castellammare di Stabia bei Neapel ist es zu einem Seilbahn-Unfall gekommen. Ein Kabel der Seilbahn, die auf den Berg Faito führt, ist gerissen. Aus einer Kabine konnten 16 Passagiere gerettet werden. Allerdings war auch eine weitere Kabine nahe der Bergstation abgestürzt. Wie Ansa jetzt berichtete, sollen dabei drei Menschen ums Leben gekommen sein, einer wurde schwer verletzt. Zudem werde noch eine Person vermisst. Feuerwehr und Bergrettung sind vor Ort.
Update vom 17. April, 17.40 Uhr: Nun leider die erste Todesmeldung aus Italien. Wie der Meteorologe Andrea Vuolo berichtet, starb ein älterer Mann bei Unwettern im Ort Monteu da Po (Metropolregion Turin). Er ist demnach ertrunken, als sein Haus überflutet wurde.
Update vom 17. April, 17.24 Uhr: Jetzt reagiert auch das Auswärtige Amt auf die Unwetter in Italien sowie im weiteren Alpenraum. Mit einem Eil-Hinweis mahnt die deutsche Behörde zur Vorsicht bei Reisen in den betroffenen Regionen.
Update vom 17. April, 16.46 Uhr: Wohl aufgrund des schlechten Wetters in der vergangenen Nacht löste sich an der Faito-Seilbahn in Castellammare di Stabia (Hafenstadt am Golf von Neapel) ein Kabel. Eine Kabine mit 16 Passagieren stürzte ab. Die gute Nachricht: Das Sicherheitssystem blockierte den Absturz, alle Fahrgäste konnten unverletzte aus der baumelnden Kabine geborgen werden, wie italienische Medien übereinstimmend berichten.
Der Unfall ereignete sich gegen 15 Uhr. Seitdem sind die Panoramastraße zum Bourbonenpalast von Quisisana und der Bahnhof von Castellammare di Stabia gesperrt. Das gerissene Seilbahnkabel war auf einen Strommast gestürzt.
Die Anlage war erst vergangene Woche für die neue Touristensaison wiedereröffnet worden.
Update vom 17. April, 15.50 Uhr: In der Metropolregion Turin gehört Castellamonte zu den Gemeinden, die am schlimmsten vom Unwetter getroffen wurden. „Wir haben etwa sechzig kritische Punkte“, sagt Bürgermeister Pasquale Mazza.
Ein Erdrutsch mit einer Rekordfront von 400 Metern hatte in der Nähe eine Straße verlegt, sie wird noch länger gesperrt bleiben. Am Mittwochabend stürzte bereits ein als Fahrzeugdepots genutztes Gebäude nach einer Schlammlawine im Weiler Spineto ein, glücklicherweise ohne Verletzte. Fünf Familien waren zuvor sicherheitshalber evakuiert worden.
Außerdem: Das Dach eines zweistöckigen Hauses in Castellamonte wurden von einem Erdrutsch nach vorne geschoben. Es droht laut Rainews einzustürzen.
Auch für Verbano Cusio Ossola bleibt die Wetterwarnung bis Freitag auf Orange. Denn: Die Lage im Anzascatal bleibt kritisch. Erdrutsche verlegten die Staatsstraße, das Tal und die Gemeinde Macugnaga sind isoliert (siehe Erstmeldung). Eine Lawine traf auch den Pesterana-Tunnel und drang sogar teilweise in ihn ein. Schutt, Steine und Überschwemmungen blockieren die Zufahrtswege weiterhin.
Erste Trümmer wurden mittlerweile beseitigt, trotzdem erklärt die Straßenbehörde Anas bei La Stampa: „Die Wiedereröffnung erfolgt nicht voreilig, wir warten auf weitere technische Inspektionen.“
Ähnliche Situationn in den Tälern Antigorio und Formazza: Hier ist die Staatsstraße 659 gesperrt, seit sie von einer großen Schlammlawine überspült worden war. „Die Aufforderung an alle lautet, das Haus nur in Notfällen zu verlassen“, sagt Formazzas Bürgermeisterin Bruna Papa.
Update vom 17. April, 14.38 Uhr: Der Regen lässt leicht nach. Im Piemont setzt die Umweltschutzbehörde Arpa die Alarmstufe von Rot auf Orange herab. Das heißt aber immer noch: Warnung von Überschwemmungen an Wasserläufen und Erdrutschen im nördlichen sowie westlichen Piemont. Hohe Risikostufe gilt außerdem am Fluss Po.
