Parteichef hat Klinik verlassen

Nach Chrupalla-Vorfall: Neue Wende im Nadelstich beim AfD-Chef

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  • Daniel Dillmann
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    Florian Naumann

Eine Verletzung von AfD-Parteichef Tino Chrupalla wirft weiter Fragen auf. Nun wurden weitere Details aus dem Krankenhaus veröffentlicht.

Update vom 7. Oktober, 11.15 Uhr: Die vermeintliche Attacke auf AfD-Chef Tino Chrupalla in Ingolstadt bleibt mysteriös. Bereits am Freitag teilte die Staatsanwaltschaft Ingolstadt mit, dass bei toxikologischen Untersuchungen keine giftigen Stoffe in Chrupallas Blut nachgewiesen werden konnten.

Chrupalla-Vorfall in Ingolstadt: Kein tatsächlicher Nadelstich festgestellt

Nun liegt „ZDF frontal“ der vorläufige Arztbrief vor, aus dem hervorgeht, dass die Ärzte des Klinikums Ingolstadt eine „intramuskuläre Injektion mit einer unklaren Substanz“ bei dem AfD-Chef diagnostiziert hätten. Auch ein „Nadelstich“ am rechten Oberarm im Bereich der Schultermuskulatur soll dokumentiert worden sein.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen erfuhr, hat die Polizei inzwischen dazu auch den behandelnden Arzt befragt. Demnach handele es sich bei dem Wort um eine Beschreibung des Verletzungsbilds auf Grundlage von Chrupallas Angaben, nicht um eine tatsächliche Feststellung eines erfolgten Nadelstichs. Die AfD hatte in ihrer Darstellung angegeben, dass intramuskulär eine Infektion mit einer noch unbekannten Substanz erfolgt sei.

Chrupalla-Vorfall: Blutproben des AfD-Chefs unauffällig

Update vom 6. Oktober, 16.45 Uhr: Nach dem Krankenhaus-Aufenthalt von AfD-Chef Tino Chrupalla in Folge eines Vorfalls bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bayern hat die kriminaltechnische Untersuchung seiner Blutproben keine besonderen Befunde ergeben. Die toxikologische Untersuchung der Ermittler sei unauffällig gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen. Auch die Staatsanwaltschaft sprach davon, dass die Untersuchung der Blutproben Chrupallas unauffällig gewesen sei.

Zuvor hatte Chrupallas Büro einen ärztlichen Entlassbrief vom Klinikum Ingolstadt zur Einsicht zur Verfügung gestellt, dem zufolge auch das toxikologische Screening im Krankenhaus negativ verlaufen sei. In dem Schreiben war sowohl von einer „intramuskulären Injektion“ als auch an anderer Stelle von einer „Infektion mit unklarer Substanz“ die Rede. Auch ein „Nadelstich“ im rechten Oberarm wird in dem Schreiben beim Befund zur körperlichen Untersuchung des AfD-Chefs erwähnt.

Chrupalla-Vorfall: AfD gibt neue Details bekannt

Update vom 6. Oktober, 14.15 Uhr: Die AfD hat nach dem Vorfall um ihren Vorsitzenden Tino Chrupalla bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ingolstadt neue Details aus dem Krankenhaus bekannt gegeben. Aus dem Arztbrief des Klinikums Ingolstadt gehe hervor, dass bei Chrupalla ein „Nadelstich am rechten Oberarm“ nachgewiesen werden konnte. „Des Weiteren sei intramuskulär eine Infektion mit einer noch unbekannten Substanz erfolgt. Die kriminaltechnische, toxikologische Analyse dauert an“, heißt es in der Stellungnahme auf der offiziellen Website der Partei weiter.

Auch die Deutsche Presse-Agentur berichtet aus einem Dokument der Ärzte, das von Chrupallas Büro zur Verfügung gestellt worden war, von einer „Infektion mit unklarer Substanz“. Das toxikologische Screening in der Klinik sei negativ verlaufen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Ingolstadt konnte die Angaben am Freitag zunächst nicht bestätigen. Das Ergebnis einer kriminaltechnischen Analyse von Chrupallas Blut stand am Freitag noch aus. Zuerst hatte die rechtskonservative Zeitung Junge Freiheit über den Arztbrief berichtet.

