- schließen
Fabian Müller
Nail Akkoyun
Florian Naumann
Bedrettin Bölükbasi
Andreas Schmid
Stephanie Munk
Jens Kiffmeier
Die CSU wird stärkste Partei bei der Bayern-Wahl, verliert aber im Vergleich zu 2018. Ein Streit mit den Freien Wählern bahnt sich an. Alle Infos im News-Ticker.
- Koalition nach Bayern-Wahl: Es droht Ärger zwischen CSU und Freien Wählern
- Nach der schwachen Landtagswahl der CSU: Weber fordert mehr „Team“ von Söder
- Vorläufiges Endergebnis: CSU fällt unter alten Tiefpunkt – Freie Wähler mit Aiwanger klar vor AfD
- Bei der Bayern-Wahl stimmt die Bevölkerung über einen neuen Landtag ab. In der Regel folgt die erste Prognose nach Schließung der Wahllokale um 18.00, die erste Hochrechnung ist dann gegen 18.30 Uhr zu erwarten. Das vorläufige Ergebnis der Landtagswahl wird in der Regel am späten Abend bekannt gegeben. Alle Infos finden Sie auch in unserem Live-Ticker zur Landtagswahl.
Update vom 10. Oktober, 22.51 Uhr: Die CSU hat bei den Bezirkswahlen in Mittel- und Oberfranken klare Erfolge eingefahren. In Mittelfranken errang sie 35,8 Prozent der Gesamtstimmen und verbesserte damit ihr Ergebnis von 2018. Damals kamen die Christsozialen auf 32 Prozent.
Zweitstärkste Partei wurden nun bei der Wahl am Sonntag die Grünen (15,7 Prozent) vor der AfD (14 Prozent). Wie aus dem vorläufigen Endergebnis hervorgeht, gingen elf Direktmandate an die Christsozialen, eines holte der bisherige Bezirkstagspräsident Armin Kroder für die Freien Wähler.
In Oberfranken erzielte die CSU laut dem vorläufigen Ergebnis 38,7 Prozent – nach 37,2 Prozent vor fünf Jahren. Platz zwei ging an die AfD mit 17,3 Prozent, das bedeutet einen Zuwachs von fast 7 Punkten im Vergleich zu 2018. Die Wahl zu den sieben Bezirkstagen fand am Sonntag zeitgleich zur Landtagswahl statt. Da diese aber bei der Stimmauszählung Priorität hatte, dauerte es deutlich länger, bis auch Ergebnisse aus den Bezirken vorlagen.
Wahlen in Bayern: Zahlreiche Grünen- und SPD-Abgeordnete verpassen Wiedereinzug in Landtag
Update vom 10. Oktober, 17.15 Uhr: Wegen der Verluste für Grüne und SPD bei der Landtagswahl haben mehrere Abgeordnete den Wiedereinzug ins Maximilianeum verpasst. Der prominenteste ist der bisherige Grünen-Landtagsvizepräsident Thomas Gehring aus dem Allgäu. Gehring kam auf der schwäbischen Grünen-Liste auf Rang fünf - es können aber am Ende nur die ersten vier den Sprung ins Parlament schaffen. „Es war lange offen, wer von uns das vierte Mandat für Schwaben bekommt“, schrieb Gehring am heute auf Facebook. „Glückwunsch Max Deisenhofer, wir waren ein gutes Team und es gibt noch viel zu tun.“
In Niederbayern verpasste der SPD-Abgeordnete Christian Flisek den Wiedereinzug in den Landtag - als Zweiter auf der SPD-Liste. In Schwaben scheiterte zudem Gehrings Parteikollegin Christina Haubrich.
Klar ist nun auch: In der neuen Legislaturperiode gehören dem Landtag zwei Abgeordnete weniger als bisher an. Mit 203 Mandatsträgern sind es aber weiterhin deutlich mehr als die 180 in der Verfassung vorgesehenen Sitze. Verantwortlich für den Aufwuchs sind Überhang- und Ausgleichsmandate.
Update vom 10. Oktober, 15.55 Uhr: Nirgendwo in Bayern ist am Sonntag so oft ungültig gewählt worden wie im Berchtesgadener Land. Mit 1,46 Prozent ungültigen Gesamtstimmen liegt der Stimmkreis knapp vor München-Giesing mit 1,43 Prozent, wie aus Daten des Landeswahlleiters hervorgeht. Schon 2018 hatte Berchtesgaden den höchsten Anteil ungültiger Stimmen, damals waren es 1,47 Prozent.
