Verfahren wegen Schweigegeld

Warum Trump verzweifelt versucht, den Prozess zu verzögern

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Die Anhörung vor Schweigegeld-Prozess gegen Ex-Präsident Donald Trump soll am 15. April beginnen. Doch eine Expertin hält eine weitere Verzögerung für möglich.
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Schweigegeld und andere Prozesse: Für Trump steht weiter juristischer Ärger an. Mit einer radikalen Strategie könnte er sich vor der US-Wahl Zeit erkaufen.

Update vom 9. April, 11.00 Uhr: Ein Berufungsgericht hat die von Donald Trump beantragte Verzögerung des Strafprozesses gegen den früheren US-Präsidenten in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an Stormy Daniels abgelehnt. Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge wies Richterin Lizbeth Gonzalez den Antrag am späten Montagnachmittag, dem 8. April, nach einer Anhörung der Argumente von Trumps Anwälten und der Staatsanwaltschaft ab.

Der 77-jährige Ex-Präsident der Vereinigten Staaten, der im November erneut für die Republikaner ins Weiße Haus gewählt werden will, ist in dem Schweigegeld-Verfahren unter anderem wegen Fälschung von Geschäftsunterlagen angeklagt. Hintergrund des Falls ist, dass Trump 2016 kurz vor seiner Wahl zum Präsidenten 130.000 US-Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels zahlen ließ. Schweigevereinbarungen zwischen zwei Parteien sind grundsätzlich nicht illegal. Trump wird aber vorgeworfen, er habe die Zahlungen unrechtmäßig verbucht, auf illegale Weise zu verschleiern versucht und damit andere Gesetzesverstöße vertuschen wollen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Donald Trump gegen Stormy Daniels: Ex-Präsident setzt auf Verzögerung

Erstmeldung vom 1. April, 12.45 Uhr: New York – Die Zeit spielt gegen Donald Trump: In wenigen Tagen soll ein Schweigegeld-Prozess gegen den ehemaligen US-Präsidenten beginnen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen wird das Verhältnis des ehemaligen US-Präsidenten zu der Pornodarstellerin Stormy Daniels stehen. Eigentlich sollte der Auftakt bereits Mitte März sein, doch der Richter des Verfahrens hatte den Beginn kurzfristig um 30 Tage verschoben, nachdem Verteidigung und Anklage eine Verzögerung beantragt hatten.

Im Jahr der US-Wahl 2024 laufen gegenwärtig vier große Gerichtsprozesse gegen Trump. Mit Gegenanträgen und Berufungen bremsen Trumps Anwälte die Justiz allerdings aus und verzögern so aktuell weiteren juristischen Ärger. Die Strategie mag zwar für den 77-Jährigen kostspielig sein, doch der Republikaner erkauft sich vor der Präsidentschaftswahl im kommenden November wertvolle Zeit. Doch diese wird dennoch im Stormy-Daniels-Fall knapp. Das könnte Donald Trump zu einem weiteren radikaleren Schritt verleiten.

Trumps Prozess gegen Stormy Daniels vor Auftakt: Anwältin sieht möglichen Ausweg für Ex-Präsidenten

Justizexperten waren sich am Jahresanfang nahezu einig: Donald Trumps juristischer Ärger beschert dem Top-Kandidaten der Republikaner viel Aufmerksamkeit, die der ehemalige US-Präsident für seine Zwecke zu nutzen weiß. Zwischenzeitlich sah es zwar danach aus, dass Trumps Vermögen wegen Strafzahlungen in Gefahr geraten könnte, doch durch einen Börsengang scheint sich seine finanzielle Lage sogar zu verbessern. Am 25. März teilte sogar ein Berufungsgericht in den USA mit, dass dem früheren US-Präsidenten Donald Trump mehr Zeit für die Zahlung einer Millionenstrafe aus einem Betrugsprozess eingeräumt und die fällige Kaution reduziert wird.