Update vom 6. Oktober, 10.45 Uhr: Nach Chrupallas Vorfall auf der Wahlkampfveranstaltung reißt die Kritik am Vorsitzenden nicht ab. So schrieb der Meteorologe und Journalist Jörg Kachelmann am 5. Oktober auf X: „Korrekt, die Forderungen nach einer Anteilnahme am Schicksal von Herrn Chrupalla sind abseitig. Ich bin bereit, Straftaten generell zu verurteilen. Darüber hinaus muss ich aber festhalten, dass das Land ethisch und gesellschaftlich gewonnen hätte, wäre er nicht geboren worden.“

Chrupalla angeblich angegriffen – Ermittlungen laufen weiter

Update vom 6. Oktober, 09.00 Uhr: Wenige Details sind nach dem Vorfall, bei dem AfD-Chef Chrupalla mutmaßlich angegriffen wurde, bekannt. Die Ermittlungen der Polizei werden laut einem Sprecher noch mehrere Tage dauern. Ergebnisse von Chrupallas Blutproben und den Tests an seiner Kleidung würden diese Woche wohl nicht mehr vorliegen, sagte der Polizeisprecher laut saechsische.de. „Es werden auch noch weitere Zeugen vernommen. Nach dem Vorfall haben wir eine Vielzahl von Personalien aufgenommen.“

Angeblicher Angriff auf Tino Chrupalla: Bayerns Innenminister kritisiert AfD – „infam und hinterfotzig“

Update vom 5. Oktober, 20.01 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat der AfD nach dem Vorfall rund um Parteichef Tino Chrupalla in Ingolstadt schwere Vorwürfe gemacht. Es erschrecke, „wie infam und hinterfotzig die AfD im Landtagswahlkampf versucht, aus den Vorfällen bei ihrer eigenen Klientel Kapital zu schlagen, ohne die Ermittlungen abzuwarten“, so der CSU-Politiker laut der Nachrichtenagentur dpa. Herrmann betonte, dass es nach wie vor keine Erkenntnisse über einen Angriff auf den Vorsitzenden der rechtspopulistischen Partei gebe.

Tino Chrupalla verlässt Krankenhaus nach angeblichem Angriff in Ingolstadt

Update vom 5. Oktober, 19.10 Uhr: Tino Chrupalla hat das Krankenhaus nach dem mutmaßlichen Angriff verlassen. Das teilte die AfD stellvertretend für ihren Vorsitzenden am Donnerstagabend mit. Chrupalla habe demnach infolge einer „Stichverletzung“ unter „starken Schmerzen und Übelkeit“ gelitten. Er sei mittlerweile aus Ingostadt abgereist, befände sich aber weiterhin in medizinischer Behandlung. Seine Auftritte im Wahlkampf zur Bayern-Wahl seien abgesagt worden.

Update vom 5. Oktober, 17.35 Uhr: Weiter bleibt der Fall um die Verletzung von AfD-Chef Tino Chrupalla unklar. Weder die Partei noch ihr Vorsitzender haben bisher weitere Hintergründe bekannt gegeben. Laut dem Spiegel wurde am Ort der Wahlkampfveranstaltung eine Pinnwandnadel gefunden worden. Weder Staatsanwaltschaft noch Polizei haben bislang weitere Angaben zu den Ermittlungen gemacht.