Landtags-CSU wählt Holetschek auf seinen neuen Posten – der hat einen Rat für Aiwanger
Update vom 10. Oktober, 14.30 Uhr: Die CSU-Fraktion im Landtag hat Klaus Holetschek zu ihrem neuen Fraktionschef gewählt - so, wie von Parteichef Markus Söder vorschlagen. Laut einer Mitteilung der Landtags-CSU erhielt der bisherige Gesundheitsminister 84 von 85 abgegebenen Stimmen. Er ist damit Nachfolger des langjährigen Fraktionschefs Thomas Kreuzer. „Ich sehe die Fraktion nicht als ausführendes Organ der Staatsregierung, sondern als Ideengeber, der eigene Initiativen voranbringt“, erklärte Holetschek.
An den mutmaßlichen Koalitionspartner richtete er direkt klare Worte: „Die Freien Wähler sollten sich bewusst sein, dass ihre Zugewinne beim Wahlergebnis nicht Ergebnis guter Sacharbeit, sondern eindeutig Sondereffekt der Flugblattaffäre sind. Insofern wären sie gut beraten, ihre überzogenen Forderungen deutlich runterzuschrauben.“ Dem FW-Chef Hubert Aiwanger empfahl Holetschek, „den Bierzeltmodus schnellstens zu verlassen“.
Söder: Gespräche mit Freien Wählern über Koalition ab Donnerstag
Update vom 10. Oktober, 13.17 Uhr: CSU und Freie Wähler wollen am Donnerstag (12. Oktober) Gespräche über eine Fortsetzung ihrer Koalition aufnehmen. Das kündigte Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder jetzt nach einer CSU-Fraktionssitzung in München an.
Ziel ist nach Worten Söders, die Koalitionsverhandlungen dann binnen zweieinhalb Wochen abzuschließen: in der Woche vor der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Landtags am 30. Oktober. Wenn möglich, solle dann bereits am Tag darauf, also am 31. Oktober, die Ministerpräsidenten-Wahl im Parlament stattfinden.
Bayerns Ministerpräsidenten seit 1945




Hagen bleibt FDP-Chef in Bayern – Vorstand lehnt Rücktrittsangebot ab
Update vom 10. Oktober, 11.30 Uhr: Trotz des Landtags-Aus‘ bleibt Martin Hagen Bayern-Chef der FDP. Er habe dem Landesvorstand am Montagabend seinen Rücktritt angeboten, was dieser jedoch einmütig zurückgewiesen habe, sagte Hagen nun in München. Er übernehme als Spitzenkandidat die Verantwortung für das Wahlergebnis, betonte er zugleich. Er habe seit Sonntagabend zugleich viele unterstützende Zuschriften aus der Partei bekommen. Wenn es Wunsch der Partei sei, dass er als Landesvorsitzender weitermache, „bin ich bereit, das zu tun“. Er deutete auch an, die FDP als Spitzenkandidat in die Wahl 2028 führen zu wollen.
Nach der schwachen CSU-Landtagswahl: Weber fordert mehr „Team“ von Söder
Update vom 10. Oktober, 9.40 Uhr: Nach dem schwachen Abschneiden der CSU bei der bayerischen Landtagswahl hat Vizeparteichef Manfred Weber mehr Teamarbeit in der Partei gefordert. „CSU heißt Team, und das müssen wir in der Öffentlichkeit wieder stärker verkörpern“, sagte der EU-Parlamentarier der Augsburger Allgemeinen. „Als CSU müssen wir die gesamte Bandbreite einer Volkspartei abdecken.“ Das Wahlergebnis mache „dies sehr deutlich“, fügte der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei hinzu.
Update vom 10. Oktober, 7.30 Uhr: Noch bevor die Koalitionsverhandlungen beginnen, droht der Zoff zwischen der CSU und den Freien Wählern in die nächste Runde zu gehen. Denn während die CSU den Wahlerfolg von Hubert Aiwanger und dessen Partei möglichst kleinhalten will, strotzen die Freien Wähler nur vor neuem Selbstbewusstsein. Da ist es wenig verwunderlich, dass Aiwanger prompt ein viertes Ministerium für seine Partei forderte.
Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel kündigte bereits an, dass man Aiwanger nicht mehr alles durchgehen lassen werde. „Die CSU wird ihm klipp und klar erklären, wo die Grenzen politischen Handelns liegen und dass es Tabus gibt – im Ton und im Stil“, sagte der frühere Bundesfinanzminister gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Weiter betonte Waigel, dass die CSU sich vom bisherigen Koalitionspartner „ganz sicher nicht erpressen lassen“ werde. Sollte Aiwanger dies nicht einsehen, „dann wird eine Zusammenarbeit sehr, sehr schwierig werden“, so Waigel.
