Dünger für Falschinformationen

Inszenierung, „Trump Fake“? Die irrsten Verschwörungstheorien zum Attentat

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Falschinformationen, Verschwörungstheorien und Fake-Accounts des Täters – direkt nach dem Attentat auf Donald Trump kursierten zahlreiche Spekulationen.

Butler, Pennsylvania – Nach dem Attentat auf Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania bleiben viele Fragen offen. Wo Fakten fehlen, blühen Spekulationen. Unterschiedliche Theorien, basierend auf versehentlich und absichtlich verbreiteten Fake News, kursieren darüber, wer für den Anschlag verantwortlich ist.

„Trump Fake“: X-Nutzer behaupten, Attentat auf Ex-Präsidenten sei inszeniert

Kaum war Trump bei seiner Rede angeschossen worden, verbreiteten sich die ersten Verschwörungstheorien und Falschinformationen im Internet. Das Video des Attentats wurde auf X (ehemals Twitter) millionenfach aufgerufen. Laut NBC News wurde nach „Trump“ das Wort „inszeniert“ zum zweithäufigsten Trendthema auf der Plattform. Allein in der ersten Stunde tauchte der Begriff in 228.000 X-Posts auf. Beiträge, die behaupteten, Trump habe den Anschlag selbst inszeniert, um im Wahlkampf für die US-Wahl 2024 zu punkten, erreichten Millionen. Für diese Behauptungen gibt es jedoch keinerlei Beweise. Trotzdem wird erwartet, dass Trump im Wahlkampf von dem Vorfall profitieren könnte.

Nach den Schüssen auf der Wahlkampfveranstaltung stürmten Einsatzkräfte die Bühne. Auf der Plattform X wird spekuliert, dass Trump das Attentat inszeniert haben soll.

Nach Attentat auf Trump: Unbekannte stellen Fake Profile des mutmaßlichen Täters

Nach der Veröffentlichung des Namens des mutmaßlichen Täters, Thomas Matthew Crooks, durch das FBI, nahm die Spekulation über die Motive des Anschlags zu. Laut dem Tagesspiegel tauchten zahlreiche Fake-Accounts des 20-Jährigen auf. Diese Accounts verbreiteten diverse falsche Informationen über seine Beweggründe. Hinter diesen Aktionen stecken Menschen, die gezielt Lügen verbreiten. Ein X-Nutzer namens „4skin“ gab sich als Thomas Matthew Crooks aus und behauptete, er sei noch am Leben, obwohl das FBI den mutmaßlichen Täter vor Ort erschossen hatte. Es gibt keinen Hinweis auf einen weiteren Täter.

„Biden gab den Befehl“: Republikaner verbreiten Verschwörungstheorien

Andere Theorien machen Präsident Joe Biden und den „Schattenstaat“ für das Attentat verantwortlich. X-Nutzer zitierten aus Bidens Wahlkampfreden und behaupteten, seine Aussagen, Trump sei eine „ernste Gefahr für die Gesellschaft“, seien ein Aufruf zum Mord. Auch einige Republikaner befeuern diese Theorien, wie der Kongressabgeordnete Mike Collins, der laut der FAZ unter einem solchen Post kommentierte: „Joe Biden gab den Befehl.“ Diese Behauptungen sind aus dem Kontext gerissen und unbegründet.