AfD-Chef Tino Chrupalla hat das Krankenhaus in Ingolstadt nach einem angeblichen Angriff wieder verlassen. (Archivbild)

Ermittlungen wegen möglicher Straftat nach angeblichen Angriff auf Chrupalla

Update vom 5. Oktober, 15.15 Uhr: Im Fall des ins Krankenhaus eingelieferten AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla wird wegen einer möglichen Straftat ermittelt – Anzeichen für einen Angriff gibt es jedoch bislang nicht. Die Partei sprach danach von einem „tätlichen Übergriff“ und „einem Stich“. In einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft vom Nachmittag zum Stand der Ermittlungen heißt es jedoch: „Es liegen zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Erkenntnisse vor, dass Herr Chrupalla angegangen oder angegriffen wurde.“

Den Ermittlern zufolge machten mehrere Menschen bei der Veranstaltung Selfies mit Chrupalla, wobei es „zu einem leichten Körperkontakt kam“. Auf dem Weg zur Bühne habe der AfD-Chef dann Schmerzen im Oberarm gespürt. Aufgrund „weiterer gesundheitlicher Beschwerden“ wurde er schließlich in die Klinik gebracht. Den Angaben zufolge konnte am Oberarm eine oberflächliche Rötung beziehungsweise Schwellung festgestellt werden.

Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel

Die AfD liegt in den Umfragen zur Bundestagswahl 2025 an zweiter Stelle.
Die AfD liegt in den Umfragen zur Bundestagswahl 2025 an zweiter Stelle. Anders als jahrelang üblich, gab es bei ihrem Bundesparteitag im Januar 2025 in Riesa kaum große Streitthemen. Auch die Mitglieder des AfD-Bundesvorstands verbreiteten Harmonie (von links nach rechts): Carsten Hütter, Alice Weidel, Tino Chrupalla, Peter Boehringer und Heiko Scholz. In Riesa beschloss die AfD ihr Wahlprogramm.  © Sebastian Kahnert/dpa
Auf dem Parteitag wurde Parteichefin Alice Weidel zur Kanzlerkandidatin gekürt.
Im Mittelpunkt des Parteitags stand Alice Weidel, die die AfD mit einer schrillen Rede auf den Wahlkampf einschwor. Vor allem mit ihrer rigorosen Wortwahl schien sie den Nerv der Partei zu treffen. So forderte sie Rückführungen im großen Stil: „Wenn es dann Remigration heißen soll, dann heißt es eben Remigration.“ Zuvor hatte sie diesen Begriff vermieden.  © Jens Schlüter/AFP
AfD-Bundesparteitag in Riesa
Tatsächlich ist nach Riesa rhetorisch kein Unterschied mehr zwischen Weidel und den Rechtsextremen auszumachen. Immer wieder gelang es ihr, die düstere AfD-Seele mit ihrer scharfen Wortwahl zu massieren. So prägte sie auch den irren Begriff ,,Windmühlen der Schande“.  © Sebastian Kahnert/dpa
AfD Parteitag 2013 in Berlin
Wie aber kam es zum Aufstieg der AfD? Los ging alles am 6. Februar 2013, als 18 Menschen im hessischen Oberursel (Taunus) die Partei „Alternative für Deutschland“ gründeten. Der erste AfD-Parteitag fand bereits am 14. April 2013 statt (im Bild). Bei der Bundestagswahl im selben Jahr erzielte die neue Partei aus dem rechten Spektrum auf Anhieb 4,7 Prozent – das beste Ergebnis, das eine neu gegründete Partei jemals bei ihrer ersten Bundestagswahl erzielen konnte.  © imago
Landesparteitag der AfD am 11. Januar 2014 in Gießen
Nahezu von Anfang begleiten Gegendemonstrationen die AfD-Veranstaltungen - wie hier der Landesparteitag am 11. Januar 2014 in Gießen. Der rechtspopulistischen Partei werden immer wieder Demokratie- und Europafeindlichkeit vorgeworfen. © imago stock&people
Dr. Konrad Adam, Journalist und Mitgebründer der Alternative für Deutschland (AfD)
Als einer der Gründungsväter der AfD gilt Konrad Adam. Der 1942 in Wuppertal geborene Journalist arbeitete für die Tageszeitungen FAZ und Welt. Zunächst war er Gründungsmitglied der eurokritischen Wahlalternative 2013 und wurde noch im selben Jahr einer von drei Bundessprechern der neu gegründeten AfD. Wie viele andere war Adam ursprünglich CDU-Mitglied, ehe er – vermutlich aus Enttäuschung über die als linksliberal wahrgenommene Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) – eine neue Heimat in der AfD fand. Zwei Jahre blieb Adam Bundessprecher, doch bereits im Dezember 2015 begann er, sich von der Partei zu distanzieren. 2020 kündigte er seinen Austritt aus der AfD an, der am 1. Januar 2021 in Kraft trat. © imago
Konrad Adam, Bernd Lucke und Alexander Gauland auf dem ersten Parteitag der AfD in Berlin.
Das bekannteste Gesicht der AfD-Gründungsphase gehört dem Mann mit erhobenen Armen: Bernd Lucke. Geboren 1962 in West-Berlin und aufgewachsen in Nordrhein-Westfalen, studierte Lucke Volkswirtschaftslehre und wurde später in Hamburg Professor. Mit 14 Jahren trat Lucke in die CDU ein und verließ die Union 33 Jahre später, weil er mit der Eurorettungspolitik nicht einverstanden war. Der Euro und die EU wurden zu den zentralen Kritikpunkten, die Lucke in den folgenden Jahren bezogen auf die Bundespolitik äußerte. Ergebnis dieser Kritik war zunächst die eurokritische Wahlalternative 2013, aus der am 14. April 2013 die AfD hervorging. © imago
rof. Dr. Bernd Lucke im Wahlkampf für die AfD
Bereits im September 2013 engagierte sich Prof. Dr. Bernd Lucke im Wahlkampf für die AfD, wie hier auf einer Veranstaltung in Magdeburg. © IMAGO/Zoonar.com/Axel Kammerer
Bernd Lucke als Vorsitzender der AfD auf einem Parteitag
Auch Bernd Luckes Zeit in der AfD war nur eine kurze. 2014 ging er noch als Spitzenkandidat der „Alternative für Deutschland“ in den Wahlkampf für die anstehende Europawahl. Bis 2019 war Lucke im Anschluss Mitglied im Europäischen Parlament. Doch bereits 2015 deutete sich an, dass Lucke im internen Machtkampf in der AfD den Kürzeren ziehen könnte. Führende Köpfe der AfD wie Björn Höcke gerieten in Konflikt mit dem Vorsitzenden. Lucke ging und trat 2015 aus der AfD aus. Er gründete die nächste Partei: die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA). © imago
