Auftritt mit Weidel: Fraktion kritisiert CDU-Politikerin Ludwig
VonLaura May
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Eine CDU-Politikerin sucht in Ungarn die Nähe zu rechten Eliten. Trotzdem beharrt die Union auf ihrer Brandmauer zur AfD, wie sie IPPEN.MEDIA mitteilte.
Estzergom – Viktor Orbán, Alice Weidel, Peter Thiel – beim Netzwerktreffen der ungarischen Denkfabrik MCC trifft sich die Elite der europäischen und internationalen Rechten. Von Rechtspopulisten über Antisemiten und stramme Faschisten sind alle willkommen. Auch mit dabei: CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig.
Ludwig wurde von den Organisatoren der Veranstaltung Anfang August mit den Worten „die Brandmauer muss fallen – eher früher als später“, begrüßt. Fotos der Journalistin Annika Brockschmidt auf Bluesky zeigen die CDU-Abgeordnete lachend im Austausch mit AfD-Chefin Weidel. Doch die Union sieht die Brandmauer zu Rechtsradikalen dadurch nicht aufgeweicht.
„Ohne Wissen der Fraktionsführung“ – CDU geht auf Distanz zu Abgeordneten Ludwig
Die CDU-Fraktion im Bundestag geht auf Distanz zu Saskia Ludwig, nachdem diese gemeinsam mit Alice Weidel auf dem Event der rechten Denkfabrik in Ungarn teilgenommen hatte. „Frau Ludwig hat an der Veranstaltung nicht im Auftrag der Fraktion und ohne Wissen der Fraktionsführung teilgenommen.“´, erklärte eine Sprecherin der Unionsfraktion gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA.
Der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU gilt und schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD aus. An diesen ist jedes CDU-Mitglied gebunden.
Weiter heißt es in dem Statement: „Der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU gilt und schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD aus. An diesen ist jedes CDU-Mitglied gebunden.“
Schulterschluss mit Faschisten oder Meinungsfreiheit? CDU-Abgeordnete Ludwig verteidigt sich
Die Brandenburger Politikerin besuchte das Event des Mathias-Corvinus-Collegiums (MCC) in Esztergom laut dpa bereits zum zweiten Mal. Das MCC gilt als Kaderschmiede der Regierung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und importiert Ideen rechter US-Publizisten. Neben Orbán selbst nahm auch der für rechtskonservative Positionen bekannte Tech-Milliardär Peter Thiel am Festival teil.
Ludwig selbst rechtfertigt ihre Anwesenheit auf der Veranstaltung: „Freier Meinungsaustausch ist ein zentrales Element einer demokratischen Gesellschaft“, sagte sie laut dem Onlineportal Nius. „Deshalb war es für mich selbstverständlich, mich mit verschiedensten Besuchern auszutauschen, ohne Angst vor Repressionen haben zu müssen.“
Ludwigs Landesverband in Brandenburg bekräftigt hingegen die Brandmauer nach rechts mit Verweis Unvereinbarkeitsbeschluss der Bundespartei aus dem Jahr 2018. „Es gibt einen klaren Parteitagsbeschluss, der Koalitionen mit der AfD ausschließt“, sagte Generalsekretär Gordon Hoffmann. „Das gilt so lange, bis ein Bundesparteitag etwas anderes beschließt.“ Für eine Änderung sehe er „nicht einmal ansatzweise die Mehrheiten“.
Bruch in der CDU: Ludwig spricht sich anders als Kanzler Merz gegen eine Brandmauer zur AfD aus
CDU-Chef Friedrich Merz hatte in der Vergangenheit mehrfach klargestellt, dass es keine Zusammenarbeit mit der AfD geben werde. Als designierter Parteivorsitzender drohte er 2021 sogar mit Parteiausschluss für kooperationswillige Christdemokraten. Ludwig sorgte bereits früher für parteiinternen Unmut. Im Januar sprach sie sich gegen eine Brandmauer zur AfD aus und zeigte sich offen für eine „Mitte-Rechts-Koalition“, was die CDU Brandenburg umgehend zurückwies.
Jubel und Entsetzen: Promis und Politiker reagieren auf Bundestagswahl
Die langjährige Landtagsabgeordnete (2004-2025) sitzt seit diesem Jahr im Bundestag. Bereits von Dezember 2019 bis Oktober 2021 hatte sie ein Doppelmandat in Landtag und Bundestag inne. (lm/dpa)