VonMoritz Bletzingerschließen
22 Personen waren an Bord, als der Wind das Segelboot umriss. Jetzt läuft eine große Vermisstensuche in Italien. Sechs Menschen werden im Meer vermisst.
Update vom 19. August, 15.37 Uhr: Tech-Milliardär Mike Lynch ist unter den Vermissten beim Unglück der „Bayesian“ in Italien, wie der Guardian sowie Market Screener jetzt erfahren haben. Ihm gehörte die Luxus-Yacht demnach selbst. Lynchs Frau Angela Bacares wurde laut einer mit der Situation vertrauten Quelle gerettet.
Update vom 19. August, 15.04 Uhr: „Das Boot schwamm noch, dann verschwand es plötzlich“, berichtet ein Fischer dem Giornale di Sicilia über das Segelschiff-Unglück bei Palermo. Er und ein weiterer Fischer wurden Zeugen, wie die Luxus-Yacht von einem Sturm zum Kentern gebracht wurden.
Beide bestätigen die Berichte über einen Tornado an der Küste von Porticello. „Um 3.55 Uhr wurden wir Zeugen des Wirbelsturms“, erinnert sich der eine. „Nach einer Viertelstunde sahen wir 500 Meter vom Dock entfernt eine Rakete. Gegen 4.35 fuhren wir aufs Meer hinaus, um Hilfe zu leisten, doch wir sahen nur noch die Überreste des Bootes treiben.“
Die rote Signalrakete hatte auch ein niederländisches Segelboot gesehen, es gleichzeitig mit der verunglückten „Bayesan“ in das Unwetter geraten. „Wir versuchten, mit laufenden Motoren die Position zu halten, dann stellten wir fest, dass das Boot neben unserem nicht mehr da war“, berichtet Kapitän Karsten Börner der Zeitung. „Wir sahen rote Leuchtraketen aus dem Bereich des Bootes kommen, also stiegen mein erster Offizier und ich in den Tender (Beiboot, d.R.) und gingen zur Hilfe. Wir bargen 15 Schiffbrüchige, darunter ein kleines Mädchen. Wir hörten Schreie, suchten die Gegend weiter ab, fanden aber außer den 15 bereits geretteten Überlebenden niemanden.“
22 Menschen waren an Bord der gekenterten Yacht. Sechs von ihnen werden nach wie vor vermisst, ein Mann wurde tot gefunden. Mittlerweile ist klar, dass es sich bei ihm um den Koch des Urlauber-Seglers handelt.
Erstmeldung vom 19. August, 11.29 Uhr: Palermo – Große Suchaktion im Meer vor Palermo in Sizilien (Italien). Am frühen Montagmorgen (19. August) riss ein Unwetter dort ein Segelboot um. 22 Personen waren laut der Nachrichtenagentur Ansa an Bord, größtenteils eine Urlaubsgruppe aus Großbritannien.
Segelboot in Italien gekentert: 15 Personen gerettet – sechs Vermisste, mindestens ein Toter
15 von ihnen konnten von Patrouillenbooten der Küstenwache und der Feuerwehr schnell gerettet werden, darunter ein einjähriges Kind. Von sieben Menschen fehlte nach dem Bootsunglück hingegen vorerst jede Spur, am Vormittag konnte eine Leiche neben dem Boot gefunden und identifiziert werden. Aktuell werden demnach noch sechs Menschen vermisst.
Laut Feuerwehr sank das Segelboot namens „Bayesian“ auf eine Tiefe von 49 Metern. Im Moment sind Tauchteams im Einsatz, um den Rumpf zu inspizieren. Womöglich befinden sich Vermisste im Wrack.
#Palermo, naufragio imbarcazione davanti alla costa di Porticello, 15 persone salvate, 7 segnalate come disperse: dall’alba #sommozzatori dei #vigilidelfuoco impegnati nelle ricerche. Relitto individuato a 50 metri di profondità, in arrivo sommozzatori speleo [#19agosto 10:00] pic.twitter.com/IJGP2aRRWB
— Vigili del Fuoco (@vigilidelfuoco) August 19, 2024
Furchtbare Vermutung nach Bootsunglück vor Palermo: Yacht-Gäste womöglich in Kabinen eingeschlossen
Die bedrückende Theorie aktuell: Die Vermissten könnten sich beim Unwetter in ihren Kabinen befunden haben und dann dort von den Wassermassen eingeschlossen worden sein.
Unter den Überlebenden befindet sich auch der Kapitän des Luxusboots. Er sei bestürzt über das Unglück, soll aber im Laufe des Vormittags von der Polizei vernommen werden, schreibt Ansa. Auch die anderen Überlebenden sollen befragt werden.
Luxus-Yacht kentert bei Unwetter: Italien-Urlaubsgruppe feierte am Abend zuvor noch eine Party
Am Tag zuvor hatte auf dem Luxus-Segelboot laut Zeugenaussagen noch eine Party stattgefunden. „Das Boot war ganz erleuchtet“, berichtet ein Segler. „Gegen 4.30 Uhr morgens war es nicht mehr da. Ein normaler Urlaubstag, den man glückich auf See verbrachte, wurde zu einer Tragödie.“
Schweres Unwetter verursacht Bootsunglück in Italien: Sturm bricht Mast – Zeugen sprechen von Tornado
Das Unwetter, das das Schiff zum Kentern brachte, war heftig. Zeugen sprechen sogar von einem Tornado. Der Sturm hatte demnach erst den großen Segelmasten zerbrochen, dann geriet die Yacht aus dem Gleichgewicht.
Zuletzt hatte im Juni ein Bootsunglück in Italien für Aufregung gesorgt. Ein Segelschiff war vor der Küste verunglückt, zahreiche Menschen wurden vermisst. (moe)
Rubriklistenbild: © BEN GURR/ POOL/AFP/Vigili del Fuoco



