Merkur.de-Exklusiv

Leere Asyl-Versprechen der Union? Experten warnen vor „Vertrauensverlust“

  • schließen

Das Erstarken der AfD befeuert die Debatte um Asylpolitik in Deutschland. Experten warnen vor unrealistischen Versprechungen und populistischen Debatten.

Berlin - Die Umfragen deuteten es an, doch für viele war es dennoch ein Schock: Die Ergebnisse der AfD bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen. Über die Ursachen des Aufstiegs der Rechtspopulisten gibt es unterschiedliche Meinungen. Aber in einem Punkt scheint es (fast) Konsens zu geben: Die deutsche Asylpolitik muss sich ändern, da dies offenbar ein Hauptanliegen der AfD-Wähler ist.

Doch Experten für Migration warnen: Getrieben vom Erfolg der AfD könnten die anderen Parteien nun Versprechen machen, die sie nicht halten können – und damit noch mehr Unzufriedenheit erzeugen. „Es gibt einen großen Spalt zwischen der Stimmung, die jetzt herrscht, und dem, was kurzfristig überhaupt möglich ist“, mahnt Dietrich Thränhardt, Professor für Migrationsforschung an der Universität Münster, gegenüber Merkur.de von IPPEN.MEDIA.

Prof. Dr. Dietrich Thränhardt ist Professor für Vergleichende Regierungslehre und Migrationsforschung an der Universität Münster.

Härtere Asylpolitik kurzfristig schwer umsetzbar

Eine härtere Linie in der Asylpolitik, wie sie derzeit lautstark gefordert wird, sei kurzfristig nicht so einfach umzusetzen. „Ich erwarte, dass das die Krise eher verstärken wird“, sagt der Experte mit Blick auf den Aufstieg der Rechtspopulisten. „Und zwar durch Erwartungen, die jetzt in der deutschen Bevölkerung geschürt und dann enttäuscht werden.“

Insbesondere die Ampel-Koalition könnte durch nicht erfüllbare Versprechen den Eindruck verstärken, sie sei handlungsunfähig – ein Bild, das sie nach Meinung des Experten derzeit ohnehin schon in vielen Bereichen abgibt.

„Es gibt nicht die eine leichte Lösung, es sind immer viele verschiedene Puzzle-Teile“, warnt auch Svenja Niederfranke von der Gesellschaft für Auswärtige Politik gegenüber Merkur.de. „Durch große Versprechungen, die jetzt gemacht werden, findet ein Vertrauensverlust statt.“

Vorschläge von CSU/CSU teils „ansolut ineffektiv“

Die Migrationsexpertin beobachtet derzeit eine populistische Debatte, vor allem von Seiten der CDU/CSU. Es wird teilweise von Maßnahmen gesprochen, die „absolut ineffektiv oder nicht umsetzbar sind“. Ein Beispiel ist die von CSU-Chef Markus Söder geforderte „Integrationsgrenze“. „Das individuelle Grundrecht auf Asyl kennt keine Obergrenze“, so Niederfranke. Auch ein weiterer aktueller Vorschlag Söders – eine mögliche Änderung des Grundrechts auf Asyl in der Verfassung – sei nicht realisierbar, so die Expertin. Denn Deutschland sei nicht nur an sein eigenes Recht, sondern auch an EU-Recht und internationale Verträge gebunden.

Setzt auf das Thema Asyl: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will schnelle Änderungen erreichen.

Die Idee, Sachleistungen für Asylbewerberinnen und Asylbewerber einzuführen, hält die Expertin ebenfalls für Populismus – zumal es den Bundesländern in der Regel bereits erlaubt ist, diese einzuführen. „Das wäre aber für die Kommunen unglaublich aufwändig und bewirkt somit genau das Gegenteil als die gewünschte Entlastung“, sagt Niederfranke. Die Annahme, dass Geldleistungen anstelle von Sachleistungen ein sogenannter Pull-Faktor seien, der Asylbewerber nach Deutschland zieht, sei zudem „höchst umstritten“. Viel wichtiger seien bereits bestehende Familienstrukturen.

