Interview

Atomwaffen: „Nukleare Abschreckung führt zu mehr Unsicherheit“

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Hannovers Oberbürgermeister setzt sich mit den „Mayors for Peace“ für Abrüstung ein. Die sei allerdings nicht einseitig möglich.

Hannover – Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, setzt auf eine neue Verteidigungspolitik – ohne Atomwaffen. Der 44-jährige Grünen-Politiker amtiert als Vizepräsident der „Bürgermeister für Frieden“ („Mayors for Peace“), die sich dem Ziel einer atomwaffenfreien Welt verschrieben haben.

Herr Onay, viele Menschen machen sich angesichts von Trumps Politik Gedanken darüber, wie sich Deutschland auf einen Rückzug der USA aus Europas Verteidigung einstellen muss. Wie muss Deutschland reagieren?
Belit Onay: Man muss feststellen, dass wir offensichtlich auf die USA, was das Thema Verteidigung angeht, nicht mehr in gleichem Maße zählen können wie bisher. Das zeigt Trumps Umgang mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, das zeigt aber auch der bekannt gewordene Regierungschat zum Einsatz im Jemen. Von daher ist es sinnvoll, über eine andere Sicherheitspolitik zu sprechen, auch über eine Stärkung der Bundeswehr.
Braucht Deutschland die atomare Abschreckung durch die USA?
Man muss sich klarmachen, dass die nukleare Abschreckung nicht zu mehr Sicherheit führt, sondern zu mehr Unsicherheit. Nukleare Waffen würden bei einem möglichen Einsatz große und unkalkulierbare Schäden mit sich bringen. Das ist sehr intensiv diskutiert worden, als ich jetzt bei der Vertragsstaatenkonferenz des Atomwaffenverbotsvertrags bei den Vereinten Nationen in New York war. Man muss über eine neue Sicherheitspolitik ohne nukleare Aufrüstung sprechen.
Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, sagt, dass die Ukraine militärisch unterstützt werden muss.
Was heißt das mit Blick auf die US-Atomwaffen, die in Deutschland stationiert sind? Braucht Deutschland diese atomare Abschreckung oder braucht es sie nicht?
Es ist zunächst einmal wichtig zu verstehen, welches Risiko diese atomare Abschreckung beinhaltet. Sie führt nur zu einer weiteren Eskalation, zu weiterer Aufrüstung. Das ist aus meiner Sicht das Fatale, was wir mit dieser Debatte wieder lostreten würden. Daneben geht es auch um hohe Kosten. Diese Kosten würden bei einer europäischen Lösung genauso zu Buche schlagen, denn auch mit Frankreich müsste man über eine Finanzierung seitens Deutschlands sprechen. Die finanzielle Last wäre immens und gleichzeitig hätte man damit weiterhin ein Risiko im Land, das unkalkulierbar ist, wenn die Abschreckung nicht funktioniert.
Das heißt, wenn ich Sie richtig verstehe, brauchen wir weder die atomare Abschreckung durch die USA noch eine deutsche Beteiligung an der französischen Atomabschreckung?
Im Grunde ist das so. Vollkommen klar ist allerdings, dass eine solche Abrüstung nicht einseitig funktionieren wird. So viel Realismus muss man haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir schnell wieder zu einer Grundlage für Gespräche kommen. Ich glaube, die zarten Pflänzchen von möglichen Friedensgesprächen, insbesondere zwischen den USA, der Ukraine und Russland, müssen auch die Frage beinhalten, wie wir mit den nuklearen Waffen umgehen. Wir müssen einen Pfad für gegenseitige Abrüstung finden. Sonst verlieren wir uns wieder in einer Spirale zu mehr nuklearen Waffen, und das wäre ein fataler Trend.
Den Atomwaffen-Verbotsvertrag haben 73 Staaten ratifiziert. Steht er unter Druck oder sogar zur Disposition?
Man hat bei den Diskussionen bei den Vereinten Nationen gemerkt, dass der Vertrag sehr vital ist. Er ist die richtige Grundlage, auf der man weiter diskutieren kann und muss. Die Weltgemeinschaft, ein Großteil der Staaten, bekennt sich zu diesem Vertrag und will keine atomare Aufrüstung. Leider, muss man sagen, hat die Bundesrepublik Deutschland nicht als Beobachterin an dieser dritten Konferenz teilgenommen, anders als bei den ersten beiden Konferenzen. Das ist das falsche Signal.
Was erwarten Sie von der künftigen Bundesregierung bei diesem Thema?
Ich würde erwarten, dass man den Weg zu einer anderen Sicherheitspolitik geht. Dafür ist die Grundlage mit dem Sondervermögen gelegt. Ich erwarte aber auch, dass man klare Grenzen zieht. Ich merke, dass die Bevölkerung ein Stück weit abstumpft durch diese starken Diskussionen über Aufrüstung und Waffengattungen. Dabei werden dann nukleare Waffen nur als zusätzliche Waffengattung gesehen. Das sind sie nicht. Man muss sich bewusst machen, was für einen Schaden ihr Einsatz bedeuten würde. Es wäre mein Wunsch an die Bundesregierung, sich nicht treiben zu lassen, insbesondere von Trump, sondern zu schauen, wie man friedenspolitische Initiativen ergreifen kann.