Das Trump-Attentat in Bildern: Schüsse, Chaos und ein blutender Ex-Präsident

US-Wahlkampf in Butler, Pennsylvania. Die Menge wartet auf Donald Trump, nicht wissend, dass gleich Schüsse fallen werden.
US-Wahlkampf in Butler, Pennsylvania. Die Menge wartet auf Donald Trump, nicht wissend, dass gleich Schüsse fallen werden. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Donald Trump auf der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania.
Donald Trump auf der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania. Kurze Zeit später fielen die Schüsse. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Schüsse fallen, Trump duckt sich weg. Der Secret Service eilt herbei. Als die Gefahr gebannt ist, wird Trump behandelt und von der Bühne gebracht.
Schüsse fallen, Trump duckt sich weg. Der Secret Service eilt herbei. Als die Gefahr gebannt ist, wird Trump behandelt und von der Bühne gebracht. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Schwerbewaffnete Soldaten bewachen die Bühne nach den Schüssen auf Donald Trump.
Schwerbewaffnete Soldaten bewachen die Bühne nach den Schüssen auf Donald Trump. Im Hintergrund decken Secret-Service-Mitarbeiter den Ex-Präsidenten hinter dem Pult. © dpa/AP | Evan Vucci
Auf Videos ist zu hören, wie der Secret Service bestätigt, dass der Täter „neutralisiert“ sei. Daraufhin wird Trump von der Bühne eskortiert.
Auf Aufnahmen ist zu hören, wie der Secret Service bestätigt, dass der Täter „neutralisiert“ sei. Daraufhin wird Trump von der Bühne eskortiert. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Nach den Schüssen auf Donald Trump erwidern Scharfschützen der Polizei das Feuer auf den Täter.
Nach den Schüssen auf Donald Trump erwidern Scharfschützen der Polizei das Feuer auf den Täter. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Wenige Momente nach dem versuchten Mordanschlag auf ihn reißt Trump kämpferisch die Faust in die Höhe.
Ein Bild, das wohl auch im US-Wahlkampf immer wieder auftauchen wird. Wenige Momente nach dem versuchten Mordanschlag auf ihn reißt Trump kämpferisch die Faust in die Höhe. © dpa/AP | Evan Vucci
Donald Trump direkt nach den Schüssen auf ihn: Der Ex-Präsident ist blutverschmiert, scheint am Ohr getroffen.
Donald Trump direkt nach den Schüssen auf ihn: Der Ex-Präsident ist blutverschmiert, scheint am Ohr getroffen. © dpa/AP | Evan Vucci
In einer Traube von Secret-Service-Mitarbeitern verlässt der blutverschmierte Trump nach den Schüssen die Bühne.
In einer Traube von Secret-Service-Mitarbeitern verlässt der blutverschmierte Trump nach den Schüssen die Bühne. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Agenten des Secret Service umringen Ex-Präsident Trump. Der zeigt sich kämpferisch, hebt die Faust.
Agenten des Secret Service umringen Ex-Präsident Trump. Der zeigt sich kämpferisch, hebt die Faust. Zuvor rief er noch „fight“ in das Pult-Mikrofon. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Donald Trump ist nach dem Attentat auf einer Wahlkampfveranstaltung verletzt – Bilder zeigen ihn mit blutendem Ohr.
Donald Trump ist nach dem Attentat auf einer Wahlkampfveranstaltung verletzt – Bilder zeigen ihn mit blutendem Ohr. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Panik im Publikum: Nach den Schüssen auf Donald Trump gehen Menschen in Deckung, Sicherheitskräfte assistieren.
Panik im Publikum: Nach den Schüssen auf Donald Trump gehen Menschen in Deckung, Sicherheitskräfte assistieren. © dpa/AP | Evan Vucci
Eskortiert vom Secret Service steigt Trump nach den Schüssen auf ihn in ein Auto, das ihn vom Ort des Angriffs weg bringt. Noch immer hat er die Faust erhoben.
Eskortiert vom Secret Service steigt Trump nach den Schüssen auf ihn in ein Auto, das ihn vom Ort des Angriffs weg bringt. Noch immer hat er die Faust erhoben. © dpa/AP | Gene J. Puskar
Das Gelände der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania. Hier kam es zu den Schüssen auf Trump
Das Gelände der Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania. Hier kam es zu den Schüssen auf Trump – das Chaos lässt auf die entstandene Panik deuten. © dpa/AP | Evan Vucci
Der Ort des Geschehens nach dem Anschlag. Die Umgebung ist mit gelbem Flatterband abgesperrt.
Der Ort des Geschehens nach dem Anschlag. Die Umgebung ist mit gelbem Flatterband abgesperrt.  © dpa/AP | Evan Vucci

Fake News nach Attentat: Politische Anschläge sind Dünger für Verschwörungstheorien

Sobald Falschinformationen im Internet sind, lassen sie sich nur schwer eindämmen. Ein Anschlag wie der auf Trump bietet reichlich Nährboden für Verschwörungstheorien. Es bleiben viele offene Fragen: Welche Motive stecken wirklich hinter dem Attentat? Wie konnte der mutmaßliche Täter unbeobachtet auf das Dach gelangen, von dem er schoss? War die Veranstaltung nicht ausreichend vom Geheimdienst gesichert? Doch selbst eine vollständige Aufklärung des Vorfalls wird nicht alle von ihren Theorien abbringen. (hk)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/AP | Evan Vucci

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