Faeser setzt auf EU-Reformen – doch diese bringe den Kommunen erstmal gar nichts

SPD-Innenministerin Nancy Faeser setzt derzeit stark auf eine Reform des europäischen Asylsystems zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen. Die Expertin sieht dies ebenfalls skeptisch: Erstens würde es noch Jahre dauern, bis die EU-Reform in den Ländern tatsächlich umgesetzt werden müsste, daher würden die Kommunen erst einmal gar nicht profitieren. Zweitens sei es fraglich, ob die Reform überhaupt eine Verbesserung bringe.

Migrationsforscher Thränhardt teilt diese Ansicht: „Alle Beobachter, die sich einigermaßen mit der Materie auskennen, bezweifeln, dass die EU-Reform etwas verändern wird.“ Auch die Hoffnungen, die derzeit in Migrationsabkommen mit anderen Ländern gesetzt werden, seien „völlig überhöht“.

Vorbild Dänemark? „Politik auf Kosten der Nachbarstaaten“

Der Fokus richtet sich zunehmend auf Österreich und Dänemark, die angeblich eine effektivere Asylpolitik als Deutschland führen. Einen Tag nach der Bayern-Wahl forderte Ministerpräsident Söder, dass die Bundesregierung ihre Asylstandards, Leistungen und Grenzschutzmaßnahmen stärker an diesen Nachbarländern ausrichten sollte.

Allerdings ist nach Meinung von Migrationsforscherin Niederfranke ein Vergleich zwischen Österreich und Dänemark mit Deutschland nicht gerechtfertigt – im Gegenteil, die kleineren Nachbarstaaten profitierten lediglich davon, dass andere, größere Länder wie Deutschland viele Asylsuchende aufnehmen.

Dieser Ansicht ist auch Migrationsfachmann Thränhardt: „Dänemark ist ein kleines Land, das sich dadurch behilft, dass die Menschen in andere Länder gehen. Deutschland ist zu groß, als dass es diese Politik auf Kosten der Nachbarstaaten ebenfalls durchziehen könnte“, so der Experte. Der Erfolg der österreichischen Asylpolitik werde zudem überschätzt: „Die Lage dort ist nicht viel besser als in Deutschland.“

Asylbewerber stehen Schlange an der Essensausgabe der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt.

Experten fordern bei Asyl „praktikable Lösungen“: Wie sehen diese aus?

Thränhardt bemängelt in der Asyl-Debatte „praktikable Lösungen“. Aber wie würden diese aussehen? Es müsse deutlich schneller entschieden werden, ob Asylsuchenden in Deutschland Asyl gewährt wird oder nicht, so der Experte. Derzeit dauere dieser Prozess durchschnittlich sieben Monate. Die Entscheidungen seien zudem oft fehlerhaft, was zu langwierigen Gerichtsverfahren führe. „Ist dann jemand zwei, drei Jahre im Land, kann man ihn nicht so leicht wieder zurückschicken.“

Im Gegenzug sollten Menschen, die tatsächlich in ihren Heimatländern verfolgt werden und daher in Deutschland bleiben dürfen, viel schneller die Möglichkeit erhalten, zu arbeiten und sich zu integrieren. Auch hier dauerten die Entscheidungen zu lange. „Wenn jemand erstmal ein Jahr in einer Sammelunterkunft sitzt, hat er jede Energie, die er ursprünglich hatte, verloren“, warnt der Experte.