Update vom 17. April, 13.52 Uhr: Reihenweise reißen die Flüsse im Piemont und Emilia-Romagna die Gefahrenschwellen. Überschritten haben sie akutell: Ovesca, Sesia, Soana, Orco, Malone, Elvo, Cervo, Ceronda, Bormida and Po in Piedmont.
Am Fluss Elvo wurde sogar eine Brücke weggespült. Die Gilino-Brücke verbindet die Städte Mongrando und Borriana, aufgrund starker Regenfälle ist sie eingestürzt. Die Gute Nachricht: Niemand wurde verletzt, zum Zeitpunkt des Einsturzes hielt sich niemand auf der Brücke auf.
Kritisch bleibt die Lage auch im verschneiten Aostatal. In bis zu 35 von 74 Gemeinden wurden laut La Repubblica Probleme mit der Stromversorgung gemeldet. Regionalpräsident Renzo Testolin sagt: „Dabei handelt es sich um isolierte Gebiete aufgrund umgestürzter Bäume auf den Stromleitungen.“
80 Zentimeter Neuschnee im Piemont
Update vom 17. April, 12.56 Uhr: Der Schneefall in höheren Lagen des Piemont nimmt enorme Ausmaße an. Laut dem Meteorologen Andrea Vuolo sind es mittlerweile 80 Zentimeter Neuschnee. Bilder aus der Stadt Sestriere (Metropolregion Turin) zeigen komplett eingeschneite Autos und Cafés.
Update vom 17. April, 12.52 Uhr: Wie gehen die Unwetter über Ostern weiter? Italien wird in zwei Hälften geteilt, schreibt La Repubblica. Von Freitag bis Samstag deutet sich eine Besserung an, neue Unwetter können im Nordwesten und auf Sardinien aber nicht ausgeschlossen werden. Sie dürften allerdings weniger intensiv ausfallen als bislang. Auch in der Toskana, Umbrien und dem Latium sind neue Regenfälle nicht ausgeschlossen. Im Rest des Landes wird hingegen sonnigeres Wetter vorhergesagt.
Ab Ostermontag konzentriert sich der Regen laut Vorhersage auf die zentralen Regionen, dann könnte es im Süden und auch im Norden wieder sonnig werden. Der Unwetter-Fahrplan:
- Donnerstag, 17. April: Extrem schlechtes Wetter im Norden mit starkem Wind. Schlechtes Wetter an der Tyrrhenischen Küsten und auf Sardinien.
- Freitag, 18. April: Erste Besserung im Norden, Nordosten bleibt instabil. Vereinzelte Schauer im Zentrum, Besserung im Süden.
- Samstag, 19. April: Viele Wolken im Norden, leichterer Regen in den Alpen und im Piemont. Zentrum und Süden sonnig.
- Sonntag, 20 April: Schauer und Regen im Zentrum. Mögliche Besserung im Norden.
Update vom 17. April, 12.23 Uhr: In Turin sorgt laut Rainews aktuell überraschenderweise nicht der Fluss Po für die größten Sorgenfalten, sondern die Situation des Flusses Stura. Er hat die Gefahrenschwelle überschritten und nähert sich einem kritischen Pegel. Eine Brücke im Norden der Metropole (853.000 Einwohner) wurde vorsorglich geschlossen.
Update vom 17. April, 11.57 Uhr: Jetzt auch noch Tornado-Alarm im Piemont. Trichterwolken ziehen in Richtung der Stadt Alessandria (91.854 Einwohner), meldet der Meteorologe Andrea Vuolo. Bilder zeigen die Wolken gut sichtbar am Himmel.
Im Unterschied zu einem Tornado bezeichnet Trichterwolke nur den sichtbaren Teil eines Wirbels. Er setzt sich unterhalb der Wolke fort und kann jederzeit in einen Tornado übergehen. Sichtbar – durch einen Wolkenschlauch – wird die Verwirbelung nicht immer. Sobald unter einer Trichterwolke Schäden am Boden erkennbar sind, spricht man von einem Tornado.
Update vom 17. April, 11.44 Uhr: Die Stadt Mailand hat beschlossen, öffentliche Parks zu schließen. Zu gefährlich ist die Unwetterlage in der norditalienischen Metropole. Ein Baum stürzte beispielsweise auf den Eingang einer Grundschule (siehe Update von 10.45 Uhr). Seit Mittwochabend zählt die Feuerwehr rund 120 Einsätze im Stadtgebiet, laut der Zeitung La Republicca stehen weitere hundert noch in der Warteschleife.
Update vom 17. April, 11.40 Uhr: Dramatische Szenen aus dem Alptental Valsesia. Eine Lawine entwickelte sich zu einem reißenden Strom. Videos aus Italien zeigen, wie sich Wassermaßen unaufhaltsam den Weg nach unten bahnen – begleitet von donnernden Geräuschen.
