Integrationskurse in Deutschland

Warten aufs Deutschlernen: Zwischen Budgetkürzungen und steigenden Teilnehmerzahlen

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So viele Menschen wie nie besuchen Integrationskurse – doch auch die Wartezeiten waren noch nie so lang. Nun stehen Kürzungen im Raum.

Frankfurt – Während sich die Bundespolitik seit einer Weile ständig um Migration dreht – im Sinne von mehr Abschiebungen, Zurückweisungen und einer grundsätzlich stärkeren Abschottung –, mühen sich Bildungsträger von der Öffentlichkeit eher unbeachtet an einem wahren Kraftakt bei der Integration ab. Ein Kernelement davon ist der Besuch eines Integrationskurses, bei dem Zugewanderte in rund einem Jahr die deutsche Sprache und Kultur kennenlernen sollen.

Noch nie gab es so viele Kursteilnehmende wie im vergangenen Jahr: Bundesweit begannen 2023 rund 363 000 Menschen einen Integrationskurs, wie aus einem Bericht des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hervorgeht. Hinzu kamen auch noch 66 000 Menschen, die Kurse wiederholten. Und die Zahlen liegen noch einmal sieben Prozent über denen von 2022, als es 340 000 Kursteilnehmende gab.

Motivation auf den Stufen zur Offenbacher Volkshochschule.

Ampel-Koalition öffnet die Integrationskurse für alle Flüchtlingsgruppen

Und das waren laut Bamf schon mehr gewesen als nach dem Sommer der Flucht 2015/2016 – was vor allem am Zuzug der vielen Geflüchteten aus der Ukraine nach Beginn der russischen Vollinvasion dort lag. 2023 waren 46,2 Prozent der Kursteilnehmenden Ukrainer:innen (2022: 59,1), es folgten Menschen aus Syrien (10,3 Prozent, vorher 6,5) und Afghanistan (7,8 Prozent, vorher 5,3).

Die Zahlen sind auch deswegen noch einmal gestiegen, weil die Ampel-Koalition die Integrationskurse zu Jahresbeginn 2023 für alle Flüchtlingsgruppen geöffnet hatte – so können heute auch Geduldete daran teilnehmen sowie Asylsuchende aus allen Herkunftsländern –, vorher gab es hier Beschränkungen. Die Öffnung soll zu einer besseren Integration von marginalisierten Gruppen führen, Fachleute lobten den Schritt.

Laut Bamf haben die Kursträger deswegen und wegen des Kriegs in der Ukraine ihre Kurskapazitäten „stark ausgebaut“: So seien 2023 mit mehr als 18 800 Kursen knapp tausend Kurse mehr angeboten worden als noch 2022. Auch die Zahl der neu für Integrationskurse zugelassenen Lehrkräfte stieg von 3255 im Jahr 2022 auf 5233 im Folgejahr – insgesamt waren laut Ministerium 2023 knapp 20 000 Lehrkräfte im Integrationskursbereich aktiv.

Kürzung für Integrationskurse aufgrund des Haushaltsstreits

Bildungsträger und Verbände treibt aber nun die Sorge um, dass das Geld knapp werden könnte: Denn während bei der Bundespolizei kräftig aufgestockt werden soll, sind in dem vom Ministerium Christian Lindner (FDP) verantworteten aktuellen Entwurf für den 2025er-Haushalt des Bundesinnenministeriums für Integrationskurse nur noch 500 Millionen Euro vorgesehen – im laufenden Haushalt sind es 1,1 Milliarden. Vor allem Abgeordnete der Grünen haben dies kritisiert.

Einem Bericht der taz zufolge soll die Struktur der Integrationskurse evaluiert werden, zudem hoffe man im Ministerium auf zusätzliches Geld aus der EU. Daran, dass man mit substanziell weniger Kursteilnehmenden plant, ist der niedrigere Etatansatz jedenfalls nicht zu erklären: Im Haushaltsentwurf vom August steht, dass man 2025 mit „bis zu 326 400 neuen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern“ rechne.