Olaf Henkel GER Berlin 20150112 Alternative für Deutschland Prof Hans Olaf Henkel Veranstaltun
Anfang 2014 wurde die AfD-Mitgliedschaft von Professor Hans-Olaf Henkel bekannt. Einen Namen machte sich Henkel als erfolgreicher Manager bei IBM. Später wechselte er auf die Verbandsebene und wurde Präsident des BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie). 2014 zog er für die AfD ins Europaparlament ein. Für ein Jahr war Henkel sogar stellvertretender Bundessprecher der „Alternative für Deutschland“. 2015 trat Hans-Olaf Henkel wieder aus der AfD aus. © imago
Hans-Olaf Henkel, hier mit Ehefrau Bettina und ihrer Zwillingsschwester Almut
Seinen Bruch mit der AfD begründete Hans-Olaf Henkel, hier mit Ehefrau Bettina und ihrer Zwillingsschwester Almut beim Bundespresseball 2019, mit dem Rechtsruck der Partei. Gegenüber dem WDR bezeichnete Henkel die AfD im Jahr 2015 als „eine Art NPD-light, vielleicht sogar identisch mit der NPD“. Sein Engagement bei der AfD sieht Henkel mittlerweile offenbar kritisch: „Wir haben ein Monster erschaffen.“ © VISTAPRESS / G. Chlebarov via www.imago-images.de
Deutschland Essen Grugahalle 4 Ausserordentlicher AfD Parteitag Bernd Lucke nach der Wahl von F
Auf Bernd Lucke folgte an der Parteispitze der AfD Frauke Petry. Die studierte Chemikerin wurde 1975 in Dresden geboren. 2013 war sie bereits neben Lucke eine der drei Parteisprecherinnen der AfD. Außerdem wurde sie im selben Jahr zur Vorsitzenden der AfD Sachsen gewählt.  © imago
Frauke Petry AfD
Im Juli 2015 schließlich kam es zum internen Machtkampf in der AfD, den Petry für sich entscheiden konnte. Doch schon zwei Jahre später war auch für sie wieder Schluss. Ende September 2017 trat sie aus der AfD aus und gründete wie Lucke ihre eigene kleine Partei: Petry nannte sie „Die blaue Partei“. © Michael Kappeler/dpa
Prof. Dr. Jörg Meuthen (M.), Bundessprecher der AfD, Deutschland, Berlin, Bundespressekonferenz, Thema: AfD - Zu den Bu
Ein ähnliches Schicksal wie Petry und Lucke ereilte auch Jörg Meuthen (Mitte). Der 1961 in Essen geborene studierte Volkswirt wurde 2015 zu einem der zwei Bundessprecher der AfD gewählt. 2019 gelang ihm der Sieg bei der Wahl zum ersten Bundesvorsitzenden der AfD. Doch schon 2021 erklärte Meuthen, nicht erneut für den Vorsitz kandidieren zu wollen. 2022 folgte dann der endgültige Austritt aus der Partei. Der ließ sich auf seine Niederlage im Machtkampf mit Björn Höcke und den rechtsextremen Kräften innerhalb der AfD zurückführen. © M. Popow/Imago
Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA)
Auftrieb erhielt die AfD auch durch ihre Nähe zur Pegida-Bewegung. Die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) demonstrierten ab 2014 in Dresden und später in weiteren Städten. Immer wieder schlossen sich AfD-Leute den Demonstrationen an, darunter 2018 in Chemnitz auch Björn Höcke. © Ralf Hirschberger/dpa
Beatrix von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg
Auch Adel findet sich unter den Führungspersönlichkeiten der AfD: Beatrix von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, war einst bei der FDP und gehörte 2013 zu den Gründungsmitgliedern der AfD. Sie war von Dezember 2019 bis Juni 2022 stellvertretende Bundessprecherin ihrer Partei. Seit Oktober 2017 ist sie eine der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion. © Moritz Frankenberg/dpa
Doris Fürstin von Sayn-Wittgenstein im Sitzungssaal des schleswig-holsteinischen Landesverfassungsgerichts.
Auch Doris Fürstin von Sayn-Wittgenstein wurde aus der AfD ausgeschlossen. Sayn-Wittgenstein soll für einen rechtsextremistischen Verein geworben haben, der auf der sogenannten Unvereinbarkeitsliste der AfD stand. Doch die 1954 geborene Rechtsanwältin wehrte sich erfolgreich gegen den Parteiausschluss, den ein Bundesschiedsgericht 2019 beschlossen hat. Im April 2021 urteilte das Landgericht Berlin, dass der Ausschluss aufgrund formaler Fehler unwirksam sei. Damit war sie wieder Parteimitglied. Im Februar 2024 zog der AfD-Bundesvorstand seine Berufung beim Berliner Kammergericht zurück, wodurch das Urteil rechtskräftig geworden ist.  © Marcus Brandt/dpa
Alexander Gauland, heute AfD-Mitglied, früher Herausgeber der Märkischen Allgemeinen Zeitung
