Frau sticht wahllos auf Menschen ein

Reaktionen nach Messerangriff in Hamburg: Merz meldet sich – AfD mit massiver Kritik

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Bundeskanzler Friedrich Merz hat nach dem Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof mit Bürgermeister Peter Tschentscher gesprochen. Auch Minister Dobrindt reagiert.

Update vom 24. Mai, 14.36 Uhr: Der Hamburger AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann kritisierte: Wer glaube, Messerverbotszonen könnten Messerattentäter abschrecken, sei gefährlich, dumm und naiv. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) äußerte sich auf „X“ mit den Worten: „Ich bin zutiefst erschüttert über die schreckliche Tat am Hauptbahnhof. Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Opfern dieser sinnlosen Gewalt und ihren Angehörigen.“

Hamburgs Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) erklärte: „Ich bin bestürzt über den Messerangriff am Hauptbahnhof, bei dem mehrere Menschen teils lebensgefährlich verletzt worden sind. Im Namen der Hamburgischen Bürgerschaft wünsche ich allen Opfern schnelle Genesung.“ Zudem sprach sie den Rettungskräften, die am Freitagabend im Einsatz waren, ihren Dank aus.

Nach Messerattacke am Hauptbahnhof Hamburg fordert Gewerkschaft der Polizei ein Umdenken

Update vom 24. Mai, 10.41 Uhr: Nach dem Messerangriff fordert der Vorsitzende der Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Roßkopf, ein Umdenken. „Solche Attentate sind leider nie hundertprozentig zu verhindern“, sagte er nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts. Allerdings bedürfe es jetzt dringend flächendeckender Kontrollmöglichkeiten an Bahnhöfen für die Bundespolizei.

Er sprach sich auch für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) aus. Die Beamten benötigten „KI-unterstützte Kameratechnik, die auch Verhaltenserkennung beinhaltet, sodass solche Verhaltensauffälligkeiten im Vorfeld schon erkannt werden könnten.“

Bundeskanzler Friedrich Merz nahm nach dem Angriff Kontakt zu Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher auf. Er zeigte sich bestürzt über die Ereignisse.

Update 7.30 Uhr: Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt bezeichnete das Geschehen als eine brutale und erschütternde Tat. „Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei allen, die verletzt wurden, besonders bei denen, die jetzt um ihr Leben ringen. Ich bete für sie alle und ihre Angehörigen und Freunde und für die, die miterlebt haben, was geschehen ist, die in Angst und Schrecken sind.“ Die Landesbischöfin drückte allen Helfern vor Ort ihren Dank aus. Der Generalvikar des Erzbistums Hamburg, Sascha-Philipp Geißler, äußerte sich in ähnlicher Weise.

Dobrindt nennt Messerangriff in Hamburg „hinterhältig und feige“

Update vom 24. Mai 2025, 7.22 Uhr: Auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) verurteilte den Messerangriff. „Es ist schockierend, wenn Reisende hinterhältig und feige attackiert werden“, sagte Dobrindt laut Bundesinnenministerium noch in der Nacht. Seine Gedanken seien bei den Opfern des Messerangriffs. Gleichzeitig dankte er den Polizisten, Rettungskräften und Helfern vor Ort.

Erstmeldung: Hamburg – Nach dem schweren Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) telefoniert und sich über die aktuelle Lage informiert. „Die Nachrichten aus Hamburg sind bestürzend“, erklärte Merz nach dem Gespräch. „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“ Es kam nach der Messerattacke zu dramatischen Szenen am Bahnsteig.

Messerattacke in Hamburg: „Ermittlungen zu den Hintergründen laufen auf Hochtouren“

Der Angriff ereignete sich am Freitagabend, dem 23. Mai 2025, gegen 18.05 Uhr auf dem Bahnsteig zwischen Gleis 13 und 14 außerhalb der Bahnhofshalle vor einem wartenden ICE. Nach Angaben der Polizei stach eine 39-jährige Frau mit deutscher Staatsangehörigkeit wahllos auf Reisende ein.

