Parteien in Deutschland

Die Linke: Historie, Vorsitz und Ziele der gesamtdeutschen Partei

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Die Linke zählt zu den kleineren Parteien des deutschen Bundestages. Was Sie zu der jungen Partei mit der langen Geschichte wissen müssen.

Frankfurt – Die Linke (Eigenschreibweise: DIE LINKE) existiert in ihrer jetzigen Form erst seit 2007, hat jedoch eine längere Geschichte. Die Linke gilt als demokratisch-sozialistische Partei. Für das Superwahljahr 2021 hatte sich die Linke den Wahlspruch „Zeit zu handeln. Für soziale Sicherheit, Frieden und Klimagerechtigkeit“ auf die Fahne geschrieben.

Partei­vorsitzendeInes Schwerdtner Jan van Aken
Stell­vertretende VorsitzendeLuise Neuhaus-Wartenberg, Sabine Ritter, Ates Gürpinar, Maximilian Schirmer
Bundes­geschäfts­führerJanis Ehling
Bundes­schatz­meisterSebastian Koch
Gründung16. Juni 2007
HauptsitzBerlin

Die Linke: Regiert in Bremen und Berlin mit, stellt in Thüringen den Ministerpräsidenten

Um beide Parteien in den Vorstand repräsentieren zu können, wurde bis heute eine gleichberechtigte „Doppelspitze“ gewählt. Seit Oktober 2024 besteht sie aus Ines Schwerdtner und Jan van Aken. Sie traten damit die Nachfolge für Martin Schirdewan und Janine Wissler an. Zum geschäftsführenden Vorstand gehören acht Personen: die beiden Parteivorsitzenden, deren drei Stellvertreter, der Bundesgeschäftsführer und der Bundesschatzmeister.

Ines Schwerdtner, Heidi Reichinnek und Jan van Aken (v. l. n. r.) freuen sich über das Ergebnis der Linken bei der Bundestagswahl.

Die Linke ist seit ihrer Gründung in allen ostdeutschen Ländern sowie in Hamburg und Bremen in den Parlamenten vertreten. In Bremen regiert sie seit August 2019 in einer rot-grün-roten Regierung unter Führung der SPD erstmals in einem westdeutschen Land mit. In Thüringen stellte sie mit Bodo Ramelow von Dezember 2014 bis Februar 2020 sowie von März 2020 bis Dezember 2024 den Ministerpräsidenten.

Geschichte und Ziele der Linken

Die Linke entstand aus der WASG und PDS. Damit hat sie ihre Wurzeln sowohl im gewerkschaftsnahen Umfeld als auch in einer ostdeutschen Regionalpartei, die 1990 als Nachfolge der DDR-Staatspartei SED hervorging. Die Linke will eigenen Angaben nach „wirtschaftliche, politische und kulturelle Ordnung der Gesellschaften auf Grundlage demokratischer Entscheidungen“ aufbauen und die Bevölkerung bei dieser Entwicklung mitentscheiden lassen.

In ihrem Wahlprogramm für die vorgezogene Bundestagswahl 2025 sah die Linke einen bundesweiten Mietendeckel und höhere Sozialabgaben für Gutverdiener vor. Neben einer „solidarischen Mindestrente“ von 1400 Euro und einem kostenlosen Mittagessen in Kitas forderte sie auch einen Mindestlohn von 15 Euro.

Die Linke: Innerparteilich zerstritten – Flügelkämpfe schlecht für die Umfragewerte

2009 gelang der neuen gesamtdeutschen Linken mit 11,9 % der Zweitstimmen ein Wahlerfolg. Hinter CDU, SPD und FDP war sie die viertstärkste Partei im Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2021 holte die Linke letztlich lediglich 5,0 Prozent der Erststimmen und 4,9 Prozent der Zweitstimmen. Grund für die abnehmende Zustimmung könnten die innerparteilichen Flügelkämpfe sein. Außerdem verlor die Partei Stimmen in den ostdeutschen Bundesländern mit der zunehmenden Konkurrenz durch die AfD.

Erst im Februar 2025 konnte die Linke wieder überraschend Erfolge feiern. Mit Spitzenkandidatin Heidi Reichinnek fokussierte sich die Linke mehr auf Aspekte wie hohe Mieten und trat nach außen geeint auf. Die Bemühungen wurden am Ende belohnt: Erstmals konnte sie ein Mandat in West-Berlin gewinnen und kam bundesweit auf 8,8 Prozent.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Carsten Koall

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