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Mit dem Herbst kommt auch die Krankheitssaison. Die Zahl der Atemwegserkrankungen steigt – und liegt höher als in den Jahren der Corona-Pandemie.
Berlin – Die kalte Jahreszeit bricht ein und damit auch die Zeit der Atemwegserkrankungen. Ob Corona oder Grippe, die Infekte verbreiten sich schnell – das zeigen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI). In diesem Herbst liegen die Fallzahlen demnach besonders hoch, jeder Zwölfte in Deutschland ist krank.
Jeder Zwölfte krank: Zahl der Atemwegserkrankungen steigt an
Die Zahl der Atemwegserkrankungen steigt wieder an. In der vergangenen Woche waren 6,6 Millionen Menschen in Deutschland betroffen – das ist rund acht Prozent der Bevölkerung. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des RKI zu den akut respiratorischen Erkrankungen (ARE) hervor. Darunter fallen neben Coronaviren auch Erkältungsviren, Influenza-, also Grippeviren, Adenoviren und Respiratorische Synzytial-Viren (RSV). Atemwegserkrankungen zeigen sich mit den typischen Erkältungssymptomen: Fieber, Husten, Schnupfen, Halsentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung.
Tendenz steigt: Mehr Atemwegserkrankungen als in den Corona-Jahren
Die aktuelle Tendenz der Atemwegserkrankungen ist nach RKI-Angaben höher als zur gleichen Zeit in den letzten Jahren – also höher als zu Hochzeiten der Corona-Pandemie. Die ARE-Inzidenz ist in den vergangenen Wochen stetig angestiegen. Demnach befinden sich die aktuellen Werte im oberen Bereich der vorpandemischen Jahre, bei etwa 8000 Atemwegserkrankungen pro 100.000 Einwohner. In den Jahren 2011 bis 2019 lagen die Infektionswerte bei einer Spannweite von 5000 bis 9700 Erkrankungen pro 100.000 Einwohnern.
Seit Ende Juni 2023 ist auch insgesamt ein leicht ansteigender Trend an Corona-Infektionen zu beobachten, so das RKI. In den letzten fünf Wochen blieben die Werte jedoch relativ stabil. Aktuell ist der Corona-Anteil unter den Atemwegserkrankungen noch am höchsten – doch die Grippe-Welle ist im Anflug.
Grippewelle: Ärzte erwarten hohe Influenza-Zahlen – Krankheit wird unterschätzt
Denn neben den gestiegenen Corona-Zahlen erwarten Ärzte diesen Winter eine massive Grippewelle. Das könnte zu einem Chaos und einer Überlastung in Krankenhäusern führen. Derweil ist die Tendenz der Grippeerkrankungen steigend, so das RKI. Man solle das Ausmaß einer Grippe nicht unterschätzen – und vielleicht eine Grippeimpfung in Erwägung ziehe, heißt es in einer Pressemitteilung der Dresdner Uniklinik. „In der letzten Wintersaison mussten rund 15 Prozent der Influenza-Fälle im Krankenhaus behandelt werden“, erklärte Dr. Katja de With, Leiterin des Instituts für Infektiologie und Krankenhaushygiene am Uniklinikum Dresden. Klink-Chef Albrecht erklärte laut Pressemitteilung: „Die echte Grippe – Influenza – ist keine einfache Erkältung, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung.“ (hk)
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