Die Grünen in Lübeck

Klare Spitze gegen Söder: Habeck warnt vor Bundestagswahl vor „Ausschließeritis“

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Bundestagswahl 2025: Robert Habeck beim Wahlkampfauftakt der Grünen in Lübeck
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Wahlkampfauftakt zur Bundestagswahl: Die Grünen teilen in Lübeck vor allem gegen die Union aus. Habeck beklagt „dumme Sprüche“ aus Bayern.

Lübeck – Die Grünen waren in Angriffslaune: „Friedrich Merz ist extrem gut darin, Probleme zu beschreiben“, sagte der Parteivorsitzende Felix Banaszak beim Wahlkampfauftakt in Lübeck über den Kanzlerkandidaten der Union bei der Bundestagswahl. Und Kanzler Olaf Scholz (SPD) sei jemand, „der die Probleme in aller Ruhe bestaunt“. Der Grünen-Spitzenkandidat Robert Habeck hingegen löse sie.

Vor Bundestagswahl: Habeck beklagt „dumme Sprüche“ aus Bayern

Habeck selbst – in der scheidenden Regierung Vizekanzler und Wirtschaftsminister – kritisierte „die dummen Sprüche“, die man aus Bayern zu hören bekomme und kritisierte die Bilanz früherer CSU-Verkehrsminister. Nachdrücklich mahnte Habeck auch mit Blick auf die mögliche Regierungsführung durch die FPÖ in Österreich zur Bündnisfähigkeit der demokratischen Parteien untereinander und einer „Verantwortungskultur in diesem Land“.

Die Bundesvorsitzenden der Grünen: Von Jürgen Trittin bis Ricarda Lang

Krista Sager und Jürgen Trittin von den Grünen
Im Dezember 1994 traten Krista Sager und Jürgen Trittin als Doppelspitze des noch jungen Zusammenschlusses namens „Bündnis 90 / Die Grünen“ an. Beide wurden zu Sprecherin und Sprecher des Bundesvorstands der Partei gewählt. Gemeinsam lenkten sie die Geschicke der Partei für zwei Jahre bis 1996. © Sepp Spiegl/imago-images
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel.
Jürgen Trittin blieb Sprecher der Grünen, von 1996 bis 1998 aber mit neuer Kollegin an seiner Seite: Auf Krista Sager folgte Gunda Röstel. © Jürgen Eis/imago-images
Gunda Röstel blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin.
Gunda Röstel (l) blieb für zwei weitere Jahre Sprecherin des Bundesvorstands der Grünen. Antje Radcke ersetzte den scheidenden Jürgen Trittin. Von 1998 bis 2000 wurde die Partei damit von zwei Frauen an der Spitze geführt. © Sven Simon/imago-images
Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands.
Im Jahr 2000 tauschten die Grünen ihr Führungspersonal komplett aus. Fritz Kuhn und Renate Künast wurden zu Sprecher und Sprecherin des Bundesvorstands. Ihre Amtszeit hielt aber nur ein Jahr bis 2001. © imago stock&people
Fritz Kuhn und Claudia Roth
Aus Bundesprechern wurden bei den Grünen im Jahr 2001 Bundesvorsitzende. Die ersten Beiden, die dieses Amt bekleideten, waren Fritz Kuhn und Claudia Roth. © Sven Simon/imago-images
Reinhard Bütikofer und Angelika Beer
Nur ein Jahr später der nächste Wechsel an der Spitze der Grünen. Reinhard Bütikofer und Angelika Beer rücken auf und bilden den Bundesvorstand der Partei von 2002 bis 2004. © imago-images
Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer
2004 kehrte Claudia Roth als Vorsitzende der Grünen zurück - an der Seite von Reinhard Bütikofer. Das Duo blieb bis 2008 im Amt. © Sven Simon/imago-images
Claudia Roth und diesmal Cem Özdemir das Führungsduo der Grünen
Claudia Roth blieb insgesamt bis 2013 im Amt. Ab 2008 mit neuem Co-Vorsitzenden: Cem Özdemir. © Jan Huebner/imago-images
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter.
Cem Özdemir blieb Parteivorstand. Von 2013 bis 2018 führte er die Grünen gemeinsam mit Simone Peter. © Rüdiger Wölk/imago-images
nnalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen
Im Jahr 2018 übernahmen Annalena Baerbock und Robert Habeck als Führungsduo den Vorstand der Grünen. Nach dem Einzug der Grünen in die Bundesregierung legten sie ihre Ämter nieder und schlossen sich dem Kabinett von Bundeskanzlern Olaf Scholz an. © Chris Emil Janssen/imago-images
Omid Nouripour und Ricarda Lang
Es folgten Omid Nouripour und Ricarda Lang. Sie übernahmen den Vorsitz des Bundesvorstands der Grünen im Jahr 2022. Zwei Jahre später verkünden beide ihren Rücktritt als Reaktion auf zahlreiche Wahlschlappen ihrer Partei. Wer die Umweltpartei künftig führt, ist noch offen. © dpa

„Wer der Ausschließeritis das Wort redet, bereitet den eigenen Wortbruch vor oder er sorgt dafür, dass dieses Land immer schwerer zu regieren ist“, sagte der Vizekanzler. Habeck nannte dabei weder CSU-Chef Markus Söder, noch CDU-Chef Merz namentlich, die Koalitionen mit den Grünen ablehnen. In Österreich komme nun mit der FPÖ eine „rechtspopulistische, Putin-hörige Partei“ zum Zug, zitierte die Welt Habeck. „Das hätte nicht passieren dürfen.“

Vor Bundestagswahl: Grünen-Kanzlerkandidat Habeck spricht in Lübeck

Habeck sprach von „einem Dreiklang“, den die Grünen erreichen wollten: Ziel sei, die privaten Haushalte „gerade im unteren Bereich“ zu entlasten sowie „das Klima und die Lebensgrundlagen zu schützen“, sagte der gebürtige Lübecker und: „Wir erneuern die Wirtschaft, indem die Zukunftstechnologien an die Unternehmen herangeführt werden.“ Der Wirtschaftsminister warb dafür, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger bei den Strompreisen zu entlasten, die Mietpreisbremse zu verlängern und „das 49-Euro-Ticket auch bei dem Namen und bei 49 Euro zu lassen“.

Grüne starten mit Habeck und Baerbock in Lübeck in heiße Wahlkampfphase

Mit gut 500 Menschen hatten die Grünen in Lübeck nach eigenen Angaben gerechnet. Etwa 1200 Menschen kamen schließlich in die Halle, hunderte weitere mussten wegen Überfüllung abgewiesen werden.  In den Wochen bis zur Bundestagswahl planen die Grünen zahlreiche weitere Veranstaltungen in unterschiedlichen Formaten, von „Küchentisch-Gesprächen“ bis zu Townhall-Debatten mit Bürgerinnen und Bürgern. (frs mit AFP)

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