In diesem Zusammenhang betrachtet er die Aufnahme von rund 1,1 Millionen Ukraine-Flüchtlinge als großen Erfolg, der möglicherweise als Modell für Veränderungen in der allgemeinen Migrationspolitik dienen könnte. „Es ist faszinierend, wie gut das funktioniert hat“, so Thränhardt. „Man sieht daran, dass ein anderes System, an dem sich die Zivilgesellschaft mehr beteiligt, eventuell erfolgreicher ist als das jetzige.“

Kabinett Scholz: Nach dem Ampel-Aus kommt Rot-Grün ohne Mehrheit

Olaf Scholz spricht zur Energiepolitik.
Olaf Scholz (SPD) ist der neunte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Politisch wird er dem konservativen Flügel der Sozialdemokraten zugerechnet. Lange Zeit galt er als reiner „Scholzomat“ – ein Spitzname, den er sich wegen seiner mechanisch wirkenden Sprechblasen in seiner Zeit als Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder verdiente. Kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine kündigte er in einer Sondersitzung des deutschen Bundestages einen Wandel der deutschen Politik an: „Wir erleben eine Zeitenwende.“  © Britta Pedersen/dpa
Robert Habeck auf Deutschlandtour.
Robert Habeck ist Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz im Kabinett Scholz sowie Stellvertreter des Kanzlers. Vom 27. Januar 2018 bis zum 14. Februar 2022 hatte er zusammen mit Annalena Baerbock den Bundesvorsitz der Partei Bündnis 90/Die Grünen inne. Habeck ist auch als Schriftsteller tätig. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Andrea Paluch veröffentlichte er mehrere Romane, u.a. Hauke Haiens Tod (2001). © Soeren Stache/dpa
Jörg Kukies kommt zu Beginn der Sitzung des Bundeskabinetts im Kanzleramt.
Am 7. November 2024 hat Jörg Kukies das Amt des Finanzminister übernommen. Der Sozialdemokrat Kukies ist derzeit Staatssekretär im Kanzleramt und gilt als einer der wichtigsten Berater von Kanzler Scholz. Er ist sein Mann für Wirtschaft und Finanzen und verhandelt für ihn die Abschlussdokumente der G7- und G20-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa
Christian Lindner im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022.
Christian Lindner ist Bundesminister der Finanzen im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker ist seit dem 7. Dezember 2013 Bundesvorsitzender der Liberalen. Schon 2017 sah es lange so aus, als würde die FDP an der Regierung beteiligt sein. Doch nach vierwöchigen Sondierungsgesprächen zur Bildung einer Jamaika-Koalition erklärte Lindner die Verhandlungen schließlich für gescheitert. Seine Begründung: „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren!“ © Emmanuele Contini/Imago
Nancy Faeser (SPD), alte und neue Landesvorsitzende der SPD in Hessen und Bundesinnenministerin, freut sich über ihre Wiederwahl.
Nancy Faeser führt im Kabinett Scholz als erste Frau das Bundesministerium des Innern und für Heimat. Die Juristin ist seit dem 2. November 2019 Vorsitzende der SPD Hessen. Zuvor war sie 16 Jahre lang Abgeordnete des Hessischen Landtags und ab 2019 als Vorsitzende der hessischen SPD-Fraktion auch Oppositionsführerin. Zudem war sie Spitzenkandidatin der SPD bei der Landtagswahl in Hessen 2023. Als Abgeordnete im Landtag erhielt sie zwei Drohbriefe, die mit NSU 2.0 unterschrieben waren. © Andreas Arnold/dpa
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Annalena Baerbock ist im Kabinett Scholz Bundesministerin des Auswärtigen. Sie ist die erste Frau, die dieses Amt innehat. Bei der Bundestagswahl 2021 trat sie als Kanzlerkandidatin der Grünen an, die sich aber mit 14,8 Prozent der Zweitstimmen mit Platz drei hinter SPD und Union begnügen mussten. Von Januar 2018 bis Februar 2022 war sie gemeinsam mit Robert Habeck Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. © Thomas Imo/Imago
Marco Buschmann FDP, Bundesjustizminister, stellt Eckpunktepapier zum Selbstbestimmungsgesetz vor.
