Nawalny-Vertrauter Wolkow angeblich in Litauen angegriffen – „Sie wollten ein Schnitzel aus mir machen“
VonLukas Rogalla
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Leonid Wolkow, ein langjähriger Vertrauter des in Haft gestorbenen Kreml-Gegners Alexej Nawalny, soll vor seinem Zuhause attackiert worden sein.
Update vom 13. März, 6.45 Uhr: Der im litauischen Exil angegriffene russische Oppositionelle Leonid Wolkow – ein enger Vertrauter des in russischer Haft ums Leben gekommenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny – hat sich nach der Attacke kämpferisch gezeigt. „Wir werden arbeiten und wir werden nicht aufgeben“, sagte Wolkow am früheren Mittwochmorgen in einem Onlinevideo. Er sei Opfer eines „typischen“ Angriffs der Schergen des russischen Präsidenten Wladimir Putin geworden. „Sie wollten buchstäblich ein Schnitzel aus mir machen.“
Ihm sei bei dem Angriff der Arm gebrochen worden, sagte der 43-Jährige in dem auf der Onlineplattform Telegram veröffentlichten Video. Jemand habe ihm bei dem Angriff vor seinem Haus „etwa 15 Mal auf das Bein geschlagen“. „Das Bein ist irgendwie okay. Es tut weh zu laufen. (...) Aber mein Arm ist gebrochen.“
Erstmeldung vom 12. März: Vilnius – Ein enger Vertrauter des in russischer Haft ums Leben gekommenen Kreml-Kritikers Alexej Nawalny ist nach Angaben unabhängiger russischer Online-Medien und einer Sprecherin im Exil in Litauen gewaltsam angegriffen worden. „Leonid Wolkow ist gerade vor seinem Haus angegriffen worden“, erklärte am Dienstagabend (12. März) Kira Jarmisch, die bis zum Tod von Nawalny dessen Sprecherin war. Unter anderem sei Wolkow mit Tränengas und einem Hammer attackiert worden.
Nawalny-Team berichtet von Angriff auf Leonid Wolkow
„Jemand hat ein Autofenster zerschlagen und Tränengas in seine Augen gesprüht. Danach hat der Angreifer begonnen, Leonid mit einem Hammer anzugreifen“, beschrieb Jarmisch den Angriff. Die Sprecherin machte keine Angaben, wo Wolkow lebt. Aber das unabhängige russische Online-Medium Mediazona berichtete, dass der Oppositionelle sich in Litauen aufhält. Nawalny-Anhänger verbreiteten im Internet Aufnahmen von Wolkow, die ihn mit mehreren Verletzungen zeigen.
Alexej Nawalny ist tot: Protest, Anschläge, Gefängnis – sein Leben in Bildern
Wolkow war einer der engsten Vertrauten von Nawalny, der nach Angaben russischer Behörden in einem russischen Straflager in der Arktis gestorben war, wo er eine 19-jährige Haftstrafe absaß. Den russischen Angaben zufolge starb der 47-Jährige eines „natürlichen Todes“, die genauen Umstände sind allerdings weiter unklar. Nawalnys Anhänger und zahlreiche westliche Politiker machen die russische Führung und Präsident Wladimir Putin für den Tod des Oppositionellen verantwortlich. (lrg/afp)