Ukraine-Krieg

Putins Armee zahlt hohen Preis: Russland gehen die Leichensäcke aus

  • schließen

Im Netz kursiert ein Video, in dem eine Freiwillige im Dienst der russischen Armee um Leichensäcke bittet. Auch Essensspenden seien willkommen.

Awdijiwka – Meldungen während eines laufenden Krieges sind immer mit Vorsicht zu genießen. Welche Informationen stimmen, ist oft nicht unabhängig zu überprüfen. Auch zur Zahl der im Ukraine-Krieg gefallenen Soldaten machen Russland und die Ukraine unterschiedliche Angaben.

Die Verluste dürften sehr hoch sein - auf beiden Seiten. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine meldete am Freitag (13. Oktober) mehr als 1000 getötete russische Soldaten innerhalb von nur 24 Stunden. Besonders heftig toben die Kämpfe aktuell in den Gebieten von Kupjansk, Saporischschja und Awdijiwka, das seit 2014 ein Symbol für den ukrainischen Widerstand ist. Awdijiwka wurde schon vor Beginn der Offensive im Februar 2022 regelmäßig bombardiert.

Leichensäcke mit toten Kämpfern in der von Russland annektierten ukrainischen Region Luhansk: Eine Frau in Diensten des russischen Militärs hat in einem Video um zusätzliche Leichensäcke gebeten. (Symbolbild)

Armee von Putin in Awdijiwka unter Druck? Offenbar zu wenig Leichensäcke für tote Soldaten

Kremlchef Wladimir Putin lobte in einem Interview mit dem russischen Fernsehen, das am Sonntag in Online-Netzwerken veröffentlicht wurde, Fortschritte der russischen Armee in Awdijiwka. „Unsere Soldaten verbessern ihre Positionen in fast dem gesamten Gebiet, das ziemlich groß ist“, sagte er. Dabei soll Moskau in Awdijiwka gerade „kolossale Panzer- und Rüstungsverluste erlitten haben.

Doch - sollten die russischen Fortschritte tatsächlich stimmen - zahlt Wladimir Putin dafür offenbar einen sehr hohen Preis. Darauf deutet ein Video hin, das bei X geteilt wurde. Darin bittet eine Freiwillige im Dienst der russischen Armee um Hilfe bei der Beschaffung von Leichensäcken. „Sie werden im Moment dringend benötigt und ich habe keine Ahnung, wo ich sie herbekomme“, sagt die Frau in Tarnkleidung auf Russisch.

Russische Freiwillige bittet um Essensspenden für Soldaten an der Front

Das Video ist von WarTranslated geteilt worden, einer Seite, die Informationen zum Krieg Ukraine ins Englische übersetzt. Es gibt keine Hinweise, wann es aufgenommen wurde. Auch weiß man nicht, wo genau die Leichensäcke benötigt werden. Im Clip sagt die Frau lediglich, dass es in Donezk ein „schreckliches Defizit“ gebe. Sie könnte damit auch das gesamte Gebiet, die Oblast Donezk, gemeint haben, in dem auch Awdijiwka liegt. Auch bittet sie um Essensspenden.

Offensichtlich geht es Russlands Truppen rund um Awdijiwka tatsächlich sehr schlecht. Ein ebenfalls von WarTranslated geteilter X-Beitrag soll einen russischen Soldaten zeigen, der in der Nähe der umkämpften Stadt ein Gebiet mit zerstörten russischen Militärfahrzeugen begutachtet und dabei an toten Kameraden vorbeigeht. Das russische Militär leidet offenbar auch an Materialmangel. So soll das Militär Panzer aus verschiedenen Teilen selbst zusammenbauen. (mt)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Alexander Reka

Kommentare