In Paris trifft der frisch gewählte Kanzler auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Dieses Treffen im Élysée-Palast soll mehr als nur ein Antrittsbesuch sein. Laut französischen Regierungskreisen handelt es sich um einen ersten inhaltlichen Arbeitstermin.
Treffen mit Macron in Paris: Merz will deutsch-französische Partnerschaft neu beleben
Beide Regierungen streben an, den deutsch-französischen Beziehungen neuen Schwung zu verleihen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris stehen unter anderem Themen der Energiepolitik auf der Agenda. Frankreich hofft, dass die neue Bundesregierung eine offenere Haltung zur Atomenergie einnimmt und diese gleichwertig neben erneuerbaren Energien anerkennt.
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„Ein sehr starkes und unmittelbares Signal zu geben, dass in den deutsch-französischen Beziehungen eine Erneuerung stattfindet und dass es sich um eine Erneuerung sowohl für die deutsch-französischen bilateralen Beziehungen als auch um eine Erneuerung der Impulse für Europa handelt“, lautet die Mitteilung aus dem Élysée. Neben Energiefragen werden Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit im Mittelpunkt stehen.
Von Paris weiter nach Warschau: Bundeskanzler Merz trifft Polens Premier Donald Tusk
Macron gratulierte Merz unmittelbar nach dessen Wahl. „Es liegt an uns, den deutsch-französischen Motor und Reflex stärker als je zuvor zu machen“, erklärte der französische Präsident. „Es liegt an uns, unsere europäische Agenda für Souveränität, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu beschleunigen. Für die Franzosen, für die Deutschen und für alle Europäer.“
Doch die Reise endet für Merz nicht in Paris. Nach dem Treffen mit Macron wird er in Warschau erwartet. Auch Polens Regierungschef Donald Tusk hat Merz bereits gratuliert und betont: „Wir sehen uns morgen in Warschau.“
Solidarität mit Kyjiw geplant: Merz kündigt Reise in die Ukraine für erste Kanzlerwochen an
Diese Reisen sind für Merz nur der Anfang. „In der ersten oder zweiten Woche der Kanzlerschaft“ plant der neue Bundeskanzler, nach Kyjiw zu reisen. Dort soll gemeinsam mit Macron, Tusk und dem britischen Staatschef Keir Starmer ein Zeichen der Solidarität im Ukraine-Krieg gesetzt werden. Ursprünglich war diese Reise als Gegenveranstaltung zur Siegesparade des russischen Präsidenten Wladimir Putin am 9. Mai gedacht, doch die Mitreisenden haben an diesem Datum andere Verpflichtungen.
Am 9. Mai wird Merz stattdessen voraussichtlich nach Brüssel zur EU und Nato reisen. Ein Besuch in London ist ebenfalls bald geplant. Noch vor dem G7-Gipfel Mitte Juni in Kanada soll Merz nach Washington reisen. Am 16. Mai nimmt der neue Bundeskanzler zudem am Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Tirana teil. (tpn mit agenturen)