Wen holt Friedrich Merz in sein Kabinett? Diese Minister stehen bereit

Wahlkampf CDU - Halle/Saale
Der CDU-Vorsitzende und Kanzler in spe Friedrich Merz muss sein Kabinett zusammenstellen. Nach mehreren Medienberichten sollen plus dem CDU-Kanzler Merz insgesamt sieben Minister von der CDU, fünf von der SPD und drei von der CSU gestellt werden. Wie ein mögliches schwarz-rotes Kabinett unter Merz aussehen kann, zeigt die folgende Bilderstrecke.  © Hendrik Schmidt/dpa
Die Vorstandsvorsitzender des Energiedienstkleisters Westenergie AG - Katherina Reiche - am 11. März 2024 während einer
Katherina Reiche (CDU) © Manngold/Imago
CDU-Politikerin Nina Warken spricht am 15. Mai 2024 im Bundestag
CDU-Politikerin Nina Warken  © Christoph Soeder/dpa
Wolfram Weimer zu Gast bei „Maischberger“ am 18. Februar 2025
Wolfram Weimer zu Gast bei „Maischberger“ am 18. Februar 2025  © HMB-Media/Imago
Karsten Wildberger
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Merz‘ Kabinett: Christiane Schenderlein (CDU)
dpa_urn_binary_dpa_com_20090101_250428-935-552616-FILED.jpg © Christiane Schenderlein/dpa
Fortsetzung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD
SPD-Chef Lars Klingbeil führt zusammen mit der Co-Vorsitzenden Saskia Esken die Verhandlungsdelegation der Sozialdemokraten an. Berichten zufolge könnte er das Finanzministerium übernehmen. © Kay Nietfeld/dpa
Michaela Kaniber (CSU), Landwirtschaftsministerin von Bayern,
Michaela Kaniber (CSU) könnte auf Wunsch Markus Söder aus Bayern nach Berlin gerufen werden. Medienberichten zufolge wird sie als Agrarministerin gehandelt.  © Sven Hoppe/picture alliance/dpa
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
SPD-Chefin Saskia Esken ist auch parteiintern nicht unumstritten. Dennoch wird spekuliert, ob sie zukünftig ein Ministerium übernehmen könnte. © Christophe Gateau/dpa
Friedrich Merz‘ treuer Generalsekretär Carsten Linnemann gilt als Minister fast schon gesetzt. Er käme wohl für das Wirtschaftsministerium infrage, wo er die gewünschte Reform des Bürgergelds vorantreiben könne. Linnemann ist Volkswirt.
Friedrich Merz’ treuer Generalsekretär Carsten Linnemann galt als Minister fast schon als gesetzt. Der Volkswirt teilte jedoch überraschend mit, dass er sich gegen ein Ministeramt entschieden habe. Der CDU-Politiker wurde in der Vergangenheit als aussichtsreicher Kandidat für das Wirtschafts- oder Arbeitsministerium gehandelt. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett ebenfalls als gesetzt, wenn es mit Schwarz-Rot klappt. Laut Medienberichten könnte er eine zweite Amtszeit als Verteidigungsminister erhalten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Roland Koch
Der ehemalige hessische Ministerpräsident und Merz-Vertraute Roland Koch wird ebenfalls als möglicher Minister gehandelt. © Sebastian Gollnow/dpa
Christina Sinemus – von der CDU aus Hessen – könnte zukünftig Digitalministerin werden
Kristina Sinemus – von der CDU aus Hessen – könnte zukünftig Digitalministerin werden ©  IMAGO / Jörg Halisch
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Berichten zufolge könnte Spahn bei der Vergabe der Ministerien unter Friedrich Merz leer ausgehen und stattdessen den Vorsitz der CDU/CSU Fraktion im Bundestag übernehmen.  © IMAGO/Jens Schicke
Überraschen könnte Merz mit einer Besetzung des Innenministeriums von außerhalb der Politik. Möglicher Kandidat wäre Dieter Romann, Chef der Bundespolizei, von dem sich Merz häufig beraten lässt und der in Asylfragen versiert ist.
Überraschen könnte die schwarz-rote Regierung mit einer Besetzung des Innenministeriums von außerhalb der Politik. Ein möglicher Kandidat wäre Dieter Romann, Chef der Bundespolizei. Von diesem lässt sich auch Kanzler in spe Friedrich Merz häufig beraten. Romann soll in Asylfragen besonders versiert sein.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Johann Wadephul, bisher Vize-Fraktionschef der CDU. ist als Verteidigungsminister denkbar, sollte Pistorius weichen. Im Dezember war er gemeinsam mit Merz in Kiew und besuchte mit ihm auch die Siko in München.
