Bildungsausschuss

Bildungs-Zoff in der Koalition – Söder wird deutlich: „Bei Religion wird nicht gekürzt“

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Zwischen CSU und Freien Wählern in Bayern gärt es. Grund ist ein Vorstoß von Kultusministerin Anna Stolz: Sie will es Grundschulen ermöglichen, eine Schulstunde Religion zu kürzen.

München – Ein Religionskrieg in der Bayern-Koalition? Droht gar ein Schisma, also eine Trennung? So weit ist es wohl nicht. Doch im Streit um die Bedeutung von Religionsunterricht in der Grundschule stehen die Standpunkte vorerst unvereinbar nebeneinander. Die CSU will jede Kürzung beim Religionsunterricht blockieren, die Freien Wähler stellen sich indes hinter das Konzept ihrer Kultusministerin.

Am Donnerstag hatte Anna Stolz (FW) im Bildungsausschuss des Landtags für eine Überraschung gesorgt. Sie will aufgrund der schlechten Pisa-Ergebnisse bei den Deutsch- und Mathematik-Stunden in der Grundschule aufstocken. Weil aber die Stundenzahl insgesamt nicht steigen darf, muss irgendwo gekürzt werden – und dabei will Stolz auch Religion nicht ausnehmen.

Ministerpräsident Markus Söder bestätigte das CSU-Veto. „Bei Religion wird nicht gekürzt.“ 

Mögliche Kürzung des Religionsunterrichts: Zahlreiche Beschwerden über Pläne der Kultusministerin

Nachdem der Münchner Merkur am Freitag berichtet hatte, schwoll der Protest an. Erst beschwerte sich der Diözesanrat der Katholiken, dann stellte sich Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) quer. Auch Ute Eiling-Hütig (CSU), Vorsitzende des Bildungsausschusses im Landtag, bekräftigte: „Ich persönlich möchte beim Religionsunterricht nicht kürzen.“

Am Montag bestätigte Ministerpräsident Markus Söder das CSU-Veto. „Bei Religion wird nicht gekürzt.“ Das sei „mehr ein kommunikatives Missverständnis“ gewesen, sagte er vor Journalisten mit Blick auf Stolz’ Auftritt im Landtag. Es gehe hier „nicht um einen Gefallen gegenüber den Kirchen, sondern um Werteerziehung“. Söder bekräftigte seinen Vorschlag, den Englisch-Unterricht an Grundschulen zu hinterfragen.

Hingegen unterstützt der Fraktionschef der Freien Wähler, Florian Streibl, das Vorgehen von der Ministerin: „Ich stehe hinter den Plänen von Kultusministerin Anna Stolz“, erklärte er auf Anfrage unserer Zeitung. „Als katholischer Theologe stehe ich hinter dem Religionsunterricht und der christlichen Werteerziehung.“ Aber: „Gleichwohl halte ich auch eine Einbeziehung des Fachs Religion in die Flexibilisierung der Stundentafel in der Grundschule für angebracht und sinnvoll.“ Simone Fleischmann vom BLLV unterstützt diese Linie: „Für meine Begriffe ist da auch Religion nicht auszuschließen.“

