VonJens Kiffmeierschließen
Eine alte Idee lebt neu auf: Die Union will 100 Euro als Abwrackprämie für alte Küchengeräte. Das soll in der Energiekrise Strom sparen. Zieht die Ampel mit?
Berlin – Kühlschrank, Waschmaschine oder Trockner: In der Energiekrise sagt die Union den Stromfressern im Haushalt den Kampf an. So fordern CDU und CSU die Einführung einer Abwrackprämie für alte Küchengeräte – zum Stromsparen in der Energiekrise. Es seien hohe Energieeinsparungen in Deutschland durch den Austausch von alten energieintensiven Haushaltsgroßgeräten gegen energieeffiziente Neugeräte möglich, heißt es in einem Beschluss der Bundestagsfraktion, über den die Rheinische Post berichtet. Demzufolge soll der Staat den Deutschen das Ersetzen der liebgewonnenen Geräte mit der Zahlung von 100 Euro schmackhaft machen. Doch wie sinnvoll ist das?
Strom sparen: Union fordert Abwrackprämie von 100 Euro für Austausch alter Kühlschränke
Am Donnerstag kamen die Spitzen der Unionsfraktion zu einer Klausurtagung in Düsseldorf zusammen. Dabei stand auch die Suche nach Lösungen in der Gas- und Stromkrise in Deutschland auf dem Programm. Offensichtlich erwärmten sich die Abgeordneten für eine alte Idee der CSU zum Strom sparen im privaten Haushalt: die Abwrackprämie für alte Küchengeräte. Bereits im vergangenen Jahr hatte die bayerische Schwesterpartei die Zahlung von 100 Euro ins Spiel gebracht, um einen Anreiz für den Austausch von alten Kühlschränken oder Waschmaschinen zu schaffen.
Tipp der Union: Austausch alter Geräte kann enorm viel Strom sparen
Die Effekte beim Stromsparen sind angeblich groß. Ein Viertel des deutschen Stromverbrauchs soll auf den Verbrauch von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine, Trockner und Co. zurückzuführen sein. Das sei ein großes Potenzial für Energieeinsparungen, schreiben die Politiker als Tipp in ihrem Papier. Die Stromeinsparungen, die sich durch den Austausch von Alt- und Neugeräten erzielen ließen, seien so wirkungsvoll wie der Bau von 100 neuen Windrädern, hieß es.
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Vor diesem Hintergrund plädiert die Union für die Einführung der Energieeinsparprämie. Kaufen die Kundinnen und Kunden ein neues Haushaltsgerät und entsorgen das alte ordnungsgemäß, soll es 100 Euro als Bonus geben. Doch es gibt einen Haken: Das Geld gibt es nur, wenn durch den Tausch mindestens 30 Prozent Energie eingespart werden kann. Wie viele Geräte in diesem Fall zusammenkommen und was die Aktion insgesamt kosten würden, darüber wurde zunächst nichts bekannt.
Energiesparprämie für Küchengeräte: Lockangebot per Gesetz – 100 Euro sollen beim Stromsparen helfen
Deshalb wird die Ampel-Koalition von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wohl vorerst nicht auf den Vorschlag eingehen. Zwar pocht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) per Gesetz ebenfalls auf das Sparen von Strom und Gas in den deutschen Haushalten, doch eine konkrete Abwrackprämie für alte Küchengeräte spielte in den Planungen bisher keine Rolle.
Hohe Strompreise: Ampel lotet 3. Entlastungspaket aus – Inhalte noch unklar
Allerdings ist der Handlungsdruck in der Politik groß. Nach den Gaspreisen stiegen zuletzt auch die Strompreise in Deutschland rasant an. Die Bundesregierung will deshalb ein 3. Entlastungspaket schnüren, um den Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Ausgleich zu der Entwicklung zu verschaffen. Neben einer Inflationsprämie von 1500 Euro sind auch Direktzahlungen an Rentnerinnen und Rentner sowie Steuererleichterungen für Gering- und Mittelverdiener im Gespräch. Die Verhandlungen sind bereits weit vorangeschritten. Spätestens in der kommenden Woche wollen die Koalitionäre die Inhalte des dritten Entlastungspaketes präsentieren.
Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