Marco Buschmann war bis zum 7. November 2024 Bundesminister der Justiz im Kabinett Scholz. Der FDP-Politiker war von Oktober 2017 bis Dezember 2021 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion. Im Herbst 2020 warnte er während der Corona-Pandemie vor einer Verfassungskrise. Buschmann war auch Mitkoordinator der erfolgreichen Verfassungsklage der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und FDP gegen den Berliner Mietendeckel. Nach dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner verließ Buschmann die Ampel.  © Jürgen Heinrich/Imago
Volker Wissing, Bundesverkehrsminister FDP, vor der Kabinettssitzung im Berliner Kanzleramt Bundeskanzleramt in Berlin
Volker Wissing wurde nah dem Ampel-Aus für sein Ausscheren aus dem Kurs von FDP-Parteichef Christian Lindner belohnt. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr erhielt zusätzlich das Justizressort. Einer der letzten großen Ampel-Fans in der FDP zog nach dem Koalitionsbruch Konsequenzen: In einem beispiellosen Schritt trat er aus der Partei aus und bleibt bis zu den geplanten Neuwahlen als Parteiloser im Amt. Der Jurist war vom 19. September 2020 bis zum 23. April 2022 Generalsekretär der FDP. Wissing gibt als Hobby Weinbau an, vor allem im familieneigenen Weingut.  © Stefan Boness/Imago
Hubertus Heil besucht die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Berlin-Spandau.
Hubertus Heil ist im Kabinett Scholz Bundesminister für Arbeit und Soziales – ein Amt, das der SPD-Politiker bereits seit dem 14. März 2018 innehat. Heil ist seit Dezember 2019 stellvertretender Bundesvorsitzender der Sozialdemokraten. Von November 2005 bis November 2009 und von Juni bis Dezember 2017 war er Generalsekretär seiner Partei. Heil spricht sich für einen Mindestlohn von mindestens 12 Euro aus, eine Erhöhung des Rentenalters auf über 67 Jahre lehnt er ab. © M. Popow/Imago
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen.
Boris Pistorius ist als Nachfolger von Christine Lambrecht ins Chefbüro des Verteidigungsministeriums im Bendlerblock gerückt. Pistorius gehört dem SPD-Parteivorstand an und gilt als erfahrener Polit-Manager. Von 1980 bis 1981 absolvierte er seinen Wehrdienst, anschließend studierte er Rechtswissenschaften in Osnabrück und Münster. Pistorius war zuvor seit 2013 Innenminister in Niedersachsen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Bis zum 19. Januar 2023 hatte Christine Lambrecht das Amt der Verteidigungsministerin inne. Die SPD-Politikerin stand zumeist unter einem immensen Druck. Kritische Stimmen warfen ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit vor. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Robert Michael/dpa
Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft läuft beim Treffen der G7 Agrarminister zum Eingang des Schlosses Hohenheim.
Cem Özdemir ist Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Kabinett Scholz. Özdemir ist der erste Bundesminister mit türkischem Migrationshintergrund. Von November 2008 bis Januar 2018 war er Bundesvorsitzender der Grünen. Im Dezember 2021 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gewählt. Nach dem Ampel-Aus übernahm er auch das Ministerium für Bildung und Forschung.  © Bernd Weißbrod/dpa
Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, spricht beim hybriden Gipfeltreffen „Women7-Summit“.
Elisabeth „Lisa“ Paus ist seit dem 25. April 2022 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Kabinett Scholz. Sie ist die Nachfolgerin von Anne Spiegel, die zuvor von diesem Posten zurückgetreten war. Paus gehört zum linken Parteiflügel der Grünen. Sie ist seit 2009 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergibt im Schloss Bellevue anlässlich des Amtswechsels im Bundesfamilienministerium die Entlassungsurkunde an Anne Spiegel (Bündnis 90/Die Grünen), bisherige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Vorgängerin von Lisa Paus war Anne Spiegel, die am 25. April 2022 die Entlassungsurkunde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhielt. „Es war zu viel“, hatte die Grünen-Politikerin vorher bekennen müssen. Ihr Verhalten als Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität in Rheinland-Pfalz nach der Flutkatastrophe im Sommer 2021 wurde vom Untersuchungsausschuss des Landtags bis ins Detail untersucht. Die Kritik wurde zum Sturm – ihr Amt als Bundesfamilienministerin gab Spiegel deshalb auf. In ihrer Rücktrittserklärung betonte Spiegel, dass sie das Amt nicht länger belasten wolle und entschuldigte sich für begangene Fehler. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Karl Lauterbach (SPD), Bundesgesundheitsminister, beantwortet auf einer Pressekonferenz Fragen von Journalisten zum Infektionsgeschehen und zur Impfentwicklung.