Johann Wadephul war bisher Vize-Fraktionschef der CDU. Nun wird er Berichten zufolge, auch als Außenminister für die schwarz-rote Koalition gehandelt. Im Dezember war er gemeinsam mit Friedrich Merz in Kiew. Im Februar besuchte der 62-Jährige mit dem Kanzler in spe die Sicherheitskonferenz in München.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Tino Sorge, gesundheitspolitischer Sprecher der Union, zum Cannabis-Gesetz
Tino Sorge war bislang gesundheitspolitischer Sprecher der Union. Er könnte zukünftig als Gesundheitsminister unter Kanzler Friedrich Merz fungieren, und die Cannabislegalisierung rückgängig machen. Im November erläuterte er unserer Redaktion im Interview: „Wenn es möglich ist, werden wir die Cannabislegalisierung in einer neuen Regierungskonstellation rückgängig machen.“ © Philip Dulian/picture alliance
Die niedersächsischen Fraktionsvize Silvia Breher hat Außenseiterchancen auf das Digitalministerium unter Friedrich Merz. Die 51-Jährige ist gelernte Juristin.
Die niedersächsischen Fraktionsvize Silvia Breher hat Außenseiterchancen auf das Familienministerium unter Friedrich Merz. Die 51-Jährige ist gelernte Juristin. Im Jahr 2021 war Silvia Breher noch Teil des achtköpfigen „Zukunftsteams“ von dem damaligen Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Bereits dort vertrat sie das Thema Familie. Laschet verlor das Rennen um die Kanzlerschaft gegen Olaf Scholz.  © IMAGO/Jakub Porzycki
Die Brandenburger Richterin Sonja Eichwede könnte für die SPD in das Justizministerium einziehen.
Die Brandenburger Richterin Sonja Eichwede könnte nach Medienberichten für die SPD in das Justizministerium einziehen. Sie ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestags, seitdem ruht auch ihr Richteramt. Sie ist die Tochter des Historikers und Professors für Politik und Zeitgeschichte Osteuropas Wolfgang Eichwede. Die 37-Jährige hat einen Sohn. ©  IMAGO / dts Nachrichtenagentur
Die CSU hat als Schwesterpartei der CDU Anspruch auf Ressorts in Merz‘ Kabinett. An allererster Stelle ist hier Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef. Er soll ein mächtiges Ministerium wie das Finanz-, Innen- oder Verteidigungsministerium bekommen.
Die CSU hat als Schwesterpartei der CDU Anspruch auf Ressorts in Merz‘ Kabinett. An allererster Stelle ist hier Alexander Dobrindt, CSU-Landesgruppenchef. In Merz neuem schwarz-roten Kabinett soll er ein mächtiges Ministerium wie das Innenministerium bekommen. Dobrindt war bereits von Dezember 2013 bis Oktober 2017 Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Fortsetzung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD
Die frühere Bundestagspräsidentin Bärbel Bas könnte in Merz schwarz-roter Koalition das Ministerium für Arbeit übernehmen. Ob Soziales mit in das Ministerium aufgefasst wird, bleibt derweil offen. Unterdessen wurde Bas laut Medienberichten, auch als neue Parteivorsitzende der SPD gehandelt. Zuvor hatten bereits Manuela Schwesig und Anke Rehlinger abgelehnt.  © Kay Nietfeld/dpa
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, darf sich auf einen einflussreichen Posten in der neuen Regierung unter Merz freuen. Denkbar wäre das Innenressort, da Frei in dem Bereich als versiert gilt. Er könnte aber auch Kanzleramtschef werden oder den Fraktionsvorsitz übernehmen.
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei, darf sich auf einen einflussreichen Posten in der neuen Regierung unter Kanzler Friedrich Merz freuen. Er könnte in einer schwarz-roten Koalition unter Merz den wichtigen Posten des Kanzleramtschefs übernehmen. Zuvor hielt diesen Posten Wolfgang Schmidt von der SPD inne.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo ist für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei. Er könnte zukünftig im schwarz-roten Kabinett unter Friedrich Merz Staatsminister für Kultur im Bundeskanzleramt werden. Der 54-jährige CDUler würde in dieser Funktion Claudia Roth von den Grünen folgen.  © Jörg Carstensen/dpa
