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„Am Freitag fliege ich nach Russland“: Trump leistet sich Patzer vor Alaska-Gipfel mit Putin

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Vor dem Gipfel mit Putin in Alaska sorgt Trump mit einem geografischen Fehler für Aufsehen. Kritiker zweifeln an seiner Vorbereitung.

Washington, DC – Wenige Tage vor dem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin in Alaska sorgt eine verbale Entgleisung Trumps für Aufsehen. Gleich zweimal erklärte er während einer Pressekonferenz am Montag (11. August) fälschlicherweise, er werde „am Freitag nach Russland“ fliegen – obwohl das Treffen, bei dem es vornehmlich um den Ukraine-Krieg gehen soll, im US-Bundesstaat Alaska stattfinden soll.

Verhandlungen zum Ukraine-Krieg: Trump-Patzer vor Gipfel mit Putin in Alaska

„Sie wissen, ich werde Putin treffen. Am Freitag fliege ich nach Russland“, sagte Trump zunächst laut Mediaite, als er eigentlich den bevorstehenden Alaska-Besuch meinte. Später wiederholte er: „Wir fahren nach Russland. Das wird ein wichtiges Ereignis.“

Kritiker in den USA und Europa witzelten daraufhin in sozialen Netzwerken, ob Trump Alaska womöglich für russisches Territorium halte – eine Anspielung auf Moskaus historische Ansprüche auf den Bundesstaat, der 1867 von Russland an die USA verkauft wurde.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Putin fliegt rund zehn Stunden nach Alaska: symbolträchtiger Ort mit geopolitischer Brisanz

Das Treffen am 15. August gilt aus mehreren Gründen als heikel: Zum einen finden die Gespräche auf US-Boden, aber in einem früheren russischen Hoheitsgebiet statt – eine symbolische Kulisse, die in Moskau regelmäßig für Rückgabeforderungen genutzt wird. Zum anderen liegt Alaska strategisch günstig – nur 85 Kilometer Luftlinie trennen es an der Beringstraße von Sibirien.

Putins Präsidialamt begründete die Ortswahl als „logisch“, da beide Länder Nachbarn seien und die Delegationen den kurzen Luftweg über die Beringstraße nutzen könnten, schreibt The Guardian. Der Flug von Moskau nach Anchorage mit einem Regierungsjet dauert nonstop rund neun bis elf Stunden, von Washington aus benötigt die Air Force One etwa sechs bis sieben Stunden.

Peinlicher Versprecher: US-Präsident Donald Trump verlegte Alaska kurzerhand nach Russland.

Streit um Selenskyj-Teilnahme und „Landtausch“-Pläne im Ukraine-Krieg

Trump hatte zunächst erwogen, auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj einzuladen, rückte davon jedoch ab. „Er war bei vielen Treffen, drei Jahre lang, und nichts ist passiert“, sagte Trump gemäß Le Monde. Stattdessen kündigte er an, mögliche „Landtausch“-Optionen direkt mit Putin zu besprechen.

Selenskyj reagierte scharf: „Keine Entscheidungen über die Zukunft der Ukraine dürfen ohne unsere Beteiligung getroffen werden“, schrieb er auf X und warf Russland vor, lediglich Zeit gewinnen zu wollen.

Inhaltlich wird erwartet, dass Putin mindestens die Anerkennung russischer Kontrolle über die annektierte Krim sowie Teile des Donbass fordert, während Trump auf einen teilweisen Rückgewinn von Territorium für die Ukraine hofft – und zugleich Veränderungen der Kampf- und Grenzlinien ins Spiel bringt, mutmaßt der Thinktank Center for Strategic and International Studies (CSIS).

Trump trifft Putin in Alaska: Skepsis bei Experten und Diplomaten

Fachleute warnen, dass ein kurzfristig angesetztes Gipfeltreffen ohne vorbereitende Fachgespräche kaum Chancen auf ein belastbares Abkommen bietet. „Es wird ein Foto und eine Erklärung geben, aber keinen Frieden“, urteilt der frühere US-Diplomat Donald Heflin laut The Conversation.

CSIS-Analyst Seth Jones verweist darauf, dass nur ein kleiner Bruchteil zwischenstaatlicher Kriege der letzten Jahrzehnte mit dauerhaften Friedensverträgen endete. Ohne glaubwürdige Sicherheitsgarantien und harte Sanktionen bei Vertragsbruch sei ein stabiler Waffenstillstand unwahrscheinlich.

Putin hingegen profitiere schon von der symbolischen Aufwertung durch das Treffen – und das ohne größere Zugeständnisse, so Russland-Expertin Maria Snegovaya in einer CSIS-Analyse.

Vor dem Treffen zwischen den USA und Russland: Logistik und Sicherheitslage in Alaska

Der genaue Tagungsort, der sich gemäß dem Weißen Haus in Alaskas größten Stadt Anchorage befinden soll, bleibt derzeit noch geheim. Wahrscheinlich ist jedoch ein Ort mit hoher Sicherheitskontrolle wie der Militärstützpunkt Base Elmendorf AFB oder der Ted Stevens Anchorage International Airport, mutmaßt die Anchorage Daily News.

Alaskas Gouverneur Mike Dunleavy sieht seinen Bundesstaat als „Tor für Diplomatie, Handel und Sicherheit“ und betont die strategische Bedeutung in der Arktis, wie er gegenüber den High North News betont. Auch die beiden US-Senatoren des Staates begrüßen das Treffen, wenngleich mit unterschiedlicher Zurückhaltung.

Ob nun aber das Alaska-Gipfeltreffen am Freitag zu einem substanziellen Fortschritt im Ukraine-Krieg führt, ist offen. Trump selbst dämpfte die Erwartungen, wie Le Monde schreibt: „Vielleicht sage ich am Ende einfach ‚Viel Glück‘ – und das war’s.“ Fest steht: Schon vor dem ersten Händedruck hat das Treffen für Schlagzeilen gesorgt – nicht zuletzt wegen Trumps geografischer Patzer. Für Moskau mag das ein kleiner PR-Sieg sein. Für die Ukraine hingegen bedeutet es vor allem eines: Ihre Stimme droht am Verhandlungstisch zu fehlen. (chnnn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Will Oliver/POOL

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