Atom-Deal: Russland unterstützt Kim Jong Un und warnt vor neuem Bündnis
VonChristoph Gschoßmann
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Die Allianz zwischen Russland und Nordkorea wächst kontinuierlich. Putins Diplomat Lawrow signalisierte offen Unterstützung für Kims Atomambitionen.
Moskau – Die Partnerschaft zwischen Russland und Nordkorea intensiviert sich. Nicht nur hat Pjöngjang Soldaten zur Unterstützung Moskaus im Angriffskrieg des Kremls in der Ukraine sowie Waffen für die russischen Soldaten entsandt. Russland spricht sich nun auch für Nordkoreas Atomprogramm aus. Zeitgleich warnte Moskau die USA davor, sich in Asien einzumischen und hob das Bündnis zwischen Moskau und Pjöngjang heraus. Anlass für die deutlichen Worte waren wohl auch Militärübungen zwischen den USA, Japan und Südkorea.
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Bei einem Besuch in Nordkorea erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow, Moskau respektiere die nuklearen Ambitionen Pjöngjangs. Er sagte außerdem, Russland und Nordkorea hätten die Aussagen von Präsident Donald Trump zur Wiederaufnahme der Kontakte Washingtons mit Pjöngjang zur Kenntnis genommen. Lawrow: „Präsident Trump hat seine Unterstützung für die Wiederaufnahme der Kontakte mit Nordkorea zum Ausdruck gebracht, auch auf höchster Ebene. Wir haben davon gehört, und auch unsere koreanischen Freunde haben davon gehört.“
US-Militärübung sorgt für deutliche Äußerungen von Lawrow
Südkorea, Japan und die USA hatten zuvor ihrerseits Einigkeit demonstriert. Bei der gemeinsamen Luftübung wurde unter anderem ein US-amerikanischer strategischer B-52-Bomber und Kampfjets über internationalen Gewässern eingesetzt. Lawrow forderte Respekt für Nordkorea: „Niemand erwägt, Gewalt gegen Nordkorea anzuwenden, trotz des militärischen Aufmarsches der USA, Südkoreas und Japans im ganzen Land“, sagte er.
Lawrow fügte hinzu, Trump habe „seine Unterstützung für die Wiederaufnahme der Kontakte mit Nordkorea zum Ausdruck gebracht“, berichtete die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.
Lawrow begann seinen dreitägigen Besuch in Nordkorea mit einem Treffen mit seinem Amtskollegen Choe Son Hui im Kurort Wonsan. Der russische Außenminister sagte, Moskau respektiere und verstehe, warum Pjöngjang sein Atomprogramm entwickle, das laut Tass das „Werk seiner eigenen Wissenschaftler“ sei. Es liegt also nahe, dass das Atomprogramm nicht direkt von russischen Wissenschaftlern unterstützt wird. Laut Lawrow habe Nordkorea „die notwendigen Schlussfolgerungen lange vor den israelischen und US-amerikanischen Angriffen auf den Iran“ gezogen.
Lawrow trifft Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
Lawrow hat bei seinem Besuch auch den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un getroffen. In einem Gespräch habe Lawrow erklärt, der russische Präsident Wladimir Putin hoffe auf „direkte Kontakte in sehr naher Zukunft“ zu Kim, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass. Das russische Verteidigungsministerium veröffentlichte eine Videoaufnahme von Lawrow und Kim beim Handschlag.
Auf die Frage, ob nordkoreanische Truppen in Zukunft in anderen Bereichen der Front eingesetzt würden, verwies Lawrow nach Angaben von Tass auf Pjöngjang. Nordkorea werde „die Formen, in denen wir unser Abkommen über strategische Partnerschaft umsetzen, selbst bestimmen“, sagte Lawrow nach einem Treffen mit seiner nordkoreanischen Kollegin Choe Son Hui in Wonsan an der Ostküste des Landes.
Nordkorea sendet 6000 zusätzliche Soldaten in den Ukraine-Krieg
Im vergangenen Jahr hatten Russland und Nordkorea ein Abkommen über eine „umfassende strategische Partnerschaft“ geschlossen, das auch eine Klausel zur gegenseitigen Verteidigung enthält. Lawrow soll laut russischen und nordkoreanischen Staatsmedien bis Sonntag in Nordkorea zu Besuch sein.
Nordkorea hatte zuletzt zugestimmt, zusätzliche 6.000 Soldaten in die russische Region Kursk zu entsenden, wo im vergangenen Jahr Tausende stationiert waren. Der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, erklärte gegenüber Bloomberg, Nordkorea liefere nun 40 Prozent der russischen Munition für den Krieg gegen die Ukraine. Er sagte: „Nordkorea verfügt über riesige Vorräte, und die Produktion läuft rund um die Uhr.“ Polen bekommt indes Unterstützung aus Südkorea - in Form von Panzern. (cgsc mit afp)