Klara Geywitz (SPD) war unter Olaf Scholz Bauministerin. Sie wird als mögliche Arbeitsministerin in einem Kabinett Merz gehandelt.
Klara Geywitz (SPD) war unter Olaf Scholz Bauministerin. Sie wird als mögliche Arbeitsministerin in einem Kabinett von Kanzler Friedrich Merz gehandelt. Geywitz hatte 2019 erfolglos mit Ex-Kanzler Olaf Scholz um den SPD-Vorsitz kandidiert. Im Dezember 2019 wurde sie zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD.  © IMAGO/Rüdiger Wölk
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet. Nach der verlorenen Wahl wurde Laschet 2022 Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Friedrich Merz plant für sein Kabinett wohl auch ein Digitalministerium. Es wird gemunkelt, dass er es mit einer Expertin oder einem Experten von außen besetzen will. Auf die Beraterin Julia Jäkel würde dies zutreffen.
Friedrich Merz plant für sein schwarz-rotes Kabinett wohl auch ein Digitalministerium. Es wird gemunkelt, dass er es mit einer Expertin oder einem Experten von außen besetzen will. Auf die Beraterin Julia Jäkel würde dies zutreffen. Julia Jäkel ist Managerin und Verlegerin. Sie ist in mehreren Aufsichtsräten aktiv.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Die Chefin des Start-up-Verbandes, Verena Pausder, könnte Digitalministerin in der neuen Regierung von Merz werden. Ihr wird ein gutes Verhältnis zum CDU-Chef nachgesagt.
Die Chefin des Start-up-Verbandes, Verena Pausder, könnte Digitalministerin in der neuen Regierung von Friedrich Merz werden. Ihr wird ein gutes Verhältnis zum CDU-Chef nachgesagt. Die 46-jährige Verena Pausder war im Aufsichtsratsmitglied bei der Commerzbank-Tochter comdirect. © IMAGO/Emmanuele Contini
Merz wird sich auch einen Politiker aus dem großen CDU-Landesverband Niedersachsen als Minister in die Regierung holen. Hendrik Hoppenstedt wäre hierfür ein Kandidat. Er ist parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und arbeitete unter Angela Merkel im Kanzleramt.
Merz wird sich auch einen Politiker aus dem großen CDU-Landesverband Niedersachsen als Minister in die Regierung holen. Hendrik Hoppenstedt wäre hierfür ein Kandidat. Er ist parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion und arbeitete unter Angela Merkel im Kanzleramt.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Mathias Middelberg (CDU) gilt als Haushaltsexperte. Ist er ein möglicher neuer Finanzminister im Kabinett von Friedrich Merz? Middelberg ist Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik und Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen.
Mathias Middelberg (CDU) gilt als Haushaltsexperte. Ist er ein möglicher neuer Finanzminister im Kabinett von Friedrich Merz? Middelberg ist Vize-Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Haushalt, Finanzen und Kommunalpolitik und Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen.  © IMAGO
Dorothee Bär (CSU) war bei der Bundestagswahl 2025 Stimmkreiskönigin und holte als einzige Kandidatin über 50 Prozent der Erststimmen. Belohnt Merz sie mit einem Ministeramt? Am ehesten käme wohl das Digitalministerium infrage. Bär war schon Digitalstaatsministerin unter Angela Merkel.
Dorothee Bär (CSU) war bei der Bundestagswahl 2025 Stimmkreiskönigin und holte als einzige Kandidatin über 50 Prozent der Erststimmen. Belohnt Friedrich Merz sie mit einem Ministeramt? Am ehesten käme wohl das Bildungsministerium infrage. In dem schwarz-roten Kabinett könnte sie eine sinnvolle Ergänzung darstellen – Regierungserfahrung besitzt sie bereits: Bär war schon Digitalstaatsministerin unter Angela Merkel.  © IMAGO/M. Popow
