Xi lässt Hunderte Panzer, Raketen und Kampfjets durch Peking ziehen – vor Putins Augen
VonBedrettin Bölükbasi
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Putin besucht seinen Verbündeten Xi Jinping. China will mit einer Parade Macht demonstrieren - auch gemeinsame Übungen mit Russland sind geplant.
Peking – Mit Zehntausenden Männern und Frauen will China bei der diesjährigen Militärparade anlässlich des 80. Jahrestages des Sieges im Widerstandskrieg gegen Japan seine Kampffähigkeit unter Beweis stellen. Vor Ort werden zahlreiche Staatsgäste erwartet: Darunter Russlands Präsident Wladimir Putin und der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un.
Putin besucht Xi Jinping in China – und ist zu Militärparade eingeladen
Unter den Augen von Staats- und Parteichef Xi Jinping sollen am 3. September insgesamt 45 Formationen über den Platz des Himmlischen Friedens in Peking laufen und fliegen. Wie Wu Zeke von der Zentralen Militärkommission in Peking sagte, sind darunter ausgewählte Einheiten des Heeres, der Marine, der Luftwaffe, aber auch der Luftabwehrtruppen. Zudem will die Staatsführung in der rund 70-minütigen Vorführung Hunderte Panzer und Militärfahrzeuge sowie Kampfflugzeuge und Hubschrauber zur Schau stellen.
Im Internet kursierten bereits Fotos von Militärfahrzeugen auf Pekings Straßen mit Raketen oder unbemannten Unterwasser-Systemen. Schon länger trainieren am Stadtrand Einheiten in der Sommerhitze für die Parade. Chinesischen Beamten zufolge werden alle gezeigten Waffensysteme aus chinesischer Herstellung stammen. Darunter soll neue, bisher nicht gezeigte Ausrüstung sein: Unter anderem Drohnen, elektronische Störsysteme, Hyperschallwaffen sowie Raketen- und Luftabwehrsysteme.
Putin besucht Xi Jinping in China: „Wichtiges Treffen von historischer Bedeutung“
Der chinesische Botschafter in Moskau, Zhang Hanhui, bezeichnete den Besuch von Putin in China bereits als „bedeutend“. Gegenüber der russischen Agentur Tass sagte er: „Die Staats- und Regierungschefs Chinas und Russlands werden erneut ein wichtiges Treffen von historischer Bedeutung abhalten, das die Richtung der weiteren Entwicklung der bilateralen Beziehungen bestimmen und der Vertiefung der Zusammenarbeit in allen Bereichen neue kraftvolle Impulse geben wird.“
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Die beiden Länder seien „gute Nachbarn“ und „Freunde“, die sich gegenseitig als „Kooperationspartner mit höchster Priorität“ betrachten würden. Es handle sich um „eine der stabilsten, ausgereiftesten und strategisch wertvollsten Beziehungen zwischen Großmächten in der modernen Welt“, so Hanhui. China unterstützt den Ukraine-Krieg von Putin unter anderem mit Drohnenteilen und weiteren Waffen.
Die Interaktion zwischen China und Russland begrenzt sich aktuell nicht nur auf Militärparaden. Stattdessen sind auch gemeinsame Militärübungen geplant. Im Japanischen Meer gab es bereits zwischen dem 1. und 5. August ein gemeinsames Manöver. Zusätzlich soll es jetzt auch Patrouillen im asiatisch-pazifischen Raum geben.
„Besatzungen der russischen und der chinesischen Marine werden eine neue Arbeitsgruppe bilden, um gemeinsame Patrouilleneinsätze im asiatisch-pazifischen Raum durchzuführen“, hieß es vom Pressedienst der russischen Pazifikflotte laut russischen Agenturen. Die Flotte besteht darauf, dass die Übungen im Japanischen Meer „defensiver Natur“ sind und nicht gegen ein anderes Land gerichtet werden. (bb mit Agenturen)