Koalition nach Bayern-Wahl: Es droht Ärger zwischen CSU und Freien Wählern
Update vom 9. Oktober, 22.45 Uhr: Freie Wähle und CSU traten gemeinsam zur Wahl in Bayern an und wurden als Koalition wiedergewählt. Doch der Ton zwischen den beiden Parteien wird rauer. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder kündigte an, das Verhältnis zu dem alten und neuen Koalitionspartner ändern zu wollen. Der Wahlerfolg der Freien Wähler sei nicht deren sachpolitischer Substanz, sondern vor allem der Anti-Establishment-Politik im Zuge der Flugblatt-Affäre um Parteichef Aiwanger geschuldet, sagte Söder.
Es sei dennoch richtig gewesen, sich frühzeitig auf eine Fortsetzung der Koalition festzulegen. Die Arbeit der Freien Wähler müsse sich sachpolitisch verbessern, forderte Söder. Es habe in der Vergangenheit Defizite etwa in der Wirtschafts- und Schulpolitik gegeben, sagte Söder mit Blick auf die von Aiwanger und dessen Parteikollegen Michael Piazolo geführten Ressorts. Aiwanger meldete seinerseits für seine Partei Ansprüche auf ein viertes Ministerium an. Söder erteilte der Forderung eine deutliche Absage. Rechnerisch könnte die CSU auch mit der SPD oder den Grünen eine Regierung bilden.
Vorläufiges Wahlergebnis in Bayern: CSU kürt am Dienstag neuen Fraktionsvorsitzenden
Update vom 9. Oktober, 19.50 Uhr: Zwei Tage nach der Landtagswahl in Bayern trifft sich die neue CSU-Fraktion am Dienstag (11.00 Uhr) zu ihrer ersten Sitzung. Erste Amtshandlung der Abgeordneten: Der bisherige Gesundheitsminister Klaus Holetschek soll zum neuen Fraktionsvorsitzenden gewählt werden. CSU-Chef Markus Söder hatte den 58-Jährigen am Montag in einer CSU-Vorstandssitzung für den Posten vorgeschlagen. Er soll Thomas Kreuzer nachfolgen, der nicht mehr für den Landtag kandidiert hatte. Als Landtagspräsidentin will die CSU-Fraktion erneut Ilse Aigner vorschlagen. Die 58-Jährige hat dieses Amt bereits seit 2018 inne. Die offizielle Wahl Aigners ist dann in der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags vorgesehen, die für den 30. Oktober geplant ist.
Update vom 9. Oktober, 17.10 Uhr: Etwas unter dem Radar gelaufen sind am Wahlabend die „kleinen“ Parteien. Das vorläufige Endergebnis der Bayern-Wahl zeigt nun die konkreten Zahlen für Partei wie die ÖDP, Linke oder Volt.
Prominenter CSU-Politiker fürchtet Freie Wähler bei nächster Bundestagswahl
Update vom 9. Oktober, 12.22 Uhr: Theo Waigel sieht die Freien Wähler „wildern“, und zwar im „Jagdgebiet der CSU“ – bei der Europawahl seien sie nach einer „Schonzeit“ dann Gegner. Der CSU-Ehrenvorsitzende forderte jetzt vor einer CSU-Vorstandssitzung einen härteren Kurs seiner Partei gegenüber den Freien Wählern – und der AfD. Das CSU-Ergebnis bei der Bayern-Wahl sei „passabel“ gewesen, aber jetzt sei die „Schonzeit“ gegenüber den Freien Wählern vorbei, sagte Waigel in München. Man lasse sich auf Dauer nicht gefallen, dass jemand „im Jagdgebiet der CSU wildert“.