Update vom 17. April, 11.22 Uhr: Bis 14 Uhr rechnet man im Piemont weiterhin mit starkem Regen. Bei einer Pressekonferenz spricht Regionalpräsident Alberto Cirio von einer „schwer kritischen Lage“. Immerhin wird ab dem Nachmittag eine deutliche Abschwächung der Regenmengen erwartet und Meldungen über Verletzte oder Tote gibt es momentan nicht.
Update vom 17. April, 11.06 Uhr: In der Lombardei zählt die Feuerwehr rund 500 Einsätze wegen Überschwemmungen, Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen. Besonders schwer getroffen: Mailan, Brescia, Lodi, Pavia. Mittlerweile ist auch die A5 (Turin – Aosta) gesperrt. In beide Richtungen geht zwischen Albiano d‘Ivrea und dem Autobahnkreuz Pavone nichts.
Update vom 17. April, 10.51 Uhr: Jetzt hat der Fluss Po in San Sebastiano die Gefahrenschwelle überschritten. Laut der Umweltschutzbehörde Arpa Piemonte stieg der Pegel in den vergangenen 24 Stunden von 2,4 Metern auf über 6 Meter.
Update vom 17. April, 10.38 Uhr: Aosta wie im tiefsten Winter. Dicke Schneeflocken hüllen die Stadt in Weiß. Scirocco-Winde bringen milde, feuchte Luft und in der Höhe werden die Niederschläge zu Schnee. Bereits am Vortag waren rund 50 Zentimeter gefallen.
Erstmeldung vom 17. April, 9.53 Uhr: Turin – Italien im Griff des Zyklons. Am 16. April haben sich die Befürchtungen um die Oster-Unwetter bewahrheitet. Beinahe das ganze Land versinkt in Regen oder sogar Schnee. Und das Extrem-Wetter hält an.
Insbesondere im Nordwesten und Westen wüten die Sturzfluten. Rote Alarmstufe gilt jetzt im Piemont, orange Warnung für das Aostatal, die Lombardei und Sardinien. Alarmstufe gelb in: Latium, Trient, Teile von Friaul-Julisch Venetien, Lombardei, Emilia-Romagna, Ligurien, Toskana.
Über die Nacht auf Donnerstag hatten sich die Unwetter-Ereignisse in Italien teils überschlagen. Im Piemont kamen es zu weiteren Erdrutschen, 30 Menschen wurden in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola evakuiert. Nicht weit davon entfernt, bei Bannio Anzino, verlegte Geröll eine wichtige Staatsstraße. Eine Stadt am Fuß des Monte Rosa und das obere Anzascatal sind deshalb jetzt isoliert.
Bereits am Mittwoch hatte eine Schlammlawine die Boccassuolo nahe Modena (Emilia-Romagna) in zwei geteilt, dutzende Menschen wurden von der Außenwelt abgeschnitten.
Am frühen Abend traf ein Erdrutsch die Zuggleise im Raum Biella. Ein Zug mit 250 Passagieren blieb im Bahnhof von Sandigliano stecken, die Fahrgäste wurden von der Feuerwehr evakuiert.
Schwerste Unwetterphase steht Italien noch bevor – auch neuer Schnee angekündigt
Laut dem Wetterportal Il Meteo steht die schwerste Unwetterphase allerdings erst noch bevor. Im Laufe des Donnerstagvormittags werden insbesondere entlang der Alpen und der Voralpen heftige Wolkenbrüche erwartet, die Niederschläge werden „intensiv und anhaltend“ sein, so die Prognose. Oberhalb von 1500 Metern kündigt sich erneut Schnee an.
Meteorologe Dominik Jung warnte bereits, Menschen im Italien-Urlaub sollten die Reise absagen oder „im Zweifel lieber abreisen“. Die Unwetter können sich schnell lebensgefährlich auswirken, vor allem in der Nähe von Flüssen oder in Hanglagen. Der Fluss Po nähert sich aktuell der Gefahrenstufe und steht unter Beobachtung. Die Pegel steigen flussabwärts von Turin fast überall bedrohlich an.
Ebenfalls kritisch ist die Situation am Lago Maggiore. Der See an der Grenze zur Schweiz dürfte noch am Vormittag die Warnstufe überschreiten, berichtet Rainews. Die Pegel steigen. Und das dürfte sich nicht ändern, bis die schweren Regenfälle nachlassen. Vor Freitagabend wird das allerdings nicht erwartet. Das trifft auch die Schweiz: Der berühmte Urlaubsort Zermatt ist von der Außenwelt abgeschnitten. (moe)
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