Das Innenministerium will sich nicht zum Stand der Haushaltsberatungen äußern. Man könne den Ergebnissen „nicht vorgreifen“, heißt es auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Ein Sprecher sagt nur: Man werde sich „auch weiterhin für eine angemessene Finanzierung“ im Bereich der Integrationskurse einsetzen. Mehr Klarheit sollte es spätestens Mitte November geben, wenn der Haushaltsausschuss letztmals tagt.

Weniger Geld für die Integration, doch die Anzahl der Teilnehmenden ist auf Allzeit-Hoch

Es dürfte jedenfalls herausfordernd werden, in Zeiten des vermehrten Zuzugs zu vermitteln, warum man weniger Geld für Integration einplant. Schon jetzt sind nicht nur die Anzahl der Teilnehmenden, sondern auch die Wartezeiten bei Integrationskursen auf einem Allzeit-Hoch: Im vergangenen Jahr waren es im Schnitt 7,3 Wochen – inklusive der Wartezeiten auf ausdifferenzierte Angebote wie etwa Alphabetisierungskurse. 2022 lag die Wartezeit noch bei vier Wochen. Und 2021 – da jedoch inklusive Corona-Bearbeitungsstau – bei 6,4 Wochen.

Die Zeiten, die zwischen einer Verpflichtung oder Berechtigung bis zum Beginn eines Integrationskurses vergehen, sind real jedoch aber höher. Die Gesamt-Wartezeit – offiziell „Zugangszeit“ genannt – betrug im vergangenen Jahr laut Bamf 16,9 Wochen (also mehr als vier Monate) – 2022 waren es 8,6 und im Jahr 2021 16 Wochen.

Die Kurse

Der Integrationskurs ist laut Aufenthaltsgesetz das Grundangebot, um die Integration von Ausländer:innen in das wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Leben in Deutschland zu fördern. Dafür sind je nach Kursart 600 bis 900 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten zum Deutschlernen vorgesehen – das schaffen viele in unter einem Jahr; bei Abendkursen dauert es deutlich länger. Am Ende stehen ein Sprachtest („Deutsch-Test für Zuwanderer“, A2–B1) und 100 Unterrichtsstunden zum „Leben in Deutschland“; da geht es dann vor allem um Rechtsordnung, Kultur und Geschichte – ebenfalls mit Test.

Für bestimmte Gruppen gibt es gesonderte Kurse wie Alphabetisierungs-, Zweit-Schriftlern-, Frauen-, Eltern-, Förder- oder Jugendintegrationskurse. Bei Kindern soll die Integration in der Schule erfolgen. Für Hochqualifizierte gibt es verkürzte Intensivkurse.

Neuzugewanderte können unter gewissen Umständen zur Teilnahme verpflichtet werden, etwa wenn sie nicht ausreichend Deutsch können. Es gibt Ausnahmen, etwa für in Vollzeit Arbeitende oder Pflegende. Der Kurs-Eigenanteil liegt für 700 Stunden bei 1603 Euro. Bedürftige können befreit werden. (fab)

Die schwarz-rote Vorgängerregierung veröffentlichte Warte- und Zugangszeiten übrigens nicht – sie kamen meist erst nach einer Kleinen Anfrage der Linkspartei an die Öffentlichkeit. Ein Zustand, den auch der Bundesrechnungshof beklagte. Seit Arbeitsbeginn der Ampel-Koalition werden die Wartezeiten im regulären Integrationskurs-Bericht des Bamf geführt.

200 Menschen in Offenbach warten auf Integrationskurs

Größter Träger solcher Kurse sind mit etwa einem Drittel davon die Volkshochschulen. So auch die VHS in Offenbach am Main, dessen Ausländeranteil von 39 Prozent nur noch von Bremen, Hamburg und Berlin um ein geringes übertroffen wird. Dort sieht man beispielhaft, wie groß die Herausforderungen auch schon unter aktuellen Voraussetzungen, also ohne Kürzungen, sind: 42 laufende Kurse gibt es derzeit an der VHS Offenbach. Wenn man sie viermal die Woche besuche, sei man in etwa einem Jahr fertig, rechnet die Programmbereichsleiterin Daniela Kralova vor. Alphabetisierungskurse oder spezielle Kurse für Mütter dauerten aber auch schon mal zwei oder drei Jahre.

