Nach EU-Einigung

„Hier knallt es gerade“: Baerbock fleht wütende Basis an – Zerreißt der Asyl-Kompromiss die Grünen?

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Harter Kurs: Annalena Baerbock hat die Verschärfung des Asylrechts in einem Brief verteidigt. Doch Grünen-Basis ist entsetzt. War das ein Kompromiss zu viel?

Berlin – Längere AKW-Laufzeiten oder Ausbau von Autobahnen: Zur Wahrung des Koalitionsfriedens haben die Grünen viele schwierige Entscheidungen in der Regierung mitgetragen. Doch nun brodelt es in der Partei. Schuld ist die Einigung auf einen Asyl-Kompromiss, der auf Abschreckung und Abschottung an den europäischen Grenzen setzt. Eine Verschärfung des Asylrechts rüttelt an den Grundüberzeugungen der grünen Parteibasis. Die Wut kocht deshalb hoch - und die Parteiführung versucht händeringend zu beschwichtigen. Mit Erfolg? Oder platzt am Ende vielleicht doch sogar die Koalition?

Asylkompromiss: Annalena Baerbock bittet Grüne in Brief um Zustimmung

Nach der Verschärfung des Asylrechts ist die Stimmung bei den Grünen jedenfalls auf dem Siedepunkt. Wie angespannt die Lage ist, zeigt die Veröffentlichung eines Briefes von Annalena Baerbock, in dem die Außenministerin die aufgebrachte Parteibasis um Verständnis bittet. Der Asylkompromiss sei ihr persönlich „schwergefallen“, zitierte die Nachrichtenagentur dpa aus dem Schreiben der Grünen. Weiter hieß es: „Der jetzt erreichte Kompromiss ist absolut kein einfacher. Zur Ehrlichkeit gehört: Wenn wir die Reform als Bundesregierung alleine hätten beschließen können, dann sähe sie anders aus.“

EU-Asylgipfel: Entscheidung zum harten Durchgreifen an den Außengrenzen

Nur wenige Stunden zuvor hatten die EU-Mitgliedsstaaten in Luxemburg mit einer großen Mehrheit eine umfassende Asylreform gebilligt. So ist in Zukunft ein deutlich härterer Umgang mit Migranten an den EU-Außengrenzen vorgesehen, die kaum Aussicht auf Aufenthalt haben. Personen, die aus als sicher eingestuften Ländern ankommen, sollen nach der Grenzüberquerung unter haftähnlichen Bedingungen in streng überwachten Aufnahmeeinrichtungen untergebracht werden. Innerhalb eines Zeitraums von zwölf Wochen würde dann üblicherweise geprüft werden, ob der Antragsteller Aussichten auf Asyl hat. Falls nicht, würde er umgehend zurückgeschickt.

Inwieweit machen die Grünen eine härte Gangart im Asylrecht mit? Annalena Baerbock (Grüne) warb um Zustimmung zum EU-Kompromiss.

Die Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich während der Verhandlungen nachdrücklich dafür eingesetzt, dass Familien mit Kindern von den sogenannten Grenzverfahren ausgenommen werden. Um einen Durchbruch zu ermöglichen, musste sie schließlich akzeptieren, dass dies unter Umständen möglich sein könnte.

Asylrecht der EU: Baerbock sieht Erleichterung für Familien und Kinder

Vor diesem Hintergrund verteidigte Baerbock den Asylkompromiss. Die Bundesregierung habe hart dafür gekämpft, die Einschränkungen der Freiheit insbesondere für Familien so gering wie möglich zu halten, betonte die Ministerin in ihrem Schreiben an die Abgeordneten, das mehreren Medien übereinstimmend vorlag. „Leider hatten wir dabei nur die Unterstützung von Luxemburg, Irland und Portugal.“ Der erreichte Kompromiss sei keineswegs einfach gewesen. „Ein fehlender Kompromiss hätte bedeutet, dass keine Flüchtlinge mehr verteilt werden. Familien und Kinder aus Syrien oder Afghanistan, die vor Krieg, Folter und schwersten Menschenrechtsverletzungen geflohen sind, wären dauerhaft und ohne Perspektive an der Außengrenze festgehalten worden.“

Grüne flippen bei Asyl-Kompromiss aus: „Hier knallt es gerade“

Doch die Grünen sind tief gespalten in der Asylfrage. Während auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck oder Parteichef Omid Nouripour Verständnis für den Kompromiss zeigten, reagierte der linke Flügel der Partei extrem sauer. In einer internen Beratung der Partei kochten die Emotionen hoch. „Hier knallt‘s gerade“, zitierte der Spiegel einen nicht namentlich genannten Teilnehmer. Und Cansin Köktürk, Grünen-Mitglied aus NRW, fand bei Twitter deutliche Worte: „Wenn die Grünen die geplante Asylreform unterstützen und durchsetzen, werde ich den Scheiß nicht mehr vertreten.“

Wenn die Grünen die geplante Asylreform unterstützen und durchsetzen, werde ich den Scheiß nicht mehr vertreten.

