AfD stark in NRW

AfD könnte bei Kommunalwahlen in NRW historischen Zuwachs erzielen

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Kommunalwahl in NRW: Die CDU steht unter Druck, während die AfD mit Rekordwerten auftrumpft. Ein Stimmungstest für die Bundespolitik.

Bonn – In sieben Wochen stehen in Nordrhein-Westfalen die Kommunalwahlen 2025 an. Die Wahl wird nicht nur als wichtiger Stimmungstest für das bevölkerungsreichste Bundesland gewertet, sondern auch als Gradmesser für die Bundespolitik unter CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz.

Besonders im Fokus steht das Abschneiden der AfD, die in landesweiten Umfragen zuletzt deutlich zulegen konnte. Ein auffälliger Unterschied: Die Umfragewerte von Bundes- und Kommunalebene nähern sich an. Bei früheren Kommunalwahlen hatte die rechtsaußen Partei in NRW traditionell schwächer abgeschnitten als im Bundesdurchschnitt.

AfD und CDU im Fokus der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen

Laut Forsa liegt die CDU zurzeit bei 32 Prozent – trotz einer Einbuße von 2,3 Punkten würden die Christdemokraten damit stärkste kommunalpolitische Kraft bleiben. Andererseits waren schon die nur etwas mehr als 34 Prozent im September 2020 das schlechteste Kommunalwahlergebnis der nordrhein-westfälischen CDU seit 1946.

Umfrage zu Kommunalwahlen 2025 in NRW
CDU32 Prozent
SPD22 Prozent
Grüne14 Prozent
AfD14 Prozent
Linke6 Prozent
FDP3 Prozent
Quelle: Forsa für FAZ

Auch die SPD würde sich laut um 2,3 Punkte verschlechtern, die Sozialdemokraten liegen aktuell bei 22 Prozent. Die Grünen müssen mit einem deutlich schlechteren Ergebnis als vor fünf Jahren rechnen. Aktuell liegen sie bei 14 Prozent, während sie 2020 noch 20 Prozent erreichten und als eigentliche Gewinner galten. 2020 gelang es den Grünen auch erstmals, Oberbürgermeisterinnenposten in NRW zu erobern. Die Linke liegt laut Forsa bei sechs Prozent und kann sich somit im Vergleich zu 2020 steigern: Damals kamen sie auf 3,8 Prozent. Die FDP liegt zurzeit bei drei Prozent.

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, nimmt an der Plenarsitzung des Landtags teil.

Laut der Forsa-Kommunalwahlumfrage könnte die AfD derzeit mit 14 Prozent rechnen – was im Vergleich zur Kommunalwahl 2020 jedoch einen Zuwachs von neun Punkten bedeuten würde, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet. In den neuen Räten werden vielerorts also erheblich mehr AfD-Kommunalpolitiker sitzen als bisher.

CDU und Bundespolitik: Herausforderungen und Stimmungstest bei der Kommunalwahl in NRW

Die CDU, die in NRW gemeinsam mit den Grünen regiert, steht unter Druck. Ministerpräsident Hendrik Wüst muss zeigen, dass das Land unter seiner Führung stabil bleibt und sich von bundesweiten Stimmungsschwankungen, seit Merz Bundeskanzler ist, absetzen kann.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Die Bundes-CDU unter Merz hat zuletzt mit innerparteilichen Debatten und einer wenig klaren Linie an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Zuletzt machte die Union wegen der geplatzten Wahl der neuen Verfassungsrichterinnen und -richter und dem Verbot von Regenbogenflaggen im und auf dem Bundestag Negativschlagzeilen.

AfD-Themen und Wahlkampfstrategien: Migration und Außenseiterrolle

Sollte die AfD bei der Kommunalwahl tatsächlich zweistellig abschneiden, würde das als deutlicher Warnschuss für die CDU und ihren Vorsitzenden gewertet werden – insbesondere, wenn die Partei in wichtigen Städten und Kreisen Stimmen verliert.

Die AfD setzt im Wahlkampf auf Themen wie Migration, Sicherheit und eine abwertende Haltung gegenüber den demokratischen Parteien. In einzelnen Städten, etwa im Ruhrgebiet, tritt sie mit dem Ziel an, in die Räte einzuziehen oder ihre Fraktionen deutlich zu stärken. Allerdings gibt es auch Rückschläge: In manchen Kommunen wurden AfD-Kandidaten nicht zur Wahl zugelassen, wie der WDR berichtet. Allerdings: Solche Ausschlüsse befeuern meistens nur das Außenseiterrollennarrativ der rechten Partei. (sot)

Rubriklistenbild: © Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, nimmt an der Plenarsitzung des Landtags teil.

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