Von Januar bis Juni wurden in Deutschland 121 000 Anträge auf Asyl gestellt.

Rund 200 Menschen, die in Offenbach wohnen, warten derzeit laut Kralova auf einen Integrationskurs an der VHS – im Vorjahr waren es noch doppelt so viele. Damit auch Mütter mit kleinen Kindern teilnehmen können, bietet die VHS zu Kurszeiten eine eigene Betreuung für Kinder zwischen sechs Monaten und drei Jahren an. Doch auch da sind die Plätze begrenzt. Und so könnte es „schon passieren, dass sie als Mutter, die einen Betreuungsplatz braucht und nur vormittags kann, zweieinhalb Jahre auf einen Kurs warten müssen“, erzählt Kralova. Und wenn dann schon das nächste Kind da ist, aber nicht noch ein Betreuungsplatz? Das deutet schon an, wie herausfordernd Integrationskurse gerade für diese Zielgruppe sind.

Der Leiter der Offenbacher VHS, Dirk Wolk-Pöhlmann, sieht da keinerlei Spielraum für Kürzungen. Im Gegenteil müsse die Pauschale, die der Bund den Trägern pro Person in einem Integrationskurs zahlt, angehoben werden. Bei den Raumkosten, beim pädagogischen und beim Verwaltungspersonal bleibe nämlich vieles an der Stadt hängen – im Fall Offenbachs eine Stadt, die wegen fehlender Gewerbesteuern und hoher Sozialausgaben nicht viel Geld hat.

„Arbeit bleibt liegen“: Budgetkürzungen erschweren es den Städten bei der Flüchtlingsintegration

Dass es so lange Wartezeiten gebe, liege zum einen an begrenzten Räumlichkeiten, erklärt Wolk-Pöhlmann – tagsüber seien diese voll. Und für den Abend, wenn Räume dann frei wären, finde man kaum Lehrpersonal. Um dieses konkurriere man zudem noch mit Schulen. „Alle buhlen um die Kursleiter“, sagt Wolk-Pöhlmann. Dazu komme noch, dass wegen des knappen Haushalts der Stadt derzeit eine Stellenbesetzungssperre gelte: Wenn jemand kündigt, darf die Stelle in den darauffolgenden drei Monaten nicht neu besetzt werden. „Und die Arbeit bleibt dann eben liegen“, sagt der VHS-Leiter. Das heißt konkret: Bei den Integrationskursen werden die Wartezeiten länger und Servicezeiten fallen weg.

Wolk-Pöhlmann muss deshalb kreativ werden. Denn manche Geflüchtete sind dazu verpflichtet, einen Integrationskurs zu besuchen; es existieren Fristen, innerhalb derer sie beim Bamf eine Teilnahme nachweisen müssen – Fristen, die sich nicht einhalten lassen, wenn alle Kurse voll sind. Wolk-Pöhlmann hat deshalb eine immer noch geltende Sonderabsprache mit der Offenbacher Ausländerbehörde getroffen, dass Leute, die verpflichtend am Integrationskurs teilzunehmen haben, nicht innerhalb von vier Wochen einen Platz nachweisen müssen – sondern möglichst innerhalb von drei Monaten.

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

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Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
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Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
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Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

„Und auch das setzt uns schon ganz schön unter Druck“, sagt Wolk-Pöhlmann. Und ganz generell: „Wir können gar nicht so viele Ressourcen aufbauen, wie wir eigentlich benötigen“. Zumindest nicht unter den gegebenen Umständen. (fab)

Transparenzhinweis: In einer ursprünglichen Version dieses Artikels war bei den Wartezeiten die Rede von Monaten, gemeint sind aber - wie nun korrigiert wurde - Wochen. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Rubriklistenbild: © Norbert Neetz/Imago

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