Ein Urgestein der AfD, das all die personellen Wechsel überstanden hat und immer noch da ist: Alexander Gauland. Geboren 1941 in Chemnitz, war Gauland vor seiner aktiven politischen Karriere Herausgeber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ). CDU-Mitglied wurde der gelernte Jurist bereits 1973, ab 1987 übernahm er verschiedene politische Ämter, vor allem für die Union in Hessen. CDU-Mitglied blieb Gauland bis 2013, ehe er die AfD mitgründete. Im Jahr 2017 wurde Gauland Bundessprecher der AfD (bis 2019). Von 2017 bis 2021 war er neben Alice Weidel einer von zwei Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion. 2021 gab er dieses Amt wieder ab, blieb der Partei aber als Ehrenvorsitzender erhalten. © imago
AfD-Chefin Alice Weidel
Alice Weidels Aufstieg in der AfD begann mit ihrem Parteieintritt im Jahr 2013. Zwei Jahre später wurde sie bereits in den Bundesvorstand gewählt. 2017 ernannte sie die Partei zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl. Im selben Jahr wurde Weidel neben Alexander Gauland Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, die sie vier Jahre lang führte. © Sebastian Kahnert/dpa
Alice Weidel wohnt mit ihrer Partnerin Sarah Bossard
Alice Weidel wohnt mit ihrer Partnerin Sarah Bossard in einer eingetragenen Partnerschaft zusammen. Das Paar hat zwei Söhne. (Archivbild) © Michael Buholzer/dpa
Tino Chrupalla bei der AfD
Neben Alice Weidel machte in den vergangenen Jahren vor allem Tino Chrupalla bei der AfD von sich reden. Einst Mitglied der Jungen Union und nach eigenen Angaben langjähriger CDU-Wähler, trat Chrupalla 2015 in die AfD ein. 2017 zog er für die Rechtspopulisten in den Bundestag ein. Im selben Jahr wurde er zu einem von fünf stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion gewählt. © imago
Tino Chrupalla neben Jörg Meuthen
Im Jahr 2019 wurde Tino Chrupalla neben Jörg Meuthen zum Bundesvorsitzenden der AfD.  © Julian Stratenschulte
Alice Weidel und Tino Chrupalla
In den Wahlkampf für die Bundestagswahl 2021 zog die AfD mit einer Doppelspitze, bestehend aus Alice Weidel und Tino Chrupalla. Beide stehen seitdem als Bundessprecherin und Bundessprecher an der Spitze der Partei.  © Kay Nietfeld/dpa
Björn Höcke war zwar nie Vorsitzender der AfD,
Björn Höcke war zwar nie Vorsitzender der AfD, gilt aber dennoch als einer der einflussreichsten Personen innerhalb der rechtspopulistischen Partei. Wie Chrupalla gibt auch er an, einst überzeugter Anhänger der CDU und Mitglied der Jungen Union gewesen zu sein. 2013 trat er der AfD bei. © Christoph Soeder/dpa
Björn Höcke den AfD-Landesverband
Ebenfalls 2013 gründete Björn Höcke den AfD-Landesverband in Thüringen. Kurze Zeit später kam es zum Streit mit dem damaligen Bundesvorstand der AfD, der 2017 sogar den Parteiausschluss Höckes beantragte. Den Machtkampf mit der alten Garde der AfD gewann aber Höcke. Er ist weiterhin Parteimitglied, während Widersacher wie Bernd Lucke, Frauke Petry oder Jörg Meuthen die Partei verlassen haben. © Sebastian Kahnert/dpa
André Poggenburg in Leipzig
Anders erging es da einem einstigen Verbündeten von Björn Höcke: André Poggenburg. Gemeinsam mit Höcke hatte der ehemalige Vorsitzende der AfD Sachsen-Anhalt 2015 ein Positionspapier des „AfD-Flügels“ verfasst und damit wie Höcke den Ärger der Parteiführung auf sich gezogen. 2019 plante der AfD-Bundesvorstand, Poggenburg für zwei Jahre von allen Parteiämtern auszuschließen. Dazu kam es nicht, denn Poggenburg trat kurz darauf aus der AfD aus und gründete in alter Tradition ehemaliger AfD-Politiker eine eigene Partei unter dem Namen „Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland“. Inzwischen ist er parteilos. © Sebastian Willnow/dpa
AfD-Parteitag Riesa - Proteste
Mit dem Aufstieg der AfD zur bundesweiten Größe und dem Einzug in zahlreiche Landesparlamente sowie den Deutschen Bundestag mehrte sich auch der Protest gegen die Rechtspopulisten. Der AfD-Bundesparteitag in Riesa im Januar 2025 wurde von zahlreichen Demonstrationen begleitet. © Daniel Wagner/dpa
AfD-Bundesparteitag in Riesa mit Alice Weidel
Die Proteste hielten die Delegierten auf dem AfD-Bundesparteitag aber nicht davon ab, Alice Weidel zur Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl 2025 zu ernennen. Die AfD stellt damit erstmals in ihrer Geschichte eine eigene Kanzlerkandidatin. © Sebastian Kahnert/dpa