Bei dem Schweigegeld-Prozess mit Stormy Daniels, der am 15. April starten soll und sich vor allem um eine Schweigegeldzahlung von 130.000 US-Dollar drehen wird, könnte Donald Trump nach der Einschätzung eines Experten einen weiteren Trumpf zur Prozessverzögerung auszuspielen. Joyce Vance, eine ehemalige US-Anwältin für den Nordbezirk von Alabama, schrieb auf ihrer persönlichen Webseite, dass Trump versuchen könnte, seine Anwälte entlassen.

Donald Trump vor Gericht: Weitere Verzögerung möglich

„Da der Prozess nur noch zwei Wochen entfernt ist, zeigt Trump zunehmende Anzeichen von Verzweiflung“, schrieb Vance. Ihre Einschätzung: „Es gibt auch die altbewährten Strategien der Verzweifelten: krank werden oder ein krankes oder sterbendes Familienmitglied finden und seine Anwälte entlassen“. Sollte Donald Trump letzteren Schritt in Erwägung ziehen, bräuchte er allerdings starke Argumente für diese Entscheidung. Der ehemalige US-Präsident müsste nachweisen, dass seine Anwälte nicht ausreichend seine Interessen vertreten würden. Schlussendlich müsste ein Richter die hypothetische Entlassung der Anwälte als Verzögerungsgrund für den Prozess anerkennen.

Alternativ könne der Richter aber auch verlangen, dass Trump mit der verbliebenen Anwaltschaft den Prozess bestreitet, so Vance. Die US-Anwältin aus Alabama gibt zudem zu bedenken, dass Trump die Entlassungen nicht bis zur letzten Minute herauszögern sollte, da er sonst noch unglaubwürdiger wirken würde.

Donald Trump trickst Justiz aus: Ex-Präsident pocht auf Immunität

Schon länger steht im Raum, dass Donald Trump mithilfe seiner finanziellen Mittel und Spitzfindigkeiten das Justizsystem der USA aushebelt. Mal fluten seine Anwälte kurz vor Ablauf von Fristen die Staatsanwaltschaften mit neuen Beweisen oder sähen Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Staatsvertretern. Im Fall des Prozesses um den Sturm auf das Kapitol hat Trump derweil eine Grundsatzdebatte um seinen Immunitätsstatus als US-Präsident losgetreten. Eine Umfrage von Politico/Ipsos kam allerdings im März zu dem Schluss, dass die meisten Amerikaner nicht von der Trump-Aussage überzeugt sind.

Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht

Donald Trump als Moderator von The Apprentice, einer Reality-TV-Serie in den USA
Seit über 40 Jahren ist Provokation seine Spezialität: Donald Trump erregte die Gemüter, lange bevor er sich entschied, eine politische Karriere anzustreben. Ob als eiskalter Immobilienmakler in seiner Heimatstadt New York City oder wie hier als skrupelloser Chef in seiner eigenen Reality-TV-Serie „The Apprentice“ - Trump sorgte immer für Schlagzeilen. Ein Blick zurück erinnert an die größten Momente, die schließlich im Wahlsieg 2016 und dem Einzug ins Weiße Haus mündeten. © Imago
Donald Trump und Ivana Trump in den späten 1980er Jahren.
Dabei hatte alles so harmonisch begonnen. Donald Trump, reicher Erbe, Liebling der Klatschspalten und ab 1986 auch noch als Retter der New Yorker Eislaufbahn bekannt geworden, heiratete 1977 Ivana Trump. Das ehemalige Model schenkte Donald seine ersten drei Kinder: Donald Jr., Ivanka und Eric. Doch die Ehe sollte das glamouröse Leben der Trumps nicht überstehen und im Jahr 1990 ein Ende in Scheidung finden. © imago stock&people
Donald Trump und Marla Maples bei ihrer Hochzeit im Dezember 1993
Donald Trump ehelichte daraufhin die Frau, mit der er laut der Regenbogenpresse ohnehin schon seit längerem eine Affäre hatte: Marla Maples. Die damals 30 Jahre alte Schauspielerin gab Trump am 20. Dezember 1993 in New York das Ja-Wort. Kurz zuvor war Tiffany Trump, die gemeinsame Tochter der beiden, zur Welt gekommen. Die Ehe hielt respektable sechs Jahre. Marla Maples hätte über diese Zeit gerne ein Buch geschrieben. Das aber verhinderten laut Vanity Fair die Anwälte ihrer Stiefkinder Ivanka Trump und Donald Junior. © imago
Donald Trump und Melania Trump gemeinsam in New York
Es folgte Ehe Nummer Drei für Donald Trump, diesmal mit Melania Knauss. Das Topmodel aus Slowenien wurde als Kampagnengesicht der Zigarettenmarke Camel 1998 in den USA berühmt. Ihren späteren Ehemann lernte Melania im selben Jahr kennen. Im Jahr 2002 heiratete sie den 24 Jahre älteren Donald Trump. 2006 kam der gemeinsame Sohn des Glamour-Paares auf die Welt: Barron Trump. © Imago
Im Jahr 2016 kam Donald Trump wie hier die goldene Rolltreppe seines Hochhauses in New York herab
Im Jahr 2016 kam Donald Trump wie hier die goldene Rolltreppe seines Hochhauses in New York herab und erklärte seine Kandidatur für die US-Wahl 2016. Kaum jemand nahm die politischen Ambitionen des Fernsehstars zu diesem Zeitpunkt ernst. © Andrea Hanks/imago
Donald Trump gegen Parteigrößen wie Jeb Bush
In den Vorwahlen der Republikaner trat Donald Trump gegen Parteigrößen wie Jeb Bush (im Bild) an. Bei den TV-Debatten der Kandidaten machte er erstmals auf sich aufmerksam – indem er die alteingesessenen Politiker derbe attackierte. Trump sicherte sich so die Nominierung der Partei für die US-Wahl 2016. © imago
Donald Trump und Hillary Clinton beim Wahlkampf 2016
Dort traf Donald Trump auf Hillary Clinton. Die Kandidatin der Demokraten galt als Favoritin - vor allem, nachdem ein Tonband aufgetaucht war, in dem Trump damit angab, Frauen ungestraft sexuell belästigen zu können. Doch es geschah, was kaum jemand für möglich hielt: Trump setzte sich durch und wurde zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. © imago
Barack Obama empfängt nach dessen Amtseinführung seinen Nachfolger Donald Trump im Weißen Haus in Washington DC, USA
Barack Obama hatte sich bei der Wahl für Hillary Clinton, seine langjährige Außenministerin, eingesetzt und vor Trump gewarnt. Genutzt hatte es nichts. Wie üblich besuchte Obama zunächst die feierliche Amtseinführung und empfing anschließend seinen Nachfolger im Weißen Haus – eine Ehre, die Trump vier Jahre später Joe Biden verweigern sollte. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron schütteln Hände
Kaum in Amt und Würden, schlidderte Donald Trump von einer Peinlichkeit zum nächsten Affront. Mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron lieferte sich Trump auf Staatsbesuch in Frankreich einen Wettbewerb im Händedrücken, den am Ende Macron gewann. Das zumindest ließen die deutlichen Spuren vermuten, die die Finger des Franzosen auf der Hand des US-Präsidenten hinterlassen hatten. © Peter Dejone/dpa
US-Präsident Donald Trump auf Staatsbesuch in Schanghai, China.
