VonMichelle Manteyschließen
Viele Experten sind sich einig, dass die Grippewelle nach Deutschland und Österreich kommt. So sollten Sie sich auf die Wintermonate vorbereiten.
Frankfurt – Aktuell warnt das Robert-Koch-Institut (RKI) vor einer neuen Corona-Variante namens „Pirola“. Diese wurde kürzlich erstmals in Deutschland nachgewiesen. Nun empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) allen Personen ab 60 Jahren eine Impfung mit dem neuen angepassten Impfstoff. Derzeit wird jedoch noch geprüft, ob der neue Corona-Impfstoff von BioNTech auch gegen die neue Virusvariante wirksam ist. Doch Experten warnen nun auch vor der Grippewelle: „Viruswelle wird auf jeden Fall über Österreich rollen“, sagt die Virologin Monika Redlberger-Fritz von der Med-Uni in Wien der Heute.at.
Eine sehr starke Grippewelle in Südafrika und Südamerika könnte der Indikator für eine ebenfalls starke Grippewelle in Europa sein. Dort geht gerade der Winter zu Ende. Jedoch sei die Grippe in Australien eher moderat ausgefallen. Daher könne die Stärke der Grippewelle derzeit nicht vorhergesagt werden, so Redlberger-Fritz. „Das Einzige, das man derzeit mit Sicherheit sagen kann, ist, dass die Grippewelle kommt.“
Wie stark die Grippewelle in Deutschland und Österreich im Winter wird, ist noch unklar
Der Arzt Lothar Zimmermann erklärt dem SWR, dass in Australien besonders viele Kinder und Jugendliche an der Grippe erkrankt sind. Jedoch veränderte sich das Grippevirus stetig. Zudem sei die Stärke der Grippewelle von dem Impfschutz und dem Immunsystem der Bevölkerung abhängig. Zwar seien die Krankheitsfälle in Australien moderat ausgefallen, jedoch mussten viel mehr Menschen im Krankenhaus behandelt werden.
Das Hoch erreicht die Grippesaison meist erst zum Jahreswechsel im Dezember und Januar. Daher empfiehlt das RKI eine Impfung ab Oktober bis Mitte Dezember, da es nach der Grippeimpfung circa 10 bis 14 Tage bis zur Immunisierung dauern kann. Christian Sommerbrodt vom Hausärzteverband Hessen rät nach dem Bericht der Hessenschau zur frühzeitigen Impfung. Wer zu spät einen Termin vereinbart, riskiert bis zum Start der Grippewelle nicht immun zu sein.
Experte warnt vor schwerer Grippewelle, aber rät von Hamsterkäufen ab
Eine Grippe kann bei einem schweren Verlauf zu einer Lungenentzündung oder sogar zum Tod führen. Häufig sind Menschen in einem hohen Alter und mit Vorerkrankungen gefährdet. Eine Impfung wird daher folgenden Personengrippen empfohlen:
- Menschen ab dem 60. Lebensjahr
- Schwangere ab dem vierten Schwangerschaftsmonat
- Menschen ab Kindesalter mit Vorerkrankungen, wie Asthma, Herz- oder Kreislauferkrankungen, Störung des Immunsystems, Leber- oder Nierenkrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes
- Personen in Alten- und Pflegeheimen
- Beschäftigte im medizinischen Bereich und in der Pflege
- Personen, die im Haushalt mit Risikopersonen leben
- Reisende
- Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Auch Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, warnt nach Bericht des RedaktionsNetzwerkDeutschland (rnd) vor einer schweren Grippewelle. Dabei könnte es auch wieder zu Lieferengpässen bei Medikamenten kommen. Fischbach rät jedoch von Hamsterkäufen ab: „Es geht nicht darum, Medikamente in großen Mengen zu horten, sondern darum, für den akuten Fall ausgerüstet zu sein.“ In die Hausapotheke gehöre ein Mittel gegen Fieber, sowie ein abschwellendes Nasenspray.
Zudem beeinträchtigt das Apothekensterben den Kauf von Arzneimitteln. Allein in diesem Jahr sollen 17 Apotheke öffnen und 146 schließen. (mima)
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