Die Päpste: Franziskus und seine Vorgänger des 20. Jahrhunderts

Leo XIII. (1810 bis 1903) war von 1878 bis zu seinem Tod 1903 der 256. Papst der römisch-katholischen Kirche. Leo XIII. (bürgerlich Vincenzo Pecci) orientierte sich zum einen an der hochmittelalterlichen Ordnung von Kirche und Staat, andererseits wertete er mit der ersten Sozialenzyklika die katholische Soziallehre auf. Wegen seiner Anteilnahme an sozialen Fragen wurde er als „Arbeiterpapst“ und „der Soziale“ bekannt. Sein Ziel war, die Kirche aus ihrer Isolation gegenüber den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen herauszuführen, jedoch war er von der Notwendigkeit einer „zeitlichen Macht“ (Kirchenstaat) des Papstes überzeugt.
Leo XIII. (1810 bis 1903) war von 1878 bis zu seinem Tod 1903 der 256. Papst der römisch-katholischen Kirche. Leo XIII. (bürgerlich Vincenzo Pecci) orientierte sich zum einen an der hochmittelalterlichen Ordnung von Kirche und Staat, andererseits wertete er mit der ersten Sozialenzyklika die katholische Soziallehre auf. Wegen seiner Anteilnahme an sozialen Fragen wurde er als „Arbeiterpapst“ und „der Soziale“ bekannt. Sein Ziel war, die Kirche aus ihrer Isolation gegenüber den gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen herauszuführen, jedoch war er von der Notwendigkeit einer „zeitlichen Macht“ (Kirchenstaat) des Papstes überzeugt.  © Imago
Die Nachfolge trat Pius X. (1835 bis 1914) an. Geboren wurde er als Giuseppe Sarto in Riese, das zu dieser Zeit zum Königreich Lombardo-Venetien gehörte. Pius X. wird oft als „konservativer Reformpapst“ bezeichnet, weil er sich um innerkirchliche Reform und Erneuerung bemühte, um die katholische Kirche im Kampf gegen Einflüsse der Moderne zu stärken. Er wurde 1951 selig- und im Jahre 1954 heiliggesprochen. Seitdem befinden sich seine Reliquien in einem gläsernen Reliquiar im Petersdom, das Haupt ist mit einer metallischen Umhüllung bedeckt.
Die Nachfolge trat Pius X. (1835 bis 1914) an. Geboren wurde er als Giuseppe Sarto in Riese, das zu dieser Zeit zum Königreich Lombardo-Venetien gehörte. Pius X. wird oft als „konservativer Reformpapst“ bezeichnet, weil er sich um innerkirchliche Reform und Erneuerung bemühte, um die katholische Kirche im Kampf gegen Einflüsse der Moderne zu stärken. Er wurde 1951 selig- und im Jahre 1954 heiliggesprochen. Seitdem befinden sich seine Reliquien in einem gläsernen Reliquiar im Petersdom, das Haupt ist mit einer metallischen Umhüllung bedeckt. © imago
Benedikt XV. (1854 bis 1922) war Papst vom 3. September 1914 bis zu seinem Tod 1922. Giacomo della Chiesa wurde in Genua als Sohn einer markgräflichen Adelsfamilie geboren. Sein Pontifikat war durch den Ersten Weltkrieg geprägt. In seiner Friedensnote „Dès le début“ zum dritten Jahrestag des Kriegsbeginns schlug er als neutraler Vermittler allen kriegführenden Mächten Friedensverhandlungen vor. Er forderte Abrüstung, eine effektive internationale Schiedsgerichtsbarkeit zur Vermeidung künftiger Kriege und den Verzicht auf Gebietsabtretungen. Wegen seines engagierten Auftretens wurde er als „Friedenspapst“ bekannt.
Benedikt XV. (1854 bis 1922) war Papst vom 3. September 1914 bis zu seinem Tod 1922. Giacomo della Chiesa wurde in Genua als Sohn einer markgräflichen Adelsfamilie geboren. Sein Pontifikat war durch den Ersten Weltkrieg geprägt. In seiner Friedensnote „Dès le début“ zum dritten Jahrestag des Kriegsbeginns schlug er als neutraler Vermittler allen kriegführenden Mächten Friedensverhandlungen vor. Er forderte Abrüstung, eine effektive internationale Schiedsgerichtsbarkeit zur Vermeidung künftiger Kriege und den Verzicht auf Gebietsabtretungen. Wegen seines engagierten Auftretens wurde er als „Friedenspapst“ bekannt. © Imago