Die Freien Wähler seien bei dieser Wahl Partner gewesen, doch bei der anstehenden Europawahl im Jahr 2024 seien sie Gegner: „Ein ganz gravierender Gegner, weil sie in Europa überhaupt nichts bewegen, aber uns die Möglichkeit nehmen, Bayern noch stärker zu vertreten.“
Waigel befürchtet nach eigenen Worten zudem, dass die Freien Wähler bei der nächsten Bundestagswahl 2025 gefährlich für die CSU werden und ihr Stimmen wegnehmen könnten. Dabei brächten diese „null Kompetenz“ in der Deutschlandpolitik mit. Waigel forderte auch eine schärfere Auseinandersetzung mit der AfD: „Was die AfD betreibt, ist eine Wut- und Angstpolitik, und der müssen wir entschieden auch mit Zukunftsprojektionen entgegentreten.“
Grünen-Co-Chefin nach Bayern-Wahl: Kommunen brauchen mehr Geld für Flüchtlinge
Update vom 9. Oktober, 11.50 Uhr: Nach den Landtagswahlen in Bayern und Hessen hat Grünen-Co-Chefin Ricarda Lang rasche Entscheidungen in der Migrations-Politik gefordert. „Wir müssen vor allem die Kommunen finanziell besser unterstützen“, sagte sie in der ARD. Die vom Bund zugesagte eine Milliarde Euro reiche nicht. Auf EU-Ebene müsse man mit der Verteilung der Flüchtlinge vorankommen.
Außerdem plädiert sie für einen raschen Spurwechsel. „Wer hier ankommt, soll ab dem ersten Tag arbeiten können“, fordert die Grünen-Politikerin. Mit Blick auf die Ampel-Zusammenarbeit rät sie der FDP, „nicht immer mehr vom Selben zu machen“. Die Ampel-Koalition könne nur erfolgreich sein, wenn sie zusammenarbeite.
CSU-Generalsekretär Huber: Kein viertes Ministerium für Freie Wähler
Update vom 9. Oktober, 9.52 Uhr: Nach der Bayern-Wahl hat CSU-Generalsekretär Martin Huber Forderungen der Freien Wähler nach einem weiteren Ministerium kategorisch zurückgewiesen. „Der Anspruch ist durch das Ergebnis in keinster Weise ableitbar“, sagte Huber jetzt im Bayerischen Rundfunk (BR).
Ein viertes Ministerium für die Freien Wähler könnte der größte Streitpunkt in den bereits ab dieser Woche geplanten Gesprächen über eine neue Koalition werden. Der bisherige Freie-Wähler-Landtagsfraktionschef Florian Streibl zeigte sich im BR zuversichtlich, dass sich seine Partei durchsetzen wird. „Wir werden darauf bestehen und werden es am Schluss auch bekommen.“ Die Freien Wähler seien im Landtag nun zweitstärkste Kraft.
AfD gewinnt bei Bayern-Wahl hinzu, muss anderswo aber Niederlage einstecken
Update vom 9. Oktober, 8.13 Uhr: Die AfD, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird, ist kein ostdeutsches Massenphänomen mehr. Mehr als 18 Prozent in Hessen, 16 Prozent in Bayern – das sind die höchsten Ergebnisse bisher bei Landtagswahlen in westdeutschen Bundesländern.
Am Wahlabend musste die AfD allerdings auch eine Niederlage einstecken. In Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) gelang es ihr nicht wie erhofft, die Oberbürgermeisterwahl für sich zu entscheiden und zum ersten Mal einen Oberbürgermeister in Deutschland zu stellen. Ähnlich lief es vor wenigen Wochen bereits im thüringischen Nordhausen.
Verluste für die Grünen bei Landtagswahlen
Update vom 9. Oktober, 7.44 Uhr: Noch am stabilsten standen am Wahlabend die Grünen da, auch wenn für sie die Ergebnisse bei der Bayern-Wahl und der Hessen-Wahl ernüchternd sind. In Hessen mussten die Grünen deutliche Verluste hinnehmen, erzielten aber immerhin noch das zweitbeste Ergebnis in ihrer Geschichte – und hoffen auf den Verbleib in der Regierung. In Bayern liegen sie weiter deutlich vor der SPD – aber ohne Aussicht auf eine Regierungsbeteiligung.
Experte hält Rechtsruck bei Bayern-Wahl für „nicht bayernspezifisch“
Update vom 9. Oktober, 6.59 Uhr: Das Ergebnis der Bayern-Wahl wird als deutlicher Trend nach rechts gewertet, die AfD könnte mit Donnerwetter in den neuen Landtag starten. Auch der Politikwissenschaftler Thomas Leuerer von der Universität Würzburg wertet das Ergebnis so – wenngleich das nicht bayernspezifisch sei.