Karl Lauterbach ist Bundesminister für Gesundheit im Kabinett Scholz. Der SPD-Politiker ist Professor am Universitätsklinikum Köln und dort Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie. Wegen seines Bundestagsmandats ist er derzeit beurlaubt. Während der Pandemie ist er für viele zu einer Reizfigur geworden. Als Minister konnte er sich mit seiner Forderung nach einer allgemeinen Corona-Impfpflicht nicht durchsetzen.  © Wolfgang Kumm/dpa
Steffi Lemke, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz beim Treffen der G7 Klima-, Energie- und Umweltministerinnen und -minister.
Steffi Lemke hat im Kabinett Scholz den Posten als Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz inne. Die Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen absolvierte ein Studium der Agrarwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1993 als Diplom-Agraringenieurin abschloss. Von 2002 bis 2013 war sie politische Bundesgeschäftsführerin ihrer Partei. © Chris Emil Janssen/Imago
Bettina Stark-Watzinger im Portrait bei der Bundespressekonferenz zum Thema Veroeffentlichung des nationalen Bildungsberichts Bildung in Deutschland.
Bettina Stark-Watzinger ist Bundesministerin für Bildung und Forschung im Kabinett Scholz. Seit 2017 ist sie Abgeordnete im Deutschen Bundestag und seit März 2021 Vorsitzende der FDP Hessen. Ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main schloss sie 1993 als Diplom-Volkswirtin ab. Sie ist Mitglied im Stiftungsrat der Karl-Hermann-Flach-Stiftung. © Imago
Svenja Schulze SPD, Bundesministerin fuer wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, aufgenommen im Rahmen der Konferenz fuer globale Ernaehrungssicherheit im Auswaertigen Amt in Berlin.
Svenja Schulze ist Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland im Kabinett Scholz. Die SPD-Politikerin ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), ver.di, im Naturschutzbund Deutschland (NABU) und im Verein Slowfood. Sie ist Mitbegründerin des Netzwerkes „Frauenzeiten“. © Florian Gaertner/Imago
Klara Geywitz im Kanzleramt in Berlin am 27. Juli 2022. Kabinettssitzung in Berlin.
Klara Geywitz ist Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Kabinett Scholz. Zudem ist sie Beauftragte der Bundesregierung für den Berlin-Umzug und den Bonn-Ausgleich. Im Dezember 2019 wurde sie zu einer der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. Geywitz gehört seit 2014 dem Vorstand der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit an. © Emmanuele Contini/Imago
Wolfgang Schmidt hisst die Regenbogenfahne am Bundeskanzleramt in Berlin.
Wolfgang Schmidt ist Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes im Kabinett Scholz. In dieser Funktion ist er außerdem Beauftragter der Nachrichtendienste des Bundes. Schmidt, der seit 1989 der SPD angehört, gilt als engster Vertrauter von Olaf Scholz. © Christian Spicker/Imago

Asylpolitik hänge an „großen Stellschrauben“

Auch Migrationsfachfrau Niederfranke spricht sich für dezentrale Unterbringungslösungen anstelle von riesigen Erstaufnahmezentren, eine bessere finanzielle Unterstützung der Kommunen und eine gerechtere Verteilung der Asylsuchenden innerhalb Deutschlands aus.

Um die Ankunftszahlen in Deutschland langfristig zu reduzieren, müsse man allerdings „die ganz großen Stellschrauben“ ändern – beispielsweise eine nachhaltigere Sicherheits-, Klima- und Handelspolitik praktizieren, damit weniger Menschen gezwungen sind, aus ihren Heimatländern zu fliehen. „Aber“, die Expertin, „damit gewinnt man keine Wahlen.“

Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteurin Stephanie Munk sorgfältig überprüft.

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janssen/Imago

Kommentare