- VonUte Lauknerschließen
Private Altersvorsorge mit der Rürup-Rente. Besonders geeignet für Selbständige. Gut zu wissen, wer auf diese Basisrente verzichten sollte.
Berlin – Die Basisrente oder auch Rürup-Rente wurde 2005 in der Bundesrepublik Deutschland von der Politik eingeführt. Benannt wurde diese Form der Altersvorsorge nach dem Ökonomen Bert Rürup. Die Rürup-Rente ist neben der betrieblichen Altersvorsorge, der Riester-Rente und der privaten Rentenversicherung eine weitere Form der privaten Altersvorsorge. Sie zielt insbesondere auf diejenigen Personen ab, die in der Anspar-Phase ein höheres steuerpflichtiges Einkommen haben und/oder die, die keine Riester-Rente in Anspruch nehmen können, so zum Beispiel Selbstständige.
| Rürup-Investitionen in der Steuererklärung absetzbar | |
|---|---|
| Einzelveranlagte Höchstbetrag 2022 | bis zu 25.639 Euro |
| Zusammenveranlagte Höchstbetrag 2022 | bis zu 51.278 Euro |
Rürup-Rente: Was genau ist das eigentlich?
Auf den Punkt gebracht, ist die Rürup-Rente, oder auch „Basis-Rente“, eine staatlich geförderte Rentenversicherung, die vor allem für Selbstständige gedacht ist. Sie ist an die gesetzliche Rentenversicherung angelehnt. Das angesparte Geld wird durch lebenslange Rentenzahlungen ausgezahlt.
Wurde so wenig angespart, dass nur eine Kleinbetragsrente in Höhe von unter 30 Euro monatlich ausgezahlt werden kann, ist eine Auszahlung in einer Summe später möglich. Dabei können die eingezahlten Beiträge für die Basisrente auch steuerlich abgesetzt werden: Wie Beiträge zu der gesetzlichen Rentenversicherung können diese als Sonderausgaben verrechnet werden. Dementsprechend müssen aber die späteren Rentenzahlungen zudem versteuert werden.
Rürup-Rente: Wie funktioniert die Basisrente?
Die Rürup-Rente bietet vor allem den Bürgern, die keine Riester-Rente abschließen dürfen, eine sinnvolle Basisversorgung. Das sind gute Nachrichten insbesondere Selbstständige und Freiberufler. Dabei wird die Basisrente nur von privaten Versicherungen angeboten – die Beitragshöhe kann von jedem individuell bestimmt werden. Meist sind zudem flexible Senkungen und Anhebungen der Beiträge möglich.
Rürup-Rente: Steuervergünstigungen vom Staat
Ergänzend wird die Rürup-Rente durch Einkommensteuervergünstigungen des Staates gefördert. In der Anspar-Phase, also während der Erwerbstätigkeit des Sparers, können die Beiträge von den Einnahmen abgezogen und somit die Steuerlast gesenkt werden. 2018 waren es 86 Prozent abzugsfähige Rentenbeiträge, ab 2025 sollen sie vollständig – im Rahmen des jährlichen Höchstbeitrages – absetzbar sein.
Altersvorsorge: Wer kann eine Rürup-Rente abschließen?
Grundsätzlich besteht für jeden die Möglichkeit, einen Vertrag für eine Rürup-Rente abzuschließen. Sinnvoll ist sie jedoch insbesondere für Selbstständige, die eine Altersvorsorge leisten wollen. Für sie kann die Basisrente die gesetzliche Rente ersetzen oder zusätzliche monatliche Auszahlungen im Ruhestand sichern. Vor allem für Selbstständige mit hohem Einkommen, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder alternative Altersvorsorge betreiben, kann sie sehr lohnenswert sein.
Private Vorsorge: Wie sinnvoll ist die Rürup-Rente tatsächlich?
Insbesondere für langfristige Selbstständige, die nicht in der Deutschen Rentenversicherung pflichtversichert sind und hohe Einnahmen erzielen, kann die Rürup-Rente sinnvoll sein. Umso mehr Geld man verdient und in Rürup investiert, desto höher sind die Steuererstattungen und die späteren Auszahlungen. Auch die Anzahl der Ansparjahre und weitere Strategien der Altersvorsorge spielen eine Rolle.
Mit Rürup-Vertrag aufstocken
Die klassische gesetzliche Rentenversicherung basiert auf eine Umlageverfahren. Im Gegensatz zu der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Basisrente kapitalgedeckt. Dementsprechend ergibt sich die spätere Rente aus den eigenen Einzahlungen und den vertraglichen Entwicklungen.
Ein Rürup-Vertrag kann ebenso zur Aufstockung der gesetzlichen Rentenversicherung genutzt werden, um so die späteren Bezüge zu erhöhen. Auch für Angestellte mit stabilem Einkommen kann sich die Rürup-Rente lohnen, wenn bis zur Rente noch viele Jahre Arbeitszeit bevorstehen.
Wer über eine größere finanzielle Summe verfügt kann diese als Einmalzahlung für die Rürup-Rente nutzen. Wegen der anfallenden Gebühren lohnt sich ein Anbietervergleich.
Rürup-Rente: Für wen sie nicht geeignet ist
Jungunternehmer wie auch Studenten sind mit einem Rürup-Vertrag eher schlecht beraten, da sie durch eine unsichere Einkommenslage und geringe Steuern kaum profitieren können. Häufig wird eine vertragliche Kombination mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung angeboten, was jedoch hauptsächlich Nachteile bringt: Ein unflexibler und nicht kündbarer Vertrag wird geschlossen, was viele im Anschluss oder späteren Werdegang bereuen.
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