„Das entspricht dem Zug der Zeit“, sagte er der Main-Post. „Wenn wir CSU, Freie Wähler und AfD zusammennehmen, dann sehen wir die Parteien, die sich rechts oder rechtsaußen positionieren, mit einer satten Zwei-Drittel-Mehrheit.“
CSU fällt bei Bayern-Wahl unter alten Tiefpunkt – Aiwanger klar vor AfD
Update vom 9. Oktober, 5.59 Uhr: In Bayern kommt die CSU von Ministerpräsident Markus Söder nach dem vorläufigen Ergebnis auf 37,0 Prozent. Damit rutscht die Partei, die im Freistaat seit 65 Jahren den Regierungschef stellt, noch unter ihr desaströses Ergebnis von 2018 (37,2 Prozent). Schon damals war sie um mehr als zehn Punkte abgestürzt. Für die Partei von Markus Söder bedeutet das vorläufige Endergebnis, das es schlechteste Resultat seit 1950 ist. Die Freien Wähler mit Spitzenkandidat Hubert Aiwanger verbessern sich deutlich auf 15,8 Prozent (2018: 11,6).
Die Grünen verlieren nach ihrem Rekordergebnis von 2018 (17,6) am stärksten und kommen auf 14,4 Prozent. Die AfD gewinnt mit 14,6 Prozent (10,2) am stärksten dazu. Die SPD erreicht dagegen nur magere 8,4 Prozent (9,7) - ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bayern-Wahl überhaupt. Die FDP verpasst mit 3,0 Prozent den Einzug ins Parlament (5,1). Die Wahlbeteiligung wird mit 73,3 angegeben (72,4).
Die CSU erhält 85 Sitze im bayerischen Landtag. Die Freien Wähler kommen auf 37 Sitze. Die Grünen erhalten 32 Mandate, die AfD bekommt ebensoviele und die SPD 17.
Letzte Hochrechnungen zur Bayern-Wahl: Aiwanger plötzlich weit vor AfD
Update vom 8. Oktober, 1.13 Uhr: Eine weitere Hochrechnung von infratest dimap für die ARD mit Stand 0.53 Uhr zeigt überraschend große Verschiebungen: Die CSU kommt nun auf 37,0 Prozent - und damit fast auf das Ergebnis von 2018 (37,2 Prozent). Es wäre dennoch das schlechteste Ergebnis seit 1950. Zugleich liegen die Freien Wähler jetzt deutlich vor der AfD auf Platz Zwei der Wählergunst. 15,9 Prozent bedeuten mehr als 1,0 Prozentpunkte Vorsprung auf die Rechtspopulisten.
Update vom 8. Oktober, 0.13 Uhr: Laut einer BR-Hochrechnung ist es nun passiert: Die Freien Wähler haben die AfD als zweitstärkste Kraft im neuen Bayerischen Landtag verdrängt. Den Zahlen von 0.10 Uhr zufolge kommt die Partei von Vize-Ministerpräsident Aiwanger auf 15,7 Prozent - 0,1 Prozentpunkte mehr als die AfD. Final ist dieser Ausgang noch nicht. Das vorläufige Endergebnis lässt weiter auf sich warten.
Update vom 8. Oktober, 23.45 Uhr: In einer aktuellen Hochrechnung von ARD und infratest dimap scheinen die Freien Wähler dem Zielpunkt „zweitstärkste Kraft“ wieder näherzukommen: Nur noch 0,1 Prozentpunkte liegt Hubert Aiwangers Partei hinter der AfD. Auch die CSU verbessert sich nach diesen Daten wieder leicht - von 36,4 auf 36,6 Prozent.
Bis zu einem vorläufigen Endergebnis könnte es noch etwas dauern. Die Bayerische Rundfunk geht von finalen Zahlen nach Mitternacht, wohl zwischen 0.30 und 1.00 Uhr aus.
| CSU | Grüne | Freie Wähler | AfD | SPD | FDP | Sonstige | |
| ARD (23.20 Uhr) | 36,6 % | 14,4 % | 15,6 % | 15,7 % | 8,1 % | 2,9 % | 6,7 % |
| ZDF (22.09 Uhr) | 36,6 % | 14,9 % | 15,1 % | 15,9 % | 7,9 % | 2,9 % | 6,7 % |
Update vom 8. Oktober, 20.45 Uhr: Auch die Forschungsgruppe Wahlen des ZDF liefert nun eine neue Hochrechnung zur Landtagswahl in Bayern. Auch dort liegt die AfD vor den Grünen auf dem zweiten Platz. Allerdings fällt der Vorsprung zu den Grünen im Vergleich zur letzten Hochrechnung von infratest dimap geringer aus.
Update vom 8. Oktober, 20.15 Uhr: Laut der jüngsten Bayern-Hochrechnung von infratest dimap der ARD baut die AfD ihren Vorsprung auf die Grünen aus und belegt weiterhin den zweiten Platz hinter der CSU.