Cansin Köktürk, NRW

Auch das Führungsduo der Nachwuchsorganisation Grüne Jugend, Timon Dzienus und Sarah-Lee Heinrich, war entsetzt. „Ich bin fassungslos“, twitterte Heinrich. „Abschottung sorgt nicht dafür, dass weniger Menschen fliehen. Es bedeutet, dass mehr Menschen leiden.“ Ähnlich sah es der Europaabgeordnete Rasmus Andresen. „Die EU-Mitgliedsstaaten haben ihren moralischen Kompass verloren“, kritisierte der Sprecher der deutschen Grünen im Europaparlament. Und auch Co-Parteichefin Ricarda Lang und Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge reihten sich in den Chor der Kritiker ein und kündigten Widerstand gegen den Asyl-Kompromiss an.

Ein Kompromiss zuviel in der Ampel? Grüne Grabenkämpfe brechen auf

Baerbock, Habeck und Nouripour auf der einen Seite, Lang und Dröge auf der anderen - damit zieht sich ein tiefer Riss durch das Führungspersonal der Grünen. Die einen werden dem Realo-Flügel zugezählt, die anderen dem linken Fundi-Lager. Die Grabenkämpfe der beiden grünen Parteiflügel in inhaltlichen Fragen sind legendär. Erstaunlicherweise war es der Parteiführung zuletzt immer wieder geglückt, die Streitthemen zu überbrücken.

Doch der Asyl-Kompromiss hat durchaus die Sprengkraft, die alten Grabenkämpfe aufbrechen zu lassen. In den vergangenen Wochen mussten die Grünen, vor allem aus dem linken Lager, viele für sie harte Regierungsentscheidungen verkraften. Die Verlängerung der AKW-Laufzeiten und die stärkere Nutzung der Kohlekraft als Ausweg aus der durch den Ukraine-Krieg verursachten Energiekrise trugen sie ebenso mit wie den Ausbau von 144 Autobahnabschnitten, den die FDP ins Planungsbeschleunigungsgesetz hineinverhandelt hatte. Die Partei nahm es auch recht ruhig hin, dass die Liberalen das Heizungsgesetz von Habeck torpedierte und damit eine Entscheidung zur Förderung der Wärmepumpen vor der Sommerpause verhinderte.

Belastungsprobe für Koalition: Grüne droht wegen Asylpolitik die Spaltung

Über all dem schwebte stets die Überzeugung, dass man der FDP in der Koalition Raum zum Atmen lassen müsste. Denn nach einer Serie von Wahlniederlagen fürchten die Freidemokraten um ihre Wahrnehmbarkeit und kündigten einen klaren Kurs der Kante an. SPD und Grüne ließen Finanzminister Christian Lindner gewähren. Doch nun könnte es sein, dass für den Teil der Grünen ein Punkt erreicht ist, an dem sie Gegenleistungen sehen wollen. Bei der Verhandlung um den Koalitionsvertrag hatten sie stets einen sanfteren Kurs in der Asylpolitik herausgestrichen.

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Änderungen am Asyl-Kompromiss der EU noch möglich

Doch lässt sich der Kurs noch einmal ändern? Grundsätzlich besteht noch die Möglichkeit, dass das EU-Parlament Änderungen durchsetzt. Das Parlament hat Mitspracherecht bei der Reform und wird in den kommenden Monaten mit Vertretern der EU-Staaten über das Projekt verhandeln.

Vor diesem Hintergrund rief der Parteilinke Anton Hofreiter die grüne Parteiführung zum Handeln auf. „Angesichts des höchst problematischen Asylkompromisses muss man von der gesamten Grünen-Führung jetzt erwarten, dass sie ihr Möglichstes tut, damit die Asylrechtsverschärfung in dieser Form nicht kommt“, sagte der Vorsitzende des Europaausschusses des Bundestags dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Freitag. Denn die beschlossene Verschärfung sei nicht nur menschenrechtlich problematisch, sondern schade auch dem Ansehen Deutschlands und Europas in sehr vielen Ländern dieser Welt. (jkf)

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/Carsten Koall/dpa/Montage

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