Doch Donald Trump polarisiert nicht nur mit seinen Taten, auch Spekulationen rund um sein Aussehen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Warum ist seine Haut orange, was schmiert er sich ins Gesicht, kann sich ein Milliardär kein besseres Toupet leisten? Das verweigert nämlich regelmäßig, ordentlich auf dem Kopf liegen zu blieben – wie hier zum Beispiel auf dem Flughafen in Schanghai zu sehen. © Jim Watson/imago
Angela Merkel, Emannuel Macron, Shinzo Abe und Donald Trump auf dem G7-Gipfel in Kanada
Vor allem die Verbündeten brachte Donald Trump mit seinem Wankelmut auf die Palme. Die schwierige Beziehung zwischen den USA unter seiner Regentschaft und dem Rest der westlichen Welt wird durch dieses Foto zusammengefasst, das auf dem G7-Gipfel in Kanada im Jahr 2018 entstand. Angela Merkel, damals noch Bundeskanzlerin, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Japans Premierminister Shinzo Abe reden auf Trump ein. Der sitzt da, mit trotzigem Gesichtsausdruck und verschränkten Armen. Vor allem Merkel ist die Frustration über einen derartigen Verhandlungspartner deutlich anzusehen. © Jesco Denzel/dpa
US-Präsident Donald Trump und Erotikdarstellerin Stormy Daniels
Wer glaubte, dass Donald Trump als Präsident zumindest nur noch politische Skandale produziert, wurde bald eines Besseren belehrt. Erotikdarstellerin Stormy Daniels machte ihre Affäre mit dem US-Präsidenten öffentlich. Beide trafen sich, während Trump schon mit Melania verheiratet war. Pikant: Melania war wohl damals gerade mit dem gemeinsamen Kind schwanger. Trump befahl seinem damaligen Anwalt Michael Cohen, Stormy Daniels Schweigegeld zu zahlen, damit alles geheim bleibe. Doch weil das Geld angeblich nie bei ihr ankam, schrieb Daniels ein Buch. Nun wissen wir alle, ob wir wollen oder nicht, wie Trumps Penis aussieht. © Mandel Ngan/afp
Donald Trumps legendärer Tweet mit Covfefe in einer Kunstausstellung in New York
Doch weder mit Bettgeschichten noch mit politischen Skandalen erzeugte Donald Trump derart viel Aufmerksamkeit wie mit seinem Twitter-Kanal. Als @realdonaldtrump twitterte Donald, bis sich die Balken bogen: mitten in der Nacht, voll Rechtschreibfehler und am liebsten in Großbuchstaben. Legendär ist sein „Covfefe“-Tweet vom 31. Mai 2017 (im Bild). Zeitweise folgten ihm fast 89 Millionen Accounts. Doch im Januar 2021 war auf einmal Schluss. Im Zuge der Attacke auf das Kapitol sperrte Twitter den Account des damals noch amtierenden US-Präsidenten. Grund: Er habe den Mob zur Gewalt ermutigt. © Christina Horsten/dpa
Neonazis marschieren durch Charlottesville (USA)
In welche Richtung Donald Trump innenpolitisch steuerte, wurde spätestens 2017 klar. Eine Horde Neonazis marschierte damals mit Fackeln durch die Stadt Charlottesville. Uniformierte Männer brüllten im Chor: „Juden werden uns nicht ersetzen.“ Ein Mann raste mit seinem Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten, eine 30 Jahre alte Frau starb infolgedessen. Die ganzen USA waren schockiert. Doch das Staatsoberhaupt weigerte sich, den Neonazi-Aufmarsch zu verurteilen. Stattdessen sprach Donald Trump von „sehr guten Leuten auf beiden Seiten“. © Zach D Roberts/imago
Donald Trump besucht Puerto Rico
Als der Hurrikan „Florence“ im September 2018 die Insel Puerto Rico verwüstete, interessierte das Donald Trump zunächst wenig. Nach politischem Druck schickte er jedoch Hilfe und reiste sogar selbst auf die Insel, die zu den USA gehört, aber kein offizieller Bundesstaat ist. Dort angekommen bewarf Trump die Menschen mit Klopapierrollen. Die Tragweite der Katastrophe schien ihm zu keinem Zeitpunkt bewusst. Star-Koch José Andrés, selbst aus Puerto Rico und bei besagter Situation anwesend, sagte einige Zeit später zur Washington Post: „Es war ein Beweis für seine Unfähigkeit zur Empathie.“ © Evan Vucci/dpa
Donald Trump und das Sharpie Gate
Was nicht passt, wird manipuliert. Kein Moment charakterisiert dieses Credo von Donald Trump so eindrücklich wie das „Sharpie-Gate“. Als der Hurrikan Dorian die USA bedrohte, twitterte Trump, man müsse sich in den Bundesstaaten Florida, Georgia und Alabama in Acht nehmen. Das Problem: laut der offiziellen Karte des nationalen Wetterdienstes war Alabama nicht betroffen. Statt zuzugeben, dass er sich geirrt hatte, schmierte Trump mit einem Sharpie-Filzstift (das amerikanische Pendant zum Edding) einfach auf der Karte rum, erweiterte so das Gefahrengebiet und schwupps: schon war auch Alabama betroffen - zumindest in der Welt von Donald Trump, in der Fakten beliebig austauschbar sind. © JIM WATSON/afp