Das Pontifikat von Pius XI. (1857 bis 1939) war von schwierigen Zeiten geprägt. Pius XI. (bürgerlich Achille Ratti) verurteilte den „sozialen Modernismus“ und entwickelte positive Leitlinien für eine friedfertige Gesellschaftsordnung auf dem Fundament der katholischen Religion. Als bedeutendste Konkordate gelten die Lateranverträge und das Reichskonkordat mit dem Deutschen Reich (10. September 1933). Die 1937 erschienene Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verurteilte zwar die nationalsozialistische Ideologie, sprach die Verfolgung der Juden und anderer Minderheiten aber nicht an.
Das Pontifikat von Pius XI. (1857 bis 1939) war von schwierigen Zeiten geprägt. Pius XI. (bürgerlich Achille Ratti) verurteilte den „sozialen Modernismus“ und entwickelte positive Leitlinien für eine friedfertige Gesellschaftsordnung auf dem Fundament der katholischen Religion. Als bedeutendste Konkordate gelten die Lateranverträge und das Reichskonkordat mit dem Deutschen Reich (10. September 1933). Die 1937 erschienene Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verurteilte zwar die nationalsozialistische Ideologie, sprach die Verfolgung der Juden und anderer Minderheiten aber nicht an. © imago
Sein Nachfolger Pius XII. (1876 bis 1958) erstellte die Schlussfassung der Enzyklika „Mit brennender Sorge“, die am 21. März 1937 erschien. Zu Beginn seines Pontifikats schlug Pius XII., der bürgerlich Eugenio Pacelli hieß, eine europäische Fünfmächtekonferenz zur Beilegung der Konflikte vor. Wegen seiner vorherigen Passivität reagierte keine der angesprochenen Regierungen positiv darauf. Pius XII. hielt an der politischen Neutralität fest und ließ offen, auf welcher Seite im Kriegsfall Recht und Moral stünden. Wie Benedikt XV. im Ersten, so veröffentlichte Pius XII. im Zweiten Weltkrieg allgemeine Friedensappelle, wobei er Schuldzuweisungen vermied und keine Kriegspartei namentlich nannte.
Sein Nachfolger Pius XII. (1876 bis 1958) erstellte die Schlussfassung der Enzyklika „Mit brennender Sorge“, die am 21. März 1937 erschien. Zu Beginn seines Pontifikats schlug Pius XII., der bürgerlich Eugenio Pacelli hieß, eine europäische Fünfmächtekonferenz zur Beilegung der Konflikte vor. Wegen seiner vorherigen Passivität reagierte keine der angesprochenen Regierungen positiv darauf. Pius XII. hielt an der politischen Neutralität fest und ließ offen, auf welcher Seite im Kriegsfall Recht und Moral stünden. Wie Benedikt XV. im Ersten, so veröffentlichte Pius XII. im Zweiten Weltkrieg allgemeine Friedensappelle, wobei er Schuldzuweisungen vermied und keine Kriegspartei namentlich nannte. © imago
Johannes XXIII. (1881 bis 1963) wurde nach seiner Wahl am 28. Oktober 1958 aufgrund seines hohen Alters und seiner konservativen Frömmigkeit in der Presse als Übergangspapst und Kompromisslösung bezeichnet, erwies sich jedoch bald als einer mutiger Reformpapst. Wegen seiner Bescheidenheit und Volksnähe wird Johannes XXIII. (bürgerlich Angelo Roncalli) im Volksmund „Der gute Papst“ genannt. Am 3. September 2000 wurde er selig- und am 27. April 2014 heiliggesprochen. Sein Gedenktag in der römisch-katholischen Kirche ist der 11. Oktober, der Tag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahr 1962.
Johannes XXIII. (1881 bis 1963) wurde nach seiner Wahl am 28. Oktober 1958 aufgrund seines hohen Alters und seiner konservativen Frömmigkeit in der Presse als Übergangspapst und Kompromisslösung bezeichnet, erwies sich jedoch bald als einer mutiger Reformpapst. Wegen seiner Bescheidenheit und Volksnähe wird Johannes XXIII. (bürgerlich Angelo Roncalli) im Volksmund „Der gute Papst“ genannt. Am 3. September 2000 wurde er selig- und am 27. April 2014 heiliggesprochen. Sein Gedenktag in der römisch-katholischen Kirche ist der 11. Oktober, der Tag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahr 1962. © imago