Update vom 8. Oktober, 19.39 Uhr: Die vierte Hochrechnung ist da. Laut der Hochrechnung von Infratest dimap liegt auch hier nun die AfD hauchdünn vor den Grünen. Das Rennen um den zweiten Platz im Parteienranking bleibt spannend. Demnach liegen die Grünen nun bei 15,4 Prozent, die AfD kommt auf 15,5 Prozent.
Update vom 8. Oktober, 19.20 Uhr: Auch in der dritten Hochrechnung deutet sich ein Zweikampf um Platz zwei an. Die Grünen liegen laut ARD-Zahlen vor der AfD, das ZDF sieht die Rechtsaußenpartei vorn. Die CSU bleibt unter 37 Prozent.
Update vom 8. Oktober, 18.50 Uhr: Nun ist die zweite Hochrechnung da. Im Vergleich zu den vorherigen Zahlen ändert sich wenig.
Hochrechnung zur Bayern-Wahl: CSU schlechter als 2018
Update vom 8. Oktober, 18.32 Uhr: Die erste Hochrechnung zur Bayern-Wahl ist da. Demnach steht die CSU vor ihrem historisch schlechtesten Landtagswahlergebnis seit 1950 (2018: 37,2). Der Kampf um Platz zwei hinter dem Wahlsieger Markus Söder geht weiter. Die Bayern-Wahl gewinnen die Christsozialen freilich dennoch klar.
18-Uhr-Prognose: CSU ähnlich schlecht wie 2018 – Freie Wähler und AfD vor Rekordergebnis
Update vom 8. Oktober, 18 Uhr: Erste Zahlen zur Bayern-Wahl 2023. Laut 18-Uhr-Prognose von ARD und ZDF ist die CSU der klare Wahlsieger. Die Freien Wähler legen ebenso zu wie die AfD, die FDP liegt aktuell klar unter der Fünf-Prozent-Hürde. Hinter der CSU gibt es ein enges Rennen um Platz zwei, in dem aktuell die Grünen vorne liegen.
| 18-Uhr-Prognose | CSU | Grüne | Freie Wähler | AfD | SPD | FDP | Sonstige |
| infratest dimap/ARD | 37,0 % | 16,0 % | 14,0 % | 15,0 % | 8,5 % | 3,0 % | 6,5% |
| Forschungsgruppe Wahlen/ZDF | 36,5 % | 15,5 % | 14,0 % | 16,0 % | 8,5 % | 3,0 % | 6,5 % |
Update vom 8. Oktober, 16.37 Uhr: Sinkt die Wahlbeteiligung bei der Bayern-Wahl 2023 im Vergleich zu 2018? Die Wahlleitung in Bayern rechnet nach Auswertung der bisherigen Zahlen damit, dass rund 60 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen werden – das wären rund 12 Prozent weniger als vor fünf Jahren. Damals beteiligten sich rund 72 Prozent an der Landtagswahl. Die Annahme von 60 Prozent beruht auf Stichproben in Wahllokalen und dem erwarteten Anteil der Briefwähler. Das endgütlige Ergebnis wird heute im Laufe des Abends feststehen.
Update vom 8. Oktober, 15.17 Uhr: Es liegen neue Zahlen zur Wahlbeteiligung bei der Bayern-Wahl vor. Sie ergeben ein differenziertes Bild, das endgültige Ergebnis zur Wahlbeteiligung bleibt abzuwarten.
- München: Wahlbeteiligung mit bisher 51 Prozent (einschließlich Briefwahl) höher als 2018, Stand: 12.30 Uhr
- Nürnberg: Wahlbeteiligung mit 26 Prozent auf gleichem Niveau wie 2018 (zwei Fünftel der Briefwähler mitgezählt), Stand: 12 Uhr
- Augsburg: Wahlbeteiligung liegt mit 19,5 Prozent bisher fünf Punkte hinter 2018, Stand: 12 Uhr
Hubert Aiwanger hat bei Bayern-Wahl gewählt
Update vom 8. Oktober, 14.08 Uhr: Hubert Aiwanger hat gewählt: Der Freie-Wähler-Chef ist in seinem Heimatort Rottenburg an der Laaber an die Urne geschritten. Danach sprach er mit Anwohnern am Gartenzaun. Der Niederbayer kann trotz – oder gerade wegen – seiner Flugblatt-Affäre auf ein Stimmen-Plus bei der Bayern-Wahl im Vergleich zu 2018 hoffen. Erstmals könnte er auch das Direktmandat in seinem Stimmkreis Landshut holen.