Als Umweltminister käme Andreas Jung (CD) infrage. Er gilt als Liberaler und stammt aus Baden-Württemberg. Merz will das Umwelt- und Klimaministerium wieder aus dem Wirtschaftsministerium herauslösen.
Als Umweltminister käme Andreas Jung (CD) infrage. Er gilt als Liberaler und stammt aus Baden-Württemberg. Kanzler Friedrich Merz will das Umwelt- und Klimaministerium wieder aus dem Wirtschaftsministerium herauslösen. Der deutsche Rechtsanwalt könnte in diesem schwarz-roten Kabinett eine passende Besetzung sein.  © IMAGO/M. Popow
Dirk Wiese von der SPD wird bei einer schwarz-roten Koalition als neuer Arbeitsminister gehandelt. Wiese ist Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion. Der gelernte Jurist war früher Mitarbeiter von Franz Müntefering.
Dirk Wiese von der SPD wird bei einer schwarz-roten Koalition als neuer Arbeitsminister gehandelt. Wiese ist Vize-Chef der SPD-Bundestagsfraktion. Der gelernte Jurist war früher Mitarbeiter von Franz Müntefering.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Noch eine mögliche Digitalministerin im Kabinett von Merz: Katrin Suder, Vorsitzende des Digitalrats der Bundesregierung. Sie war früher Unternehmensberaterin.
Noch eine mögliche Digitalministerin im Kabinett von Merz: Katrin Suder, Vorsitzende des Digitalrats der Bundesregierung. Sie war früher Unternehmensberaterin.  © M. Popow via www.imago-images.de
Svenja Schulze
Svenja Schulze könnte Berichten zufolge das Ministerium für Entwicklungshilfe übernehmen. Die 56-jährige SPDlerin wäre für Friedrich Merz schwarz-rotes Kabinett, eine Kandidatin mit Regierungserfahrung. Bis 2021 war Schulze Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland unter Kanzler Olaf Scholz.  © Thomas Banneyer/dpa
Sie gilt als Geheimtipp als mögliche Ministerin: Ex-Verfassungsschützerin Felor Badenberg. Sie ist Justizsenatorin in Berlin. Möglich wären das Justiz- oder Innenressort. Badenberg ist im Iran geboren und wäre eine Kandidatin mit Migrationshintergrund, die Chancen unter Merz hat.
Sie gilt als Geheimtipp als mögliche Ministerin: Ex-Verfassungsschützerin Felor Badenberg. Sie ist Justizsenatorin in Berlin. Möglich wären das Justiz- oder Innenressort. Badenberg ist im Iran geboren und wäre eine Kandidatin mit Migrationshintergrund, die Chancen unter Merz hat.  © IMAGO
Auf Ines Claus (CDU) soll Merz große Stücke halten. Sie wäre eine denkbare Justiz- oder Familienministerin. Claus ist Fraktionschefin in Hessen. Die 47-Jährige ist gelernte Juristin und gilt als konservativ und bodenständig.
Auf Ines Claus (CDU) soll Merz große Stücke halten. Sie wäre eine denkbare Justiz- oder Familienministerin. Claus ist Fraktionschefin in Hessen. Die 47-Jährige ist gelernte Juristin und gilt als konservativ und bodenständig.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Als mögliche Newcomerin in einem Kabinett von Friedrich Merz gilt Dagmar Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD und Historikerin. Sie könnte Arbeitsministerin werden.
Als mögliche Newcomerin in einem Kabinett von Friedrich Merz gilt Dagmar Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD und Historikerin. Sie könnte Arbeitsministerin werden.  © IMAGO/Juliane Sonntag
CSU-Mann Klaus Holetschek ist bislang Gesundheitsminister n Bayern. Geht es für ihn im gleichen Amt nach Berlin? Ambitionen auf einen Kabinettsposten unter Merz werden ihm nachgesagt. In der Gesundheitsbranche gilt er als gut vernetzt.
CSU-Mann Klaus Holetschek war bereits Gesundheitsminister in Bayern. Geht es für den Vorsitzenden der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag im gleichen Amt nach Berlin? Ambitionen auf einen Kabinettsposten unter Merz werden ihm nachgesagt. In der Gesundheitsbranche gilt er als gut vernetzt.  © IMAGO/Rolf Poss
