„Böse Menschen“

Bannon gegen die „Nerds“ - Im Team Trump bricht kurz vor der Amtseinführung der Kleinkrieg aus

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Trump und Musk sind über den US-Wahlkampf 2024 eng zusammengewachsen. Dem ehemaligen Berater Trumps gefällt das anscheinend nicht. Auch gegen Zuckerberg hat er etwas einzuwenden.

Washington, D.C. – Der erste Tag der zweiten Amtszeit von Donald Trump rückt näher. Am 20. Januar steht die Amtseinführung an, und Trump hat bereits im Vorfeld zahlreiche Veränderungen ab Tag eins angekündigt. Doch noch bevor er erneut das Amt des Präsidenten übernimmt, brodelt es in seinem Umfeld. Steve Bannon, Trumps ehemaliger Berater und Chefstratege im Weißen Haus, wetterte gegen die Tech-Milliardäre Mark Zuckerberg und Elon Musk.

Kurz vor Trumps Amtseinführung: Steve Bannon poltert gegen Meta-Chef Zuckerberg

Am Montag (13. Januar) sorgte Bannon für Aufsehen, als er in scharfen Worten gegen den Tech-Milliardär Mark Zuckerberg wetterte. Man könne dem Meta-Chef „überhaupt nicht trauen“, erklärte Bannon in seinem Podcast „Bannon‘s War Room“. Er warf Zuckerberg vor, 450 Millionen Dollar seines eigenen Vermögens verwendet zu haben, um die US-Präsidentschaftswahl 2020 zugunsten der Demokraten zu beeinflussen.

Jetzt ändere Zuckerberg seine Politik nur, da „Präsident Trump mit der Unterstützung des amerikanischen Volkes kommt“ und, um sein persönliches Vermögen zu steigern. Der jüngste Beweis dafür, sei laut Bannon Zuckerbergs Plan, die Meinungsfreiheit auf den Meta-Plattformen zurückzuholen. „Man können sich nur darauf verlassen, dass sie sich um ihre eigenen Interessen kümmern. Das ist es“, erklärte der 71-jährige MAGA-Anhänger.

Elon Musks Einfluss in die US-Politik: Bannon will ihn noch vor Amtseinführung Trumps „hier herausjagen“

Sein Feldzug gegen die Technologiebranche und die Tech-Milliadäre folgt auf die Aussagen des amerikanischen Unternehmers und nominierten Leiter der Abteilung für Regierungseffizienz unter Trump, Vivek Ramaswamy, wie Daily Beast berichtet. Ende Dezember hatte er in einem ausführlichen Beitrag auf X die H1-B-Visa verteidigt – ein Nichteinwanderungsvisum, das es US-amerikanischen Unternehmen erlaubt, speziell qualifizierte ausländische Arbeitnehmer zu beschäftigen. Dabei kritisierte er auch die Arbeitsmoral der Amerikaner. Er behauptete, viele Amerikaner seien zu bequem und zu stark auf Vergnügen fokussiert, um führende Rollen in Technologie und Ingenieurwesen auszufüllen.

Elon Musk, selbst ehemaliger Visa-Empfänger, unterstütze öffentlich Ramaswamys Haltung. Damit zog er Bannons Zorn auf sich. Seitdem nutzt Bannon seinen War Room-Podcast, um Musk scharf zu kritisieren. In einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera bezeichnete Bannon Musk kürzlich als „einen wirklich bösen Kerl, einen sehr schlechten Kerl“. Er werde Elon Musk bis zum Tag der Amtseinführung Trumps „hier herausjagen“, sagte Bannon.

Der Einfluss von Musk und Zuckerberg in der US-Politik stört Bannon anscheinend sehr. „Dieses Land will keine Nerd-Herrschaft und wir werden nicht dazu zurückkehren“, erklärte er in seiner Samstagsshow. „Sie sind schlechte Menschen. Sie sind böse Menschen. Es ist die Nerd-Regel. Sie liegen alle im Spektrum. Sie denken nicht wie normale Menschen. Sie sind nicht einfühlsam. Sie sind alle Soziopathen. Sie denken nur daran, wie viel Geld sie schaffen. Sie wissen nicht, wie sie interagieren sollen.“

Der frühere Trump-Berater Steve Bannon wettert gegen die Tech-Milliardäre Musk und Zuckerberg..

Bannon gegen Silicon Valley: Sei eine „Apartheid-Gemeinde“

Während Musk sich für eine reformierte Version des H1-B-Visums einsetzt, wollen Bannon und andere MAGA-Anhänger dieses ganz abschaffen. „Schiebt alle hier mit einem H1-B-Visum sofort in ihr Heimatland zurück und besetzt die besagten Arbeitsplätze mit amerikanischen Staatsbürgern“, erklärte Bannon in einer seiner Podcast-Folgen. „Bis heute haben wir noch keinen einzigen H1-B-Arbeitnehmer gesehen, der über bessere Fähigkeiten oder ein besseres Gehirn als ein Amerikaner verfügt.“

Auch sprach er gegen Silicon Valley. Er sagte, die Gemeinde sei eine „Apartheid-Gemeinde“, die amerikanische Arbeiter untergrabe. „Silicon Valley wird als Apartheidsystem geführt, das durchbrochen werden muss“, sagte er. „Es tut mir leid, wir sind hier in den Vereinigten Staaten von Amerika.“ (lw)

Rubriklistenbild: © Newscom/AdMedia/Imago

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