18 Verletzte bei Messerangriff im Hamburger Hauptbahnhof: Täterin stach wahllos zu – die Fotos

Messerangriff in Hamburg: Die Polizei ermittelt am Tatort.
Am Freitagabend, dem 23. Mai 2025, kam es am Hamburger Hauptbahnhof zu einem schweren Messerangriff auf dem Bahnsteig von Gleis 13/14. Mehrere Verletzte wurden medizinisch versorgt. © dpa (3)
Eine 39-jährige Frau stach wahllos auf Reisende ein und verletzte dabei insgesamt zwölf Menschen.
Eine 39-jährige Frau stach laut Polizei wahllos auf Reisende ein und verletzte dabei mindestens 18 Menschen. © Georg Wendt/dpa
Einsatzkräfte am Freitagabend in Hamburg. Sechs der Opfer wurden lebensgefährlich, drei schwer und drei weitere leicht verletzt.
Einsatzkräfte am Freitagabend in Hamburg. Sechs der Opfer wurden lebensgefährlich, mehrere schwer und weitere leicht verletzt. © picture alliance/dpa/tv7news
Wegen des Angriffs wurden die Gleise 13 und 14 sowie angrenzende Bereiche des Bahnhofs gesperrt
Wegen des Angriffs wurden die Gleise 13 und 14 sowie angrenzende Bereiche des Bahnhofs gesperrt © Steven Hutchings/dpa
Nach Messerangriff am Hauptbahnhof Hamburg
Von der blutigen Tat ist auf dem Bahnsteig nicht mehr viel zu sehen. Nur einzelne Blutflecken deuten auf die Attacke hin. © Georg Wendt/dpa
Am Hamburger Hauptbahnhof und im öffentlichen Nahverkehr gilt seit Ende 2024 ein Messerverbot.
Eine Sprecherin der auch für Hamburg zuständigen Bundespolizeidirektion Hannover sprach gegenüber AFP von einem Messerangriff „einer weiblichen Person gegen Reisende“. © dpa/News5 / René Schröder
Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei am Hamburger Hauptbahnhof.
Nach dem schockierenden Vorfall in Hamburg forderte der Vorsitzende der Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei (GdP) nun flächendeckende Kontrollmöglichkeiten an Bahnhöfen.  © IMAGO/Breuel-Bild
Das Großaufgebot der Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei am Hamburger Hauptbahnhof.
Eine Augenzeugin des Messerangriffs berichtete laut Hamburger Abendblatt: „Ich hatte zum Glück keine Kopfhörer drin, deswegen habe ich mitbekommen, wie alle angefangen haben zu schreien. Und dann sind alle weggerannt.“  © IMAGO/Breuel-Bild
Nach dem Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof geht die Polizei derzeit nicht von einer politischen Motivation aus. Dafür gebe es bislang keine Hinweise, sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth.
Nach dem Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof geht die Polizei derzeit nicht von einer politischen Motivation aus. Dafür gebe es bislang keine Hinweise, sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth. © Georg Wendt/dpa
Am Hamburger Hauptbahnhof und im öffentlichen Nahverkehr gilt seit Ende 2024 ein Messerverbot.
Am Hamburger Hauptbahnhof und im öffentlichen Nahverkehr gilt seit Ende 2024 ein Messerverbot. (Archivfoto) © Jonas Walzberg/dpa
Nach bisherigen Informationen handelte es sich wohl um eine Einzeltäterin, die sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben könnte.
Nach bisherigen Informationen handelte es sich wohl um eine Einzeltäterin, die sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden haben könnte.  © Georg Wendt/dpa
Nach aktuellem Ermittlungsstand soll eine 39-jährige deutsche Staatsbürgerin zunächst auf dem Südsteg des Hauptbahnhofs mit einem Messer hantiert haben, bevor sie auf dem Bahnsteig der Gleise 13/14 Reisende attackierte.
Nach aktuellem Ermittlungsstand soll eine 39-jährige deutsche Staatsbürgerin zunächst auf dem Südsteg des Hauptbahnhofs mit einem Messer hantiert haben, bevor sie auf dem Bahnsteig der Gleise 13/14 Reisende attackierte. © IMAGO / BREUEL-BILD
Nach dem Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof wurde der Zugverkehr massiv beeinträchtigt: Es kam zu erheblichen Verspätungen, Umleitungen sowie Teilausfällen im Fernverkehr.
Nach dem Messerangriff am Hamburger Hauptbahnhof wurde der Zugverkehr massiv beeinträchtigt: Es kam zu erheblichen Verspätungen, Umleitungen sowie Teilausfällen im Fernverkehr. © Lukas Müller/dpa
Einsatzkräfte der Polizei an den Gleisen 13 und 14 am Hamburger Hauptbahnhof.
