Direkt nach Amtsantritt

Auftakt in Paris und Warschau: Merz startet außenpolitische Mission

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Emmanuel Macron empfängt Friedrich Merz im Élysée. Danach wartet Donald Tusk in Warschau. Kanzler Merz will Partnerschaften direkt neu beleben.

Berlin – Friedrich Merz (CDU) hatte auf seinem Weg ins Kanzleramt mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch nach seiner Wahl am Nachmittag im zweiten Wahlgang des Bundestags mit 325 Stimmen zum Bundeskanzler, plant er keine Pause. Bereits am Mittwoch (7. Mai) startet Merz seine ersten Auslandsreisen nach Paris und Warschau.

In Paris trifft der frisch gewählte Kanzler auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Dieses Treffen im Élysée-Palast soll mehr als nur ein Antrittsbesuch sein. Laut französischen Regierungskreisen handelt es sich um einen ersten inhaltlichen Arbeitstermin.

Treffen mit Macron in Paris: Merz will deutsch-französische Partnerschaft neu beleben

Beide Regierungen streben an, den deutsch-französischen Beziehungen neuen Schwung zu verleihen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris stehen unter anderem Themen der Energiepolitik auf der Agenda. Frankreich hofft, dass die neue Bundesregierung eine offenere Haltung zur Atomenergie einnimmt und diese gleichwertig neben erneuerbaren Energien anerkennt.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Ein sehr starkes und unmittelbares Signal zu geben, dass in den deutsch-französischen Beziehungen eine Erneuerung stattfindet und dass es sich um eine Erneuerung sowohl für die deutsch-französischen bilateralen Beziehungen als auch um eine Erneuerung der Impulse für Europa handelt“, lautet die Mitteilung aus dem Élysée. Neben Energiefragen werden Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit im Mittelpunkt stehen.

Von Paris weiter nach Warschau: Bundeskanzler Merz trifft Polens Premier Donald Tusk

Macron gratulierte Merz unmittelbar nach dessen Wahl. „Es liegt an uns, den deutsch-französischen Motor und Reflex stärker als je zuvor zu machen“, erklärte der französische Präsident. „Es liegt an uns, unsere europäische Agenda für Souveränität, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zu beschleunigen. Für die Franzosen, für die Deutschen und für alle Europäer.“

Doch die Reise endet für Merz nicht in Paris. Nach dem Treffen mit Macron wird er in Warschau erwartet. Auch Polens Regierungschef Donald Tusk hat Merz bereits gratuliert und betont: „Wir sehen uns morgen in Warschau.“

Solidarität mit Kyjiw geplant: Merz kündigt Reise in die Ukraine für erste Kanzlerwochen an

Diese Reisen sind für Merz nur der Anfang. „In der ersten oder zweiten Woche der Kanzlerschaft“ plant der neue Bundeskanzler, nach Kyjiw zu reisen. Dort soll gemeinsam mit Macron, Tusk und dem britischen Staatschef Keir Starmer ein Zeichen der Solidarität im Ukraine-Krieg gesetzt werden. Ursprünglich war diese Reise als Gegenveranstaltung zur Siegesparade des russischen Präsidenten Wladimir Putin am 9. Mai gedacht, doch die Mitreisenden haben an diesem Datum andere Verpflichtungen.

Gleich nach seiner Wahl will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Deutschland im Ausland vertreten.

Am 9. Mai wird Merz stattdessen voraussichtlich nach Brüssel zur EU und Nato reisen. Ein Besuch in London ist ebenfalls bald geplant. Noch vor dem G7-Gipfel Mitte Juni in Kanada soll Merz nach Washington reisen. Am 16. Mai nimmt der neue Bundeskanzler zudem am Treffen der Europäischen Politischen Gemeinschaft in Tirana teil. (tpn mit agenturen)

Rubriklistenbild: © Felix Zahn

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