Trump-Anhänger stürmern das Kapitol in Washington DC
Wie sie begann, so endete Donald Trumps Zeit als Präsident: mit einem Skandal. Wochenlang schürte Trump mit seinen Behauptungen vom Wahlbetrug („The Big Lie“) die Aggressionen seiner Anhänger. Am 6. Januar 2021, der Tag, an dem Joe Biden offiziell zum Präsidenten ernannt werden sollte, entlud sich die Wut. Nachdem Trump seine Anhänger aufforderte, zum Kapitol zu marschieren, eskaliert dort die Situation. Der Mob überwindet die Absperrungen der völlig überforderten und unterbesetzten Polizei und dringt in das Parlamentsgebäude ein. Fünf Menschen sterben infolge des Aufruhrs. Für Donald Trump ändert das kaum etwas. Bis heute hat er seine Niederlage öffentlich nicht eingestanden. © Lev Radin/imago
2024, als die Kolumnistin und Autorin E. Jean Carroll (Mitte) ein Prozess gegen den Ex-Präsidenten wegen sexuellem Missbrauch und Verleumdung gewann.
Bis heute hat Donald Trump seine Niederlage bei der US-Wahl nicht 2020 eingestanden. Skandale produzierte er aber auch nach seiner Amtszeit weiter. So im Jahr 2024, als die Kolumnistin und Autorin E. Jean Carroll (Mitte) einen Prozess gegen den Ex-Präsidenten wegen sexuellem Missbrauch und Verleumdung gewann. Ein New Yorker Gericht sprach Caroll Schadensersatz in Höhe von 84 Millionen Dollar zu.  © IMAGO/Mary Crane
Donald Trump, hier mit seiner Anwältin Alina Habba
Noch heftiger fiel das Urteil in einem anderen Prozess gegen Donald Trump, hier mit seiner Anwältin Alina Habba aus. Ebenfalls in New York wurde der Ex-Präsident wegen Verschleierung von Schweigegeldzahlungen an die Erotikdarstellerin Stormy Daniels schuldig gesprochen - in insgesamt 34 Fällen.  © imago
Bis heute hat Donald Trump seine Niederlage bei der US-Wahl 2020 nicht eingestanden.
Trotz aller Skandale tritt Donald Trump auch 2024 erneut zur US-Wahl an. Seine Kandidatur verkündete er in seinem neuen Wohnsitz, dem Luxus-Ressort Mar-a-Lago. © IMAGO/C-Span
Donald Trump und Kamala Harris
Nach dem Rückzug der Kandidatur Joe Bidens hatte Donald Trump im Wahlkampf für die US-Wahl 2024 eine neue Gegnerin: Vizepräsidentin Kamala Harris. Im ersten und einzigen TV-Duell produzierte Trump dann auch den nächsten Eklat. „Sie essen Katzen und Hunde“, sagte der Kandidat der Republikaner über Einwanderer aus Haiti, die sich im Bundesstaat Ohio angeblich über Haustiere der US-Bürgerinnen und Bürger hermachen würden. © SAUL LOEB/AFP
Donald Trump gewann die US-Wahl 2024
Donald Trump gewann die US-Wahl 2024 und zog mit seinem neuen Vizepräsident JD Vance ins Weiße Haus ein. Am Tag der Amtseinführung unterzeichnete Trump in der Mehrzweckhalle Capital One Arena in Washington DC unter dem Applaus seiner Anhängerschaft dutzende präsidentielle Dekrete. © JIM WATSON/AFP
Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um
Kaum angekommen im Oval Office sorgte Donald Trump für den nächsten Eklat. Per Dekret benannte der neue US-Präsident den Golf von Mexiko in Golf von Amerika um. Weil die Nachrichtenagentur AP diese Umbenennung nicht mitmachen wollte, verbannte die Trump-Administration ihre Vertreterinnen und Vertreter von den Pressekonferenzen des Weißen Hauses. © imago
Donald Trump beim Interview im Oval Office
Ebenfalls im Oval Office kam es zu einem weiteren Eklat, an dem Donald Trump maßgeblich beteiligt war. Während eines Fernsehinterviews behauptete der US-Präsident, man habe die Tättowierung „MS13“ auf den Knöcheln eines abgeschobenen Südamerikaners gefunden, was wiederum dessen Mitgliedschaft in der gleichnamigen Kriminellen-Gang beweisen würde. Mehrfach wies der Reporter Trump daraufhin, dass es sich bei seinem angeblichen Beweisfoto um eine mit Photoshop bearbeitete Aufnahme handle. Trump wiederum ließ sich davon aber nicht stören. © IMAGO/White House
Trump auf der Beerdigung des Papstes in Rom
Doch nicht nur in Washington DC sorgte Donald Trump nach Amtsübernahme für Eklats und Kopfschütteln. Das gelang dem neuen Präsidenten auch in Rom. Bei der Beerdigung von Papst Franziskus im Vatikan brach Trump mit seiner Anzugfarbe das Protokoll. Statt in Schwarz erschien der US-Präsident in Begleitung von First Lady Melania Trump in blauem Anzug. © ISABELLA BONOTTO/AFP