Laut Mitteilung der Deutschen Bahn (DB) hat die Spurensicherung ihre Arbeit mittlerweile abgeschlossen. Bereits in der Nacht zum Samstag seien alle Gleise wieder für den Zugverkehr freigegeben worden. © IMAGO/Breuel-Bild
Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften war im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen und den Tatort zu sichern
Das Motiv der deutschen Tatverdächtigen ist bislang unklar; es wird geprüft, ob sie sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. © dpa/News5 / René Schröder
Die Polizei teilte mit: „Die Mordkommission (LKA 41) hat die Ermittlungen, insbesondere zum Tatablauf und der Motivlage der Tatverdächtigen, aufgenommen. Sie dauern weiter an.“
Die Polizei teilte mit: „Die Mordkommission (LKA 41) hat die Ermittlungen, insbesondere zum Tatablauf und der Motivlage der Tatverdächtigen, aufgenommen. Sie dauern weiter an.“ © Steven Hutchings/dpa
Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften war im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen und den Tatort zu sichern
Ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften war im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen und den Tatort zu sichern © Steven Hutchings/dpa
Die Tat am Hamburger Hauptbahnhof ereignete sich auf dem Bahnsteig zwischen Gleis 13 und 14 – normalerweise drängen sich die Menschen hier dicht an dicht. (Archivfoto)
Die Tat am Hamburger Hauptbahnhof ereignete sich auf dem Bahnsteig zwischen Gleis 13 und 14 – normalerweise drängen sich die Menschen hier dicht an dicht. (Archivfoto) © Georg Wendt/dpa
Die Polizei in Hamburg hat ein Hinweistelefon für Angehörige der verletzten Personen eingerichtet. Die Nummer lautet: 040-4286 56789.
Die Polizei in Hamburg hat ein Hinweistelefon für Angehörige der verletzten Personen eingerichtet. Die Nummer lautet: 040-4286 56789. © Lukas Müller/dpa
Insgesamt wurden 18 Personen im Alter zwischen 19 und 85 Jahren verletzt, bestätigt die Polizei. Sieben Personen sollen leichte Verletzungen erlitten haben, sieben weitere seien hingegen schwer verletzt worden. Vier Personen, eine 24-jährige Frau, ein 24-jähriger Mann, eine 52-jährige sowie eine 85-jährige Frau, wurden lebensgefährlich verletzt.
Insgesamt wurden 18 Personen im Alter zwischen 19 und 85 Jahren verletzt, bestätigt die Polizei. Sieben Personen sollen leichte Verletzungen erlitten haben, sieben weitere seien hingegen schwer verletzt worden. Vier Personen, eine 24-jährige Frau, ein 24-jähriger Mann, eine 52-jährige sowie eine 85-jährige Frau, wurden lebensgefährlich verletzt.  © IMAGO / BREUEL-BILD
Nach den bisherigen Ermittlungen gibt es laut Polizei weiterhin keine Anhaltspunkte für eine politische Motivation der Tat. Vielmehr bestünden „sehr konkrete Hinweise auf eine psychische Erkrankung der Tatverdächtigen“.
Nach den bisherigen Ermittlungen gibt es laut Polizei weiterhin keine Anhaltspunkte für eine politische Motivation der Tat. Vielmehr bestünden „sehr konkrete Hinweise auf eine psychische Erkrankung der Tatverdächtigen“.  © IMAGO / BREUEL-BILD
Bundeskanzler Friedrich Merz nahm nach dem Angriff Kontakt zu Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher auf. Er zeigte sich bestürzt über die Ereignisse.
Bundeskanzler Friedrich Merz nahm nach dem Angriff Kontakt zu Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher auf. Er zeigte sich bestürzt über die Ereignisse. © dpa (2) / Michael Kappeler / Marcus Brandt
Der Tatort am Tag danach – Markierungen der Polizei sind am Samstag noch zu sehen.
Der Tatort am Tag danach – Markierungen der Polizei sind am Samstag noch zu sehen. © Georg Wendt/dpa
Reisende stehen am Samstag auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen 11 und 12, nach dem Messerangriff vom Freitag am Hamburger Hauptbahnhof.
Reisende stehen am Samstag auf dem Bahnsteig zwischen den Gleisen 11 und 12, nach dem Messerangriff vom Freitag am Hamburger Hauptbahnhof. © Georg Wendt/dpa
Der Tatort auf dem Bahnsteig 13/14 des Hamburger Hauptbahnhofes einen Tag nach der blutigen Messerattacke.
Der Tatort auf dem Bahnsteig 13/14 des Hamburger Hauptbahnhofes einen Tag nach der blutigen Messerattacke. © IMAGO / BREUEL-BILD

