- VonBenjamin Bauerschließen
Zwei weitere Skigebiete in den französischen Voralpen schließen ihre Lifte. Die Schließungen sind wohl auf den Klimawandel zurückzuführen.
Frankfurt – Weil nicht genug Schnee fällt, machen zwei weitere Skigebiete in den französischen Voralpen dicht. Es geht um die Skigebiete Grand Puy bei Seyne-les-Alpes und Alpe du Grand Serre südlich von Grenoble. Dort hatte man am Wochenende dafür gestimmt, die Skilifte für immer abzuschalten.
Skigebiet schließt: Hohe Investitionen und rückläufiger Umsatz
In einem örtlichen Referendum stimmten gut 70 Prozent der Einwohner der Gemeinde Seynes-les-Alpes dafür, die Lifte zurückzubauen und neue touristische Angebote zu realisieren. Informationen von Tagesschau.de zufolge hatte die Gemeinde zuletzt jährlich etwa 350.000 Euro in das Gebiet investiert, gleichzeitig jedoch sei der Umsatz in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent zurückgegangen.
Angelsee statt Kunstschnee auf der Piste
In den beiden Gebieten, die zwischen 1400 und 2200 Höhenmetern liegen, werden damit insgesamt 24 Kilometer Pisten aufgegeben. Ein Wasserreservoir, das bisher zur Herstellung von Kunstschnee diente, soll in einen Angelsee umgewandelt werden. Zudem soll es Trail-Strecken geben, wo vorher Skipisten waren.
Weniger Schnee durch Klimawandel
Die Auswirkungen des Klimawandels tragen dazu bei, dass vor allem Skigebiete in Mittelgebirgen nicht mehr ausreichend natürlichen Schnee bekommen. Der Einsatz von Kunstschnee ist teuer, braucht viel Energie und ist umweltschädlich.
Quelle: AFP
„Es bricht uns das Herz“: Arbeitsplätze in Skigebieten in Gefahr
Das Skigebiet Alpe du Grand Serre bei Grenoble bot 200 direkte und indirekte Arbeitsplätze. „Es bricht uns das Herz, aber wir geben nicht auf und suchen gemeinsam nach neuen Lösungen“, sagte die sozialistische Abgeordnete Marie-Noëlle Battiste, die im Rat des Gemeindeverbandes sitzt, der für die Aufgabe der Lifte stimmte.
In einem Skigebiet in Österreich bahnt sich unterdessen eine Katastrophe an – dort haben 80 Prozent der Hotelgäste storniert. Dahinter steckt allerdings nicht der Klimawandel. (AFP/BeBau)
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