Manchen gilt allerdings Paul VI. (1897 bis 1978) wegen seiner prägenden Rolle, seiner Beschlussfassung und der Umsetzung der Entscheidungen als eigentlicher „Konzilspapst“. Keiner seiner Vorgänger hat wohl je eine so umfassende kirchliche Gesetzgebung durchgesetzt wie Paul VI. (bürgerlich Giovanni Montini). Umstritten ist die Enzyklika „Humanae vitae” von 1968, in der Paul VI. den Gebrauch künstlicher empfängnisverhütender Mittel als „immer unerlaubt“ verwarf. Spöttisch wurde er deshalb auch „Pillen-Paul“ genannt. Paul VI. wurde am 19. Oktober 2014 selig- und am 14. Oktober 2018 heiliggesprochen.
Manchen gilt allerdings Paul VI. (1897 bis 1978) wegen seiner prägenden Rolle, seiner Beschlussfassung und der Umsetzung der Entscheidungen als eigentlicher „Konzilspapst“. Keiner seiner Vorgänger hat wohl je eine so umfassende kirchliche Gesetzgebung durchgesetzt wie Paul VI. (bürgerlich Giovanni Montini). Umstritten ist die Enzyklika „Humanae vitae” von 1968, in der Paul VI. den Gebrauch künstlicher empfängnisverhütender Mittel als „immer unerlaubt“ verwarf. Spöttisch wurde er deshalb auch „Pillen-Paul“ genannt. Paul VI. wurde am 19. Oktober 2014 selig- und am 14. Oktober 2018 heiliggesprochen. © imago
1978 ging als das Dreipäpstejahr in die Geschichte ein. Auf Paul VI. folgte Johannes Paul I. (1912 bis 1978). Nach einem Pontifikat von nur 33 Tagen starb Johannes Paul I. in der Nacht vom 28. zum 29. September 1978. Albino Luciani, der aus armen Verhältnissen stammte, wurde in der Krypta des Petersdoms bestattet. Eine Obduktion seines Leichnams wurde sowohl von seiner Familie als auch vom Vatikan verweigert. Sein Tod ließ rasch zahlreiche Verschwörungstheorien aufkommen. In Italien erinnert man sich an ihn als „Papst des Lächelns“ und „Das Lächeln Gottes“. Johannes Paul I. wurde am 4. September 2022 seliggesprochen.
1978 ging als das Dreipäpstejahr in die Geschichte ein. Auf Paul VI. folgte Johannes Paul I. (1912 bis 1978). Nach einem Pontifikat von nur 33 Tagen starb Johannes Paul I. in der Nacht vom 28. zum 29. September 1978. Albino Luciani, der aus armen Verhältnissen stammte, wurde in der Krypta des Petersdoms bestattet. Eine Obduktion seines Leichnams wurde sowohl von seiner Familie als auch vom Vatikan verweigert. Sein Tod ließ rasch zahlreiche Verschwörungstheorien aufkommen. In Italien erinnert man sich an ihn als „Papst des Lächelns“ und „Das Lächeln Gottes“. Johannes Paul I. wurde am 4. September 2022 seliggesprochen. © Imago
Am 16. Oktober 1978 wurde Johannes Paul II. (1920 bis 2005) zum 264. Papst gewählt. Sein Pontifikat dauerte 26 Jahre und 5 Monate. Karol Wojtyła wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice geboren. Er war der erste Pole auf dem Papstthron und der erste Nicht-Italiener seit 456 Jahren. Ihm wird eine maßgebliche Rolle bei der Beendigung des Sozialismus in seinem Heimatland zugeschrieben. Johannes Paul II. suchte verstärkt die Öffentlichkeit, scheute die Massenmedien nicht und wurde gelegentlich auch „Medienpapst“ genannt. Johannes Paul II. wurde am 1. Mai 2011 selig- und am 27. April 2014 heiliggesprochen.
Am 16. Oktober 1978 wurde Johannes Paul II. (1920 bis 2005) zum 264. Papst gewählt. Sein Pontifikat dauerte 26 Jahre und 5 Monate. Karol Wojtyła wurde am 18. Mai 1920 in Wadowice geboren. Er war der erste Pole auf dem Papstthron und der erste Nicht-Italiener seit 456 Jahren. Ihm wird eine maßgebliche Rolle bei der Beendigung des Sozialismus in seinem Heimatland zugeschrieben. Johannes Paul II. suchte verstärkt die Öffentlichkeit, scheute die Massenmedien nicht und wurde gelegentlich auch „Medienpapst“ genannt. Johannes Paul II. wurde am 1. Mai 2011 selig- und am 27. April 2014 heiliggesprochen. © Knut Falch/imago
Benedikt XVI. (1927 bis 2022) war der zweite Papst der Geschichte, der freiwillig von seinem Amt zurücktrat. Während seiner Amtszeit setzte sich Benedikt (bürgerlich Joseph Ratzinger) für eine Rückbesinnung auf christliche Grundwerte ein, um der zunehmenden Säkularisierung vieler westlicher Länder entgegenzuwirken. Im Mai 2006 unternahm er eine Pilgerfahrt nach Polen, wo er auch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchte. Wegen seines Umgangs mit Fällen sexuellen Missbrauchs war Benedikt XVI. umstritten, obwohl er strenge Regeln für den Umgang mit Tätern einführte und allein in der zweiten Hälfte seines Pontifikats über 500 Priester in den Laienstand versetzte.
Benedikt XVI. (1927 bis 2022) war der zweite Papst der Geschichte, der freiwillig von seinem Amt zurücktrat. Während seiner Amtszeit setzte sich Benedikt (bürgerlich Joseph Ratzinger) für eine Rückbesinnung auf christliche Grundwerte ein, um der zunehmenden Säkularisierung vieler westlicher Länder entgegenzuwirken. Im Mai 2006 unternahm er eine Pilgerfahrt nach Polen, wo er auch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchte. Wegen seines Umgangs mit Fällen sexuellen Missbrauchs war Benedikt XVI. umstritten, obwohl er strenge Regeln für den Umgang mit Tätern einführte und allein in der zweiten Hälfte seines Pontifikats über 500 Priester in den Laienstand versetzte. © imago
Franziskus (geboren 1936 in Buenos Aires) ist seit dem 13. März 2013 der 266. Bischof von Rom und damit Papst, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und Souverän des Vatikanstaats. Jorge Mario Bergoglio wählte Franziskus als seinen päpstlichen Namen zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi. Als Argentinier ist er der erste gebürtige Nichteuropäer im Papstamt seit dem im 8. Jahrhundert amtierenden Gregor III. Zudem ist er der erste Papst, der dem Orden der Jesuiten angehört. Franziskus ist bekannt für seine Demut, seine Betonung der Barmherzigkeit Gottes, seine internationale Sichtbarkeit als Papst, seine Sorge um die Armen und sein Engagement für den interreligiösen Dialog.
Nachdem Benedikt XVI. am 11. Februar 2013 vor den Kardinälen seinen Rücktritt zum 28. Februar 2013 angekündigt hatte, wurde er als Kirchenoberhaupt am 13. März 2013 von Papst Franziskus abgelöst und zog als emeritierter Papst am 2. Mai 2013 in das Vatikankloster Mater Ecclesiae. Benedikt XVI. war Mitglied mehrerer sozialwissenschaftlicher Akademien. Er spielte Klavier und hatte eine Vorliebe für klassische Musik von Mozart und Bach. Am 2. September 2020 löste Benedikt Leo XIII. als den am ältesten gewordenen Papst der Geschichte ab. © L‘Osservatore Romano/dpa
Franziskus hält an den Ansichten der Kirche zu Abtreibung, Zölibat und Frauenordination fest, hat aber einen Dialog über die Möglichkeit von Diakonissen initiiert. Zudem unterstützt er eine etwaige Öffnung der römisch-katholischen Kirche für Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft. Franziskus ist ein Kritiker des Kapitalismus und des Wirtschaftsliberalismus. Gleichzeitig befürwortet er Maßnahmen gegen die globale Erwärmung. Während der europäischen und zentralamerikanischen Migrantenkrisen unterstützte er die Sache der Geflüchteten.
Franziskus (geboren 1936 in Buenos Aires) ist seit dem 13. März 2013 der 266. Bischof von Rom und damit Papst, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und Souverän des Vatikanstaats. Jorge Mario Bergoglio wählte Franziskus als seinen päpstlichen Namen zu Ehren des Heiligen Franz von Assisi. Als Argentinier ist er der erste gebürtige Nichteuropäer im Papstamt seit dem im 8. Jahrhundert amtierenden Gregor III. Zudem ist er der erste Papst, der dem Orden der Jesuiten angehört. Franziskus ist bekannt für seine Demut, seine Betonung der Barmherzigkeit Gottes, seine internationale Sichtbarkeit als Papst, seine Sorge um die Armen und sein Engagement für den interreligiösen Dialog. Franziskus hält an den Ansichten der Kirche zu Abtreibung, Zölibat und Frauenordination fest, hat aber einen Dialog über die Möglichkeit von Diakonissen initiiert. Zudem unterstützt er eine etwaige Öffnung der römisch-katholischen Kirche für Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft. Franziskus ist ein Kritiker des Kapitalismus und des Wirtschaftsliberalismus. Gleichzeitig befürwortet er Maßnahmen gegen die globale Erwärmung. Während der europäischen und zentralamerikanischen Migrantenkrisen unterstützte er die Sache der Geflüchteten. © imago

