„Achse des Umbruchs“: Xi begrüßt Putin und Kim zur Militärparade in Peking
VonDaniel Dillmann
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China inszeniert zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine gigantische Militärparade. Putin ist zugegen, sogar Kim reist an – ein deutliches Signal an den Westen.
Peking – Ein diplomatisches Spektakel der besonderen Art erwartet die Welt: Chinas Staatspräsident Xi Jinping empfängt am 3. September zur größten Militärparade seit Jahren die Machthaber der international isoliertesten Staaten. Der russische Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un werden gemeinsam mit dem chinesischen Staatschef eine beispiellose Machtdemonstration auf dem Tiananmen-Platz inszenieren.
Das als Gedenken an die japanische Kapitulation vor 80 Jahren beworbene Ereignis entpuppt sich als strategisches Treffen einer alternativen Weltordnung. Wie CNN meldet, werden neben Putin und Kim auch der iranische Präsident Massud Peseschkian und Myanmars Junta-Chef Min Aung Hlaing erwartet – eine Versammlung der weltweit am stärksten sanktionierten Regime.
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Für Kim Jong-un stellt die Militärparade in Peking eine außergewöhnliche diplomatische Gelegenheit dar. Der nordkoreanische Diktator, der sein Land nur selten verlässt, reist erstmals seit 2019 wieder nach China. Laut der britischen BBC war seine letzte Auslandsreise ein Treffen mit Putin im russischen Weltraumbahnhof Wostotschny im Jahr 2023.
Die aufwendig choreografierte Parade wird Chinas militärische Stärke in vollem Umfang zur Schau stellen. Mehr als 10.000 Soldaten werden durch die chinesische Hauptstadt marschieren, begleitet von über 100 Kampfflugzeugen und modernsten Waffensystemen, wie CNN berichtet. Besonders brisant: Alle gezeigten Waffen sind chinesische Eigenentwicklungen, darunter Hyperschallraketen und elektronische Kampfsysteme.
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Während sich die Autokraten in Peking versammeln, demonstriert der Westen seine Ablehnung durch Abwesenheit. Wie Reuters berichtet, werden nur der slowakische Ministerpräsident Robert Fico und Serbiens Präsident Aleksandar Vucic als europäische Vertreter teilnehmen – beide bekannt für ihre kritische Haltung gegenüber westlichen Sanktionen gegen Russland.
Die Waffen-Show in Peking ist der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe an Militärparaden, die im laufenden Jahr durch mehrere Hauptstädte weltweit verliefen. Im Mai 2025 versammelten sich Staats- und Regierungschefs in Moskau, um die jährliche Siegesparade zu besuchen, mit der Russland an den Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert. Im Juni 2025 erfüllte US-Präsident Donald Trump sich seinen lang gehegten Wunsch einer Militärparade in Washington DC.
Diese Staatschefs und Machthaber reisen zur Miltärparade nach Peking
Name
Land
Wladimir Putin
Russland
Kim Jong-un
Nordkorea
Alexander Lukaschenko
Belarus
Massud Peseschkian
Iran
Aleksandar Vučić
Serbien
Robert Fico
Slowakei
Miguel Diaz-Canel
Kuba
Emmerson Mnangagwa
Simbabwe
Min Aung Hlaing
Myanmar
Ilham Alijew
Aserbaidschan
Nikol Paschinjan
Armenien
Shehbaz Sharif
Pakistan
Luong Cuong
Vietnam
Die Militärparade in Peking offenbart die zunehmende Polarisierung der Weltpolitik. Experten sprechen von einer „Achse des Umbruchs“, die sich gegen die westlich dominierte internationale Ordnung formiert. Xi Jinping nutzt die historische Symbolik des Sieges über Japan, um seine Vision einer multipolaren Welt zu propagieren – mit China als führender Kraft einer neuen Allianz.
Was als historische Gedenkfeier geplant war, entwickelt sich zur größten diplomatischen Herausforderung für den Westen seit Jahren. Xi Jinping inszeniert sich als Anführer einer neuen Weltordnung, in der die traditionellen westlichen Mächte an Einfluss verlieren – eine Botschaft, die weit über die Grenzen Pekings hinaus Beachtung finden wird. (dil)