Update vom 8. Oktober, 13 Uhr: Noch fünf Stunden haben die Wahllokale in Bayern geöffnet. Die CSU hofft, auf den letzten Metern doch noch besser abzuschneiden, als aktuelle Umfragen mit ihren Prognosen von 36 bis 37 Prozent vorhersagen. Denn dies würde ein noch schlechteres Ergebnis bedeuten als bei der Landtagswahl 2018. Parteichef Söder müsste sich dann unangenehme Fragen nach seiner Mitschuld stellen. Gegen 18 Uhr werden die ersten Hochrechnungen erwartet.
Wahlbeteiligung bei Landtagswahl in Bayern: Ergebnis höher als 2018?
Update vom 8. Oktober, 11.56 Uhr: Neben vielen anderen Prognosen und Ergebnissen wird es im Laufe des Wahlabends auch Zahlen zur Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Bayern geben. Bei der Bayern-Wahl vor fünf Jahren lag sie bei 72 Prozent. Dieses Mal könnte die Wahlbeteiligung laut Einschätzung von Experten sogar noch höher ausfallen. Ein Hinweis darauf ist, dass so viele Menschen per Briefwahl gestimmt haben wie noch nie. In München lag die Wahlbeteiligung um 10.30 Uhr mit rund 44 Prozent bereits deutlich höher als 2018.
Update vom 8. Oktober, 10.33 Uhr: Auch der bayerische Grünen-Fraktionschef und Grünen-Spitzenkandidat Ludwig Hartmann hat seine Stimme bei der Bayern-Wahl 2023 schon abgegeben. Er warf seinen Stimmzettel im Münchner Stadtteil Haidhausen ein, die als absolute Grünen-Hochburg in Bayern gilt. Markus Söder bezeichnete Hartmann einst als den „freundlichsten Teil bei den Grünen“ – eine Koalition mit den Grünen schloss er vor der Landtagswahl dennoch aus.
CSU-Chef Söder hat bei Bayern-Wahl abgestimmt
Update vom 8. Oktober, 9.57 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat bei der Bayern-Wahl seine Stimme abgegeben. Söder und seine Frau Karin Baumüller-Söder warfen am Sonntagmorgen in ihrem Wahlkreis in Nürnberg ihre Wahlzettel in die Urne ein.
Update vom 8. Oktober, 8.15 Uhr: Im von der Bevölkerungszahl her zweitgrößten deutschen Bundesland Bayern hat die Wahl eines neuen Landtags begonnen. Rund 9,4 Millionen Menschen sind bis 18.00 Uhr zur Wahl aufgerufen. Darunter sind rund 554.000 Erstwähler. Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr. Anschließend wird ausgezählt, das vorläufige Endergebnis wird voraussichtlich erst am späteren Abend oder in der Nacht zum Montag feststehen.
Söder und Aiwanger zittern der Prognose, Hochrechnung und dem Ergebnis der Bayern-Wahl 2023 entgegen
Erstmeldung vom 8. Oktober: München – Eine Bayern-Wahl, ein Sieger: Die CSU hatte jahrzehntelang nichts zu befürchten. Beständig fuhr sie ein Ergebnis jenseits der 40 Prozent ein – und regierte das Bundesland für weitere vier Jahre in einer Alleinherrschaft. Vergleiche mit Wahlergebnissen in Nordkorea sorgten an den Stammtischen regelmäßig für Witze. Doch die Zeiten sind vorbei: Am Sonntag (8. Oktober) wird Ministerpräsident Markus Söder mit gemischten Gefühlen auf die Prognosen, Hochrechnungen und Ergebnisse schauen.
Denn selten war eine Bayern-Wahl so spannend wie im Jahr 2023. Zwar prophezeien die aktuellen Umfragen dem Ministerpräsidenten einen Sieg, doch Markus Söder steuert mit seiner CSU auf das schlechteste Ergebnis aller Zeiten zu. Denn die Flugblatt-Affäre um seinen Vize Hubert Aiwanger kostet ihm aller Wahrscheinlichkeit nach einen kräftigen Stimmenanteil. Und so dürften die Christsozialen durchaus mit Sorgen um 18 Uhr auf die ersten Prognosen und Hochrechnungen schauen.
Umfragen zur Landtagswahl in Bayern: CSU und Freie Wähler rechnen mit starkem Ergebnis
Laut den aktuellen Umfragen kratzt die CSU bei der Landtagswahl in Bayern an ihrer historischen Marke. Im ZDF-„Politbarometer“ konnte Söder im Wahlkampf-Endspurt noch einmal leicht zulegen. Demnach lagen die Christsozialen bei der „Sonntagsfrage“ bei 37 Prozent und erzielten damit einen Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche. Damit käme die CSU in etwa auf das Ergebnis der Landtagswahl von 2018. Damals fuhr die CSU mit 37,2 Prozent ihr bis dahin schlechtestes Ergebnis seit fast 70 Jahren ein.
