Warnung für Karibikinseln – Auswärtiges Amt mahnt Urlauber zur Vorsicht
Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche können den Urlaub in der Karibik gefährden. Das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnungen aktualisiert.
Kingston – Paradiesische Strände verwandeln sich in Gefahrenzonen, Luxusresorts befürchten die Evakuierung und Kreuzfahrtschiffe ändern ihre Routen – die Karibik erlebt derzeit eine der dramatischsten Wetterkatastrophen der Saison. Wirbelsturm „Melissa“ rast mit zerstörerischer Kraft auf drei beliebte Urlaubsinseln zu und bringt nicht nur Naturgewalten mit sich, sondern verstärkt auch bereits bestehende Sicherheitsprobleme in der Region.
Was als entspannter Traumurlaub geplant war, entwickelt sich zu einer ernsten Bedrohung für Leib und Leben. Deutsche Behörden haben ihre Reisehinweise für Jamaika, die Dominikanische Republik und Haiti verschärft. Tausende deutsche Urlauber sind betroffen.
Böen bis 178 km/h befürchtet: „Melissa“ wütet auf karibischen Inseln – Deutsche Behörden warnen vor Gefahr
„Melissa“ hat sich zu einem ausgewachsenen Hurrikan der Kategorie 1 entwickelt und steuert mit verheerender Geschwindigkeit auf die beliebten Ferieninseln zu. Mit Windböen von bereits 120 Kilometern pro Stunde näherte sich das Sturmsystem bereits am Samstag (25.10.) der jamaikanischen Küste. Das Auswärtige Amt warnt eindringlich vor den sich verschlechternden Bedingungen.
Für Jamaika besteht eine offizielle Sturmwarnung, während für die Dominikanische Republik akute Überschwemmungsgefahr herrscht. Die Behörden appellieren an alle Reisenden, ihre Pläne zu überdenken und die Entwicklungen genau zu verfolgen. Deutsche Staatsangehörige werden aufgerufen, sich in die Krisenvorsorgeliste einzutragen und bei bereits gebuchten Reisen Kontakt zu ihren Veranstaltern aufzunehmen. Bereits 2019 kostete Hurrikan „Sandy“ mehreren Menschen in der Region das Leben.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
Der Hurrikan „Melissa“ könnte sich in den kommenden Tagen zu einem Monster-Sturm der Kategorie 4 oder höher entwickeln. Prognosen des US-Hurrikanzentrums (NHC) sprechen von möglichen Windgeschwindigkeiten bis zu 178 Kilometern pro Stunde. Melissa markiert bereits den 13. benannten Sturm der laufenden atlantischen Hurrikansaison, die traditionell von Juni bis November andauert. Das Festland der USA hingegen blieb in dieser Saison von Hurrikans verschont.
Jamaika bereitet sich auf mögliche Evakuierung vor – Kingstons Straßen überschwemmt
Jamaikas Regierungschef Andrew Holness hat die Bevölkerung bereits dazu aufgerufen, sich in hochwassergefährdeten Gebieten auf eine drohende Evakuierung vorzubereiten. In der Hauptstadt Kingston wurden bereits mehrere Straßen durch heftige Regenfälle überschwemmt.
Starkregen bedroht den Südwesten der Dominikanischen Republik – Insel kämpft zudem mit hoher Kriminalität
Die Dominikanische Republik spürt bereits die Auswirkungen des herannahenden Sturms. Insbesondere im Südwesten des Landes führt „Melissa“ zu intensiven Starkregenfällen. Das Auswärtige Amt rät Reisenden dringend, die örtlichen Nachrichten und Warnmeldungen der Behörden genau zu verfolgen.
Neben der akuten Wettergefahr verschärft sich auch die Sicherheitslage. Bewaffnete Überfälle auf Touristen, häufig von Tätern auf Motorrädern verübt, haben in letzter Zeit spürbar zugenommen. Die Grenze zu Haiti bleibt teilweise geschlossen, und von Reisen auf dem Landweg nach Haiti wird kategorisch abgeraten.
Hurrikan „Melissa“ fordert erste Todesopfer auf Haiti – kompletter Kollaps der Sicherheitslage nach Bandenkriminalität
Haiti hat bereits drei Todesopfer zu beklagen, nachdem frühe Ausläufer des Sturms zu tödlichen Erdrutschen geführt hatten. Ein älterer Mann wurde von einem umfallenden Baum getötet. Für die Insel gilt laut dem Auswärtigen Amt ohne bereits die höchste Warnstufe. Deutsche Staatsangehörige werden eindringlich aufgefordert, das Land umgehend zu verlassen.
Der internationale Flughafen Port-au-Prince musste nach dem Beschuss mehrerer Passagiermaschinen durch kriminelle Banden geschlossen werden. Die deutsche Botschaft ist für den Besucherverkehr nicht zugänglich und kann im Notfall keine konsularische Hilfe vor Ort leisten. Besonders alarmierend ist die dramatisch gestiegene Entführungsrate – täglich werden Menschen verschleppt, darunter auch ausländische Staatsangehörige. (Quellen: AFP/Auswärtiges Amt) (jaka)