Die weiteren Untersuchungen verliefen laut Staatsanwaltschaft jedoch „unauffällig“. Sie beruft sich in ihrer Darstellung auf Zeugenaussagen von Chrupalla, seinen Personenschützern, einer Frau, die als Ordnerin tätig war, sowie weiteren Teilnehmenden der Veranstaltung.

Die Staatsanwaltschaft kündigte weitere Ermittlungen an. So seien verschiedene Gutachten in Auftrag gegeben worden - unter anderem zu Blutproben und der Kleidung, die Chrupalla bei dem Vorfall trug. Die Ergebnisse stünden noch aus. Auch von Teilnehmenden der Veranstaltung auf einer eingerichteten Upload-Plattform eingestellte Bilder sollten noch ausgewertet werden.

Update vom 5. Oktober, 13.15 Uhr: Nach einem Vorfall bei einer Wahlkampfveranstaltung mit AfD-Chef Tino Chrupalla ist ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Körperverletzung eingeleitet worden. Das Verfahren laufe gegen unbekannt, einen konkreten Verdächtigen gebe es nicht, sagte nun eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Ingolstadt. Bereits bei einem Anfangsverdacht werde ein solches Ermittlungsverfahren eingeleitet, sagte sie.

Es liefen Untersuchungen auf mögliche Substanzen im Körper Chrupallas, hatte es zuvor aus dem Büro des Politikers geheißen. Ein Polizeisprecher sagte dazu, dass es zu einem möglichen Spritzenangriff auf Chrupalla aktuell keine Erkenntnisse gebe.

Hintergründe noch unklar: AfD-Sprecher berichtet von „Stich“ gegen Chrupalla

Update vom 5. Oktober, 12.00 Uhr: AfD-Chef Tino Chrupalla wird nach Angaben seines Büros weiter in einem Krankenhaus im oberbayerischen Ingolstadt behandelt. Chrupalla liege „weiterhin auf der Intensivstation“, sei aber nach wie vor ansprechbar, sagte ein Sprecher. Er sprach von einer „Einstichstelle“. Es liefen Untersuchungen auf mögliche Substanzen im Körper, die Polizei ermittele. Ein Parteisprecher erklärte: „Es gibt einen Stich.“ Er könne dies aber derzeit nicht weiter konkretisieren. „Wir bleiben bei einem tätlichen Übergriff“, betonte er zugleich.

Was genau zur Krankenhaus-Einweisung Chrupallas führte, blieb aber zunächst unklar. Es sei ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Körperverletzung eingeleitet worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Ingolstadt am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Ein Polizeisprecher hatte am Mittwoch erklärt, es habe zunächst keine Hinweise auf einen Angriff gegeben.

Der Chef der Bayern-AfD, Stephan Protschka, geht nach eigenen Angaben davon aus, dass Chrupalla für den Wahlkampf-Endspurt ausfällt. „Nach aktuellem Stand wird er bis zur Wahl wohl keine Auftritte mehr wahrnehmen können.“ Laut einem Sprecher der AfD-Landtagsfraktion steht auch die Teilnahme Chrupallas an der Wahlparty in München am Sonntagabend auf der Kippe.

AfD-Chef Chrupalla in Ingolstadt in Klinik: „Intensivmedizinisch überwacht“

Update vom 4. Oktober, 23.46 Uhr: Zum Vorfall mit AfD-Chef Tino Chrupalla in Ingolstadt hat sich dessen Partei nun erneut zu Wort gemeldet. Ein Sprecher des 48-Jährigen ließ laut dpa verlauten, dass dieser „den Umständen entsprechend stabil“ sei. Er werde die kommende Nacht „intensivmedizinisch überwacht“. Und: Chrupalla sei ansprechbar.