Die Bilanz ist erschreckend: Mindestens 18 Menschen wurden verletzt, vier davon schweben in Lebensgefahr. Sechs weitere Personen erlitten bei der Messerattacke schwere Verletzungen, acht wurden leicht verletzt. Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen und in umliegende Krankenhäuser zu bringen.

Die Täterin konnte von der Bundespolizei noch am Tatort widerstandslos festgenommen werden. „Die Ermittlungen zu den Hintergründen laufen auf Hochtouren“, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Für ein politisches Motiv gebe es bisher keine Hinweise, sagte ein Polizeisprecher. Auch Videoaufnahmen vom Bahnhof sollen ausgewertet werden.

Reaktionen nach Messerangriff in Hamburg: Tschentscher informiert Merz über Ermittlungsstand

In dem Telefonat informierte Bürgermeister Tschentscher den Bundeskanzler über den aktuellen Ermittlungsstand und die Situation der Verletzten. Merz sicherte der Hansestadt nach der Messerattacke die volle Unterstützung des Bundes zu. Er bekräftigte das auch auf X.

Hauptbahnhof in Hamburg nach Messerangriff zeitweise gesperrt

Der Hamburger Hauptbahnhof, einer der meistfrequentierten Bahnhöfe Deutschlands, musste nach der Tat teilweise gesperrt werden. Der Zugverkehr wurde erheblich beeinträchtigt. Erst am späten Abend konnte der Betrieb schrittweise wieder aufgenommen werden. Konkret waren die Gleise 11 bis 14 von der Polizei gesperrt, was zu erheblichen Einschränkungen im Zugverkehr führte. Im Fernverkehr kam es zu Verspätungen und Umleitungen, viele ICE-, IC- und Nachtzüge konnten den Hauptbahnhof nicht mehr anfahren und endeten stattdessen in Hamburg-Harburg. Ein Video zeigt den Einsatz nach dem Messerangriff am Hauptbahnhof in Hamburg.

Rubriklistenbild: © dpa (2) / Michael Kappeler / Marcus Brandt

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