Mehr Deutsch und Mathe: Andere Schulfächer müssen in Bayern dran glauben

Obwohl die kirchliche Bindung auch in Bayern schwindet, besucht immer noch die große Mehrzahl der Grundschüler den Religionsunterricht. Von 110 000 Drittklässlern waren im Schuljahr 2022/23 fast die Hälfte (52 700) für katholische Religionslehre angemeldet. Weitere 23 500 besuchten evangelische Religion. Für Ethik angemeldet waren 30 700, für islamischen Unterricht (den es nur teilweise gibt) 3200 Schüler.

Bayerns Kultusministerin Anna Stolz will mit einer Pisa-Offensive Mathe und Deutsch stärken. Dafür müssen andere Fächer gekürzt werden. Ihr Vorschlag, auch den Religionsunterricht zu kürzen, kam bei ihren Kollegen nicht gut an.

Wie der Kürzungsstreit ausgeht, scheint offen. Anna Stolz will einen „Orientierungsrahmen“ in einigen Wochen vorlegen. Darin sollen alle Fächer benannt werden, bei denen gekürzt werden darf. Interessant ist: Der Kürzungsbedarf ist aufgrund der Aufstockung von Deutsch und Mathe größer, als viele denken. Auch in der 1. und 2. Klasse muss je eine Stunde gekürzt werden, dort gibt es aber gar kein Englisch. In der 4. Klasse müssen sogar drei Stunden abgeknapst werden – nur die beiden Englisch-Stunden zu eliminieren, reicht nicht aus.

Trotz allem: Nein, einen Streit sehe er nicht, sagt FW-Chef Hubert Aiwanger. „Da kommt eine sinnvolle, pragmatische Lösung.“ (Dirk Walter und Christian Deutschländer)

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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