Ermittlungen zu Chrupalla-„Vorfall“ eingeleitet: Polizei sah weder Verletzung noch Angriff

Update vom 4. Oktober, 22.30 Uhr: Mittlerweile hat sich auch das Polizeipräsidium Oberbayern Nord zum „Vorfall“ um Tino Chrupalla gemeldet: Den Angaben zufolge musste der AfD-Chef am Nachmittag vor Beginn einer Rede auf dem Theaterplatz in Ingolstadt hinter der Bühne medizinisch versorgt werden und wurde dann ins Krankenhaus gebracht. Eine offensichtliche Verletzung sei zu diesem Zeitpunkt nicht erkennbar gewesen.

Ein Sprecher sagte, die Polizei wolle ermitteln, ob Dritte für den Vorfall verantwortlich sein könnten. Es gebe aber keine Hinweise auf einen Angriff. Das sei der derzeitige Ermittlungsstand. Die AfD hatte von einem „tätlichen Vorfall“ gegen Chrupalla gesprochen.„Um die näheren Umstände dieses medizinischen Vorfalls abzuklären, wurden die weiteren Ermittlungen durch die Kriminalpolizeiinspektion Ingolstadt übernommen“, hieß es in der Polizeimitteilung weiter. Besucher, die im Umfeld der Veranstaltung Fotos oder Videos gemacht haben, wurden aufgerufen, diese der Polizei zur Verfügung zu stellen.

AfD im Bayern-Wahlkampf: Chrupalla nach „tätlichem Vorfall“ in Klinik

Erstmeldung vom 4. Oktober, 18.29 Uhr: Ingolstadt – Vor einer AfD-Wahlkampfkundgebung in Ingolstadt hat es nach Angaben der Partei einen „tätlichen Vorfall“ gegen den Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla gegeben. Chrupalla sei deshalb in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es von der AfD-Bundesgeschäftsstelle auf Anfrage. Chrupallas Gesundheitszustand befinde sich „noch in der Klärung“.

Die Polizei Ingolstadt sprach auf Anfrage von einem Polizeieinsatz bei einer AfD-Kundgebung im Zuge der Bayern-Wahl, nannte aber zunächst keine Details. Zuvor hatten der Donaukurier und die Junge Freiheit über den Vorfall berichtet.

Vor Bayern-Wahl: AfD-Chef Tino Chrupalla nach Vorfall in Menschenmenge ins Krankenhaus

In Bayern wird am Sonntag der Landtag neu gewählt. Ein Sprecher der bayerischen AfD-Landtagsfraktion sagte, Chrupalla hätte in Ingolstadt eine Rede halten sollen. Kurz davor sei es in einer Menschenmenge zu einem Vorfall gekommen. Chrupalla sei dann ins Krankenhaus gebracht worden. Mehr könne er derzeit auch nicht sagen, sagte der Sprecher in München.

Der 48-jährige Sachse Chrupalla steht seit knapp vier Jahren an der Spitze der AfD. Zunächst führte er die Partei gemeinsam mit Jörg Meuthen, der Anfang 2022 aus der AfD austrat. Seit Juni 2022 bilden Chrupalla und Alice Weidel das Führungsduo der Partei. Sie sind außerdem Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion.

Mehrfach AfD-Wirbel: Weidel hatte auf Auftritt verzichtet – „Hinweise auf Anschlag“

Weidel hatte am Dienstag, dem Tag der Deutschen Einheit, auf einen geplanten öffentlichen Auftritt im bayerisch-thüringischen Grenzort Mödlareuth verzichtet. Ein Sprecher hatte gesagt, es habe am vorletzten Wochenende einen „sicherheitsrelevanten Vorfall“ gegeben. „Frau Weidel und ihre Familie wurden von Sicherheitsbehörden aus ihrer privaten Wohnung an einen sicheren Ort verbracht, da sich Hinweise verdichtet hatten, die auf einen Anschlag auf ihre Familie hindeuteten“, hatte er auf Anfrage gesagt. (dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Bernd Elmenthaler

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