Kufi schreibt auf Twitter

Afghanische Aktivistin kritisiert Universitätsverbot für Frauen durch Taliban – «Rückentwicklung in die Steinzeit»

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Frauen dürfen in Afghanistan nicht mehr an den Universitäten studieren.

Die regierende Taliban hat in Afghanistan ein Universitätsverbot für Frauen verhängt: Die afghanische Frauenrechtlerin Fausia Kufi hat die Entscheidung scharf kritisiert.

Kabul - «Ich war im 1. Jahr meines Medizinstudiums, als die Taliban 1996 die Macht übernahmen. Es sah wie ein Alptraum aus, als sie am selben Tag das Verbot der Mädchenbildung verkündeten», schrieb Kufi am Mittwoch auf Twitter. «Wer ist verantwortlich für die Rückentwicklung meines Landes in die Steinzeit?», beklagte Kufi.

Am Dienstag hatten die islamistischen Taliban in Afghanistan mit sofortiger Wirkung Frauen von allen Universitäten verbannt. Seit ihrer Machtübernahme im August 2021 hat die militante Gruppe Frauenrechte massiv eingeschränkt. Mädchen und Frauen sind vom öffentlichen Leben weitgehend ausgeschlossen. Auch weiterführende Schulen ab der siebten Klasse sind für Mädchen seit dem Machtwechsel geschlossen. In dem Land ist Frauen seit kurzem sogar der Besuch in öffentlichen Parks und in Fitnessstudios untersagt.

Am Mittwoch haben Sicherheitskräfte der Taliban Berichten zufolge Frauen den Zugang zu den Hochschulen verwehrt. Der gut vernetzte Journalist Bilal Sarwari veröffentlichte Videos fassungsloser Studentinnen. Nach ihrer Machtübernahme hatten die Taliban Frauen unter strengen Auflagen den Unibesuch zunächst erlaubt. Vorlesungen fanden mit Geschlechtertrennung weiter statt. Studentinnen mussten sich an strenge islamische Kleidungsvorschriften halten. (dpa)

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