- VonUte Lauknerschließen
Betriebliche Altersvorsorge und Riester-Rente rücken in den Mittelpunkt. Die richtige Vorsorge mit einer privaten Rentenversicherung ist sinnvoll.
Berlin – Was gibt es für Altersvorsorge? Die Politik entwickelt dazu Konzepte. Immer mehr Menschen sorgen mit einer privaten Altersvorsorge für später vor. Denn niemand möchte im Alter mit leeren Händen dastehen. Daher gilt es: frühzeitig Kapital aufzubauen. Dafür stehen in Deutschland diverse Möglichkeiten zur Auswahl. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung und betrieblichen Altersvorsorge für Angestellte wurden im Laufe der Zeit diverse weitere Vorsorgekonzepte entwickelt. Seit einigen Jahren gewinnt vorrangig die private Vorsorge deutlich an Bedeutung. Zur privaten Altersvorsorge zählen unter anderem die staatlich geförderte Riester-Rente, sowie die Rürup-Rente.
| Weitere Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge: | |
|---|---|
| Altersvorsorge mittels eines ETF-Sparplans | Riester-Rente (für Angestellte) |
| Altersvorsorge durch ein reines Aktiendepot | Rürup-Rente (für Selbstständige, Freiberufler) |
| Private Altersvorsorge durch eine Lebensversicherung | Private Rentenversicherung (Direktversicherung) |
Während sich die Riester-Rente an Beschäftigte in einem sozialversicherungspflichtigen Angestelltenverhältnis richtet, ist die Rürup-Rente vornehmlich auf Selbstständige mit Gewerbeanmeldung und mitunter auch Freiberufler ausgerichtet. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über einen Fondssparplan, fondsgebundene Rentenversicherung oder durch Immobilienbesitz für das Alter vorzusorgen. Außerdem kann durch ein Aktiendepot für die Altersabsicherung entsprechend Kapital aufgebaut werden.
Wann sollte mit der privaten Altersvorsorge begonnen werden?
Bei der privaten Altersvorsorge lautet der Grundsatz: Je früher desto besser. Denn auch die Grundrente trifft nicht auf jeden zu. So sollte möglichst schon in jungen Jahren zum Berufseinstieg mit der Vorsorge begonnen werden. Auch geringe Beträge in der Höhe von 25 bis 30 Euro im Monat könnten sich bei der privaten Altersvorsorge im Alter durchaus auszahlen. Insbesondere der sogenannte Zinseszins-Effekt wirkt sich positiv auf das spätere Vermögen aus.
Früh mit der privaten Vorsorge beginnen: Ob Riester oder Rürup Rente
Zinsen die für angespartes Geld gutgeschrieben werden, addieren sich zu einem Grundbeitrag und werfen selbst nochmals zusätzliche Zinsen ab. Das angesparte Vermögen wächst somit nicht mehr linear, sondern schnellt exponentiell nach oben. Um von diesem Effekt im vollen Umfang zu profitieren, bedarf es lediglich einige Zeit. Dabei gilt, je eher mit der privaten Vorsorge begonnen wurde, desto stärker wird sich der Zinseszins-Effekt im Alter auswirken.
Für Arbeitnehmer, die vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter von derzeit 67 Jahren in den Ruhestand gehen wollen, ist eine frühe Altersvorsorge ebenfalls mehr als ratsam. Die private Altersvorsorge kann den Abschlag, der den sogenannten „Frührentnern“ abgezogen wird, deutlich kompensieren. Für die private Altersvorsorge stehen verschiedene Konzepte zur Verfügung. Neben der staatlich geförderten Riester-Rente besteht auch die Möglichkeit mittels individueller Fondssparplänen für das Alter vorzusorgen.
Auch bei der Rürup-Rente für Selbstständige und Freiberufler lohnt es sich früh anzufangen, auch wenn hier oft die gängige Praxis zu Beginn der Selbstständigkeit mehr Geld ins Unternehmen zu stecken und erst, wenn die Gewinne größer sind, mit dem Sparen für die Rente anzufangen.
Betriebliche Altersvorsorge für Beschäftigte im Angestelltenverhältnis
Für sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in einem Angestelltenverhältnis gibt es zudem die Option der sogenannten betrieblichen Altersvorsorge. Unter dem Oberbegriff der betrieblichen Altersvorsorge (baV) fallen alle Leistungen, die ein Arbeitnehmer zusätzlich zu der gesetzlichen Rente zur Altersvorsorge erhält. Hierzu zählen unter anderem die klassische Betriebsrente sowie vermögenswirksame Leistungen, die der Arbeitgeber dem Angestellten auszahlt. Vermögenswirksame Leistungen könnten etwa Aktien, Fonds, Genussscheine oder auch Genossenschaftsanteile sein. Auch im Falle der betrieblichen Altersvorsorge gilt der Grundsatz: Je eher desto besser.
Wie viel Prozent des Einkommens gilt als Altersvorsorge?
Da das Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung derzeit bei nur rund 47,3 Prozent liegt, bedarf es für Arbeitnehmer in jedem Falle einer weiteren privaten Vorsorge. Ruheständler, die 45 Beitragsjahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, würden somit nur knapp die Hälfte eines monatlichen Arbeitnehmereinkommens ausgezahlt bekommen. Somit können schon zum Berufseinstieg möglichst 20 bis 25 Prozent des reinen Nettogehalts für die private Altersvorsorge zurückgelegt werden.
Rente und private Altersvorsorge: Kleine Spar-Beiträge lohnen sich auch schon
Bezüglich der Sparhöhe kommt es auf die individuellen Umstände eines jeden einzelnen an. Während zum Beispiel ein Arbeitnehmer, der bereits mit 18 Jahren in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis angestellt ist, monatlich aber einen eher geringeren Betrag zurücklegen muss, bedarf es bei Akademikern mit deutlich späteren Berufseintrittsalter einer höheren Summe. Dafür ist jedoch das Einstiegsgehalt bei Akademikern oftmals deutlich höher.
Aufgrund der derzeitigen geringen Zinsen ist es jedoch nicht empfehlenswert, dass Geld ohne staatliche Förderung, oder konkretes Spar- und Zinsziel einfach auf der Bank oder in einem Sparbuch zurückzulegen. Vielmehr sollte dieser Betrag sinnvoll, den eigenen Lebensvorstellungen und vor allem den individuellen finanziellen Möglichkeiten angepasst sein. Aber Vorsicht: Es sollte dennoch stets mit Augenmaß investiert werden. *Disclaimer: Dieser Beitrag ist keine Beratung zum Kauf einer Anlage. Der Informationstext ersetzt nicht eine professionelle und jeweils individuelle Beratung durch dafür zuständige Anbieter.
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