Ende März erklärte der Stanford-Professor David Alan Sklansky im Spiegel, dass weiterhin die Möglichkeit einer Gefängnisstrafe für Donald Trump bestehen würde. Allerdings müssten dafür mehrere Variablen ineinander greifen, damit es tatsächlich zu einer Inhaftierung kommen könnte. Dies sei sehr unwahrscheinlich, hieß es weiter. Zum Fall Daniels sagte er: „Ich denke, dass es aus Trumps Sicht eine Katastrophe wäre, wenn dieser Fall vor Gericht käme, und er weiß das. Deshalb hat er so sehr versucht, ihn hinauszuzögern.“ Sollte Trump im Jahr der US-Wahl wegen des Prozesses vor Gericht erscheinen müssen, wäre dies laut Sklansky ein politischer Albtraum, da er die öffentliche Bühne wohl kaum zu seinem Vorteil nutzen könnte.

Trump nutzt Vermögen: Prozesse verzögern sich – Experten blicken bereits auf die US-Wahl 2024

Inwieweit es Donald Trump gelingen wird, in den kommenden Wochen seine Prozesse herauszuzögern, bleibt abzuwarten. Ziemlich sicher ist allerdings, dass der 77-Jährige weiterhin versuchen wird, alle Möglichkeiten auszunutzen. Für viele Beobachter erscheinen die Trump-Prozesse inzwischen als Paradoxon: Vor knapp einem Jahr hieß es noch, dass vor dem Gericht alle Angeklagten gleich behandelt werden. Doch durch sein Vermögen gelingt es Trump, mit seiner Verzögerungsstrategie das Rechtssystem der USA auszuhebeln.

Dass Donald Trump dabei nur sein Recht ausnutzt, kommentierte auch die Washington Post vor einigen Tagen: „Ganz gleich, wie sehr man Trump missbilligt oder sich wünscht, dass seine Ambitionen auf die Präsidentschaft scheitern, jeder Angeklagte hat Anspruch auf ein ordnungsgemäßes Verfahren, einschließlich der Möglichkeit, Berufung einzulegen“. Sollte es Trump gelingen, bis zu einer möglichen Wiederwahl als US-Präsident Verurteilungen zu vermeiden, könnte dies die Prozesse gegen ihn zudem weiter erschweren. Vermutet wird, dass der Republikaner die Macht seines Amtes nutzen würde, um die Strafverfahren zu stoppen. Schon jetzt ist bekannt, dass Trump das Justizministerium politisieren und Tausende Mitarbeiter austauschen will. (fbu/dpa)

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