Karin Prien kommt innerhalb der CDU als Bildungsministerium infrage. Als Merz während des Wahlkampfs gemeinsam mit der AfD im Bundestag abstimmte, verteidigte Karin Prien ihn leidenschaftlich. Prien ist derzeit Bildungsministerin in Schleswig-Holstein.
Karin Prien kommt innerhalb der CDU als Bildungsministerium infrage, für das schwarz-rote Kabinett infrage. Als Merz während des Wahlkampfs gemeinsam mit der AfD im Bundestag abstimmte, verteidigte Karin Prien ihn leidenschaftlich. Prien ist derzeit Bildungsministerin in Schleswig-Holstein. © IMAGO/teutopress GmbH
Verteidigungspolitik ist Sache des Bundes. Hat die Stimme der „Mayors for Peace“ als Plattform von Kommunen Gewicht?
Wir sind 900 Städte in Deutschland, wir sind fast 9000 weltweit. Die Zahl der Mitgliedskommunen ist gerade mit Blick auf die Situation in der Ukraine stark gewachsen und wächst weiter. Friedenspolitik ist ein Thema vor Ort. Man merkt, dass das Thema viele Menschen in den Städten bewegt. Mehr als 30 Jahre nach dem Kalten Krieg muss man festhalten: Die Atombombe ist wieder zurück auf der weltpolitischen Bühne, und das treibt natürlich viele Menschen um.
Die „Mayors for Peace“ wurden 1982 gegründet, auf Initiative des Bürgermeisters von Hiroshima. Welche Rolle spielt die Erinnerung an die beiden Atombomben, die über Japan abgeworfen wurden, in ihrer Arbeit?
Sie spielt eine sehr große Rolle, weil gerade diese beiden Städte, Hiroshima und Nagasaki, durch den Atombombenabwurf auf sie leider eine einzigartige Erfahrung durchleben mussten. Es gibt da keine Präzision. Die Wirkung geht weit über alles hinaus, was andere Waffen anrichten können. Die Zerstörung war immens, auch die Verseuchung der Städte. Das wirkt über Generationen hinweg. Es gibt beim Einsatz nuklearer Waffen kein Zurück.
Das Thema Krieg und Frieden geht weit über die Atomwaffen-Debatte hinaus, gerade mit Blick auf die Ukraine. Wie wirkt sich das in den Städten aus?
Das Thema Friedenspolitik wird in den Kommunen sehr stark bearbeitet, auch in Kooperation mit der Ukraine. Hannover hat eine sogenannte Solidaritätspartnerschaft mit Mykolajiw, wo wir versuchen, Friedenspolitik ganz konkret zu machen. Es geht dabei um Wiederaufbau, um Investitionen in die Infrastruktur und um die Unterstützung für die Menschen vor Ort.
Sehen Sie derzeit eine Chance, zu einer Verhandlungslösung zu kommen für die Ukraine?
Das ist eher schwierig. Wenn man sich anschaut, welche Positionen von Russland vertreten werden, ist das keine Basis. Vielmehr wird auf Zeit gespielt, es werden absurde Forderungen gestellt. Russland bombardiert die Ukraine weiter, es beschädigt die Infrastruktur und trägt den Krieg weiter ins Land. Daher habe ich leider wenig Hoffnung, glaube dennoch aber, dass man diesen Gesprächsfaden, der immerhin aufgenommen wurde, unbedingt weiterführen muss. Es gibt keine Alternative zu Gesprächen. Man muss sich aber immer wieder klarmachen, dass Wladimir Putin und die Regierung, die einem da gegenübersitzen, lügen. Sie spielen falsch und haben anscheinend kein echtes Interesse an einem Frieden. Von daher ist natürlich auch die Frage, ob man die Ukraine militärisch unterstützen muss, ausdrücklich mit Ja zu beantworten.

Organisation

Die „Mayors for Peace“ („Bürgermeister für den Frieden“) wurden 1982 vom damaligen Bürgermeister von Hiroshima, Takeshi Araki, gegründet. Das Netzwerk setzt sich vorrangig für die Abschaffung von Atomwaffen ein.

Rund 8500 Bürgermeister und Bürgermeisterinnen in 166 Ländern gehören der Organisation an – darunter rund 900 Stadtoberhäupter aus Deutschland. Belit Onay (Grüne) ist einer der Vizepräsidenten des weltweiten Netzwerks.

Die japanische Stadt Hiroshima wurde am 6. August 1945 weitgehend zerstört durch eine US-amerikanische Atombombe. Drei Tage später warf die US-Armee eine weitere Atombombe über Nagasaki ab. pit

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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