Unverändert im Vergleich zur Vorwoche waren dagegen kurz vor der Abstimmung zur Bayern-Wahl die Werte des CSU-Koalitionspartners Freie Wähler, die es noch auf 15 Prozent schaffen und mit den Grünen (16 Prozent) noch um Platz zwei kämpfen. AfD (14 Prozent) und SPD (9 Prozent) lagen dahinter, während der FDP ein weiteres Debakel bei einer Bayern-Wahl droht. Sie verlor einen weiteren Punkt und kam damit nur noch auf drei Prozent. Damit wären die Liberalen nicht mehr im bayerischen Landtag vertreten. Umfragen für ARD und Bild-Zeitung ergaben zuletzt ähnliche Werte.
Wahlergebnis bei Bayern-Wahl: Söder steht nach Aiwanger-Skandal unter Druck
Für Söder gilt die Bayern-Wahl durchaus als persönliche Bewährungsprobe. Zwar erscheint ein Wahlergebnis jenseits der 40-Prozent-Marke wegen der Zersplitterung des deutschen Parteiensystems selbst in Bayern auf weite Zeiten unrealistisch zu sein. Aber Söder führte schon früh einen Abgrenzungswahlkampf gegen die Ampel-Parteien und legte sich auf eine Fortführung der Koalition mit den Freien Wählern fest. Nach dem Bekanntwerden der Flugblatt-Affäre kostete das trotzige Festhalten an Aiwanger wichtige Punkte – während die Rechtspopulisten hinzugewannen. Theoretisch wäre vielleicht sogar eine Alternativ-Koalition mit den Grünen drin. Doch das Bündnis hat Söder kategorisch ausgeschlossen.
Bayern-Wahl 2023 – hier gibt es das Ergebnis live im TV
Die Bayern-Wahl 2023 wird im öffentlich-rechtlichen als auch im privaten Fernsehen live übertragen. Die ARD berichtet ab 17.30 Uhr im Hauptprogramm und auf dem Regionalsender BR sowie auf Tagesschau24 über die erste Prognose und Hochrechnung. Auch im ZDF und bei Phoenix laufen Wahlsendungen ab zirka 17 Uhr. Der zu RTL gehörende Nachrichtensender N-TV startet die Sonderberichterstattung ab 17.30 Uhr mit einem News Spezial.
Der bayerische Ministerpräsident gab sich zuletzt äußerlich demonstrativ gelassen, sprach von Demut vor Wahl und Wählern, die sich bei ihrer Entscheidung auch Hilfe beim Wahl-O-Mat zur Bayern-Wahl 2023 holen können. Söder glaubt, dass die Prognosen, Hochrechnungen und Ergebnisse meistens anders kommen, als die Umfragen vorhersagen. Den Höhenflug Aiwangers nennt er eine „Fieberkurve“. Die Nervosität bei ihm und den Christsozialen ist aber dennoch enorm. Wer hätte gedacht, dass Söder nach mehr als fünf Jahren Regierungszeit derart Sorgen haben muss, nicht noch weiter abzustürzen?
Ergebnis bei Wahl in Bayern: Für Söder geht es auch um die Kanzlerpläne
Zwar demonstrierte die Parteibasis am vergangenen Samstag beim Parteitag fast maximale Rückendeckung und schickte Söder mit einem Wiederwahl-Ergebnis von 96,6 Prozent auf die Wahlkampf-Zielgerade. Doch könnte der innerparteiliche Schulterschluss bei einem schwachen Wahlergebnis schnell auch wieder vergessen sein. Schließlich hätte in diesem Fall Söder auch nach über fünf Jahren im Amt nicht hinreichend nachgewiesen, dass er Wahlen überzeugend gewinnen kann. Besonders heikel wird, wenn er den Freien Wählern nach der Wahl noch in einigen Streitpunkten nachgeben und ihnen weitere Ministerämter überlassen muss.
Für Söders bundespolitische Ambitionen, von ihm selbst regelmäßig zurückgewiesen, könnte das der Todesstoß werden – zumindest wenn die CDU ihre Wahlen bis zur Kür des Unionskanzlerkandidaten im Herbst 2024 nicht ebenfalls in den Sand setzt. (jkf/mit dpa)
Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa







