Interview

„Die Ampel ist eine Koma-Koalition“: Markus Söder im Interview

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Markus Söder hält die Ampel-Regierung für gescheitert - und spart nicht mit Kritik. Der bayrische Ministerpräsident im Gespräch mit dem Merkur.

Es sind höchst turbulente Zeiten. In den USA steht Donald Trump vor der Rückkehr, Frankreich versinkt im politischen Chaos, und auch in der EU gibt es nach der Europawahl ein Führungsvakuum. Ein Gespräch mit CSU-Chef Markus Söder über die Auswirkungen all dieser Entwicklungen auf die deutsche Politik.

Herr Ministerpräsident, wenn wir auf die Verbündeten blicken: Sind Sie nicht froh, dass in Berlin nach dem Etatkompromiss ein Regierungssturz abgewendet ist?
Was für ein Theater! Die Ampel hat sich noch einmal gerettet. Dabei ist es ja nur das absolute Minimum an Pflicht, einen Haushalt vorzulegen. Der Haushalt selbst ist ein Scheinkompromiss und eine Mogelpackung mit einer Reihe ungedeckter Schecks: Einnahmen werden höher eingeplant und Ausgaben niedriger angesetzt – und am Ende werden doch noch in diesem und im nächsten Jahr über 50 Milliarden Euro Schulden gemacht. Seriös ist das nicht.
Rechnen Sie noch mit vorgezogenen Neuwahlen?
Nein. Es ist der erkennbare Wille der Ampel, sich über die Zeit zu retten. Aber mehr kann man nicht mehr erwarten: Die Ampel ist eine Koma-Koalition, die höchstens noch bis zur Wahl hält. Eine Fortsetzung will selbst keine der Ampel-Parteien mehr.

Markus Söder will mit Sachsen und Thüringen enger zusammenrücken - und kritisiert die Ampel

In Frankreich könnte bald eine mit Radikalen durchsetzte linke Regierung den Ton angeben, die Positionen vertritt wie Sahra Wagenknecht. Ist das besser als Marine Le Pen?
Es ist besser, aber es ist trotzdem schlecht. Man muss jetzt aufpassen, dass sich auf der anderen Seite bei den extremen Linken nicht genauso Deutschland-Feindlichkeit durchsetzt, wie es bei Frau Le Pen gewesen wäre. Eine Regierung unter Beteiligung der radikalen Linken wäre extrem schädlich für das europäische Projekt und schwierig für die deutsch-französischen Beziehungen. Wahrscheinlich gibt es am Ende eine Art französische Ampel. Ich hoffe bloß, dass in Frankreich jetzt nicht eine grüne Ampelpolitik gemacht wird.
Es gibt genügend Sparpotenzial: Markus Söder geht mit dem Haushalt der Ampel hart ins Gericht. Das Bürgergeld will er abschaffen.
In Frankreich erodiert die politische Mitte. Bei uns geht es in eine ähnliche Richtung…
Emmanuel Macron hatte mit seiner Partei die politische Mitte aufgebrochen und erntet jetzt das Ergebnis mit der Spaltung des Landes. Letztlich sind Europa und Frankreich mit einem blauen Auge davongekommen, dank des französischen Wahlrechts. In Deutschland hätte das Ergebnis des ersten Wahlgangs ohne Stichwahlen gezählt – mit einem klaren Sieg für die Rechtsextremen.
Vergrößert das mit Blick auf die Wahlen in Ostdeutschland Ihre Sorgen?
Da bin ich vorsichtig optimistisch. Die Union ist die einzige Kraft, die wirtschaftlichen Erfolg und eine klare Linie in der Migration gewährleistet. Der Trend geht nach oben. Ich gehe fest davon aus, dass wir mit Michael Kretschmer in Sachsen und Mario Voigt in Thüringen zumindest zwei Ministerpräsidenten stellen können. Ich selbst bin in den Freistaaten im Wahlkampf viel im Einsatz, um zu helfen. Bayern, Sachsen und Thüringen sollten als Nachbarn wieder enger zusammenrücken.
Der Streit in der Ampel scheint nahtlos weiterzugehen. Der Verteidigungsminister warnt, der Haushalt werde der Bedrohungslage nicht gerecht. 
Dieser Haushalt ist ein schlimmes Signal für die Sicherheit und Wehrfähigkeit Deutschlands. Boris Pistorius ist gerupft. Olaf Scholz hat den Minister hängen lassen, womöglich weil der beliebter ist als er selbst und ihm gefährlich werden könnte. Leider fehlt es nun überall an Geld: von einfachsten Materialien bis hin zu bewaffneten Drohnen. Das ist eine Absage der Zeitenwende. Deutschland fällt damit in der Nato wieder massiv zurück. Das gefällt Putin und spielt Trump in die Hände. Es gibt nur ein Wort dafür: verantwortungslos.

Von den Grünen hält bayerns Ministerpräsident wenig - Die SPD hält Söder für einen besseren Partner

Sie plädieren für die SPD als Regierungspartner der Union im Bund, als gewissermaßen kleineres Übel. Wie wollen Sie mit Esken, Kühnert und Mützenich Ihre Pläne umsetzen?
Die Mehrzahl der Deutschen ist mit dem stark von den Grünen geprägten Ampel-Kurs nicht einverstanden. Und sollte sich die Union auf Schwarz-Grün festlegen, kommt die Union nie über 30 Prozent. Wir als CSU sind strikt dagegen. Die Grünen sollten wieder in die Opposition. Bei der zentralen Frage der Migration lässt sich im Übrigen mit der SPD mehr erreichen – das zeigt allein die Innenministerkonferenz, bei der nur Unions- und SPD-Minister dabei sind. Mit den Grünen gibt es dagegen keine wirksame Begrenzung der Zuwanderung, sondern eher das Gegenteil.
Lassen Sie uns doch ein paar Themen durchgehen: Ist es realistisch, an der Schuldenbremse festzuhalten?
Absolut. Es gibt genügend Sparpotenzial: Das Bürgergeld ist der größte Kostentreiber. Wir müssen es abschaffen und zu Hartz IV zurückkehren. Auch das milliardenschwere Heizgesetz hat den völlig falschen Ansatz. Wir als CSU stehen zur Schuldenbremse. Außerdem muss zuerst über etwas anderes geredet werden: den Länderfinanzausgleich. So geht es nicht weiter. Wir werden täglich von der Ampel aus Berlin benachteiligt und zahlen gleichzeitig immer mehr für Länder, die Schulden machen wollen. Dafür reiche ich nicht die Hand.
Würde eine Unionsregierung den Bürgergeld-Bezug für Ukrainer kippen?
Ja. Wir waren von Anfang an skeptisch.

Söder will wehrpflichtige Ukraine notfalls zurückschrecken - und plädiert selbst für die Wehspflicht

Wollen Sie wehrpflichtige Ukrainer zurückschicken?
Wenn die Ukraine uns darum bittet.
Sie waren seit Kriegsausbruch nicht in der Ukraine. Warum eigentlich?
Soweit ich weiß, war noch kaum ein Ministerpräsident in der Ukraine, denn es ist in erster Linie eine Aufgabe der Bundesregierung. Nur Manuela Schwesig war da, vermutlich aus schlechtem Gewissen wegen ihrer Russland-Connection. Wir unterstützen die Ukraine sehr mit Geld und Sachmitteln und haben mehr Menschen aufgenommen als beispielsweise Frankreich.
Macron sagt, dass eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine an Deutschland und der USA gescheitert sei. Wie stehen Sie dazu?
Jetzt mitten im Krieg eine Mitgliedschaft anzubieten, hieße, dass die Nato von diesem Moment an eine Beistandspflicht hätte. Damit wären wir Kriegspartei. Das lehnen wir klar ab.
Was halten Sie von einer EU-Mitgliedschaft?
Warten wir es ab. Bei aller verständlichen Unterstützung für die Ukraine gäbe es auch massive Herausforderungen für die EU und uns. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Ukraine nach dem Krieg entwickelt. Im Moment sollte die Unterstützung in der Krise Vorrang haben.

Das ist Markus Söders Bayern-Kabinett: Vier Frauen und ein CSU-Schwabe

Vereidigung des bayerischen Kabinetts
Seit dem 31. Oktober 2023 regiert das Kabinett Söder III in Bayern – eine Koalition zwischen CSU und Freien Wählern. Markus Söder wurde am 31. Oktober 2023 erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Die Staatsministerinnen und Staatsminister wurden am 8. November 2023 ernannt und vereidigt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Markus Söder und seine Minister: Seit Herbst 2023 ist das Kabinett „Söder III“ in Amt und Würden.
Markus Söder und seine Minister: Seit Herbst 2023 ist das Kabinett „Söder III“ in Amt und Würden.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Markus Söder ist Bayerns Ministerpräsident – und ein bekanntes Gesicht in ganz Deutschland.
Markus Söder ist Bayerns Ministerpräsident – und ein bekanntes Gesicht in ganz Deutschland. Spekulationen über Kanzler-Ambitionen wollten lange nicht abebben. Doch weiter ist „Platz in Bayern“. Zusammen mit seinem Kabinett. © Dwi Anoraganingrum/Imago
Politischer Aschermittwoch - Bayern CSU
Auch bei der kommenden Bundestagswahl rechnet sich Söder keinerlei Chancen mehr auf das Kanzleramt aus. „Null. Der Friedrich Merz macht das jetzt acht Jahre“, sagte der bayerische Ministerpräsident im Juni 2025 dem Nachrichtenmagazin Spiegel auf die Frage, wie groß er seine Chancen sehe, doch noch selbst Kanzler zu werden.  © Peter Kneffel/dpa
Hubert Aiwanger ist als Chef der Freien Wähler gewissermaßen Söders Gegenspieler
Hubert Aiwanger ist als Chef der Freien Wähler gewissermaßen Söders Gegenspieler in der „Bayern-Koalition“ – und angesichts streitbarer Äußerungen und der „Flugblatt-Affäre“ eine durchaus polarisierende Figur. Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident ist Aiwanger schon seit 2018. Im Kabinett Söder III erhielt er neue Kompetenzen in Sachen Jagd und Staatsforsten. © Peter Kneffel/dpa
Söders zweite Stellvertreterin ist Ulrike Scharf.
Söders zweite Stellvertreterin ist Ulrike Scharf. Mit dieser (Bonus-)Postenvergabe an die Sozialministerin überraschte Söder einige Beobachter. Auch, weil er Scharf bei seiner Amtsübernahme von Horst Seehofer 2018 direkt aus ihrem Amt als Umweltministerin geworfen hatte. Die Oberbayerin profilierte sich nach der Ernennung zur Söder-Vize umgehend – mit einer deutlichen Warnung vor Antisemitismus und Gefahren für die Demokratie. © Frank Hoermann/Imago
Florian Herrmann ist als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei ein wichtiger Zuarbeiter und praktische die „rechte Hand“ Söders.
Florian Herrmann ist als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei ein wichtiger Zuarbeiter und praktisch die „rechte Hand“ Söders. Die Zusammenarbeit scheint zu klappen: Herrmann hat den Posten schon seit 2018 inne. Wie Scharf hat Herrmann seine politische Heimat nordöstlich von München, im Bezirk Oberbayern. © Imago
Seit 2013 sitzt Eric Beißwenger im Landtag.
Seit 2013 sitzt Eric Beißwenger im Landtag. Seine Ernennung war die vielleicht größte Überraschung Söders auf CSU-Seiten. Mit Umwelt und Tourismus hatte sich der Biobauer Beißwenger in seinen ersten zwei Legislaturen beschäftigt. Nun kümmert er sich um Europa, wobei Beißwenger zufolge auch dort Umwelt und Landwirtschaft wichtig sind. Wohnhaft im Allgäu, vertritt Beißweniger die Schwaben-CSU – und stammt dabei eigentlich aus Mannheim. © Bernd Feil/Imago
Ein weiterer altgedienter Kempe in Bayerns Kabinetten ist Joachim Herrmann.
Ein weiterer altgedienter Kempe in Bayerns Kabinetten ist Joachim Herrmann. Schon seit 2007 – unter Günther Beckstein – ist der Mittelfranke Innenminister. Herrmann gilt als gewichtige Stimme in der CSU; Landtagsfraktionschef war er schon; und bereits 1998 als Staatssekretär erstmals Mitglied der Staatsregierung, 2008 galt er als Kandidat für das Amt als Bayerns Regierungschef. Den Posten als Vize-Ministerpräsident verlor er 2023 aber an Ulrike Scharf. © Peter Kneffel/dpa
Ein eher neues Gesicht in Bayerns Kabinett ist Christian Bernreiter
Ein eher neues Gesicht in Bayerns Kabinett ist Christian Bernreiter – lange Jahre war er als Landrat tätig. Anfang 2022 berief Söder den Niederbayern bei einer Kabinettsumbildung zum Minister für Verkehr und Bau. Seither hat er weiteren Einfluss in der CSU gewonnen: Seit 2023 führt Bernreiter den Bezirksverband Niederbayern. Er folgte auf Andreas Scheuer. © Sven Hoppe/dpa
Seit 2013 ist Georg Eisenreich Mitglied der Bayerischen Staatsregierung
Seit 2013 ist Georg Eisenreich Mitglied der Bayerischen Staatsregierung: zuerst als Horst Seehofers Staatssekretär für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst; ab 2018 dann kurz als Europa-Staatsminister und in den Kabinetten Söder II und III als Justizminister. Inhaltlich passt das gut: Eisenreich ist Jurist. Er sitzt auch dem CSU-Bezirksverband München vor. © Monika Skolimowska/dpa
Eine Beförderung gab es für Anna Stolz (Freie Wähler)
Eine Beförderung gab es für Anna Stolz: Seit 2018 war die Unterfränkin Staatssekretärin für Bildung und Kultus – nun führt sie das Ministerium. Ungewöhnlich: Stolz ist bei den Freien Wählern eher Seiteneinsteigerin. Bis 2018 war sie parteilose Bürgermeisterin der Kleinstadt Arnstein im Kreis Main-Spessart. Erst 2018 trat sie der Partei bei und schaffte es direkt in Landtag und Kabinett. © Frank Hoermann/Imago
Markus Söder traut seinem Namensvetter Markus Blume offenbar einiges zu
Von der Abteilung Attacke in die Abteilung Hochkultur – Markus Söder traut seinem Namensvetter Markus Blume offenbar einiges zu. Der Münchner Blume war von 2018 bis 2022 CSU-Generalsekretär und damit für die härteren Töne zuständig. Seit 2022 amtiert er als Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Der neue Posten könnte Blume fast besser stehen. In seiner Jugend war er als Eistänzer erfolgreich. Studiert hat Blume auch: Politikwissenschaft. © Rolf Poss/Imago
Albert Füracker gilt als Vertrauter Markus Söders.
Albert Füracker gilt als Vertrauter Markus Söders. Womöglich auch deshalb folgte er Söder in dessen letztem Posten vor dem Sprung ins Ministerpräsidentenamt nach: Seit 2018 ist Füracker Bayerns Finanzminister. Schon zuvor war er dort Söders Staatssekretär. Als Bezirkschef der Oberpfalz-CSU ist Füracker auch wichtig für den Regionalproporz im Kabinett. © Frank Hoermann/Imago
Schon zum zweiten Mal amtiert Thorsten Glauber für die Freien Wähler als Umweltminister
Schon zum zweiten Mal amtiert Thorsten Glauber für die Freien Wähler als Umweltminister – und ist damit einer der bekanntesten Vertreter seiner Partei. Anders als Stolz ist Glauber schon lange „Freier Wähler“ – 1993 trat der Mittelfranke in die Partei ein; seit 2008 sitzt er im Landtag. Als Zuständiger für den Umweltschutz muss Glauber dem Ministerpräsidenten immer wieder mal Paroli bieten. Keine leichte Aufgabe. © Peter Kneffel/dpa
Michaela Kaniber gehört mittlerweile zu den bekanntesten Gesichtern in der CSU.
Michaela Kaniber gehört mittlerweile zu den bekanntesten Gesichtern in der CSU. Schon seit Söders Amtsübernahme im Frühjahr 2018 hat die Oberbayerin das in Bayern wichtige Landwirtschaftsministerium inne; 2023 folgte die Zuständigkeit für Tourismus als Dreingabe. Ins Fach Landwirtschaft musste sich Kaniber aber erst einarbeiten. Die Tochter aus Kroatien zugewanderter Eltern und dreifache Mutter kam nach eigenen Angaben eigentlich „durch den Streit um die richtige Kinderbetreuung“ zur Politik. © Armin Weigel/dpa
Im Kabinett Söder III ist Judith Gerlach Gesundheitsministerin.
Judith Gerlach musste ihren Posten als Digitalministerin räumen, schaffte aber direkt einen Aufstieg: Im Kabinett Söder III ist sie Gesundheitsministerin. Gerlach, 1985 geboren, ist das zweitjüngste Kabinettsmitglied – aber auch familiär vorgeprägt: Schon Großvater Paul Gerlach saß für die CSU im Bundestag. Die Juristin lebt bei Aschaffenburg und vertritt damit Unterfranken in Söders Kabinett. © Frank Hoermann/Imago
Der Jüngste in Söders Ministerriege ist Fabian Mehring.
Der Jüngste in Söders Ministerriege ist Fabian Mehring. Erst 2018 zog der Freie Wähler erstmals in den Landtag ein, bekam aber direkt einiges an Verantwortung ab: Er amtierte als Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion; dabei könnte sein Abschluss als Doktor der Politikwissenschaft geholfen haben. Mit gerade mal 34 Jahren wurde Mehring Chef eines Ministeriums – wenn auch eines recht kleinen. © FrankHoermann/Imago
Sandro Kirchner. Der Unterfranke unterstützt Joachim Herrmann im Innenministerium.
Bis zu 17 Staatsminister und Staatssekretäre gehören laut Bayerischer Verfassung der Staatsregierung an. Heißt: Drei Staatssekretäre sind mit dabei. Einer von ihnen ist seit Anfang 2022 Sandro Kirchner (CSU). Der Unterfranke unterstützt Joachim Herrmann im Innenministerium. © Rolf Poss/Imago
Neu in Söders Kabinett ist CSU-Staatssekretär Martin Schöffel aus Oberfranken.
Neu in Söders Kabinett ist hingegen CSU-Staatssekretär Martin Schöffel aus Oberfranken. Er ist für Finanzen und Heimat mitzuständig. Schöffel arbeitete zuvor vor allem zum Thema Agrar – und gilt als guter Bierzeltredner. © Frank Hoermann/Imago
Tobias Gotthardt unterstützt als Staatssekretär seinen Parteichef Hubert Aiwanger.
Ebenfalls neu dabei ist Tobias Gotthardt. Der Freie Wähler unterstützt als Staatssekretär seinen Parteichef Hubert Aiwanger im Wirtschaftsministerium. Im neuen Kabinett musste Aiwanger auf einen anderen Staatssekretärsposten verzichten – mit der Beförderung von Stolz zur Kultusministerin bleibt ihr altes Amt vakant. © Rolf Poss/Imago
Bayerische Kabinettssitzung
Markus Söder (Mitte links) eröffnete im Januar 2024 die erste Kabinettssitzung im neuen Jahr. Seit 2018 ist die CSU auf einen Koalitionspartner angewiesen – einst die FDP, jetzt sind es die Freien Wähler. © Peter Kneffel/dpa
Auftakt Haushaltsklausur des bayerischen Kabinetts
Ende Januar 2024 eröffnete Söder (hinten, 2.v.l.) die Haushaltsklausur des bayerischen Kabinetts. Das Kabinett befasste sich im Schwerpunkt mit dem Doppelhaushalt 2024/2025. © Uwe Lein/dpa
Kabinettssitzung insbesondere zu Umweltthemen
Söder (erste Reihe rechts) und die bayerischen Kabinettsmitglieder kamen im Juli 2024 am Donauufer zur letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen. © Peter Kneffel/dpa
Kabinettssitzung insbesondere zu Umweltthemen
Die Kabinettssitzung fand damals im Kloster Weltenburg statt. © Peter Kneffel/dpa
Wird es mit einer Unions-Regierung eine Wehrpflicht geben? Auch für Frauen?
Wir brauchen eine Wehrpflicht, um unser Land verteidigen zu können. Sollten sich die Bedrohungsszenarien so weiterentwickeln und die Amerikaner Donald Trump wählen, kommen wir gar nicht umhin, unsere Wehrfähigkeit massiv zu stärken. Wenn es eine Verfassungsmehrheit gibt, sollten wir auch über eine allgemeine Dienstpflicht reden. Das Modell, das Boris Pistorius vorgelegt hat, taugt leider nichts. Das ist wieder so eine Scheinmaßnahme: Wir fragen mal theoretisch nach, verpflichten uns aber zu gar nichts…

„Wir wollen die Ampel gemeinsam ablösen“ - Das klare Ziel des bayrischen Ministerpräsidenten

Zu Ihnen: Auffällig ist Ihre Präsenz im Fernsehen. Lanz, Inas Nacht und Welt.TV – geben Sie es zu: Sie führen doch etwas im Schilde!
Nein, auch dieses Interview folgt keinem Geheimplan. Da kann man keine Verschwörungstheorien entwickeln (lacht).
Merz und Wüst müssen also nicht nervös werden?
Wir haben ein klares Ziel: Wir wollen die Ampel gemeinsam ablösen. Jede persönliche Ambition muss dem untergeordnet sein. Friedrich Merz und ich werden die K-Frage nach den Wahlen im Osten gemeinsam lösen. Wir beide wissen um unsere Verantwortung.
Sommerliches Interview: Markus Söder im Gespräch mit Mike Schier (li.) und Christian Deutschländer in der Staatskanzlei.
In der CSU zieht es außer Ihnen noch jemanden nach Berlin. Landtagspräsidentin Aigner kann sich eine Kandidatur fürs Amt der Bundespräsidentin vorstellen. Hat sie’s drauf?
Das Thema steht nun wirklich nicht auf der Tagesordnung. Die Neubesetzung steht 2027 an. Wir müssen jetzt die Probleme des Landes lösen und nicht über Posten der Zukunft spekulieren.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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